9 Ziele auf dem Weg nach Florida – Ab South Dakota

Neunzehn – Über Grandfather Mountain, Konzerte in Amerika und die Everglades in Florida

Wie ihr dem Titel entnehmen könnt, haben wir hier streckentechnisch einen großen Sprung gemacht. Ich wollte dennoch alles in einen Beitrag fassen, da wir überall nur kurze Stopps auf dem Weg machen konnten. Übrigens hat sich das Wetter auch ganz schön auf unserem Trip zur Ostküste verändert. Die Hitze ist geblieben, aber dafür wurde es tropisch heiß und wir bekamen plötzliche Regenschauer ab, die sich wie ein Monsun über die Autobahn ergossen. Auf dem Weg zu Amerikas „Sunshine State“  haben wir auf jeden Fall einige sehenswerte Orte entdeckt.

Eins: Sioux Falls (South Dakota)

IMG_0235
Unser erstes Ziel war es, für ein Konzert nach Cincinnati zu gelangen. Der Weg durch South Dakota, Indiana und bis nach Ohio hat sich aber eine Weile hingezogen und wir haben ziemlich spontan in Sioux Falls gestoppt. Auf den ersten Blick ist das Städtchen nichts Besonderes, aber wenn man beim Navigationssystem den „Falls Park“ eingibt, gelangt man ziemlich schnell an einen beeindruckenden Aussichtspunkt. Vor einem erstreckt sich ein breites Flussbett mit mehreren Wasserfällen, die sich zwischen rotem Gestein hindurch schlängeln und mit ziemlichem Tosen unter den Brücken der Parkanlage entlang gleiten. Im Park sieht man außerdem die alte Mühlenanlage, ehemalige Arbeiterhäuser und es gibt ein Gebäude mit kostenlos zugänglichem Aussichtsturm, wo man von einer hohen Plattform aus das ganze Gelände überblicken kann. Zu empfehlen ist auch das Sioux Falls Overlook Café in einer alten Steinhalle, von dem aus man direkt aufs Wasser und die Brücken sehen kann. Es gibt dort übrigens auch sehr guten Kuchen und fürs schnelle Mittagessen Sandwiches und Avocadotoast.

Zwei: Cincinnati (Ohio)

IMG-20180715-WA0008Wir sind nach Ohio gefahren, um ein Konzert in Cincinnati von Lindsey Stirling und Evanescence anzusehen. Es war überraschend, wie klein Ohio verglichen mit all den anderen Staaten ist. Zumindest braucht man nicht so lange, um ihn zu durchfahren. Cincinnati selbst erscheint ziemlich verwinkelt und auch etwas unübersichtlich, aber die Gebäude sind schön und es gibt viele kleine grüne Inseln rund um die Stadt. Auf einer davon fand dann auch das Konzert im Riverbend Music Center statt, wo wir uns am Abend einfinden mussten. Das war auf jeden Fall eine super Erfahrung mit zwei Bands plus Vorband, die alle zusammen fast drei Stunden gespielt haben. Außerdem sind die Amerikaner ein sehr begeistertes Publikum, was mittanzen, grölen und singen angeht. Würde es jederzeit wieder mitmachen!

Drei: Lost River Cave (Kentucky)

IMG-20180716-WA0000Ja, im Staat Kentucky gibt es mehr als nur Kentucky Fried Chicken…es gibt auch nicht frittierte Hühner! (Okay, Spaß). Wir sind von Ohio einen Staat weitergefahren, um zum Lost River Cave zu kommen, etwas, das Stefan seit Beginn der Reise machen wollte. Amerika hat ein großes Höhlensystem, aber nicht viele davon beinhalten Wasser. Der Lost River Cave hat allerdings einen unterirdischen See mit kleinem Wasserfall und liegt auch nicht allzu weit entfernt von den Mammoth Caves, dem weitläufigsten Tunnelsystem der Erde. Als wir bei der Höhle ankommen, ist es tropisch feucht und in der Luft hängt noch der Regen der letzten Tage. Irgendwie macht das den Ort nur noch mystischer mit all dem Dampf und Nebel. Man spaziert ein Stück zwischen den Bäumen hindurch ins angrenzende Tal, wo der Eingang zur Höhle liegt und man an einem Fluss entlang läuft. Die Höhle sieht aus wie aus einem Abenteuerfilm, sie wirkt relativ hoch, aber man kann nicht in sie hineinsehen und vor ihrem Eingang befindet sich ein altes Mühl-Häuschen. Daneben, im Eingangsbereich unter den den Felsen, ist eine steinerne Plattform erkennbar über der ein gläserner Kronleuchter hängt. Es ist ein überraschend schöner Kontrast, den man sicher nicht häufig sieht. Am interessantesten ist allerdings die Geschichte dahinter. Die Plattform diente ursprünglich als Bar und war einer der beliebtesten Ausflugspunkte der damaligen Zeit. Die Leute liefen abends den steilen Klippenweg hinunter, um dort tanzen zu gehen und auch im Sommer blieb die Bar dank der Höhle immer schön kühl. Den anderen Barbetreibern oberhalb der Höhle hat das Ganze allerdings nicht gefallen und sie haben so lange auf den damaligen Bürgermeister eingeredet, bis dieser das Gesetz erließ, dass unterhalb des Straßenlevels kein Alkohol mehr verkauft werden darf. Dem Erfolg der Bar in der Höhle, tat dies allerdings keinen großen Abbruch. Sie verlegten ihr Hauptquartier nach oben an den Straßenrand, aber zum Tanzen gingen die Leute weiter den Pfad nach unten – später auch fürs Ausnüchtern bekannt. Wer die Stufen des Treppenabschnitts nicht mehr hoch kam, musste bis zur Ausnüchterung unten bleiben. Die Bar ist heute allerdings geschlossen. Der Lost River Cave wird nun von einer Non-Profit-Organisation geleitet und gereinigt, man kann die alte Bar, die Plattform und die Bühne aber für Hochzeiten mieten.
Mit dem Boot sind wir schließlich mit Tourführer in die Höhle hinein gefahren. Wir hatten erstmal ein kurzes Schockmoment, als wir gemerkt haben, wie tief die Decke über dem Wasser hängt und wie weit man den Kopf einziehen muss. Die Tour an sich geht nur fünfundzwanzig Minuten, aber es ist sehr beeindruckend wie hoch die Höhle ihrer Mitte ist und wie sehr es rauscht, wenn man in Richtung Wasserfall kommt. Stalaktiten und Stalagmiten gibt es nur kleine, da viele durch Überflutungen zerstört wurden. Dafür kann man die Gesteinsschichten genau erkennen und wenn man Glück hat, sieht man ein paar Frösche, die mit der Flut hinein gekommen sind.

Vier: Grandfather Mountain (North Carolina)

IMG_0245
North Carolina ist definitiv einer der grünsten Staaten, die wir durchfahren haben und ein absolutes Muss für jeden, der die Ostküste macht. Wir waren einen Tag in Gegend der Blue Ridge Mountains, wo der Grandfather Mountain liegt. Es ist der höchste Berg in der Umgebung, auf den die Mile High Swinging Bridge gebaut wurde, die eine 360 Grad Sicht über die Gegend gibt und eine Meile über der Erde thront. Es ist eine Hängebrücke mit Stahlgeländern, die einen über die Täler und anderen Berge der Gegend sehen lässt. Man gelangt über sie zu mehreren großen Felsbrocken, auf denen man bequem sitzend ein Buch lesen oder einen Snack essen kann. Besonders empfehlenswert ist dabei der Pfad vom Parkplatz aus, der zwar steil ist, aber sehr außergewöhnlich, weil man nur über riesige Steinklötze läuft, die wie Treppen angeordnet sind. In dem Park gibt es außerdem noch ein Museum, das über die Tiere der Gegend erzählt und ein Habitat mit Bären, Elchen und Berglöwen.

Fünf: Blowing Rock (North Carolina)

IMG_0279
Wenn ihr gerade schon in der Gegend seid…. fahrt die paar Extrameilen nach Blowing Rock. Der Ort liegt mitten in den Bergen und ihr erreicht ihn über eine der schönsten Strecken Amerikas, den Blue Ridge Parkway. Wenn es irgendeinen Ort gibt, der fotogener ist, würde es mich schwer wundern. Die Häuser sind alle klein und bunt, es gibt eine hübsche Shoppingmeile mit weißen, aneinandergereihten Häusern, einen Park mit Pavillon und viele gotisch-aussehende Kirchen. An der Hauptstraße kann man viele Cafés finden, die selbstgemachtes Eis und Fudge verkaufen und es gibt einige versteckte Läden in den Untergeschossen der Gebäude. Ich hoffe, ich schaffe es nochmal in die Gegend zurückzukommen.

Sechs: Charlston (South Carolina)

IMG_0287
Die Stadt ist hauptsächlich bekannt für ihre alten Plantagenanlagen, die man besichtigen kann. Es gibt außerdem ein historisches Stadtzentrum mit Kolonialhäusern und alten Pferdekutschen. Und es liegt am Meer und hat zum Teil sogar weißen Sandstrand. Wir haben uns ein bisschen an der Küste im Reichenviertel verfahren und es ist unglaublich, wie viele riesige Häuser dort herumstehen und wie auch die neuen Gebäude noch immer etwas vom Kolonialstil der früheren Zeit in sich tragen.

Sieben: Miami (Florida)

IMG_0298
Bei dem tropischen Wetter bin ich ein paar Tage nicht ganz gesund gewesen, weshalb wir nicht allzu aktiv waren. Wir sind durch Jacksonville und Palm Beach gefahren, wo man auf allen Seiten Palmen und Strand sieht. Miami setzt das eigentlich nur fort. Wir waren zwischendurch in Sawgrass Mills, dem drittgrößten Einkaufszentrum Amerikas, wofür man nicht allzu weit ins Zentrum fahren muss. Es ist im Sommer in Florida auch so heiß, dass man es draußen kaum noch aushalten kann. Das Shoppingcenter war auch ziemlich überraschend mit fliegenden, elektrischen Minifeen, einem großen Außenbereich mit der New York Cheesecake Factory und wir haben uns in der Mall unsere Zähne bleichen lassen – ziemlich spontan und nicht komplett weltbewegend, aber auf jeden Fall sehr sichtbar.

Acht: Everglades City (Florida)

IMG-20180722-WA0021
Wer schon einmal in Florida war, weiß, dass sich der Everglades Nationalpark ganz im Süden von Florida befindet. Dort befindet sich die längste Autobahn, die übers Wasser und zu den Inseln The Keys führt. Wir haben dennoch entschieden, bei der Hitze nicht so weit zu fahren und waren stattdessen im Everglades Nationalpark auf Bootstour. Die Everglades sind ein weites Gebiet von kleinen Inseln im Wasser, die alle mit Sträuchern bewachsen sind und zwischen denen fliegende Fische, Seekühe und Krokodile leben. Nicht, dass wir all diese Tiere gesehen hätten, aber über unseren Köpfen sind auf jeden Fall ein paar Flamingos vorbei geflogen.

Neun: Devil’s Den Prehistoric Spring (Florida)

IMG-20180825-WA0004
Dies war ein Ort, den ich seit Reisebeginn sehen wollte. Leider konnte ich ihn nicht komplett besichtigen, weil ich krank war, aber ich komme hierfür garantiert zurück. Devil’s Den ist eine unterirdische Höhle mit See, die glasklares Wasser hat und fast komplett rund ist. Um die Höhle zu besichtigen, muss man dort tauchen gehen und nein, in dieser Gegend ist das nicht zu kalt, da das Wasser im Sommer nie richtig abkühlt. Dafür standen wir bei der Besichtigung im warmen Monsunregen, um von oben immerhin einen Blick nach innen zu erhaschen.

 

Kann einer von euch noch weitere Stopps im Inland oder an der Küste empfehlen?

Preise:
Lost River Cave: 20$ pro Person
Website: https://lostrivercave.org/
Grandfather Mountain & Swinging Bridge: 20$ Erwachsener, 18$ Senior, Kind 12$
Website: https://grandfather.com/things-to-do/mile-high-swinging-bridge/
Everglades Boottour: 35$ pro Person
Website: http://www.evergladesnationalparkboattoursgulfcoast.com/
Devil`s Den Tauchen: Zwischen 15 und 20$, evtl. mehr wenn man dort die Ausrüstung leiht.
Website: http://www.devilsden.com/

Tipps:
1) Devil`s Den für tauchen unbedingt vorher organisieren. Wenn man spontan vorbeikommt, beträgt die Wartezeit bis zu 5h. Man kann sich direkt vor Ort Taucherausrüstung und so weiter ausleihen. Nebendran ist auch ein Campingplatz, wenn man eine Übernachtung plant. Wenn man nur mal das Gelände ansehen will, kann man sich am Shop ein Besucherband holen und von oben in die Höhle hineinsehen. Schnorcheln ist übrigens erst ab 18 erlaubt.
2) Lost River Cave: Ihr braucht keine langen Sachen zum Anziehen in der Höhle, es ist eine der wenigen Höhlen, die eher schwül-warm sind.
3) Grandfather Mountain ist eine echt coole Erfahrung aber auch wirklich teuer für eine Hauptattraktion. Ich würde den Trip nur machen, wenn ich mehrere Tage in der Gegend bin und auf dem Gelände auch das Habitat und das Museum ansehen möchte.

Noch nicht gesehene Attraktionen auf der Strecke, die weit oben auf der Liste stehen:
1) Mall of America (Indiana)
2) Ruby Falls (Tennessee)
3) The Biltmore Estate (NC)
4) Linville Falls (NC)
5) Savannah (Georgia)
6) Downtown Miami (Florida)
7) The Keys (Florida)
8) Georgia Aquarium (Georgia)

Ein Kommentar zu „9 Ziele auf dem Weg nach Florida – Ab South Dakota

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s