Disconnect from the World

Acht – Kennewick, The Yellow Church Café und TreeHouse Point

Einer meiner größten Wünsche für diese lange Reise war es, zum TreeHouse Point in Fall City in Washington zu fahren. Vielleicht ist einigen von euch die Serie Treehouse Masters von dem TV-Kanal DMAX bekannt, die seit vielen Jahren übertragen wird und aktuell in die 10. Staffel übergeht.
Treehouse Masters wird von Pete Nelson geleitet, der mit seiner Frau zusammen schon vor der Show eine Baumhaus-Ferienanlage eröffnete und diese weiterhin vermietet. In den ersten Staffeln konnte man sogar mitverfolgen, wie die heute-zu-mietenden Baumhäuser entstanden.

Da ich die Serie seit einer Ewigkeit verfolge (und wahrscheinlich die meisten ausgestrahlten Folgen mehrfach gesehen habe) war es für mich die ultimative Erfahrung in Amerika beim Baumhaus-Park vorbeizufahren. Man kann allerdings nur an bestimmten Tagen (einmal im Monat) Touren mitmachen, weshalb wir uns dazu entschieden haben, eine Nacht im Baumhaus zu übernachten und selbst durch den Park zu wandern. Die Baumhäuser sind oftmals komplett ausgebucht aufgrund von Hochzeiten und anderen Veranstaltungen; man kann aber hin und wieder auch eine Buchungslücke finden. Von Idaho zum Treehouse Point sind es etwas über acht Stunden und wir machen auf der Hälfte einen Stopp in Kennewick, einer der sogenannten „Three Cities“ am Snake und Columbia River.

IMG_0031Die Stadt ist sehr ruhig und gepflegt und wir übernachten in einem kleinen Airbnb mit zutraulichem Schnauzer-Hund und sehr netter Gastgeberin. In der Stadt gibt es einige Outletcenter und Foodcourts; da die Stadt direkt am Wasser liegt, kann man allerdings auch durch Parks und auf Inseln schlendern. Und wenn die Sonne untergeht, gibt es wohl keinen schöneren Ort, als eine der Bars mit Dachterrassen, von der aus man das Wasser und die Sonne sehen kann.
Wir fahren am nächsten Tag hoch Richtung Norden, die Strecke führt vorbei an Weinbergen und Weingütern, die auf großen Schildern entlang der Autobahn angeworben werden. In Ellensburg, einem kleinen Städtchen neben dem Highway, machen wir einen Mittagsessensstop im Yellow Church Café, das schon mehrfach für seine Menüs ausgezeichnet wurde.

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Wenn man auf der Reise auf der Suche nach etwas Besonderem ist, dann ist dieses Café und Restaurant sicher eine gute Wahl und liegt nicht zu weit weg von Sehenswürdigkeiten wie Spokane, Leavenworth und einigen Nationalparks. Das Essen hat mich überrascht; ich hatte noch nie in meinem Leben Pasta mit Limettensoße und getrockneten Tomaten, aber es ist definitiv empfehlenswert und die Ausstattung der ehemaligen Kirche, die zum Café umgebaut wurde, ist einen Blick wert!

Von Ellensburg aus fährt man ein gutes Stück in die Berge hinein, die einem gigantisch vorkommen, wenn sie rechts und links von unserem kleinen Chevrolet Cruze aufragen. Die Namen der Ortschaften und der Aussichtspunkte wechseln ins Indianische und man liest im Vorbeifahren Namen wie „Snoqualmie“, „Squammamish“ und „Issaquah“. Pete Nelsons Baumhauspark liegt auf dem Weg nach Fall City und ist eingenestelt in ein grünes Tal aus Bäumen, Flüssen und Moos. Es sieht aus, als wäre der Park in einem Disney-Märchenland gebaut worden, allerdings ohne Feen, Einhörner und Kobolde…obwohl die Baumhäuser durchaus für all diese Märchenwesen als Zuhause dienen könnten.

20180607_031714Stefan und ich werden beim Ankommen mit Zitronenkuchen begrüßt und durch das Haupthaus auf dem Grundstück geführt, das zugleich auch für das Frühstück am nächsten Tag dient. Die Haupthaus-Lodge ist eine Stil-Mischung aus einem englischen Cottage und einem amerikanischen Countryhaus mit langgezogenen Holzdielen, Lichterketten über dem Eingang und schwerfälligen Sesseln, in denen man versinken kann. An den Wänden hängen Bilder von der Gegend, dem Team und natürlich T-Shirts, die man von den Baumhausprofis erwerben kann. Im hinteren Teil des Gebäudes befindet sich eine Art Bibliothek mit Kamin, vor dem man gemütlich seinen Tee trinken und ein paar E-Mails schreiben kann – die Lodge ist auf dem Gelände nämlich der einzige Ort, an dem es Internet gibt, schließlich ist das Motto hier: „Connect with and disconnect from the world.“

IMG_0081Mit einem Übersichtsplan vom Gebäude in der Hand, machen wir uns schließlich auf den Weg zu unserem Baumhaus. Unsere Unterkunft für die Nacht heißt „Nest“ und man gelangt über Brücken, unter denen glasklares Wasser durchfließt, und schmale Kiespfade dorthin. Die Treppen werden abends beleuchtet und das „Nest“ empfängt uns mit heller Fensterfront, Schokoladenpralinen und dem Geruch nach Kiefernadeln.

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Groß ist es nicht, aber das würde wohl auch dem Namen und dem klassischen Baumhausstil widersprechen. Die Decken haben einen bunten Vogelaufdruck und man kann aus lindgrünen Sesseln auf das Wasser unterhalb des Baumhauses sehen. Eine Veranda zieht sich außen herum mit zwei Holzstühlen und einem kleinen Tisch. Da es eins der ersten Baumhäuser und auch das einzige mit einem Motto, ist, hat das Baumhaus noch kein Bad, ABER bevor hier empörtes Geschrei losgeht: Nur ein paar Schritte von dem Häuschen entfernt gibt es ein kleines, aber sehr schick und modern angelegtes SPA-Haus mit Regendusche und wunderschöner Holzvertäfelung.

IMG_0100Wenn man den Park weiter durchquert, sieht man alle sieben Baumhäuser der ehemaligen neun (zwei mussten aufgrund von dem Fluss am unteren Teil des Parks abgebaut werden). „Trillium“ ist dabei das Baumhaus mit der größten Glasfläche, „Temple of the blue moon“ ist das erstgebaute der Baumhäuser und „Bonibi“ (mit Hängebrücke) ist das Hochzeitsbaumhaus. Unter diesem fließt auch der Fluss entlang, an dem man ein Stück entlangwandern und die mit Moos überzogenen Äste bewundern kann. Es sieht so aus, als hätten die Bäume sich eingepackt, um sich vor Wind und Wetter zu schützen, aber das macht den Ort nur noch mystischer, als er ohnehin schon ist. Hin und wieder sieht man ein Eichhörnchen durch die Gegend rennen und auf einer großen Holzfläche mit Überdachung findet eine Hochzeitsfeier statt.

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IMG_0060Das Baumhaus aber schirmt einen von all dem ab und das Bett hat die bequemste Matratze aller Zeiten, aus der man beim Filme anschauen gar nicht mehr aufstehen will. Die einzigen Geräusche beim Augenschließen sind die Vögel in den Bäumen ringsum und das Wasser unterhalb des Hauses. Wenn irgendein Ort das Motto „disconnect from the world“ besser umsetzt, wäre ich sehr überrascht.

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Preise:
Nacht im Baumhaus: 300$ (abhängig von der jeweiligen Saison). Preis gilt für zwei Personen inklusive Frühstück.
Website: http://www.treehousepoint.com/
Die Serie „Baumhaus Profis“: https://www.dmax.de/programme/die-baumhaus-profis

Tipps:
Wenn ihr interessiert seid an einer Nacht im Baumhaus – man kann zu bestimmten Zeiten, die auf der Website festgehalten sind, im Voraus buchen. Oder ihr versucht es spontan und habt vielleicht noch Glück.
Ich verlinke euch hier als Tipp auch noch das „Yellow Church Café“: http://www.theyellowchurchcafe.com/.

4 Kommentare zu „Disconnect from the World

    1. Hi Werner,
      Der Preis war für 2 Personen mit Frühstück, also pro Person quasi 150$. Ist für die Reise eigentlich nicht unser Budgetbereich, aber wir haben entschieden, dass es uns das für eine Nacht wert ist (weil ich unbedingt hinwollte ;)).
      Alles Liebe, Lil

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  1. Liebe Lil, lieber Stefan,

    ich denke oft an euch und lese jeden Post! Danke, dass wir alle an eurer Reise teilhaben dürfen.
    Ihr seht total glücklich und zufrieden aus, das ist wunderschön 🙂

    Genießt eure Reise weiterhin und lasst es euch gut gehen.

    Grüße aus der Heimat
    Lena ❤

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    1. Yaaaay danke dir fürs Kommentieren. Uns gehts auch sehr gut unterwegs, auch wenn wir hin und wieder das deutsche Essen und die Waschmaschine vermissen. Und dich natürlich 😉
      Hear you!
      Lil

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