Monumente im Grünen – Wyoming & South Dakota

Achtzehn – Über schaulustige Großmütter, Spearfish Canyon, Devil`s Tower und Mount Rushmore

Nach Yellowstone fahren wir weiter in Richtung Osten, bis man den hoch aufragenden Devil`s Tower in einem ansonsten relativ flachen Land sieht. Der Tower ist das erste historische Monument Amerikas und umgeben von Nadelwald und grünen Feldern. Es handelt sich dabei um einen riesigen Steinklotz aus Magma, der 265 m in die Höhe ragt und dabei so uneben wie nur möglich wirkt. Der Stein ist unglaublich gerade mit geriffelten Seiten und flacher, unbewachsener Krone. Wenn man zwischen den Hügeln zum Turm hinauf fährt, kann man auf der Fahrt vereinzelt Personen ausmachen, die an den Seiten klettern. So verrückt wie das auch aussehen mag, es ist offensichtlich möglich, eine so steile Fläche zu erklimmen. Als wir auf den Turm zulaufen, sitzt eine Rentnerin auf einer Bank davor und beobachtet die Kletternden. Auf unseren Blick in Richtung Turm, zuckt sie nur die Achseln und sagt: „Mal gucken, wer heute stirbt.“ Da fragt man sich schon, wie häufig das vorkommt und wie häufig sie vor diesem großen Stein hockt. Um den Turm herum führt auch ein Pfad, der fast kreisrund und von riesigen Gesteinsbrocken umrahmt ist. Der Tower war früher nämlich noch um einiges höher und hat über die Jahre einiges an Stein verloren. Das ändert allerdings nichts an dem beeindruckenden Ausmaß, das er noch immer hat. Und es lässt einen mit beunruhigtem Gefühl zurück, wenn weit in der Höhe jemand über deinem Kopf herumklettert. Der Turm gilt übrigens auch als ursprünglicher Ort der Grizzlybären und wird von den Indianern bis heute als heilig empfunden. Man kann dort Touren besuchen, die von den Mythen rund um den Berg erzählen oder an Rangerprogrammen teilnehmen, die einen Überblick über die Gegend geben.

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Nicht weit von Devil`s Tower liegt der Spearfish Canyon. Es ist eine unglaubliche grüne Gegend mit vielen Blumen, unterschiedlichen Bäumen und hohen Felswänden, an denen zum Teil Wasser aus den Bergen hinunterrinnt. Man sieht hin und wieder kleine Wasserfälle und am Rand geparkte Autos, wo viele Pfade in den Canyon führen. Der Canyon hat so viele Serpentinen und ist so verwinkelt, dass man die Roughlock Falls fast nicht findet. Aber ihr solltet euch unbedingt die Mühe machen sie zu suchen, da die Anlage mit den Wasserfällen relativ neu angelegt ist und man einen langen Pfad am Wasser entlanglaufen kann.

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Der Park hat mehrere Stellen, wo man picknicken oder baden kann. Und natürlich sind die Hauptsicht die Roughlock Falls oder Bridal Veil Falls, die man von mehreren Plattformen aus sehen kann. Es gibt nur wenige Orte, an denen man so abgekapselt und entspannt sitzen kann und wo man nichts anderes als Wasserrauschen hört. Wir waren bei fast vierzig Grad in der Gegend und trotzdem war die Temperatur in diesem Park noch erträglich. Spearfish Canyon liegt übrigens in einem Areal mit unglaublich vielen Attraktionen. Nördlich Devil`s Tower, südlich die Badlands (Berge, die so bunte Steine haben wie eine Marswelt), westlich mehrere Tropfsteinhöhlen und östlich die Monumente Crazy Horse und Mount Rushmore. Alles zusammen ist nicht an einem Tag machbar, aber dafür kann man, wenn man in der Gegend übernachtet, mehrere Sachen sehen ohne die Hotels zu wechseln. Wir hatten leider den Zeitdruck, weiter in Richtung Ohio zu fahren und hatten schon eine Weile für den Tower und den Canyon gebraucht.

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Aber was wäre eine USA Tour ohne Mount Rushmore? Es ist vermutlich das bekannteste Denkmal in den USA und auch in unzähligen Filmen und Dokumentationen zu sehen. Die vier in Stein gemeißelten Präsidentenköpfe sind auch schon von weitem grob zu erkennen, wenn man hoch in die Berge fährt und danach Ausschau hält. Es ist schwer zu sagen, ob wirklich Mount Rushmore oder nicht doch die Natur darum herum das eigentliche Highlight ist, denn die Natur selbst ist wunderschön. Die Orte haben Westernsaloons, es gibt kleine Museen und in den Wäldern liegen versteckt einige Blockhäuser. Mount Rushmore selbst kostet keinen Eintritt – hat dafür aber eine Parkplatzgebühr, die auch für einen kurzen Stop schon fällig wird.

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Wir stehen letztendlich vor einem großen Steingebäude mit einer Allee aus Marmor, in den die Namen der einzelnen Staaten und ihre Einstiegsdaten eingelassen wurden. Über unseren Köpfen hängen die einzelnen Flaggen der Staaten und auf großen Informationstafeln stehen die Namen derjenigen, die beim Bau des Monuments geholfen haben. Der Künstler Gutzon Borglum entwickelte 1927 das Design für die vier Präsidenten, die seiner Meinung nach die einzelnen Epochen des Landes prägten. Es hat letztendlich 400 Arbeiter gebraucht, um das Denkmal in 14 Jahren fertigzustellen. Von da an kann man Lincoln, Jefferson, Washington und Roosevelt in Stein gemeißelt betrachten.

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Die Wand, die sich vor einem erstreckt, ist jedenfalls massiv und die Köpfe sehen noch um einiges größer aus, als auf den offiziellen Bildern, die man sonst so sieht. Abgesehen davon ist es wirklich erstaunlich, wie detailgetreu die Gesichter sind. Am überraschendsten ist übrigens eine riesige Bühnenanlage unterhalb der Gesichter am Fuß des Berges, die ihr von der Grand View Terrace aus sehen könnt. Es ist eine Freilichtbühne in Arenaanordnung und stellt euch vor, wie der Klang in den Bergen sein muss! Ich wünschte, ich hätte Zeit gehabt, ein Konzert hier zu besuchen. Man kann übrigens auch hier einen „Presidential Trail“ in die Bergen laufen und kommt so näher an die Gesichter heran. Und wenn man am Schluss eine Pause machen will, kann man sich im Café neben den Staatssäulen noch ein Eis oder ein Stück Kuchen holen.

 

Welches Zeichen repräsentiert für euch Amerika?

Preise:
Devil’s Tower: 20$ (pro Fahrzeug, ohne Jahrespass)
Website: https://www.nps.gov/deto/index.htm
Mount Rushmore Parkplatz: 10$
Website: https://www.visittheusa.de/destination/mount-rushmore-national-memorial

Ein Kommentar zu „Monumente im Grünen – Wyoming & South Dakota

  1. Übrigens wurden Szenen des berühmten Hitchcock Films „Der unsichtbare Dritte“ -( North by Northwest – ) am Mount Rushmore gedreht. Cary Grant klettere am Schluss des Films zusammen Mit Filmpartnerin Eva Maire Saint bis auf die Präsidentenköpfe , um den Verfolgern zu entkommen. Grüße Ma und Paps

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