6 Stops in Portland

Elf – Über den größten, eigenständigen Buchladen, Portlands Gärten und Downtown

Die nächstgrößere Stadt beim Olympic National Park ist Portland; was unser nächstes Ziel ist und es ist ein überraschend Grünes. Man fährt eine lange Zeit geradeaus bis man überhaupt bemerkt, das man sich bereits in den Außenvierteln befindet und das Zentrum wird sichtbar über mehrere verschachtelte Straßen und Brücken, die einen Blick über die Skyline bieten. Interessanterweise hat die Stadt deutlich weniger wirklich-hohe Hochhäuser, als die meisten anderen Städte (und das mit 2,3 Millionen Einwohnern im Großraum Portland). Auf dem Willamette River schippern viele Boote umher und da die Stadt so viel Wert auf ihr „grünes Image“ legt, kann man an allen Ecken Fahrräder ausleihen. Portland hat viele Häuser im Kolonialstil und auch eine Menge Reihenhäuser mit Balkonen, die sich seitlich hinunter hangeln. Es gibt Brunnen, Parkanlagen und viele kleine Shops, die selbstgemachte Brötchen, Eis und -natürlich- Hotdogs verkaufen. Außerdem kann man Bierbrauereien besichtigen und in einigen regionalen Burgershops stoppen.

IMG_0362

Stop 1: Weil das Wetter so gut ist, machen wir einen Ausflug zum Japanischen Garten, der oberhalb des Stadtzentrums liegt und in alle Touristenführer als erstes angeführt wird. Unserer Meinung nach nicht ganz berechtigt, vor allem, wenn der Eintrittspreis pro Person bei ca 17$ liegt. Die einzig gute Sache an dem Preis ist, dass keine Steuern hinzukommen – Oregon ist der einzige Staat an der Westküste, bei dem dies der Fall ist.
Aber zurück zum Garten: Die Stufen zum Eingangsbereich werden von einem Wasserfall begleitet und ein Blick nach oben zeigt einen schicken Glasbungalow, der als Teesalon dient und wo man ein paar Häppchen essen kann. Zum Eintritt bekommt man auch einen Geländeplan. Man kann die unterschiedlichen Punkte allein ablaufen oder Informationen vom dabei stehenden Personal bekommen. Der Garten führt über Stein- und Wasseranlagen, über Holzbrücken und vorbei an Kunstgalerien. Außerdem gibt es einen Zengarten mit Sand und Kies, sowie einen Bungalow mit japanischen Kunstwerken und historischem Hintergrund zu japanischen Handwerkstechniken. Auf der Terrasse sieht man jahrhundertealte Bonsaibäume und das Klingeln von kleinen, verschnörkelten Windfängern liegt in der Luft. Es ist ein schöner Garten im minimalistischen Stil; es ist aber auch ein stolzer Preis, wenn man eigentlich in nicht einmal einer Stunde alles durchlaufen hat und um die Mittagszeit relativ viel auf engem Raum los ist.

IMG_0367

Stop 2: Glücklicherweise befindet sich gegenüber des Japanischen Gartens der Rosengarten, wegen dem Portland auch „Rose City“ genannt wird. Der Garten wurde 1917 eröffnet, kostet keinen Eintritt und ist sehr beeindruckend mit mehr als 300 Rosenarten, langen Wiesen, Konzertplätzen und Brunnen. Falls ihr im Juni da seid, werden alle Rosen in Blüte stehen und es gibt so viele unterschiedliche zu sehen, dass  man gar nicht weiß, wo man hinschauen soll. Mein Liebling ist die „Rainbow Rose“, die verschiedene farbliche Blütenblätter hat und so groß ist, wie zwei nebeneinander gehaltene Handflächen. Wenn man Glück hat, hört man sogar ein paar Musiker in der Gegend spielen, die die Pavillons als Bühnen nutzen oder mit ihrer Gitarre auf den Treppenstufen der Freilichtbühne hocken. Falls all das nicht überzeugend genug klingt: Da wir hier von einem Rosengarten sprechen, riecht es absolut fantastisch.

IMG-20180613-WA0008

Stop 3: Nach einem Hamburger suchen wir in der Innenstadt nach einem Parkplatz, um irgendwie in die Nähe von „Powell`s City of Books“ zu gelangen. Es ist der größte unabhängige Buchladen der Welt und er erstreckt sich über einen gesamten Häuserblock. Wenn man eintritt, wird man von unterschiedlichen Schildern durch die Buchreihen gelotst, einen Durchblick bekommt man bei all der Auswahl aber nicht wirklich. Unser Airbnb-Gastgeber hatte uns ebenfalls mitgeteilt, dass man mehrere Male dort gewesen sein muss, um sich auch nur ansatzweise zurechtzufinden. Es gibt sogar eine eigene Abteilung von Katzenbüchern (wobei die meisten Autoren natürlich vorgeben, ihre Katze zu sein…). Falls es Bücher gibt, die man hier nicht findet, wäre es wirklich ein Wunder. Scifi, Fantasy, True Crime, Esoterik…alles mischt sich untereinander. An vielen der Bücher hängen einzelne Empfehlungen der Powell-Mitarbeiter, wobei man sich fragen muss, ob die überhaupt noch einen Durchblick haben, bei all den gebrauchten und neuen Büchern, die sich bis an die Decke stapeln. Wer zwischendurch etwas für die Nerven braucht kann auf jeden Fall ins Café im unteren Stockwerk gehen und sich einen Kaffee schnappen. Übrigens… Hut ab an alle Studenten, die hier über Büchern brüten und in Gängen auf dem Boden sitzen – ich fühle mit euch.

IMG-20180614-WA0005

Stop 4: Circa dreißig Minuten außerhalb von Portland befinden sich die Multnomah Falls, die aus atemberaubender Höhe die Felsen hinunterstürzen. Auch wenn sie von weitem erst schmal und etwas unscheinbar wirken, so sind sie umso beeindruckender, wenn man an ihrem tiefsten Punkt steht, das Wasser vor einem aufbraust und man gesprenkelt wird. Es handelt sich dabei eigentlich um zwei Wasserfälle, die einmal in der Mitte gebrochen werden.
Mit Glück ist der Pfad, den man rundum um eine Brücke über die Wasserfälle gehen kann, offen. Bei schlechtem Wetter wird er allerdings geschlossen. Und lasst euch nicht irritieren – der Wasserfall liegt an der Autobahn und der Parkplatz befindet sich in ihrer Mitte!

IMG_0394

Stop 5: Wenn man keine Lust mehr auf Natur und viel Herumgerenne hat, kann eines der größten Einkaufscenter in Portland besuchen. Dort findet ihr in der Regel alles, was ihr braucht und das Essen ist um einiges günstiger. Manche der Zentren haben auch Überraschungen wie eine große Eisfläche enthalten, bei der man ohne Probleme ein paar Schlittschuhe ausleihen kann.

IMG_0398

Stop 6: Downtown. Zugegebenermaßen haben wir nicht die Zeit gehabt, lange in Downtown zu verweilen, man fühlt sich allerdings an kleine Provinzorte mit lokalen Produkten erinnert, wenn man durch die Gassen schlendert. Es gibt alles von chinesischer Kunst, über Eis, Gartenfiguren, Kleidung, Farmshops und Naturkosmetik. Die Bäume sind mit Lichterketten umwickelt und gemusterte, große Plastiktiere stehen an den Straßen. Wer sich in einer Stadt wie auf dem Land fühlen möchte, ist hier bestens aufgehoben.

 

Was ist eure liebste Großstadt und warum?

Preise: 
Japanischer Garten: Erwachsener 16.95$, Rentner 14.50$, Student 13.50$, Kind 11.50$ (ab 6 Jahren, davor freier Eintritt).
Website: https://japanesegarden.org/

Tipps: 
Macht euch keine Gedanken ums Parken, wenn ihr mit dem Auto unterwegs seid. Die großen Kaufhäuser haben alle freie Parkplätze und wenn ihr in der Innenstadt in die Seitenstraßen fahrt, stehen eure Chancen nicht allzu schlecht, Plätze mit Automaten für 4 Stunden zu finden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s