All time favourite – 12 Tipps für San Francisco

Falls es nur eine Stadt in Amerika gibt, die ihr gesehen haben solltet, dann ist es San Francisco. Ich schätze, ich habe mein Herz schon beim ersten Mal dort verloren, aber es ist auch schwer, es nicht zu tun, wenn ein Ort so vielseitig und energiegeladen ist. Man trifft an allen möglichen Ecken Straßenmusiker, hört unterschiedliche Dialekte und ist umgeben von Wasser und einigen der längsten Brücken der Welt. Die Stadt ist auch im Sommer noch angenehm kühl durch den Wind, der vom Meer kommt und die Nacht ist glasklar und lässt die Gebäude in den Gassen wie einen Sternenhimmel wirken. Nicht mal der Nebel, der morgens in den Gassen lungert, tut der Sache einen Abbruch. Die Häuser sind so bunt und unterschiedlich, dass sie ohnehin herausstechen und es gehört auch irgendwie zum Flair, eine Jacke mitzunehmen, sogar wenn man sie später vielleicht gar nicht mehr braucht. Stefan und ich haben fünf Tage bei Freunden verbracht und Tagesausflüge unternommen. Vielleicht kann der ein- oder andere ja ein paar Ziele gebrauchen.

  1. Welchen District von San Francisco sollte man unbedingt gesehen haben?

IMG_0909

Diese Antwort kommt vermutlich nicht überraschend, aber Chinatown ist ein Must-See der Stadt. Bequem zu erreichen per U-Bahn (Tagesticket liegt bei 6$), kann man in der Stadtmitte aussteigen und gelangt über einige Shoppingmeilen in den Chinatown-District. Unter einem bunt verzierten Tor hindurch gelangt man hinein in Straßen mit roten Lampionketten, grotesken Statuen und bunten Souveniren wie Hausschlappen mit Katzenköpfen, Pekinghüten und Anhängern, auf denen „San Francisco“ nicht immer korrekt buchstabiert wurde. Man gerät zwischendurch in den Nebel von Kerzen und Räucherstäbchen und in den Läden spielt exotische Meditationsmusik gepaart mit dem ständigen Klingeln der Türglocken.
Man kann an allerlei Imbissbuden Frühlingsrollen mitnehmen oder auf einer der hohen Terrassen auf den Gebäuden zu Mittag essen. Es gibt auf jeden Fall an jeder Ecke etwas zu sehen und zu hören. Wir hatten auch einen sehr amüsanten Moment als wir uns mit unserer Freundin darüber unterhalten haben, wie man 3 Monate von der Arbeit frei bekommt. Letztendlich sind wir zu der Aussage gelangt, dass die meisten Menschen uns vermutlich als Hippies abstempeln werden. Ein komplett Unbekannter hinter uns hat dann spontan: „Dafür steht ihr viel zu sauber aus!“ gerufen. Irgendwie tröstlich.

    2. Wohin sollte man die Cable Cars nehmen?

IMG_0940

San Francisco ist bekannt für seine alten Cable Cars, die nur noch in Downtown verkehren, da die Stadt sie für das neue Straßennetz in vielen Gebieten streichen musste. Sie fahren jetzt hauptsächlich nur noch in zwei Richtungen und man kann beispielsweise in Chinatown die Cable Cars zum Financial District nehmen. Von dort ist es nicht weit und man sieht die größten Gebäude San Franciscos (Transamerica Pyramid, Salesforce Tower usw.), wenn man aus dem Wagen späht.

     3. Was gibt’s an der Fisherman´s Wharf zu sehen?

IMG_0926

Im Großen und Ganzen ist die Fisherman`s Wharf ein sehr langer Abschnitt mit allerlei Attraktionen, wie den ablegenden Booten, Märkten, Museen, Restaurants und der uralten Markthalle. Diese ist mit ihren Minishops ein guter To-Go-Punkt für Mittagessen oder für ein Eis mit so ungewöhnlichen Sorten, wie „Breakfaststarter“. Es gibt darin auch Weinverkäufe, Buchläden, Seifenhersteller und die „Cowboy Creamery“, wo man Käsesorten testen kann. Definitiv ein guter Ort um eine Pause zu machen, vor allem, weil die dicken Mauern die Hitze abhalten.

   4. Wo kann ich ganz San Francisco sehen?

IMG-20180627-WA0004

Wie in den meisten großen Städten gibt es mehrere Gebäude, durch die man auf hohe Aussichtspunkte gelangen kann. Die beste Sicht über die ganze Stadt gibt es aber vom Twin Peaks Mountain oder Mount Davidson, schwer zu übersehen durch eine gigantische Antenne obendrauf, die aussieht wie die Harpune eines griechischen Gottes. Von dort oben könnt ihr alle Seiten überblicken und vielleicht sogar die Golden Gate Bridge im Nebel ausmachen. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, eine Jacke mitzubringen, denn dort oben pfeift der Wind gewaltig vor sich hin. Wer an einem längeren Stop oben interessiert ist, kann sich auf jeden Fall Picknickkorb und Wanderschuhe mitbringen. Es gibt ein paar Wege ganz hoch auf die Berge und Picknicktische überall entlang der Straße.

     5. Welche Bootstour ist empfehlenswert?

IMG_1017

Es gibt zwei, die ich vorschlagen kann. Einmal ist da natürlich Alcatraz, die bedrohlich aussehende Gefängnisinsel, die auf kargen, grau-schwarzen Felsen gebaut wurde und düstere Einblicke in die Geschichte gibt. Seit 1963 ist sie zwar nicht mehr in ihrem ursprünglichen Gebrauch, es wirkt allerdings gar nicht so lange her, wenn man mit Audioguide durch die Gänge mit einsamen Zellen läuft.
Etwas unbekannter dagegen ist Angel Island, eine Insel, die von der Fisherman`s Wharf eine halbe Stunde entfernt ist. Mit dem Boot passiert man Alcatraz, die Golden Gate Bridge und letztendlich auch die reicheren Außenviertel San Franciscos. Angel Island war die ursprüngliche Landestation für viele Immigranten. Sie wurden dort abgesetzt, mussten die Papiere prüfen lassen und wurden auf Krankheiten untersucht, wobei diese Prozesse Wochen bis Monate dauern konnten. Vieles auf der Insel strahlt noch immer diese einsame Trostlosigkeit  aus – vor allem, wenn man die Ankerstation erreicht und die ehemaligen Gebäude sieht. Es ist mittlerweile ein Geisterort mit unglaublich vielen, leerstehenden Häusern, die zum Teil auch vom Militär hinterlassen wurden. Nachdem die Insel für die Immigranten ausgedient hatte, wurde sie vom Militär als Stationspunkt genutzt. Es ist einer der wenigen Orte, bei denen man aktiv sieht, wie die Natur ihn zurückholt und wie schnell der Verfall doch ist, wenn sich niemand kümmert. Weite Wanderwege führen einmal um die Insel herum und sie hat überraschend viele schöne Strände, bunte Wildblumen und einige verlassene Villen, von denen man sich nur zu gut vorstellen kann, wie herrschaftlich sie einmal gewesen sein müssen.

    6. Welche Grünanlagen sind sehenswert?

IMG_1157

Es gibt mehrere Parks in der Innenstadt, aber am sehenswertesten ist mit Sicherheit der Golden Gate Park. Stefan und ich haben zwei Tage darin verbracht und uns ziemlich die Füße platt gelaufen, aber gesehen haben wir immer noch nicht alles. Man kann beispielsweise am Stow Lake ein Tretboot ausleihen und damit am japanischen Garten vorbeipaddeln. Dabei haben wir übrigens einen seltsamen Mann mit zwei winzigen Chihuahuahunden und einer angeleinten Ente mit Windel gesehen (ja, in San Francisco sind schon einzigartige Personen unterwegs…). Oder man geht direkt in den Japanischen Garten, der zwar nicht sehr groß, aber dafür sehr grün ist, kleine chinesische Tempel integriert sowie ein Café, in dem man eine Miso Soup löffeln kann.

IMG-20180629-WA0016
Besonders seltsam ist die kreisrunde Brücke in der Mitte, die wirklich so steil ist, wie sie aussieht und so rund wie ein Fass. Sehr sehr sehenswert ist vor allem der botanische Garten, ein Stück weiter die Straße hinunter. Darin hat man das Gefühl, ziemlich weit von dem Straßenlärm entfernt zu sein und er ist groß genug um für sich alleine zu bleiben oder einen Schattenplatz für ein Picknick zu suchen. Vor allem gibt es mehrere Themenfelder wie Afrika, Frankreich oder Asien, die alle einzigartig gestaltet sind und die landesüblichen Pflanzen beinhalten.

   7. Schönstes Gebäude in San Francisco?

IMG-20180629-WA0004

Um beim grünen Themenbereich zu bleiben: Das Gewächshaus Conservatory of Flowers ist wundervoll! Eins der Gebäude, die einen schon im Vorbeifahren beeindrucken, egal ob es an der schneeweißen Wintergartenkonstruktionen, den goldenen Statuen im Garten oder den bunten Blumenbeeten davor liegt. Es ist von innen mindestens genauso schön wie von außen mit den meterhohen Decken, wild durcheinander beschrifteten Blumenschildern und liebevoll eingetopften Hängeblumen. Es gibt versteckte Figuren und Teiche und einen winzigen Shop, der Blumensamen „vertickt“. Alle Grünanlagen sind übrigens nicht weit voneinander entfernt, sodass man sie ganz gut ablaufen kann. In der Nähe befindet sich sonst auch noch das Sciencemuseum, falls man sich zwischendurch mal abkühlen will.

   8. Guter Aufenthalt mit Kindern?

IMG_1140

Das Exploratorium an der Fisherman`s Wharf ist ein Entdeckungsmuseum zu allen möglichen Bereichen, wie Biologie, Technik, Physik und Chemie. Es kann wirklich voll werden, aber normalerweise findet man immer einen Bereich in dem man starten kann und es gibt zu jedem Experiment Schilder zu den Eckdaten (Erfinder, Forschungsrichtung, Daten usw). Es geht manchmal um Geschicklichkeit, dann um Spiegelreflexe oder Reaktionsmessung – ein Kind kann mit Sicherheit den ganzen Tag hier drin verbringen, ohne sich je groß zu langweilen. Das Museum macht auch als Erwachsener Spaß, aber wenn man von so vielen Schulkindern umgeben ist, ist es vermutlich die bessere Variante unter der Woche zu gehen.

   9. Was sollte man unbedingt gesehen haben?

Abgesehen von einem Gang nach Downtown und dem Park wäre die beste Option ein Musical anzusehen. Das älteste Musical in der Stadt heißt „Beach Blanket Babylon“. Es handelt von Schneewittchen,  das versucht die wahre Liebe zu finden. Egal wie kitschig das auf den ersten Eindruck klingt – das Stück ist lustig, politisch, hat großartige Kostüme mit verrückten Hüten und parodiert sämtliche Stars der damaligen und jetzigen Zeit. Wir hatten selten so unterhaltsame anderthalb Stunden und man sitzt in einem altmodischen Theater mit roten Plüschsesseln, einer Empore und Cocktailkarten.

    10. Bestes Restaurant?

IMG-20180628-WA0019

Von allem was wir probiert haben, war die beste Erfahrung das Roti Indian Bistro, ein indisches Restaurant mit großer Auswahl, Tageskarten und in einer Seitenstraße, die den Lärm außen hält. Falls ihr eine besondere Sache probieren wollt – nehmt den Gobi. Es ist ein gebackener Blumenkohl mit Cremesauce und er schmeckt auch, wenn man normalerweise kein großer Blumenkohlfan ist. Bestes Café? Das Café Zoetrope in einer Seitenstraße vom Financial District, wo man eine Mischung aus französischem, amerikanischem und italienischem Essen bekommt. Abgesehen davon gibt es darin mittig eine kleine Maschine: Wenn man auf sie drückt, bekommt man eine ausgedruckte Kurzgeschichte zum Mitnehmen.

    11. San Francisco liegt im Weingebiet Kaliforniens. Wo kann ich Wein probieren?

IMG_1183

Außerhalb der Stadt gibt es mehrere Weingüter, sobald ihr euch Richtung Napa Valley bewegt. Wir haben eine gute Erfahrung mit Geysirville gemacht, wo man in eine kleine Straße mit mehreren Weinshops einbiegen kann. Die meisten davon bieten kostenloses Weintesten an, was bei den großen Weingütern nicht immer der Fall ist. Besonders nett war die Mercury Winery, die uns eine Weile Informationen über ihr Weinjahr und ihre Herstellung gegeben haben. Wir wurden begeistert von ihrem Hund begrüßt und die zwei Inhaber sitzen mit einem am Tisch und trinken auch mit einem von ihren Proben -stark aber spritzig und eine gemütliche Atmosphäre. Die Fahrt nach Geysirville führt übrigens über die Golden Gate – falls ihr das auch noch abhaken wolltet.

    12. Bester Shop?

Wenn ihr auf der Suche nach einem wirklich interessanten, verwinkelten und ungewöhnlichen Buchladen seid, kann ich City Lights Books empfehlen. Ein wenig indie, an der Ecke zu Chinatown und mit großer Auswahl von internationaler Literatur. Ich kann in Buchläden ja grundsätzlich verloren gehen, aber dieser macht es einem wirklich einfach.

 

Was ist eure Lieblingsstadt in den USA? Wo wolltet ihr schon immer einmal hin?
Preise:

Ubahn: Ca 6$ am Tag, je nachdem wie viele Zonen man fährt, auch mehr.
Cable Cars: Um die 7$ für eine Linie.
Bootstour nach Angel Island: 10$ pro Person
Japanischer Garten: 9$ Erwachsene, 3$ Kinder (Website: http://www.japaneseteagardensf.com/)
Botanischer Garten: 9$ Erwachsene, 6$ Jugendliche und Senioren, 2$ Kinder, 19$ Familien (Website: https://www.sfbotanicalgarden.org/)
Conservatory of Flowers: 9$ Erwachsene, Jugendliche, Senioren & Studenten 6$, Kinder 3$ (Website: https://conservatoryofflowers.org/)
Tretboot am Stow Lake: 28.50$ pro Stunde (Website: https://stowlakeboathouse.com/boats/)
Beach Blanket Babylon: Zw. 30 und 130$ (Website: https://www.beachblanketbabylon.com/)
Exploratorium: 29.95$ Erwachsene, Jugendliche, Studenten und Senioren 24.95$, Kinder 19.95$ (bis 12), Kinder unter 3 frei (Website: https://www.exploratorium.edu/)
Alcatraz: 38$ Erwachsene & Jugendliche, 23.25$ Kind, 35.75$ Renter (Website: https://www.alcatrazcruises.com/)

Tipps:
1) Beach Blanket Babylon (Musical) unbedingt im Voraus reservieren. Am besten mit Parkplatz in der Nähe, da es ziemlich zentral liegt.
2) Bootstour (egal welche) machen, wenn man im Voraus die Preise für die Parkhäuser verglichen hat (sie sind extrem teuer). Am besten ihr fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dort hin.
3) Die Aussichtspunkte sind fast nur mit dem Auto erreichbar. Ansonsten müsst ihr definitv mehr Zeit einplanen, um zu Fuß die Berge zu erreichen.
4) Die Golden Gate Bridge ist zu Fuß überquerbar.
5) Immer eine Jacke oder einen Schal dabeihaben (und am besten auch Sonnenschutz). Man weiß nie genau, wann man was braucht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s