SehensWÜRDIG? – Mit dem 7-Attraktionen-Sightseeingpass durch New Yorks Manhattan

SehensWÜRDIG? – Mit dem 7-Attraktionen-Sightseeingpass durch New Yorks Manhattan

New York ist ein Regenmeer als wir im Taxi durch die Gassen Manhattans biegen. Unser Hotel ist circa 30 Minuten zu Fuß vom Central Park entfernt und die U-Bahn Station direkt um die Ecke. Für New York haben wir im Voraus den New York City Sightseeingpass gebucht, der es einem ermöglicht, eine beliebige Anzahl von Attraktionen anzugeben und ein paar Euro zu sparen. Außerdem ergeben sich mit dem Ticket häufig nicht allzu lange Anstehzeiten – nicht zu verachten bei den ganzen Menschenmassen.
Hier also einige der Attraktionen Manhattans und ein paar Tipps, die man auf dem Weg dorthin sicher gebrauchen kann.

1) Natural History Museum

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Wer den Pass kauft, wird dieses Museum vermutlich weit oben auf seiner Prioritätenliste stehen haben. Das Natural History Museum ist mit dem MOMA vermutlich eins der berühmtesten Museen der Welt und das nicht nur, weil darin der Film „Nachts im Museum“ gedreht wurde. Es wurde 1870 von John Wolfe, Robert Stuart und Moris Ketchum Jesup gegründet und erstreckt sich mittlerweile über vier Stockwerke mit den größten Dinosaurierskeletten, einer Unterwasserabteilung mit einem riesigen Plastikwal an der Decke, einem Planetarium und allgemein so vielen Tierarten, dass man gar nicht weiß, wo man zuerst hinschauen soll. Es gibt seit neustem sogar zusätzliche, interaktive Ausstellungen, wo man seine Sinne testen oder in einer U-Boot-Kapsel den Meeresboden erkunden kann. Egal ob jung oder alt – das Museum bietet für jeden etwas, ist aufgrund seiner Weitläufigkeit trotz hoher Besucherzahlen nicht zu überfüllt und wer den ganzen Tag darin verbringen möchte, kann sich zwischendurch in einem der Museumcafés etwas zu essen besorgen. Besonders empfehlenswert ist übrigens auch die Edelsteinhalle im unteren Stock, in der es beim Eintreten vom Boden bis zur Decke funkelt. Definitiv ein MUSS wenn man sich für die Menschheitsgeschichte interessiert und preislich akzeptabel, da man definitiv mehrere Stunden im Gebäude verbringt. Wer außerdem Zeit im Central Park verbringen möchte, ist mit diesem Museum direkt auf dem Gelände.

2) National Geographic Encounter – Ocean Odyssey

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Bestimmt wissen die meisten von euch, dass National Geographic großartige Naturdokumentationen und Magazine herausbringt. In New York wurde dieses Jahr die erste, interaktive Ausstellung „Ocean Encounter“ eröffnet. Es ist eine sehr bildliche Ausstellung mit Dokumentarfilmausschnitten und Leinwänden ringsum, auf denen sich alle möglichen Meereswesen herumtreiben. Zudem gibt es einen Boden, der die eigenen Schritte -scheinbar auf Sand- wiederspiegelt. Mit der 3D Brille fühlt man sich in einen riesigen Fischschwarm gezogen, sieht und hört die Tiere aus den dunkelsten Tiefen des Ozeans und steht sehr echt wirkenden Robben gegenüber, die die eigenen Bewegungen zu imitieren versuchen. Es werden aber auch kritische Themen angesprochen, wie der Umgang mit Schleppnetzen und die Verschmutzung des Meeres durch Plastikabfälle. Insgesamt ist es aber ein positiver Eindruck, der von den Meeresriesen zurückbleibt und unsere Namen werden nun ewig auf einem Puzzleteil an der Besucherwand zurückbleiben.
Hochwertige Ausstellung (vor allem für Ozeanliebhaber), beeindruckende Technik und man weiß nie, welches Meereswesen hinter der nächsten Ecke lauert. Außerdem gut zu Fuß zu erreichen, wenn man sich ohnehin im Raum vom Times Square aufhält. Teuer ist es schon, aber was in New York ist das nicht? (Hust, eine Pizza 18$…)

3) Gulliver’s Gate

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Eine der schönsten Überraschungen der Stadt war definitiv die Miniaturwelt Gulliver’s Gate – übrigens nur ein Haus vom National Geographic Encounter entfernt. Beim Eintritt erhält man einen kleinen Schlüssel mit dem man in der größten Miniaturwelt der USA (4500 Quadratmeter) Kräne, Häuser, Brücken und Figuren bewegen kann, in dem man viele kleine Türschlösser dreht. Sogar ein Flugzeug kann so von seiner Startbahn abheben und eine 2cm große Oma füttert durch ein Schlüsseldrehen die wild pickenden Hühner in Sibirien. Es gibt vier riesige Showräume die sich quasi über die ganze Welt erstrecken. Da sieht man mal die Oper in Sydney, die sichelförmigen Gebäude in Dubai, die Waldweiten Russlands und natürlich New York selbst, mit all seinen Sehenswürdigkeiten. Geht man in den europäischen Teil, kann man Figuren unter dem Eiffelturm spazieren sehen, eine schwarze Dampflock fährt durch die Tunnel der Alpen und Neuschwanstein und die London Bridge werden majestätisch mit Glühbirnen erleuchtet. Die Miniaturwelt ist ein wahres Kunstwerk und bei jedem weiteren Umkreisen der Gebäude, kann man etwas Neues entdecken. Eine der coolsten Ideen ist der 3D Drucker, der neben dem Shop aufgestellt wurde. Hier kann man sich selbst in unterschiedlichen Größen als Figur drucken lassen und sich die Figur entweder nach Hause schicken lassen oder als winziger „Model Citizen“ Teil der Ausstellung werden. Vielleicht findet man sich beim nächsten Besuch dann selbst in den Straßen Barcelonas, auf dem Schiff nach Rio de Janeiro oder bei den Niagarafällen wieder.

4) Statue of Liberty

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Da Stefan noch nie in New York war, konnte die Freiheitsstatue natürlich nicht übergangen werden. Mit dem Sightseeingpass gibt es mehrere Optionen zu ihr zu gelangen. Wir haben beschlossen, nicht direkt um die Statue herumzulaufen, da man in den Schlangen ewig steht. Stattdessen fuhren wir hinunter zum Manhattan Pier. Das ist eine schöne Gegend mit weiter Uferpromenade mit schicken, verglasten Einkaufsläden voller Palmen und guten Essensmöglichkeiten.
In Laufweite dahinter liegt zudem auch das 9`11 Denkmal, das nach dem Anschlag 2001 noch immer auf die Leere der ehemaligen Twin Towers verweist.
Am Pier steigen wir auf ein kleines Segelboot um, das uns wild schaukelnd in Richtung Freiheitsstatue schippert. Nicht alle Personen auf dem Boot sind unbedingt seefest, aber dafür kann sich niemand über die glänzende Aussicht der Skyline beschweren. Die Freiheitsstatue wird damit natürlich auch abgedeckt und erst wenn man auf dem Wasser an ihr vorbei fährt, erkennt man ihre eigentliche Größe von 93 Metern. Interessantes geschichtliches Detail: Auch wenn die Freiheitsstatue in den USA steht, wurde sie ursprünglich in Frankreich konzipiert und anschließend in Teilen als Geschenk an die Vereinigten Staaten verschickt. Es handelt sich bei der Figur übrigens um Liberia, die Göttin der Freiheit, die ihre Ketten sprengt – und die USA noch unabhängiger wirken lässt.

5) One World Trade Center

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Der höchste Aussichtspunkt in New York ist mittlerweile nicht mehr das Empire State Building oder der Top of The Rock vom Rockefeller Center, sondern das neue One World Trade Center. 102 Stockwerke reicht es in die Höhe und ist damit das höchste Gebäude in der ganzen westlichen Hemisphäre. Auch wenn man nicht zur Höhenangst neigt, muss man definitiv zugeben, dass man oben ein ziemlich mulmiges Gefühl bekommt, denn die Fenster erstrecken sich von den Decken bis zum Boden und man schwebt geradezu in einer 360 Grad Version über der Stadt. Besonders cool ist auch der Fahrstuhl nach oben, der in einer Rundum-Animation anzeigt, welche Gebäude wann in der Stadt entstanden sind und wie sie gebaut wurden. Wer das One World Trade Center besucht, sollte nebenan auch das 9’11 Denkmal besichtigen, das die Leere der ehemaligen Türme zeigt. Der Ort macht nachdenklich und ist sehr beeindruckend durch die tausenden von Namen, die in die Brunnenwände des Denkmals gemeißelt wurden. Das Museum zum Attentat ist auch auf dem Platz zu finden, genau wie die unglaubliche U-Bahn-Station des One World Trade Centers, die architektonisch wie ein Gewebe aus Fischgräten über unseren Köpfen erscheint.

6) SPYSCAPE

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Dieses Jahr eröffnet wurde auch SPYSCAPE – ein Häuserblock voller Aufgaben, in dem du herausfinden kannst, ob du die Fähigkeiten zum Spion besitzt. Entwickelt wurde das Programm mit Hilfe einer Psychologin und Mitgliedern des Geheimdienstes. Durch Observationsaufgaben, Analyse und körperliche Verfassung wird dein Können in mehreren Gebieten getestet. Neben Geschicklichkeit geht es auch um Denksport und Reaktionsvermögen. Es macht auf jeden Fall Spaß, ist nicht rein auf Kinder ausgelegt und mal etwas ganz anderes verglichen mit vielen der anderen Attraktionen. Abgesehen davon lernt man auch viele historische Hintergründe, wie sich die Spionagegeschichte entwickelt hat.

7) Intrepid – Air and Space Museum

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In der Marina im Hafen liegt direkt neben den großen Kreuzfahrschiffen das Air- and Space Museum – einen Ort, an den es vor allem Männer und Jungs mit Flugzeugpullovern oder NASA-Kappen lockt. Damit will ich nicht sagen, dass Frauen nicht willkommen sind, kann aber durchaus sein, dass sie irgendwann auf dem Gelände ihre Partner verlieren und sie ihn in Richtung der U-Boote, Kampfjets oder Raketen wieder finden. Es gibt auf jeden Fall auf allen Decks etwas zu sehen – besonders interessant ist die Tatsache, das alle Ausstellungsräume innerhalb eines alten Schiffes liegen und man mehrere Hallen voller Geschichte, Waffen, Schiffsmodelle und Vorführungen durchläuft. Es gibt jetzt auch eine Weltraumkapsel, die einem das Gefühl geben soll, im All unterwegs zu sein, aber die Schlange davor ist meistens wirklich sehr lang. Eintrittspreise sind auch hier hoch – aber im Pass akzeptabel.

Zusammenfassend würde ich den Pass auf jeden Fall wieder kaufen. Es gibt von diesen Städtepässen im Internet zur Auswahl, das Gute am Sightseeingpass ist allerdings, dass man nicht im Voraus feste Ziele angeben muss und man sich spontan entscheiden kann, worauf man Lust hat. Mit der Nutzung des Passes kann man relativ viele Attraktionen preislich machen, die man sonst deswegen vielleicht eher von der Liste streichen würde. Wenn etwas das Geld wirklich wert ist, würde ich das Natural History Museum und Gulliver’s Gate empfehlen, weil man in beidem wirklich eine längere Zeit verbringt.
Allgemein ist New York, egal mit welchen Attraktionen, immer einen Trip wert und durch den Central Park auch um einiges grüner als man denkt. Wenn man mal einen Tag Pause von dem ganzen Rummel braucht, kann man sich auf jeden Fall in den Park verziehen – je weiter man hinein läuft, desto mehr erscheint er wie der einzige Ort, an dem die Stadt einmal innehält. Um im Gegensatz zu den ganzen anderen Attraktionen, ist er kostenfrei.

Was ist eure Lieblingsattraktion der Stadt? Wo wolltet ihr schon immer hin?

Preise:
Sightseeing Pass regulär pro Person bei sieben Attraktionen: 169$, bei uns durch die Aktion am 4. Juli 120$ pro Person
Natural History Museum (ohne Pass): Erwachsene 23$, Senioren 18$, Studenten 18$, Kinder 13$
National Geographic Encounter (ohne Pass): 39.50$ Erwachsene, 32.50$ Kinder, 36.50$ Senioren
Gulliver’s Gate (ohne Pass): 36$ Erwachsene, 27$ Kinder, 27$ Senioren
Mit dem Segelschiff zur Freiheitsstatue (ohne Pass): Zwischen 50 und 80$
One World Trade Center (ohne Pass): 34$ Standart Ticket
SPYSCAPE (ohne Pass):39$ Erwachsene, 32$ Kinder
Intrepid Air and Space Museum (ohne Pass): 33$ Erwachsene, 31$ Senioren, 24$ Kinder

Tipps:

  1. New York wenn möglich nicht im Sommer bereisen – Es ist sehr voll mit Touristen, die Hitze klebt förmlich zwischen den Gebäuden und die Klimaanlage im Hotel bringt nicht viel, weil man zwischendurch auch nie die Fenster öffnen kann.
  2. Sightseeingpass vielleicht schon im Voraus bei einer Aktion buchen – Wir sind zu dem Zeitpunkt ganz gut weggekommen, weil wir am 4. Juli eine Aktion gebucht hatten.
  3. Auch in kleineren Cafes sind die Preise meistens immer noch relativ hoch. Wenn ihr beim essen sparen möchtet, vielleicht doch lieber Ketten aufsuchen.
  4. Auf der Suche nach einem guten Kino? Wir können das AMC (84th Street 6, 2310 Broadway) empfehlen mit den besten, komplett ausfahrbaren Sitzen, sodass man sich vorkommt, als würde man auf einer Couch liegen.
  5. Es gibt zwar viele Taxen in der Stadt, die meisten davon verlangen oftmals aber auch horrende Summen von Touristen – mit den U-Bahn Tickets seid ihr pro Person ca 6 Dollar los und könnt in ganz Manhattan für den Tag durch die Gegend pendeln.
  6. Ich persönlich würde auch immer das MOMA empfehlen – es ist definitiv der Ort, an dem sich die verrücktesten Menschen und Künstler versammeln.
  7. Die Tour mit dem Segelboot nur machen, wenn man einigermaßen seefest ist.

Weitere Sehenswürdigkeiten:

Top of the Rock, Empire State Building, Hop on Hop Off Bustouren, MOMA, Brooklyn Bridge (…)

Von New York nach Hamburg – 18 Tage & 11 Stops mit der AIDAvita

Von New York nach Hamburg – 18 Tage & 11 Stops mit der AIDAvita

Als Abschluss einer langen Reise stehen wir nach 3 Monaten USA auf einem Kreuzfahrtschiff am Manhattan Terminal in New York mit der Stadt im Rücken und dem Meer am Horizont. Vor uns liegen 18 Tage mit der AIDAvita mit einer Route entlang Amerika, Kanada, Grönland, Island, Schottland und Hamburg am Ende. Das Schiff ist eines der kleinsten der AIDA-Flotte, aber uns kommt es riesig vor als wir am Terminal darauf warten, einzusteigen. Auch für den Startpunkt New York konnte man vom Schiff aus bereits Ausflüge buchen, aber für uns ist es Luxus genug, sich nach mehreren Tagen in der Stadt die Füße nicht weiter plattzulaufen und auf dem Deck des Schiffs die Hochhäuser vor sich hin funkeln zu sehen. Als sie kleiner werden beim Ablegen des Schiffes fühlt es sich wie ein Neustart an und das nach all der Reiserei davor.

Boston

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Quincy Market Boston

Es ist der letzte Stop nach drei Monaten Rundreise- ein komisches Gefühl das Land danach wieder zu verlassen. Boston ist die schönste Stadt, die ich mit Stefan in den USA besucht habe. Wir haben auf dem Schiff eine Tour gebucht, die uns mit dem Bus durch das Zentrum und entlang einiger der wichtigsten Sehenswürdigkeiten kutschiert. Die Gebäude bestehen zum größten Teil aus rotem Backstein und sie erinnern an die englische Baukunst – Boston ist schließlich ein Teil Neuenglands. Zwischen uralten Friedhöfen, modernen Shops, Parkanlagen und Brunnen verläuft der Freedom Trail der zu den Wahrzeichen der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung, dem man mit Sternchen auf dem Boden folgen kann. Aus dem Bus heraus sehen wir das Staatshaus, wo gerade sogar der Minister in einem wichtigen schwarzen Anzug einem Parteimitglied die Hand schüttelt. Es geht die Fahrt entlang über die Longfellow Bridge, die einen in die Ferne über den Charles River sehen lässt, bis man lauter Inseln im Wasser erkennt und vorbei an den tausenden Universitäten und natürlich der Szenerie der Boston Tea Party. Unser letzter Stop ist der Quincy Market, der alte Marktplatz im Zentrum nahe dem Wasser, an dem man sich kreuz und quer mit Essen eindecken kann. Ein Gang durch die alten Hallen zeigt winzige Stände und die Gerüche mischen sich wie auf einem orientalischen Basar. Hummer, Suppen, indische Speisen und Eis liegen nebeneinander und in den Hallen einen Sitzplatz zu bekommen, ist so gut wie unmöglich. Wir steigen letztendlich erst 2 Stunden später wieder in den Bus zurück und beschließen, noch einen Abstecher zu den „Boston Swans“ zu machen. Über den Freedom Trail gelangen wir zum breit gefächerten Parkgelände vom Public Garden mit Cafés, angelegten Seen und letztendlich auch einen großen Teich, auf dem im Sommer die Schwanenseeboote fahren. Sie wurden 1877 und aus Holz gemacht; ein Fahrer tritt vorne in die Pedale und treibt das Boot, mit einem großen Holzschwan darauf, mit ca 10 Personen über den See. Die Fahrt ist nicht teuer und wenn man die Chance im Sommer mitnehmen kann, sollte man es unbedingt mal mitmachen! Außerdem zu sehen: Die Harvard Universität im Cambridge-Viertel der Stadt sowie die Straßen von Beacon Hill mit schmalen Gassen, Gusslaternen und schicken Häusern.

Portland

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Nur einen Tag später durchlaufen wir Portland, eine Stadt mit roten Backsteinhäusern, Hummerständen und Cafes in der Bucht Casco Bay. Portland war Ausflugsziel und Geburtsstätte einiger bekannter Leute – hier ist beispielsweise Bushs Ferienhaus, zu dem ihr von der AIDA aus einen Ausflug buchen könnt. Auch Stephen King wurde hier geboren.
Kunst könnt ihr an der Eastern Promenade bewundern – es gibt hier mehrere Ateliers, dann natürlich die berühmten Hummer-Spezialitäten der Gegend und einige Brauereien. Ins Auge fällt auch der wunderschöne Schiffsplanken-Leuchtturm Portland Head Light der oben auf Cape Elizabeth thront. Stefan und ich wandern durch’s Stadtzentrum hoch in den Stadtpark mit vielen kleinen Brücken und Brunnen. Es gibt ein winziges Hexenhäuschen am Ausgang, das sehr gutes Fingerfood macht und wir schlendern am Schluss wieder zu den Strandläden zurück.

Halifax

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Halifax Citadel

Halifax ist unser einziger Stop mit ein wenig Regen und einer in Nebel getauchten Bucht. Irgendwie hat das die Mystik der Lage nur gesteigert. Die Stadt liegt in einer sichelförmigen Bucht und ganz oben auf dem Berg befindet sich die Halifax Citadel, eine nationale, historische Denkstätte. Hier lebten 1869 die englischen Truppen als Königin Victoria regierte und dieser Bereich Kanadas erst zwei Jahre als Nation galt. Die Zitadelle selbst existiert seit 200 Jahren und hat die Form eines Sterns um als Festung alle Windrichtungen abzudecken. Ursprünglich wurde sie von der British Royal Navy genutzt als Basisstation. Ein paarmal im Jahr kann man hier an Drill-Übungen teilnehmen, zuschauen, wie Kanonen abgefeuert werden oder – was wir zum Glück miterleben konnten- die Dudelsackspieler in der Zitadelle sehen, die dort den Tag über spielen. Man kann die Baracken der Soldaten besichtigen, die Tunnelsysteme und die Waffenausstellung, abgesehen davon hat man eine wirklich schöne Aussicht über die ganze Bucht und es gibt ein Cafe mit vielen selbstgemachten Backwaren.
Halifax selbst ist zu Fuß ziemlich steil mit vielen kleinen Geschäften und Burgerbars. Bei gutem Wetter gibt es viele Restaurants mit Dachterrassen zum Raussitzen und schöne alte Häuser sowie gruslige Friedhöfe wie den Old Burying Ground mit schiefen Steinen und verbogenen Metallzäunen. Das Hafenviertel unten hat außerdem ein Titanic-Museum und wenn ihr schnell genug seid, könnt ihr von der AIDA aus einen Ausflug in den Fischerort Peggy’s Cove machen, angeblich dem schönsten Ort am Atlantik.

St John’s

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Unser letzter Stop in Kanada ist die neufundländische Hauptstadt St John’s in einer Gegend mit rauen Felsen und hohen Klippen, die Häuser sind bunt und in die Felsen genestelt. Hier wurde von den Wikingern vor 1000 Jahren die erste europäische Siedlung gegründet, einzelne Gebäude vom damaligen Stil wurden wieder nachgebaut und können jetzt ein Stück außerhalb bewundert werden. St John’s ist ein echter Traum für jeden Fotografen und hat eine wunderschöne Einfahrt auf dem Schiff mit Blick auf den Cabot Tower auf dem Signal Hill. Mittlerweile wird dieser als Morsetechnik-Museum genutzt. Da es wirklich steil ist, wird es euch einige Zeit kosten nach oben zu kommen. Die Stadt selbst hat kein großes Zentrum, aber eine hübsche Auswahl mit esoterischen bunten Läden, Souvenirauswahl, Künstlern, Restaurants und Cafés. Wenn ihr das Zentrum durchquert und der Hauptstraße folgt, gelangt ihr zu mehreren Aussichtspunkten, von denen ihr die ganze Bucht sehen könnt und einen Blick darauf werfen könnt, wie hoch sich die Häuser am Berg aufreihen! Im kleinen Park am Hafen spielen im Sommer zudem einige Musiker oder Orchester und in der Luft liegt eine fröhliche, ausgeglichene Stimmung. Schwer vorstellbar, dass die Stadt mehrmals abgebrannt ist im Laufe der Geschichte und doch immer wieder vollständig wiederaufgebaut wurde. Bis heute leben die Menschen hier hauptsächlich vom Tourismus und teils vom Fischfang. St John’s ist übrigens der erste Ort von dem aus je ein transatlantischer Non-Stop Flug startete.

Qaqortoq

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Unser Stop in Grönland war von uns heiß ersehnt und dann doch erst mal ziemlich kalt beim Aussteigen! Es gibt keinen Hafen zum Anlegen, stattdessen bleibt man mit dem Schiff weiter draußen zwischen rauer Küste und blau-weißen Eisbergen. Die Häuser in der Ferne sind bunt und reihen sich über die Bucht hinweg bis hoch zum Hang. Blau, gelb und rot, wie ein Sonnenuntergang. Wir tendern mit Bötchen zum Hafen, wo einige Einheimische das große Kreuzfahrtschiff beobachten und ein paar Marktwaren wie Robbenfelle oder Geschnitztes anbieten. Qaqortoq ist mit ca 3500 Einwohnern die größte Ortschaft Südgrönlands, was nur schwer vorstellbar ist, wenn man auf einer Landkarte betrachtet, wie groß das Land wirklich ist. Es gibt in der ganzen Gegend nur ein Krankenhaus, kaum Straßen, wir sehen ein Cafe und einen Supermarkt. Die meisten Waren müssen importiert werden. Die Gegend ist sehr schön, sehr rau und sehr ursprünglich. Schwarze Steine säumen eine Kraterlandschaft durchbrochen mit kleinen Seen, dem Blick aufs Meer und Eisberge in der Ferne. Wenn man in Qaqortoq zum höchsten Punkt wandert, schaut man über die bergige Landschaft hinweg, sieht ein paar Fischerboote im Hafen und weit außen das Kreuzfahrtschiff. Der Wind fegt wild über die Fläche und man fühlt sich, als wäre man an einem der einsamsten Punkt der Welt angekommen.

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Dennoch sind die Menschen sehr warmherzig, bemühen sich Englisch zu reden und scheinen sich bei allem die Zeit zu lassen, die uns Deutschen scheinbar ständig davonläuft. Grönland hat übrigens auch sehr viele Tierarten, dazu gehören über 200 Vogelarten, Rentiere, Polarfüche, Schneehasen und Eisbären. Und man kann im Ort hin und wieder ein paar Kinder sehen, die wie kleine Inuit angezogen sind. Auch wenn das Land nur 26 km von Kanada entfernt ist, könnten die beiden Länder nicht unterschiedlicher sein.

Prinz-Christian- Sund Passage

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Kein Stop zum Aussteigen – es sei denn man ist dem Tode zugeneigt. Dieser wunderschöne Streckenabschnitt, der offiziell noch zu Grönland gehört, ist 100 Meter lang und hat glasklares Wasser. Wenn ihr an Deck sitzt, könnt ihr die Aussicht auf Gletscher, Eisschollen, Robben und mit viel Glück auch auf Eisbären genießen. Mitten an der Passage liegt das Inuitdorf Aappilattoq, das sich mit fischen und jagen am Leben hält. Bei schönem Wetter ist dies der Abschnitt der Fahrt, den man auf keinen Fall drinnen verbringen sollte, das Schiff macht außerdem eine 360 Grad Wende, damit ihr die volle Sicht auf die Gletscher bewundern könnt.

Reykjavík

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Thingvellír

Eines unserer Traumziele war der nächste Stop: Reykjavík oder vielleicht eher Island im Allgemeinen. Man sieht überall die unglaublichsten Bilder dieses Landes und in Wirklichkeit ist es noch schöner. Wenn man mit dem Bus ins Land hinein fährt, fühlt man sich wie in einem Herr der Ringe Film mit grasgrünen Hängen und Bergen, Schnee auf den Spitzen, als hätte man ein Eis mit Sahne übersprüht. Das Land wirkt und ist alt; der erste Wikinger betrat Island im Jahre 874 und schlug sein Lager dort auf, wo heute die Hauptstadt ist. Überall dampft es aus dem Boden, die Geysire sind fast so zahlreich wie die Islandpferde.

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Mit einer Militärraupe arbeiten wir uns auf den Gipfel eines Gletschers vor; von oben sieht man Eis, Schnee und weites Land mit Wasser und ein wenig Grün. Zu Mittag sitzen wir in einer Skihütte und essen aus unseren Lunchpaketen, ehe wir mit dem Bus zu einer der schönsten Aussichten der Reise fahren: Den Wasserfällen von Thingvellír. Es ist das türkiseste Wasser, das ich je gesehen habe, über Steinpfade und Brücken kann man das Rauschen von unten aus allen Richtungen betrachten und die Luft riecht nach Winter. Ein Café nebendran verkauft einige Produkte mit isländischen Aufschriften. Mir war vorher nicht bewusst, dass es sich bei Isländisch um eine Mischung aus Englisch, Deutsch und Dänisch handelt, was es nicht allzu schwer macht, die Sprache zu verstehen. Mein neues Lieblingswort ist „Heilsusafi“; Multivitaminsaft.

Invergordon

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Cawdor Castle Gardens

Nach zwei sehr ruckeligen Seetagen, kommen wir nach Schottland. Das Wetter ist diesig und passt zu den mythischen Highlands mit hohem Gras, Flüssen, die sich durch’s Land winden und den winzigen Küstenstädten. Die Stadt Inverness liegt in einer halbkreisförmigen Bucht mit kleinen Häuschen, einem Aussichtsturm im Zentrum und ist die einzig größere Stadt der Umgebung. Am Hang erstreckt sich eine Fläche aus bunten Steinhäuschen und der Boden in der Fußgängerzone ist gepflastert. Ihr findet hier noch viele eigenständige Shops, die Whiskey verkaufen, Strickwaren, die in der Gegend produziert werden und viele kleine Bäckereien. Um den besten Blick über den Fluss und das Umland zu bekommen, kann man auf den Turm des alten Inverness Castle steigen, wo man eine Rundumübersicht und ein paar Zusatzinformationen per Video bekommt. Auch sehenswert ist die alte Markthalle mit Metallverstrebungen und hohem Glasanteil. Darin könnt ihr sowohl Essen, als auch Kunsthandwerk finden.
Nicht weit von Inverness liegt das Cawdor Castle, ein verwinkeltes Schloss aus grauem Stein mit kleinen Türmchen und einem großen Gartenanwesen. Mit dem Bus dauert es höchstens 30 Minuten bis zum Gelände und auf der Fahrt hören wir die Geschichten über die Highland-Clans, die noch immer in der Gegend wohnen. Cawdor Castle gehört zu den wenigen Burgen die immer noch in Familienbesitz sind und ist über 600 Jahre alt.
Die Burg ist nicht vollkommen frei zugänglich, da sie nach wie vor bewohnt wird. Über Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küchenquartiere sieht man auch die Bibliothek und das neu eingerichtete Cafe im Innenhof. Irgendwie erinnert Cawdor an eine Miniaturversion der typischen Fantasieburg. Einen schönen Spaziergang könnt ihr über das Gelände machen; durch Kräutergärten, neu angelegte Beete mit Rosen und Heckenpflanzen und lokale Kunstwerke wie Brunnen, Vogelfutterstellen und Metallherzen auf dem Gelände sehen.

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Als letzter Stop des Tages sind wir unterwegs zu einem der bekanntesten Ziele Schottlands: Loch Ness. Nessie ist nirgends in Sicht, als wir uns dem See nähern, doch der Busfahrer teilt uns mit, dass man Nessie nur dann sehen kann, wenn man an es glaubt. Die Legende von Nessie existiert bereits seit dem Jahr 565, als ein Abt in einer Beschreibung einen Angriff am Wasser erwähnt. Damals wurde dem Ungeheuer angeblich mit der Hölle gedroht, woraufhin es floh.

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Loch Ness

Einst thronte eine riesige Burg namens Urquart Castle auf einem Hügel neben dem See; wie groß sie war lässt sich noch anhand der Mauerüberreste erahnen. Wenn ihr ein Eintrittsticket kauft, könnt ihr in einem Kurzfilm den Bau und die Zerstörung der Burg mit ansehen, dabei stellt sich auch heraus, dass die letzten Besitzer der Burg sie selbst in die Luft gesprengt haben, um eine Eroberung der Feinde zu verhindern.
Loch Ness selbst ist eine spiegelglatte dunkelblaue Fläche, fast rund, mit einer Maximaltiefe von 230 Metern, wodurch der See das größte Volumen auf allen britischen Inseln beherbergt und nach Loch Lomond der zweitgrößte schottische See ist.
Ausflugsfahrten können mit den Booten und Schiffchen von einem Ende zum Nächsten gemacht werden. Natürlich könnt ihr euch auch ein Plastiknessie für den eigenen Pool an jeder Ecke ersteigern.

Edinburgh/Leith

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Unsere lange Reise geht fast schon zu Ende mit einem letzten Stop in Edinburgh/Leith. Diese Stadt hat wirklich alle Legenden und all das Lob verdient, das man häufig hört. Auch bei schlechterem Wetter ist es eines der schönsten Ausflugsziele Schottlands mit verschnörkelten Gebäuden, Gotikstil und schmalen Gässchen und Türmchen an so ziemlich jedem Gebäude. Hier fühlt man sich ein wenig, als könnte man direkt wieder ins Mittelalter einsteigen. Auch wenn es reichliche Ausflugstouren ab dem Hafen gibt, entscheiden wir uns dazu, mit dem Bus ins Zentrum der schottischen Hauptstadt zu fahren. Zu den größten Attraktionen gehört die Royal Yacht Britannia im Hafen, die 40 Jahre als schwimmender Palast der Königin diente. In der Stadtmitte könnt ihr aber auch das Scott Monument bewundern oder durch die versteckten Winkel hoch zum Edinburgh Castle laufen, das von allen Punkten aus sichtbar ist. Ein weiteres Merkmal ist auf dem Berg der „Arthur’s Seat“ mit einer Höhe von 257 Metern und der besten Rundumsicht. Edinburgh ist aus allen Blickwinkeln wunderschön; die Häuser sind windschief und die Pubs alt und mit tiefen Decken. Es ist klar, wie Hogwarts zustande gekommen ist, wenn man das Café „The Elephant House“ mit der Aussicht auf die Stadt betritt, wo Joanne K. Rowling Harry Potter schrieb. Und nein, auch wenn dieser Ort durch die Bücher viel Ruhm gewonnen hat, ist er dennoch nicht überteuert und die Wartezeit hält sich in Grenzen. Bustouren könnt ihr jederzeit mitmachen, aber wenn es sich je gelohnt hat, eine Stadt zu Fuß zu erkunden, dann seid ihr hier an der richtigen Adresse.

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Greyfriars Bobby

Ein paar allgemeine Eindrücke zum Schluss. Auch wenn wir vorher nie eine Kreuzfahrt unternommen haben und es schwer ist, sie mit anderen Zielen zu vergleichen, würde ich sagen, dass ihr hier mit keinem Stopp etwas falsch machen könnt. Boston war ein völlig untypisches Stadtbild der USA und deshalb so außergewöhnlich. Halifaxs Zitadelle hatte eine tolle Ausstrahlung durch die Dudelsäcke und die Einsamkeit Grönlands, aber auch die Wildnis der Gegend, war atemberaubend. Island war lange ein Ziel von uns und wir haben feste Pläne dorthin zurückzukehren; wenn ihr jemals nahe an die Gegend aus Herr der Ringe herankommen möchtet; ist das eure Chance. Und Schottland zum Abschluss ist definitiv das Sahnehäubchen des Trips; die Gegend ist auch im Regen beeindruckend und der Akzent ist einfach wundervoll!
Ausflüge vom Schiff aus sind nicht günstig, aber zugegebenermaßen gut organisiert und wenn ihr euch im Voraus überlegt, welchen ihr machen möchtet, könnt ihr euer Budget gut planen. Wir haben vor allem an den Zielen Ausflüge gebucht, wo wir sonst Autos hätten mieten müssen, um mehr von der Gegend zu sehen. Die Schifffahrt war lediglich zwischen Grönland und um Island herum ruckelig; wenn ihr für Seekrankheit anfällig seid, wird das eine ziemliche Herausforderung für euch sein. Aber auf den unteren Decks ist auch das erträglich.
Auf dem Schiff wird allerlei Programm geboten – Kinder können den ganzen Tag an Aktivitäten teilnehmen, es gibt ein Theater, Tanzstunden, Kochkurse, ein Fitness- und Wellnesscenter und den ganzen Tag über etwas zu essen – oft thematisch an das jeweilig besuchte Land angepasst. Einziger Minuspunkt für uns war die Internetverbindung, die den Großteil der Fahrt nicht zustande kam. Man fährt zwar in Urlaub, um von dem Netz wegzukommen, aber es ist manchmal trotzdem ganz schön, zusammen einen Film am Abend anzusehen.

 

Welche Kreuzfahrt könnt ihr mir empfehlen?

Preise

Boston Busse: Um die 20 EUR pro Person
Bosten Schwanenboote: Ca 5$ pro Person
Halifax Zitadelle: Um die 7$ pro Erwachsener
Island Trip: Um die 150 EUR pro Person
Ausflug Inverness, Urquart Castle und Loch Ness: Um die 85 EUR pro Person
Busse nach Edinburgh: Um die 10 EUR pro Person (Shuttle – ganztägig)

Tipps
Auf dem Schiff:
– Auf unteren Decks schlafen wenn ihr dazu neigt, seekrank zu werden
– Ausflüge so früh wie möglich buchen, bevor diejenigen weg sind, die ihr gerne machen möchtet -> Für die Ausflüge rechtzeitig Geld beiseitelegen.
– Wellnessbehandlungen spontan buchen; oft sind auf dem täglichen Schiff-Reisebericht günstigere Angebote dabei
– Getränkeflat nur dann kaufen, wenn man wirklich viel trinkt und evtl. auch abends auf dem Schiff feiern geht. Bei den Mahlzeiten sind bereits Getränke dabei und dafür braucht ihr die Karte nicht
– Es gibt nicht nur See-, sondern auch Landkrankheit (dabei hat man das Gefühl, dass der Boden schwankt). Nach spätestens dem zweiten Stop vergeht das aber wieder!
ZUSATZINFO: Alle Personen unter 25 gelten in den Preisen der AIDA als Kind – nutzt diese Vergünstigung unbedingt, so lange ihr könnt!

An den Orten:
– Boston Swans fahren nur im Sommer
– Die Zitadelle in Halifax hat abends ab 17/18 Uhr freien Eintritt
– Für die Prinz-Christian-Sund Passage müsst ihr früh an Deck sein (ca ab 7 Uhr morgens), sonst habt ihr nicht so viel davon.
– Sagt niemals Islandponys!!!! Es sind PFERDE. Alles andere wird als Beleidigung aufgefasst.
– Geld tauschen -> Ist nicht für alle Länder an Bord möglich, aber es kann überall auch mit Karte gezahlt werden oder man muss lokal einen Automat aufsuchen.
– Schottland ist überraschend billig, wenn man englische Preise gewohnt ist.
– Cawdor Castle ist nicht das ganze Jahr geöffnet – Website vorher prüfen

Weitere Ausflugsziele
Boston: Charlestown, Bunker Hill Monument, Old State House, John Hancock Tower, Old North Church, Boston Public Library, King’s Chapel, Quincy Market, Faneuil Hall Marketplace, Isabella Stewart Gardening Museum, Beacon Hill

Halifax: Halifax Citadel, Uhrturm, St Paul’s Anglican Church, Province House, Art Gallery of Nova Scotia, Brewery Market, Barrington Street, Old Burying Ground , Halifax Public Garden, Privateers Wharf, Pier 21, Maritime Museum of the Atlantic, Peggy’s Cove

St John’s: George Street, Newfoundland Museum, Railway Costal Museum, Anglican Church, Commissariat House, Cabot Tower

Qaqortoq: Marktplatz, Heimatmuseum, Tele-Museum, Erlöserkirche, das gelbe Fachwerkhaus

Reykjavík: Hallgrimskirche, Regierungsgebäude, Idno, Isländisches Nationalmuseum, Öskjulid-Berg und Perlan (Aussichtspunkt)

Invergordon: Loch Ness, Urquart Castle, Dunrobin Castle, Cawdor Castle, Fort George, Schlachtfeld von Culloden, Glenmorangie Destille, Dornoch

Edinburgh/Leith: Royal Yacht Britannia, Edinburgh Castle, St Giles Cathedral, Holyrood Palace, Arthur’s Seat, Scottish National Gallery und Prince Street Gardens

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Blaue Bucht – Chicago (The Windy City)

Blaue Bucht – Chicago (The Windy City)

Vierundzwanzig – Über den Millennium Park, den Navy Pier und Deep-Dish-Pizza

Nach vier Monaten in ein- und demselben Auto fühlt es sich ziemlich seltsam an, es auf einmal am Flughafen zurückzulassen. Wir fliegen mit American Airlines, zwei neu gekauften Koffern und vollgestopften Rucksäcken nach Chicago, wo die Hitze trotz des angrenzenden Lake Michigan immer noch hoch ist. Erste Aktion am Flughafen: Sich selbst dafür bemitleiden, dass auch noch die letzte Reisetasche im Transport gerissen ist und nun mit meiner heraushängenden Unterwäsche ihre Runden fährt. Ihr dürft raten, was wir einen Tag später machen: Einen weiteren Koffer kaufen.
Chicago zeichnet sich auf den ersten Blick durch Hochhäuser, strahlend blauen Himmel und das alte Schienennetz der S-Bahnen aus, die über unseren Köpfen auf Metallkonstruktionen entlang brettern. Von dem Wind, den man durch den Spitznamen „The windy city“ vermutet, merkt man nicht sonderlich viel. Allerdings ist auch nicht bewiesen, dass der Name überhaupt vom Wetter herrührt. Geschichtlich betrachtet hat Chicago über die Jahre nicht mehr Wind erhalten, als andere Orte in Amerika. Die Vermutungen über den Namen sind weit gestreut, unter anderem wird vermutet, dass der Name in Zusammenhang mit den kriminellen Aktivitäten von Schmugglern gewählt wurde.

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Beim Hineinfahren passiert man tausende Einbahnstraßen und Brücken, die über das Spinnennetz aus Wasserkanälen führen. Ich habe noch nie so klares Wasser in einer Stadt gesehen und gegen die Glaswände der Wolkenkratzer spiegelt es sich türkis wieder. Chicago hat den Charme eines früheren Zeitalters mit seinen altmodischen S-Bahnhöfen und kleinen Cafes, aber auch die moderne Architektur vieler Designergebäude wie dem Trump-Tower oder Willis Tower mit der Verarbeitung von einer Menge Stahl und Chrom. Unser Hotel liegt nahe dem Fields Natural History Museum und dem Millennium Park, wo im Sommer Konzerte stattfinden und wo ein riesiger Brunnen mit verschnörkelten Figuren steht, der abends beleuchtet wird. Trotz einer Einwohnerzahl von 2,7 Millionen wirkt die Stadt nicht erdrückend. Es drängeln sich nicht so viele Touristen dicht an dicht wie in Vegas und es ist auch kein undurchsichtiges Straßensystem wie in LA. Die Gebäude haben genügend Abstand voneinander um Licht in die Gassen zu lassen und es gibt viele öffentliche Plätze mit Parkanlagen und Durchfahrtsstraßen mit dem Schiff. Bei so vielen bedeutenden Gebäuden kann man natürlich eine Bootstour machen, bei der einem ein reich architektonischer Überblick geboten wird.

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Wir machen uns am ersten Tag gleich auf in die Innenstadt und schnappen uns auf dem Weg einige Bagel zum Frühstück. Der Trump-Tower im Zentrum hat eine schier unendliche Anzahl von Stockwerken und der Namens-Schriftzug zieht sich golden quer über das Gebäude. Darunter ist ein breiter Platz mit Kolonialgebäuden, dem Chicago River, auf dem man Ausflugsschiffe sieht  und ein Pfad entlang des Wassers, in Richtung Bucht des Lake Michigan. Ich bin allgemein überzeugt davon, dass man eine Stadt am besten zu Fuß kennenlernt…. aber zu Fuß kann manchmal auch bedeuten, dass man irgendwann gar nicht mehr merkt, dass man überhaupt noch Füße hat. Wir enden in einem Distrikt mit riesiger, kupferfarbener Brücke, von der aus man sowohl in die Stadt, als auch in Richtung Strand sehen kann. Den Ausblick über weiße Speedboote, kleine Yachten und endloses Blau hätte man eher in Florida oder Kalifornien erwartet. Einer der bekanntesten Orte an der Küste ist der Navy Pier – ein großer Platz an dem das Kindermuseum liegt und man einmal um einen Komplex aus Riesenrad, Restaurants und Boot-Verleihen geht. Hier mit dem Jet-Ski zu fahren muss auch Spaß machen. Neben der Pier ist ein großer Park in dem offensichtlich mehrfach am Tag geheiratet wird. Während wir mit unseren Nicht-Mehr-Füßen eine Pause auf der Bank gemacht haben, zogen mindestens drei Hochzeitsgesellschaften an uns vorbei und machten Bilder. Anscheinend ist es hier auch üblich als Hochzeitsgesellschaft in Limousinen und Reisebussen anzukommen – verübeln kann man es ihnen nicht – der Park hat kaum weitere Parkoptionen, aber dafür hat man das schönste Panorama der Stadt ohne Handelsgebäude. Chicago ist seit jeher ein Handelsumschlagsplatz, vor allem was Transportgüter auf Containerschiffen angeht.
Einen Tag später machen wir uns auf in den Millennium Park, der sich hinter unserem Hotel und entlang des Zentrums erstreckt. In den Grünanlagen stehen so viele von Chicagos Sehenswürdigkeiten, dass man sich alleine hier einen ganzen Tag aufhalten kann. Da gibt es beispielsweise das The Arts Institute of Chicago, das von einem ummauerten Garten mit Marmorstatuen umgeben ist und zu dem der Nichols Bridgeway führt, von dem aus man über die Stadt sehen kann.

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Daneben sind meterhohe Brunnentürme, an denen Wasser hinunter läuft und um die Kinder rennen und sich gegenseitig besprenkeln. Auf der anderen Seite des Museums befindet sich eins der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt: Cloud Gate, das wie eine Bohne aussieht und wo man sich wiederspiegelt, bis man ein wenig die Orientierung um sich herum verliert. Der Architekt ist übrigens der Brite Anish Kapoor, der die Bohne entwarf, um die Skyline der Stadt zu zeigen.

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Ebenso abstrakt ist die Bühnenanlage neben diesem Kunstort. Wie ein futuristisches Raumschiff schwebt sie über den Sitzen der Zuschauer, als würde sie ihre nicht vorhandenen Arme ausbreiten. Chicago gehört definitiv zu den Städten mit den schönsten Aussichtspunkten. Beim Durchwandern sieht man den höchsten Turm (Willis Tower), bei dem man mit dem Fahrstuhl ganz nach oben fahren kann. Man sieht Rosengärten, Strandpromenaden mit dem Lakefront Trail, das viereckige Gebäude des Adler Planetariums (das erste Planetarium in den USA übrigens) und kann seine Füße in die schön angelegte Bachanlage inmitten des Millennium Parks tunken. Wenn man eine Pause braucht, gibt es an allen Ecken Waffeln oder Eis und wenn man es klassisch halten möchte, ist die Deep-Dish-Pizza eine super Option.

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Sie ist das Hauptgericht der Gegend. Der Unterschied zu einer normalen Pizza besteht darin, das sie in einer tiefen Pfanne gemacht wird und letztendlich eher einem Kuchen, als einer richtigen Pizza, ähnelt. Die Stadt steht auf meinen Orten zum Zurückkehren weit oben und da ich kein Stadtmensch bin, muss das wohl einiges aussagen. Zwei bis drei Tage reichen nie im Leben aus, um die Stadt zu durchlaufen und sämtliche Hauptattraktionen zu sehen, aber dafür kann man immerhin viele Eindrücke gewinnen, was man beim nächsten Besuch noch sehen möchte.

Welche Großstadt würdet ihr gerne in den USA sehen? Über ein kurzes Feedback würde ich mich freuen!

Tipps:
1) Mit dem Auto fahren ist möglich/Parkhäuser sind nicht teurer als in anderen Städten.
2) Man kann Attraktionen-Pässe für die Stadt kaufen (mit unterschiedlich viel wählbaren Optionen): https://www.visitacity.com/en/chicago .
3) Restauranttipp: The Himalayan Restaurant (indisch)
4) Stellt euch darauf ein: Die Stadt an sich ist teuer.
5) Attraktionen: Millenium Park, Navy Pier, Chicago Aquarium, Willis Tower, Field Museum (Natural History), Chicago 360°, Lincoln Park, Art Institute, Adler Planetarium

Gigantische & Glitzernde Wüste

Gigantische & Glitzernde Wüste

Dreiundzwanzig – Über den größten Baum der Welt, die irrealste Stadt der USA und Fake-Elvisse

Kalifornien ist definitiv einer der vielfältigsten Staaten der USA. Wir haben Seen wie Lake Tahoe gesehen, Vulkane im Lassen Nationalpark, die Küste mit Riesenstädten wie San Diego, LA und San Francisco. Für den letzten Abschnitt machen wir uns auf zum Sequoia und Kings Canyon Nationalpark, in dem die breitesten Bäume der Welt stehen, unter anderem der größte Baum überhaupt: The General Sherman Tree. Nach Sequoia zu kommen war um diese Jahreszeit gar nicht so einfach. Viele Strecken hatten Zwischenfälle durch Waldbrände und der nächstgrößere Park, Yosemite, war durch 17 Brände gleichzeitig betroffen, weshalb man auch ihn nicht durchfahren konnte. Sequoia bleibt glücklicherweise offen und wir können an  mehreren Ranger-Kindern vorbei ins Innere des Parks fahren. Auf den ersten Blick sieht die Gegend des zweitältesten Nationalparks von Amerika nicht aus, als würden irgendwelche Bäume in ihr wachsen. Es ist eine schöne Landschaft mit Canyons, wilden Flüssen und teils hüfthohem Steppengras. Dazwischen schlängeln sich Serpentinen mit Backsteinmauern hindurch und man entdeckt Monumente wie den Moro Rock, die man von der Strecke aus sehen kann.

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Die Straßen sind für amerikanische Verhältnisse eher eng, aber wenn man Aussichtspunkte sucht, erreicht man immer wieder welche am Rand und die meisten davon haben auch Parkplätze. Erst wenn man den Anstieg hinter sich lässt und in die Nähe von Moro Rock und den Crystal Caves kommt, erreicht man auch das Gebiet der Mammutbäume. Zunächst gibt es keine großen Unterschiede zu den Redwoods an der Küste. Nach einigen Kurven gelangt man aber näher zu „The General Sherman Tree“ und die Bäume werden breiter und das Holz der Rinde leuchtet bei der Sonne in einem braunrot, das an Mahagoni erinnert. Wenn man aus dem Auto steigt, fühlt man sich winzig und das nicht nur wegen der Bäume sondern auch wegen der schier unendlichen Weite von Waldgebiet. Es ist, als hätten die Serpentinen den Stein, die Flüsse und die Canyons im Tal einfach verschluckt. Die Menschen sind jedenfalls mit gezückten Kameras und in Massen unterwegs als wir auf dem Main Trail in eines der Kernstücke vom Gelände hineinlaufen – immer auf der Suche nach dem größten Baum. Natürlich ist das nicht allzu einfach, wenn rundum alle Bäume enorme Höhen erreichen und man die Wipfel kaum noch erkennt. Letztendlich findet man den General Sherman durch Hinweisschilder und rennende Asiaten. Ich würde nicht sagen, dass er wesentlich größer ist, als die Bäume um ihn herum, aber durch seine freistehende Lage wirkt er umso massiver und ohne Zweifel beeindruckend. Legt man den Kopf in den Nacken, erkennt man die weit oben ansetzenden Äste und einige hektisch-herumfliegende Vögel. Der Baum hat eine Höhe von 83 Metern und ist 11 Meter breit. Ich kann gar nicht beschreiben, wie klein man sich daneben fühlt.

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Am schönsten ist die Stille, die sich trotz der vielen Versammelten an dem Ort hält, was mich an eine Kirche denken lässt. Irgendwie erscheint es richtig, dass ein Baum, der auf bis zu 2500 Jahre geschätzt wird, dieselbe Ehrfurcht erfährt, wie ein geheiligter Ort. Wenn man den Baum schließlich umrundet hat, kommt man auf eine Kreuzung mit unterschiedlichen Wanderwegen. Einige führen weiter hinauf in die Berge zu Moro Rock, andere führen ins Waldgebiet hinein, wo man durch die Allee der Giganten streift. Die Luft hier oben hilft übrigens auch ein bisschen beim Abkühlen, aber für den Extremfall kann man sich natürlich ins Tal verziehen, wo einige Leute mit Picknick Decken und Klappstühlen am Wasser sitzen.

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Da sich unsere Zeit im Inland dem Ende zuneigt, machen wir uns auf den Weg zum letzten Stop der Countryside, Las Vegas. Durch lange Streckenabschnitte von Orangenbäumen, Wüste und Windparks, ist es so dunkel geworden, dass man weder Sterne sieht, noch das Flimmern der Hitze. Sie ist aber weiterhin spürbar – sogar als wir am Rasthof gegen 11 Uhr abends anhalten und der Wüstenwind uns wie ein Föhn durch die Haare fährt. Je näher man Vegas kommt, desto heller und bunter wird die Nacht. Das Licht von tausenden – sorry, Millionen- Glühbirnen erhellt die Dunkelheit, sodass man sich einbildet, in einem verrückt beleuchteten Einkaufszentrum zu stehen. Eins ist sicher: Wenn auch nur eine Stadt in amerikanischen Filmen nicht übertrieben dargestellt wird, dann ist es Vegas. Denn die Stadt wurde als übertrieben konzipiert. Irreal ist wohl das zutreffendste Wort, wenn man sich vorstellt, dass eine künstliche Glitzerstadt mit 630 000 Einwohnern mitten in der Wüste Nevadas liegt, mit quasi nichts drum herum. Bei Tageslicht passiert man höchstens drei Ortschaften, bestehend aus circa 10 Häusern, von denen mindestens die Hälfte leersteht. Dafür ist Vegas  in Amerika der Punkt, der über 40 Millionen Touristen im Jahr anzieht und wo die Straßen nachts fast schon überladen wirken an Security Personal, Touristen, Einheimischen und natürlich Fake-Elvissen. Anreisen kann man bei den Hotels rund um die Uhr und die Casinos bleiben mit ihren Roulettetischen auch durchgehend zugänglich. Da es die letzte Nacht auf unserem Trip mit unserem Leihwagen ist, haben wir deutlich schicker als sonst gebucht und übernachten im „Paris Las Vegas Hotel“, das von außen zumindest teilweise den Eiffelturm nachahmt. Teuer sind die Zimmer in Vegas nicht, dafür rechnen die Hotels und Resorts teilweise verrückte Abgabesummen an die Stadt ab. Wir hatten eigentlich ohne große Erwartung gebucht und stehen schließlich im schicksten Zimmer des gesamten Urlaubs: Einer riesigen Suite, Kingbett mit Blick über die Stadt, da die Seiten des Zimmers Glasfronten haben und einem Marmorbad mit Dusche und Badewanne. Bevor wir ins Bett fallen, gehen wir aber noch einmal nach draußen, denn man hat Vegas vermutlich nicht in seiner Fülle erlebt, wenn man nur tagsüber unterwegs ist. Im unteren Teil unseres Hotels befindet sich ein riesiges Casino mit Restaurants, Modeshops, Bars, Spieltischen, halbnackten Tänzerinnen und bemalten Decken. Wenn man durch die Gänge läuft, sollte man nicht meinen, dass es schon nach ein Uhr nachts ist, weil die Decken durch die blaue Farbe und helle Beleuchtung eindeutig an draußen erinnern. Tritt man vor die Türen des Eiffelturms, tauscht man das Klingeln der Maschinen gegen den Bass der Musikplattform über sich ein. Dort spielen bis morgens DJs mit wildem Neonlicht .

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Gegenüber liegt das Bellagio, bei dem jeden Tag die Springbrunnenshow der Bellagio Fountains abgespielt wird. Wasserfälle erheben sich zu Opernmusik in die Luft und im Hintergrund sieht man Luxushotels die vom Baustil aus ans antike Griechenland oder Italien erinnern. Nichts von der Kulisse passt zum Rest der USA, abgesehen von den Fastfoodketten und den Hochhäusern in der Gegend. Fährt man durch die Stadt, sieht man eine gigantische goldene Pyramide, eine Art Disneyschloss, eine kleine Kopie des London Eye und mehrere Gondeln im venezianischen Stil, die im künstlich angelegten Fluss vor sich hingondeln. Je länger man in der Stadt ist, desto mehr hat man den Eindruck, sich in einem riesigen Freizeitpark zu befinden. Besonders abstrakt ist übrigens auch das Hotel Bellagio von innen. Man betritt eine gold-schimmernde Marmorhalle mit Glasblumen an der Decke und erreicht durch sie einen riesigen Saal mit großen, auf Schienen fahrenden Schwänen, wild glitzernden Kronleuchtern, winkenden Puppen und Banjo-Musik. Ich habe keine Ahnung, wie die Wahrnehmung dieser Szenerie mit Drogeneinfluss ist, aber ich fand es auch ohne schon beeindruckend-verstörend.
Sehenswert in Vegas ist vor allem das „alte“ Vegas. In der Freemont Street stehen die ersten Casinos und Hotels. Mit am berühmtesten ist das „Golden Nugget“, das -wie der Name schon sagt- von der Form an eine Nuss erinnert und einen an das Eichhörnchen Scrat von Ice Age denken lässt. Abgesehen davon fühlt man sich der Geschichte der Stadt hier etwas näher, da die Gebäude älter sind, die Musik vor vielen Jahren stehen geblieben ist und einige Diner für ihre nie veränderten Rezepte angepriesen werden. Vegas etablierte sich als Großstadt übrigens nur durch den Bau des Hoover Dam 1931 und die Legalisierung des Glückspiels, was viele Touristen und Banditen in die Gegend lockte. Die Freemont Street macht heute aus dem Banditen-Image eher Spaß, aber zum damaligen Zeitpunkt haben Gangs die Stadt regiert und man konnte nach einer bestimmten Uhrzeit kaum noch auf die Straße gehen. Auch heute noch zählt Vegas als viertkriminellste Stadt in den USA.
Es gibt aber auch Positives: Die Freemont Street ist  im Sommer eine gute Adresse, weil sie immer überdacht ist und die Hitze ein bisschen erträglicher macht. Wenn man einen Ort sucht, an dem man Fake-Hochzeitsfotos, Bilder mit Strippern und knapp angezogenen Frauen (mit Katzenschwänzen!!!) machen kann oder sich von Fake-Elvis in der pinken Hochzeitskapelle trauen lassen will, ist man hier bestens aufgehoben.  Vegas gehört übrigens weltweit zu einer der Städte mit den meisten Hochzeitskapellen, weil hier die Eheschließungsgesetze ziemlich unkompliziert sein sollen.
Und ein weiteres Highlight ist mit Sicherheit die Zip-Line, die über den Köpfen der Passanten hergeht und die die Leute von unten betrachtet wie Superhelden aussehen lässt. Auch wenn sie für Superhelden ein bisschen viel kreischen. Eigentlich wollte ich diese Zip-Line Aktion auch ausprobieren, aber auf unserem Weg dorthin, bliebt über unseren Köpfen ein Mädchen auf der Strecke hängen und musste (mit viel Beifall der Passanten) gerettet werden. Da hab ich dann doch beschlossen, lieber auf dem Boden zu bleiben. Ist Vegas eine Reise wert? Definitiv. Ich glaube nicht, dass man hier häufig gewesen und mehrere Tage da bleiben muss, aber die USA OHNE Vegas zu machen wäre weniger beeindruckend gewesen und definitiv auch ein bisschen schade.

Was ist eure Meinung zu Vegas?

Preise:
Sequoia Nationalpark: 35$ pro Auto (Ohne Annual Pass)
Website: https://www.nps.gov/seki/index.htm

Tipps:
1) Wie im Lassen Nationalpark gibt es in Sequoia ebenfalls ein Dark Sky Festival.
2) Es gibt aufgrund der engeren Straßenverhältnisse ausnahmsweise Größenbeschränkungen bei Fahrzeugen (https://www.nps.gov/seki/planyourvisit/placestogo.htm). Geht sicher, dass ihr diese prüft, falls ihr mit einem Wohnmobil unterwegs seid.
3) Falls ihr die Crystal Caves in Sequoia besichtigen möchtet, könnt ihr die Karten dafür an den Rangerstationen kaufen. DIREKT VOR ORT KEIN VERKAUF.
4) Der Crystal Cave ist geöffnet vom 25.Mai bis zum 30.September.
5) Weitere empfehlenswerte Pfade im Sequoia Park: Big Tree Trail, Congress Trail.
6) In Vegas unbedingt die alte Freemont Street besuchen!!!

Highway 101 – San Diego bis Big Sur

Highway 101 – San Diego bis Big Sur

Zweiundzwanzig – Über San Diego, das Geisterschiff Queen Mary und Hearst Castle

Ich weiß nicht genau, warum es in Richtung der mexikanischen Grenze in Kalifornien so teuer wird, aber offensichtlich ist San Diego einer der preishöchsten Orte an der Westküste. Von den Großstädten aber auch eine der schönsten, was man zugeben muss. Die Fahrt vom Inland nach San Diego ist eine ziemlich trockene Angelegenheit. Kakteen und Meilen gerader Highways können nach spätestens drei Stunden ziemlich langweilig werden. Da wir zu Beginn des Urlaubs die Küste bis San Francisco hinunter gefahren sind, haben wir uns aber trotzdem entschieden, den Großteil der Westküste zu beenden. Wenn man auf den Beton vor sich starrt, flirrt hier die Hitze. Lichtblick ist für uns der Balboa Park im Stadtzentrum , den man schon von weitem durch seine Grünflächen erkennen kann.
Macht nicht wie wir den Fehler direkt in den Park hineinzufahren, das beschert euch am Anfang zwar einen unglaublichen Blick aus dem Auto, aber kostet euch im täglichen Verkehrsgedrängel nur Zeit. Von den Seitenstraßen vor dem Eingang zu parken und hineinzulaufen, wird euch vermutlich einiges ersparen. Der Ausstieg nach mehreren Stunden Hitze ist übrigens gar nicht so schlimm wie zunächst befürchtet. Vermutlich liegt es daran, dass San Diego ebenfalls eine Küstenstadt ist oder daran, dass der Park mehrere Steingebäude mit Unterführungen hat. Balboa Park ist mit Sicherheit nicht der typische Park. Es gibt natürlich reine Grasflächen mit Bänken, Blumen und alten Bäumen, aber vor allem sind es die geschichtsträchtigen Häuser, die einem das Gefühl geben, vor langer Zeit in Rom gelandet zu sein. Die Säulen der Gebäude erinnern an den griechischen und römischen Stil und tragen Verzierungen, die einen an Spanien denken lassen. Das liegt daran, dass San Diego durch den für Spanien arbeitenden Portugiesen Juan Rodriguez Cabrillo entdeckt wurde und er es zum Besitz der Spanischen Krone erklärte (mal davon abgesehen, dass schon lange vor ihm die Indianer in dem Gebiet gelebt hatten). San Diego erhielt zunächst den Namen „San Miguel“, wurde aber von einem spanischen Kartografen 1602 in San Diego de Alcalá umbenannt. Spanien verlor San Diego später zwar an Mexiko und Mexiko verlor die Stadt wiederum an die USA, aber die Kunst und die Gebäude der ersten spanischen Siedler blieben erhalten und man sieht diesen Einfluss bis heute.

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Zugegebenermaßen sind wir etwas „starstruck“ (wie die Amerikaner sagen), als wir den inneren Parkbereich betreten. Zentrales Stück des Parks ist eine lange Straße (Der El Prado Pedestrian Walkway), an der sich Museen und alte Stadthäuser entlangreihen. Die Straße wurde für die Panama-California-Exposition 1915-16 gebaut, die die Eröffnung des Panamakanals feierte und die erste Ausstellung auf dem Gelände wurde.
Die Gebäude rundum sind aus massivem Sandstein gebaut worden und ihr bekommt oft einige überraschende Sichten auf Innenhöfe mit Balkonen, tiefhängende, gusseiserne Leuchter und kleine Restaurants oder Cafés, die in den Höfen ihre eleganten Glastische aufgebaut haben. Vor allem aber muss man sagen, dass der Stein die Hitze deutlich abhält. Also so lange ihr in den Gängen entlanglaufen könnt, nutzt es aus! In der Mitte der Straße erlangt man auch die Sicht auf mehrere Brunnen, alle aus Stein mit den unterschiedlichsten Skulpturen. Der letzte Brunnen am Ende der Strecke schimmert türkisblau und nicht selten stapft ein Kind mit großer Begeisterung in Richtung Wasser los. Der letzte Brunnen markiert zudem auch den Standpunkt vom „Science“ und „Natural History Museum“. Letzteres gehört zu den ersten Museen in San Diego und wurde 1874 von mehreren Naturalisten in der Stadt gegründet.

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Für alle Leute, die eventuell mehrere Tage in der Stadt verbringen, ist es mit Sicherheit sinnvoll den Explorerpass zu kaufen, mit dem man mehrere Attraktionen gleichzeitig abdecken kann. Es sind auf jeden Fall ausreichend viele Dinge auf dem Gelände, die man sehen möchte. Da wäre einmal das San Diego Kunstmuseum an der Straße, das eine große Ausstellung zur Kunst des 19. Und 20. Jahrhunderts hat. Es gibt  das Casa de Balboa in der Nähe einer Gartenanlage, durch die man schlendern kann und den botanischen Garten mit uraltem Gewächshaus. Vor diesem erstreckt sich eine große Fläche mit Palmen und mehreren Wasserbecken wie dem Lily Pond, in denen Seerosen treiben und wo man Goldfische sichten kann. Der Eintritt ins Gewächshaus ist frei und ihr solltet davon dringend Gebrauch machen, da sich nach dem Betreten ein fast irrealer Blick auf die Holzkonstruktion über einem auftut.
Balboa Park hat so viele Punkte, die sehenswert sind, dass man nicht weiß, wo man anfangen soll. Das AeroSpace Museum liegt in einer Nische neben dem Park, ebenso der Japanische Garten sowie der kleine Kunsthandwerkermarkt, wo Maler, Töpferer und Näher ihre Produkte ausstellen. Sehr schön ist auch die sichelförmige Freilichtbühne mit griechisch-aussehenden Säulen und Kirchenteil, aus dem man im Vorbeilaufen Orgeltöne hören kann. Über einen Teil des Parks führt eine Zip Line mit bunten Gondeln, von denen aus man die gesamte Anlage mit der Hauptstraße des Parks sehen kann. Und, besonders erwähnenswert, am Eingang des Parks ist das Kannibalen Museum, das zur Geschichte des Kannibalismus berichtet.

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Für uns ging es danach weiter in Richtung Los Angeles; die Küste hier ist größtenteils flach und besteht aus Sandstrand und nicht selten aus faul herumliegenden Robben. Wir stoppen bei der Queen Mary in Long Beach, dem sogenannten Geisterschiff. Die Queen Mary hat mittlerweile den Nachfolger Queen Mary 2 und diente unter anderem als Kriegsschiff im Zweiten Weltkrieg zum Waffentransport und später zum Heimbringen der Soldaten. Vor dem Krieg und auch einige Zeit danach war es aber vor allem für Luxusreisen und hochkarätige Passagiere, wie das britische Königshaus, bekannt. Es ranken sich viele schaurige Geschichten um die Besatzung und vermisste Passagiere, was die Queen zur offiziellen Nr. 1 der Gruselattraktionen in den USA macht. Man kann tägliche Ghost-Haunting-Touren buchen, sogar bis spät in die Nacht hinein und wer es auf die Spitze treiben möchte, kann seit 1967 sogar dort übernachten oder einfach dort essen gehen. Beeindruckend ist es auf jeden Fall. Erstens gleicht das Schiff von allem, was man hört, der Titanic, zweitens sieht man auch jetzt noch wie urtümlich und schick die Decks und Bars sind. Oben an Bord gibt es sogar die sogenannte Hochzeitskapelle mit Blick über das Meer und man kommt sich beim Schlendern durch die Gänge vor, als befände man sich in einer anderen Zeit. Vor allem diejenigen von euch, die sich für das englische Königshaus interessieren, sollten hier begeistert sein – Es gibt eine eigene Ausstellung zu Princess Diana.
In Los Angeles selbst waren wir quasi nur auf der Durchfahrt. Mit dem Auto durch dieses sechsspurige Labyrinth (6 Spuren auf beiden Seiten wohlgemerkt!) zu fahren, ist unglaublich verwirrend und würde vermutlich jeden Fahrer auf Dauer in den Wahnsinn treiben. Bis wir es zum Walk auf Fame schaffen (und wir waren eigentlich nicht allzu weit entfernt) vergehen bestimmt 50 Minuten. Wir parken in einer Seitenstraße und spazieren dann Richtung Innenstadt, wobei man nicht weit gehen muss, um die Sterne auf dem Boden zu finden.

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Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich eigentlich, dass es sich beim Walk of Fame um eine lange Straße handelt, auf der die Sterne angebracht wurden. In Wirklichkeit ziehen sie sich aber kreuz und quer durch`s Zentrum und von all dem in den Medien aufgebauschten Glamour, merkt man nicht besonders viel – vermutlich, weil die Straßen kaum geputzt werden und der Smog trotz des guten Wetters in der Luft hängt (ich gehe trotzdem nicht so weit, die Aussicht als „Walk of Shame“ zu bezeichnen). Wir beschließen LA noch eine Chance zu geben und machen uns auf den Weg zum berühmten Hollywood Zeichen in den Hollywood Hills, das in den sandigen Bergen über der Stadt thront. Man muss auf jeden Fall zugeben, dass die Häuser schicker und die Straßen deutlich gepflegter werden, je näher man dem Zeichen kommt. Die Gassen winden sich eng und ziemlich unamerikanisch die Berge hinauf und viele Häuschen erinnern einen an die italienische Toskana mit vielen Topfpflanzen, gusseisernen Balkonen und Terracottaanstrichen. Das Hollywood Zeichen kommt auch während der Fahrt immer wieder in Sicht und ist definitiv ein Hingucker, nicht, weil es groß und strahlend weiß ist, sondern weil man sich an so viele Filme und Filmszenen erinnert, wenn man hinüber späht. Es ist auf jeden Fall verständlich, warum es sich so lange in der Stadt gehalten hat, auch wenn es über die Jahre hinweg mehrfach restauriert werden und komplett neu aufgebaut werden musste. Das Hollywood Zeichen wurde erstmals 1923 von einer Maklerfirma aufgestellt, die Grundstücke in „Hollywoodland“ verkaufen wollte – es ging nicht lang bis es ein Symbol für die Filmszene wurde und deutlich länger angebracht blieb als die zunächst geplanten eineinhalb Jahre. Einige Veränderungen an dem Zeichen mussten später aber doch vorgenommen werden – zum Beispiel wurden die Lichterketten rund herum abgenommen und das „Land“ von „Hollywoodland“ entfernt.
Es gibt jetzt nicht sonderlich viele Parkmöglichkeiten in der Gegend, aber wenn man der Straße in die Berge hoch folgt, sollte man immer irgendwo einen Platz finden, der einen guten Fotopunkt abgibt.

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Von LA düsen wir auf dem Highway 101 weiter bis zu Hearst Castle. Wir übernachten in San Simeon und genießen die kühle Luft, die vom Strand zu uns hinüberweht. Vermutlich der erste Ort, an dem im Sommer zur Abwechslung nur 22 Grad herrschen. Es ist nun nur noch ein Katzensprung bis zum Eintrittsgebäude von Hearst. Das Schloss thront mit seinen 165 Zimmern und 8400 Quadratmetern Fläche weit oben in den Bergen und man fährt mit Bussen über das Anwesen, wobei man einen Blick auf Bergziegen, das Meer, eine alte Ranch und die ursprüngliche Obsttplantage von Hearst erhascht. Das Schloss selbst kommt erst zum Schluss richtig in Sicht, wenn man die weißen Stufen zum Eingang erreicht. Ich habe selten einen Ort gesehen, der mehr aussieht, als wäre er aus einem Märchen entkommen. Der Erbauer William Randolph Hearst und die Architektin Julia Morgan haben bis 1947 ganze Arbeit geleistet mit ihren Türmchen, Dachverstrebungen, Statuen und exotischen Pflanzen. Blickt man über die Kulisse hinweg, erkennt man Brunnen, verwinkelte Gasthäuschen und die unterschiedlichsten Fliesen auf dem Boden. Im Hintergrund schimmert das Wasser, man hört Bienen summen und ein Hauch von Wind geht über eine sonst eher trockene Landschaft. Und so schön wie die Außenanlage ist, ich könnte nicht sagen, dass der Innenbereich dagegen verblasst. William Hearst war ein Sammler von Antiquitäten. Nach dem Krieg ließ er absolut alles aufkaufen, was er an europäischen Antiquitäten bekommen konnte – dazu gehörten ganze Deckenabschnitte, Möbel, Bücher, Lampen und was man sonst noch so alles finden kann. Er kaufte sie in Auktionshäusern und es brauchte einen Zug mit über 30 Wagons, um die Möbel nach San Simeon zu verfrachten. Hearst führte aber auch neben dem Bau noch ein äußerst aktives Privatleben. 1903 heiratete er die Katholikin Millicent Willson mit der fünf Kinder hatte und die mit ihm zusammenwohnte, bis er sich eine Mätresse, die Hollywoodschauspielerin Marion Davies, nahm. Diese blieb bei ihm bis zu seinem Tod im Jahre 1951. Er finanzierte seiner Frau ein Schloss in New York und baute seiner Geliebten eine Ferienwohnung am Strand, da sie Schauspielerin in Hollywood war, feierte sie dort ausgelassene Partys und lud auch viele bekannte Größen der 20er und 30er Jahre nach Hearst Castle ein. Darunter fielen beispielsweise Cary Grant, Charlie Chaplin und Winston Churchill. Währenddessen führte Hearst von zu Hause und über Dienstreisen mehrere Zeitungen und hatte rund um Hearst Castle einen Zoo mit exotischen Tieren wie Löwen und Tigern, die alle in Schach gehalten werden mussten.

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Das Schloss ist nicht frei zugänglich, man muss im Voraus Touren buchen, wobei man bestimmt zwischen fünf unterschiedlichen wählen kann. Ich hatte dadurch trotzdem nicht das Gefühl zu viel zu verpassen, da eine Tour mindestens 60 Minuten geht und man von so vielen Eindrücken ziemlich erschlagen ist – im positivsten Sinne. Wir haben die Upstairs Suites Tour gebucht mit Blicken in die schicken Gästezimmer, Marmorbäder und eine wunderschöne Bibliothek mit wandhohen Regalen und gotisch-geschnittenen Fenstern. Überall erhascht man Blicke auf die unterschiedlichsten Skulpturen, eingekaufte Gemälde und Balkone mit griechischen Säulen und Buntglas in den Fensterrahmen. Die Zimmer ähneln sich nicht besonders in ihren Stilen – und trotzdem passt alles zusammen wie ein abstraktes Kunstwerk. Als wir wieder draußen stehen, ist die Sonne blendend hell und wir werfen noch einen Blick auf die zwei Pools, die zur Anlage gehören und den Tennisplatz hinter dem „Haus“. Ein Bad im Neptune Pool muss eine der unglaublichsten Sachen gewesen sein – man ist umringt von schlanken weißen Säulen, die sichelförmig den Pool umgeben und an ein Amphitheater erinnern und der Boden ist hellblau gestrichen mit verschnörkelten dunkleren Elementen, was das Wasser noch türkiser wirken lässt, als ohnehin schon. Die noch größere Überraschung ist allerdings der Innenpool. Von außen sieht das Gebäude ein wenig nach einer Fabrikhalle aus. Von innen ist es ein gekachelter Traum aus Blau- und Goldtönen, die sich vom Becken bis hoch an die Decke erstrecken. Es ist ein verwinkelter Bau mit Sprungbrettern und mehreren Pools und Umkleideräumen und kann von der Optik jeglichem Thermalbad Konkurrenz machen. Baden darf man hier leider nicht mehr – die letzte Person, die in den Genuss kommen durfte, war Lady Gaga 2014, die hier ihren Artpopfilm G.U.Y drehte.

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Unser letzter Abschnitt bis hoch nach Big Sur war die reine Küstenstraße. Wir fahren entlang an flachem Sandstrand und dann immer weiter hinauf in die Klippen und Berge der Gegend. Es gibt kaum Abbiegungen entlang der Strecke und man fährt mindestens zwei Stunden träge Serpentinen und hat einen der schönsten Blicke aufs Meer und mit Glück auch auf die Wale im Wasser. Die Sonne spiegelt sich bei gutem Wetter unter einem und macht den Ausblick noch blauer, als er ohnehin schon ist, beim Nebel liegt die Feuchtigkeit in der Luft und man hat den Eindruck, durch Wolken zu fahren. Falls man in diesem Abschnitt der Küste übernachten möchte, sollte man weit im Voraus buchen, da es kaum Hotels und Motels gibt. Ein sehr schöner Essenspunkt ist aber die Lucia Lodge, die auch Zimmer anbietet. Das kleine Café und Restaurant ist über dem Meer in die Klippen genestelt und hat einen der weitesten Blicke auf das Wasser. Abgesehen davon wurde es als einer der besten Orte ausgezeichnet, um Fish und Chips zu essen. Billig ist es nicht, aber das werdet ihr in dem gesamten Küstenabschnitt auch nicht finden. Dafür habt ihr eine Terrasse mit Meerluft oder einen Blick aus der Glasfront im Speiseraum.

Was ist euer liebster Ort in Kalifornien?

Preise:
1) Queen Mary: Erwachsene 32$ – 47$, Kinder 25$-37$ (Je nachdem welche Tour man auswählt)
Website: https://www.queenmary.com/tours/attractions-night/
2) Hearst Castle: Erwachsene 25$ bis 100$ (je nach Länge und Tourauswahl), Kinder 12$ – 17$
Website: http://hearstcastle.org/
Tourauswahl: http://hearstcastle.org/tour-hearst-castle/daily-tours/

Tipps:
1) Außerhalb von Balboa Park in San Diego parken.
2) Sonntags gibt es oft freie Konzerte bei der Freilichtbühne von Balboa Park.
3) Die Queen Mary hat ab 18 Uhr abends freien Eintritt – allerdings ist sie dann nicht komplett zugänglich. Man kommt allerdings trotzdem auf die Hauptdecks und kann die einzelnen Gänge und Cafés einsehen.
4) Hearst Castle liegt ein bisschen im Nirgendwo. Es gibt nur nahe Übernachtungsmöglichkeiten in San Simeon, alles andere ist mindestens zwei Stunden entfernt.
5) Essenstipp am Highway 101 in Richtung Big Sur: Die Lucia Lodge.

Für Interessierte:
Das Musikvideo „G.U.Y“ von Lady Gaga, das in Hearst Castle gedreht wurde: https://www.youtube.com/watch?v=ohs0a-QnFF4

Das Grand Canyon Railway Package – Mit dem Zug zur Schlucht

Das Grand Canyon Railway Package – Mit dem Zug zur Schlucht

Einundzwanzig – Über Fort Worth, den Grand Canyon und Williams

Natürlich kann man die USA nicht bereisen, ohne den Grand Canyon zu sehen – zumindest schaut von den Amerikanern jeder einen etwas irritiert an, wenn man es nicht tut. Von unserem letzten Ziel zum Grand Canyon ist es aber ein drei Tages Trip und wir haben beschlossen, zumindest einen Zwischenstopp einzulegen. So kommt es, dass wir in Fort Worth in Texas pausiert haben und das nicht nur, um behaupten zu können,  ein Steak in Texas gegessen haben. Nein, wir wollten unter anderem dorthin, weil die Fort Worth Stockyards den alten Westernstil mit am besten präsentieren. Die Stockyards liegen außerhalb der eigentlichen Stadt Fort Worth und sind seit den 1910 ein sehr aktives Touristenziel. Es ist eine der wenigen Ausflugsdestinationen, wo man wirklich in den wilden Westen einsteigt. Der ganze Bezirk hat nur altmodische Holzhäuser, Bretterveranden und wild blinkende Reklamelichter, die aber reichlich schräg hängen. Zweimal am Tag werden die Büffel durch die Stadt getrieben und man kann auch, wie der Stadtsheriff, von einem Büffel durch die Gegend getragen werden.

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Oder man wählt die urtümliche Pferdekutsche, die die Hauptstraße hoch und runter fährt. Hin und wieder hört man Gitarrenmusik aus einem Saloon kommen und natürlich hat man eine riesige Auswahl an Westernkleidung und allem möglichen Zubehör, was die Wild-West-Pferde betrifft.

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Die Rodeoarena und das zugehörige Museum sind zu besichtigen oder man geht in den Streichelzoo nahe der ursprünglichen Eisenbahnschienen. Aber natürlich ist unsere Mission unter anderem, ein Steak zu essen und wir entscheiden uns für das Cattlemen`s Restaurant. Dort wird das Steak direkt in dem Raum gegrillt, in dem man isst und das Licht ist so gedämmt, dass man sich wie in einem Pub fühlt. Das Fingerfood ist ebenfalls sehr gut und wir lernen, dass „Hot Rolls“ kleine Brötchen aus Sauerteig sind. Die Amerikaner haben übrigens nicht nur die drei bei uns gängigen Stufen rare, medium und well done für Steaks, sondern eine ganze zusätzliche Skala von Zwischenstufen, die man auf einer Art Thermometer auswählen kann. Wenn man dort isst, merkt man auf jeden Fall, dass sie ihre Steakkunst perfektioniert haben.

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Der Grand Canyon war für uns von Anfang an eins der wirklich großen Ziele. Nicht nur, weil der Canyon weltweit bekannt ist, sondern weil wir vor der Anreise das „Railway Package“ gebucht haben. Es ist eine von den teuren Sachen, für die wir uns entschieden haben, aber nach circa zweieinhalb Monaten „on the road“ waren wir etwas besessen davon, irgendwo ohne Schaben, Ameisen oder Spinnen zu übernachten. Das Paket umfasst ein Hotelzimmer, eine Zugfahrt und Essen und man kann dies über die Eisenbahnwebsite buchen. Es fällt etwas günstiger aus, wenn man die Jahreskarte für den Nationalpark besitzt. Wir kommen jedenfalls morgens in Williams an und können direkt beim Bahnschalter unsere Tickets für den Zug und die Check-In-Karten fürs Hotel und das Essen abholen. Um 10:30 Uhr geht es dann auch schon los. Man fährt mit einer Diesellock für zweieinhalb Stunden Richtung Grand Canyon und kommt dann auch direkt im Rim Village an. Die Fahrt ist nicht unbedingt die Spektakulärste von der Aussicht (obwohl man durchaus mal ein paar Tiere erspähen oder die Berge in der Ferne sehen kann und hin und wieder halbnackte Leute aus ihren Wohnwagen winken sieht). Ich lege euch diese Art an den Grand Canyon zu kommen, aber trotzdem sehr ans Herz. Nicht, dass es nur freie Snacks und Livemusik in diesem altmodischen Zug gibt, nein, man bekommt auch schnell seine Cocktails geliefert, wird per Lautsprecher über die Gegend und die Aktivitäten am Canyon informiert und sitzt richtig bequem in den alten Sitzen. Wir haben uns kein bisschen gelangweilt und die Kinder im Zug hatten eine super Zeit, als sie auf den Instrumenten der Musiker rumklimpern durften. Beim Zug kann man übrigens unterschiedliche Kategorien wählen – da wäre zum Beispiel die normale Passagierklasse (Coach & Pullman Class), die First Class, die Observation Dome Class, die Luxury Dome Class und die Luxury Parlor Class – bei der man sogar nach draußen gehen kann. Wir sind mit der Dome Class zum Canyon gefahren und man sitzt darin hoch erhoben mit Glasdach, es ist schön ruhig und man sieht sehr weit – ich würde es auf jeden Fall wieder so machen.

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Man bekommt übrigens auch Karten zum Grand Canyon im Zug und die alte Zeitung „Territorial Times“, die über die aktuellen Gefahren am Canyon, aber auch über die Entwicklung der Eisenbahn und den Nationalpark im Allgemeinen berichtet. Man erfährt beispielsweise, dass die Bahn seit 1901 in Betrieb ist und 1989, nach 21 Jahren Pause, durch das Ehepaar Biegert wieder für den Tourismus geöffnet wurde. Die Wagen mussten nach der Pause allerdings wieder renoviert werden und es gab viele Reparaturarbeiten betreffend der Gleise.
Am Canyon angekommen fühlt man sich beim Aussteigen einem Hitzeschock ziemlich nahe. Wir sind schließlich zur heißesten Zeit des Jahres dort und Arizona ist nach wie vor dafür bekannt, dass Wüstensträucher durch die Gegend rollen und die Luft sich wie ein Föhn anfühlt. Da man oben nach einem neuen Gesetz keine Wasserflaschen mehr kaufen kann, gibt es entlang des Canyons Wasserspender – ist natürlich praktisch, wenn ihr etwas dabei habt, wo ihr das Wasser hineinfüllen könnt. Nicht auszutrocknen ist gar nicht so einfach, oben am Canyon gibt es nämlich nicht sonderlich viel Schatten. Es ist ein unglaublicher Blick, wenn man die Mauern am Rand der Schlucht erreicht und in eine schier unendliche Weite der unterschiedlichsten Farben blickt. Wenn man nicht selbst auf einer Klippe mit eben diesem Stein stehen würde, wäre die ganze Sache noch irrealer. Und die Farben vor einem wechseln noch mehr, wenn die Wolken über die Schlucht hinwegziehen. Je nachdem wo man steht, kann man violette, rote, orangene und graue Felswände ausmachen, aber der Canyon hat ja auch nicht umsonst den sogenannten „Rainbow Rim Trail“. Es ist ein wahres Naturschauspiel den Wolken zuzusehen, einen Blick auf den Colorado River im Tal zu werfen oder unter den seltenen Bäumen zu stoppen, die ihre knorrigen Wurzeln tief im Felsen vergraben haben. All das wirkt vor allem so beeindruckend, weil der Canyon natürlich sehr groß ist. Er zieht sich fast 450 Kilometer durchs Land und ist fast eine Meile tief. Die Dimensionen sind nur schwer vorstellbar – sogar wenn man direkt davor steht.

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Wie immer an großen Touristenattraktionen sind die unglaublichsten Menschen auf den Pfaden unterwegs. Wir sehen wieder Menschen mit Flip Flops sowie andere in Kostümen. Es gibt sogar ein Paar, das seine vier Hunde im Kinderwagen kutschiert; einer davon hat eine Art eigenes Bobbycar, auf dem er die Hügel hochgeschoben wird. Only in America. Auf dem Weg zu den einzelnen Aussichtspunkten erfährt man übrigens auch viel zu den einzelnen Gesteinsschichten im Canyon, denn diese Steine werden auf Sockeln ausgestellt mit Jahresangaben daneben. Wer mehr Informationen haben möchte, kann natürlich auch ins Visitor Center im Rim Village gehen. Da erfährt man alles über die Bildung des Canyons, die unterschiedlichen Tierarten in der Gegend und über die Touren, die am Canyon angeboten werden. Es gibt auch Informationen zu den Indianern, falls ihr im alten Hopi House vorbeischaut. Aber denkt daran, den Kopf beim Eintreten einzuziehen, denn bekannterweise waren die Indianer nicht sonderlich groß. Das Reingehen ist eine schöne Überraschung, weil man einen guten Überblick über den Indianerschmuck bekommt, Seifen kaufen kann, die direkt in der Gegend hergestellt wurden und Kacheln mit bunten, indianischen Motiven ausgestellt sind. Abgesehen davon hat das Hopi House mit die beste Buchauswahl über den Canyon, zumindest von allen Souvenirshops, die ich gesehen habe.

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Wenn ihr Glück habt, sehr ihr sogar vor dem Eintreten eine der indianischen Musik- und Tanzvorführungen die mehrfach am Tag stattfinden. Zwei Sachen im Canyon Village möchte ich noch erwähnen. In dem Restaurant Bright Angel Lodge befindet sich auch ein Ausstellungsraum für die sogenannten Harvey Girls. Sie gehören definitiv zu meinen Lieblingsthemen aus diesem Urlaub. Die Harvey Girs wurden von Fred Harvey ins Leben gerufen. Mr Harvey war ein junger Mann, der in den 1870er Jahren aus England auswanderte und beschloss, sein Glück in den USA zu versuchen. Er reiste mit der Eisenbahn und war schnell genervt von den Zuständen in den Zügen und der Tatsache, dass es nahe dem Canyon kaum Hotels und Restaurants gab. Seine Vorschläge wurden bei den lokalen Behörden und von den schon existierenden Hotels abgelehnt, er hatte aber Glück und konnte nach einiger Zeit in Santa Fe sein erstes Hotel mit Restaurant errichten. Es war nur eins von vielen, die er über die Jahre hinweg eröffnete. Besonders erfolgreich wurde er schließlich mit seinen „Harvey Girls“. Dabei handelte es sich um junge, intelligente und sehr hübsche Mädchen, die in den Hotels arbeiteten und vom Westen des Landes in die Einöde gebracht wurden. Die Gegend um den Grand Canyon herum war dafür bekannt, dass nur Männer in den Wüstenminen arbeiteten, von Frauen war weit und breit nichts zu sehen. Die Harvey Girls an sich waren also schon Grund genug, um ins Restaurant oder ins Hotel zu kommen. Sie hatten für die damalige Zeit ein gutes Einkommen und Verträge für fünf Monate; viele von ihnen heirateten Siedler und Arbeiter, weshalb die Bevölkerung in der Gegend wachsen konnte.

Zweite Sache, die ihr euch am South Rim anschauen solltet, ist das El Tovar Hotel, das bei seinem Bau zu einem der schickesten Hotels im Süden ernannt wurde und zudem sehr gutes Essen anbietet. Solltet ihr planen, dort essen zu gehen, kann ich nur eine Reservierung im Voraus empfehlen. Es ist vermutlich das teuerste Hotel in der Grand Canyon Gegend, aber wenn euch nach Luxus ist, dann ist es die richtige Wahl und zweifelsfrei hat es eine der schönsten Aussichten überhaupt.

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Auf der Rückfahrt mit dem Zug sitzen wir dann in der First Class. Wir bekommen Countrymusik mit der Gitarre zu hören und werden von Banditen überfallen, die zunächst auf Pferden neben dem Zug herreiten und schließlich sogar aufspringen, um durch die Abteile zu spazieren und uns zu „berauben“. Dicht auf ihren Fersen ist ein schnauzbärtiger Sheriff, der das Abteil mit den Worten: „Have you seen someone who smells like he crawled through a horse and came out at the wrong end?“, betritt. Auch wenn man nicht das Hotel mitbucht, kann man natürlich trotzdem Tickets für den Zug erwerben – wir haben auf jeden Fall nur die beste Erfahrung damit gemacht.

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Wobei wir auch das alte „Railway Hotel“ geliebt haben. Es ist eines der verwinkelsten Gebäude, die wir auf der Reise sehen, aber das tut seiner Eleganz keinen Abbruch. Da es vor wenigen Jahren komplett renoviert wurde, sind alle Zimmer auf dem neuesten Stand und man fühlt sich nach so vielen Wochen unterwegs in den seltsamsten Motels, hier wie im Paradies. Im Gebäude nebenan gibt es dann auch das Abendessen. Es ist ein riesiges Buffet mit Pasta- und Grillstationen und man bekommt musikalische Begleitung durch – will jemand raten? – Countrymusik.

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Wenn ihr schon den Zug nehmt und aus Williams startet, solltet ihr die Stadt unbedingt auch einmal zu Fuß durchqueren. Williams ist vermutlich der bekannteste Ort an der berühmten Route 66 und er hat die vielseitigsten und buntesten Souvenirs, die man sich vorstellen kann. Auf Tankstellendächern thronen alte Autos, die Restaurants haben alle Grillstationen und über die Stadt selbst führt eine Zip-Line in der Form eines Autos. Und falls ihr den Ort Richtung Westen verlasst, kann ich nur empfehlen, einen Halt beim alten „Route 66 Museum“ zu machen, das direkt an der Strecke liegt.

Weitere Tipps für die Gegend? Wie waren eure Erfahrungen am Grand Canyon?

Preise:

Railway Package (Preise variieren je nachdem welche Zugklasse und welche Zimmerkategorie ihr nehmt): Zwischen 450 und 700$ (Paket umfasst Zugfahrt hin und zurück von Canyon, Hotelzimmer und Verpflegung)
Website: https://www.thetrain.com/offers-packages/
Grand Canyon ohne Zug und ohne Jahrespass:
Website: https://www.nps.gov/grca/index.htm

Tipps:

1) Railway Package im Voraus buchen, dann kann man hin und wieder Sparangebote abgreifen.
2) Sonntags fährt statt dem Dieselzug eine alte Dampflock.
3) Falls ihr später im Jahr da seid, gibt es bei der Eisenbahn die Aktion „Polarexpress“, was extrem empfohlen wird und bestimmt besonders mit Kindern ein Highlight ist (uns wurde erzählt, dass sogar Santa Clause hier seinen Auftritt hat).
4) Wasserflasche selbst mit hoch auf den Canyon nehmen – es gibt nur Wasserspender, aber ihr könnt dort keine neuen Flaschen kaufen.
5) Es gibt natürlich noch weitere Ausflugsmöglichkeiten im Canyon. Man kann sie entweder zum Zug-Paket dazubuchen oder sie selbst organisieren. Dazu gehören Touren auf Pferden oder Eseln in den Canyon oder Rafting und Kanu fahren auf dem Colorado River.

Old Orleans

Old Orleans

Zwanzig – Über das Flair, das Weltkriegsmuseum und die Geschichte von New Orleans

Irgendwie war ich mein ganzes Leben lang überzeugt, dass New Orleans, die sogenannte Crescent City (Mondsichelstadt) und Wiege des Jazz, eines von Amerikas Glanzstücken sein muss. In Wirklichkeit ist es aber vor allem ein Ort, dem man den früheren Glamour ansieht. Der Teil von Louisiana, in dem New Orleans liegt, ist vor allem flach und von Wasser umgeben. Grün würde ich ihn nicht unbedingt nennen. Dass es einmal anders war, wird auch klar, wenn man sich in die Geschichte der Gegend einliest. Einst war New Orleans nämlich von reinem Sumpfgebiet umgeben, welches 1910 von Mr Baldwin Wood mit Pumpen trockengelegt wurde, um die Stadt zu entwässern. Heute fährt man über meilenlange Brücken mit reiner Sicht aufs Wasser zur Linken und Industrie auf der Rechten und man merkt zunächst gar nicht, wie man in die Stadt hinein gelangt.
New Orleans ist ein Puzzle aus Straßen, verwitterten Parkanlagen und vereinzelt stehenden Holzhäusern, die nicht unbedingt zu ihren Nachbargebäuden passen müssen. Am schönsten ist das French Quater in Downtown, ein Netz aus verwinkelten Straßen, gusseisernen Balkonen und mit dem großen Marktplatz Plaza d`Armas in der Mitte. Im French Quater befinden sich auch nach wie vor die ältesten Gebäude der Stadt, auch wenn längst nicht mehr alle aus den ursprünglichen Kolonialzeiten stammen. 1795 gab es in der Stadt erst ein, sechs Jahre später ein zweites großes Feuer, was zu vielen Wiederaufbauprojekten führte und die Gebäude zum Teil etwas jünger als die Stadt selbst macht. In diesem Viertel sieht man, wie schön es hier einmal gewesen sein muss, aber das Image hält sich auch nur in dem Bereich, in dem nach wie vor Touristen unterwegs sind.

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In den Seitenstraßen mischen sich bunte Häuser und enge Gassen, über den Köpfen der Fußgänger baumeln Hängepflanzen und Katzen starren mit wachsamen Blick von den Balkonen auf die Passanten. Die Häuser haben häufig verschnörkelte Holzfassaden, Veranden auf denen ein einzelner Schaukelstuhl steht und schräg angebrachte Hausnummern. Die Gebäude um den Marktplatz herum zeigen dagegen schicke gusseiserne Geländer, langgezogene Balkone sowie Terrassen und gepflegte Steinwände. Über die Straßen fahren schwarz-rote Pferdekutschen und man hört das Klappern der Hufe und das Tröten der Fähren, die im nahe gelegenen Hafen ablegen. Viele der Häuser wurden mit Innenhof angelegt, was einem überraschende Blicke in kleine Gärten und auf Terrassen garantiert. Die meisten davon sind gefüllt mit Skulpturen, Brunnen und wild durcheinander platzierten Topfpflanzen. Viele von den Toren zum Innenhof stehen aber auch offen und darin spielen Straßenmusiker den Jazz für den die Stadt in den Zwanzigerjahren bekannt geworden ist.

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Die beste Sache an New Orleans sind mit Sicherheit die vielen kleinen Läden, die sich dicht an dicht aneinanderreihen und sich alle in ihren Produkten unterscheiden. Vintage-Kleider hängen neben Lederjacken, Kappen neben Sommerhüten, Peeptoes stehen neben Flip-Flops. Es gibt Cafés, die Crêpes verkaufen, daneben Chinarestaurants und Smoothieshops. Am Hafen bekommt man einen Blick auf den Mississippi, vermutlich vor allem bekannt als Handlungsstrecke für die Schiffe oder durch Mark Twains Roman „Huckleberry Finn“. Geschichtlich verbinden viele Menschen in New Orleans den Fluss mit der großen Flut von 1927, bei der über 100.000 Menschen ihre Wohnungen und Häuser verloren. Die Flut wurde ausgelöst durch Regen, der über ein halbes Jahr konstant andauerte.
Wer die buntesten Souvenirs und  etwas Außergewöhnliches haben möchte, kann auch in die Voodooshop an der Ecke des Marktplatzes gehen oder Zigarren mit einem leicht benebelten Shopbesitzer testen. New Orleans ist ein bisschen das, was man mit den einfachen Anfängen vom Tellerwäscher zum Millionär verbindet – es hat den Aufstieg aber nicht ganz geschafft. Die Luft ist vor allem drückend und von all den Orten, an denen wir waren, ist diese Stadt mit Abstand die Heißeste. Ich kann mich nicht erinnern, wann mir das letzte Mal der Schweiß den Rücken runter gelaufen ist und wir nur in Gebäude gegangen sind, um eine Klimaanlage abzupassen. Aber immerhin ist für die Zukunft klar, dass New Orleans mit Sicherheit kein Ort ist, den man im Sommer besuchen sollte. Ich bin sicher, dass es eine ganz andere Sache ist, für die Faschingsumzüge vom Mardi Gras im Februar dabei zu sein – aber da sind die Preise mit Sicherheit auch höher.

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Bevor wir in kühlere Gebiete geflohen sind, haben wir noch einen Abstecher zum Markt gemacht – dort hat man immerhin ein Dach über dem Kopf und bekommt ein bisschen was von den Straßenkünstlern mit, die ihre Malereien ausstellen und schwungvoll ihre Waren anpreisen. Sie gehen übrigens davon aus, dass man handelt. Alles andere wäre eine Beleidigung. Danach sind wir erstmal ins Weltkriegs-Museum vor Ort gefahren, eine große Anlage mit mehreren Hallen zum 2.Weltkrieg, Bürgerkriege, Vietnam und Pearl Harbour. Wir haben in der Flugzeughalle gestartet, wo mehrere Maschinen, wie die „Gal Sal“, von der Decke hängen und Bildschirme von den Flügen und Piloten berichten.

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Es sind auch Fahrzeuge ausgestellt, hauptsächlich Tarnwagen und in den anderen Gebäuden kann man Jeeps und kleinere Panzer ausmachen. Im zweiten Gebäude erfährt man dann alles zur Propaganda und der Entwicklung des zweiten Weltkrieges. Es gibt sogar einen aufgebauten Zug, in dem man „mitfahren“ kann durch die Zeitgeschichte und wo man eine einzelne Person zugewiesen bekommt, die man quasi durch den Krieg begleitet. Das funktioniert übrigens über die ganze Ausstellung hinweg mit einer Keycard, die man an die unterschiedlichen Boxen in den Ausstellungsräumen halten kann. Es ist ein sehr allumfassendes Erlebnis in diese Kriegszeit einzusteigen und ich habe selten ein hochwertigeres Museum gesehen. Es gibt viele Übersichtskarten, mit denen man die Flieger oder U-Boote im Krieg nachverfolgen kann, auf Leinwänden sieht man abgespielte Filmsequenzen und Videos und es ist eine sehr realistisch nachgestellte Kulisse. Bei Vietnam verwandeln sich die Ausstellungsräume in einen Dschungel und beim zweiten Weltkrieg durchquert man zunächst die heile Welt eines Haushalts vor dem Krieg.

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Man läuft durch Räume mit ausgestellten Koffern, die damals von Soldaten mit in den Krieg genommen wurden und hört Fliegerlärm über einem, wenn man die Pearl Harbour-Ausstellung betritt. Es ist insgesamt ein wirklich beeindruckendes und auch interaktives Museum – ich würde es auf jeden Fall empfehlen, wenn man Zeit in der Stadt verbringt. Von dem ganzen Rumgerenne waren wir danach übrigens ziemlich ausgelaugt und haben beschlossen, etwas essen zu gehen. Wir haben uns für ein kleines, indisch-asiatisches Restaurant, nicht weit von Downtown entschieden, weil wir zu diesem Zeitpunkt nicht ganz so erpicht auf „Gumbo“ waren. „Gumbo“ ist ein typisches Südstaatengericht, das am ehesten einem Eintopf ähnelt und aus der kreolischen Küche stammt. Es wird hier in den meisten Restaurants angeboten und es gibt unzählige Variationen, wobei die meisten mit Fisch oder Hühnchen gekocht werden.

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Falls ihr den das „Silk Road Restaurant“ besuchen möchtet, solltet ihr es dringend im Navigationssystem eingeben, es ist nämlich nicht einfach zu finden und sieht durch all die Hängepflanzen vor den Balkonen sehr versteckt aus. Das Essen ist aber natürlich der Hauptgrund zum Reingehen und die Bar bzw. das Restaurant ist in jenem alten Stil, den man in Filmen über New Orleans sehen und worüber man in den Büchern lesen kann. Viele hohe Fenster, Holzvertäfelungen an Decken, Bretterboden und Theken mit langem dunklem Holz, sowie verschnörkelten Wendeltreppen. Im Hintergrund läuft natürlich Jazz, hin und wieder auch mal Blues und das Essen ist himmlisch, nicht nur weil man Verhungern war. Näher kommt man vermutlich nicht ans alte New Orleans heran.

 

Welche Stadt in den USA wolltet ihr immer schon sehen?

Preise:
National World War II Museum: 28$ Erwachsene, 24$ Senioren, 18$ Militär, Kinder und Studenten
Website: https://www.nationalww2museum.org/

Tipps:
1) Zum Essen gehen: Silk Road Restaurant (2483 Royal St, New Orleans, LA 70117, USA. Website: https://www.silkroadnola.com/).
2) New Orleans auf keinen Fall im Sommer besuchen, sondern vielleicht wirklich im Februar, wenn Karneval ist. Falls ihr doch im Sommer dort seid – Wasser mitnehmen!!!