9 Ziele auf dem Weg nach Florida – Ab South Dakota

9 Ziele auf dem Weg nach Florida – Ab South Dakota

Neunzehn – Über Grandfather Mountain, Konzerte in Amerika und die Everglades in Florida

Wie ihr dem Titel entnehmen könnt, haben wir hier streckentechnisch einen großen Sprung gemacht. Ich wollte dennoch alles in einen Beitrag fassen, da wir überall nur kurze Stopps auf dem Weg machen konnten. Übrigens hat sich das Wetter auch ganz schön auf unserem Trip zur Ostküste verändert. Die Hitze ist geblieben, aber dafür wurde es tropisch heiß und wir bekamen plötzliche Regenschauer ab, die sich wie ein Monsun über die Autobahn ergossen. Auf dem Weg zu Amerikas „Sunshine State“  haben wir auf jeden Fall einige sehenswerte Orte entdeckt.

Eins: Sioux Falls (South Dakota)

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Unser erstes Ziel war es, für ein Konzert nach Cincinnati zu gelangen. Der Weg durch South Dakota, Indiana und bis nach Ohio hat sich aber eine Weile hingezogen und wir haben ziemlich spontan in Sioux Falls gestoppt. Auf den ersten Blick ist das Städtchen nichts Besonderes, aber wenn man beim Navigationssystem den „Falls Park“ eingibt, gelangt man ziemlich schnell an einen beeindruckenden Aussichtspunkt. Vor einem erstreckt sich ein breites Flussbett mit mehreren Wasserfällen, die sich zwischen rotem Gestein hindurch schlängeln und mit ziemlichem Tosen unter den Brücken der Parkanlage entlang gleiten. Im Park sieht man außerdem die alte Mühlenanlage, ehemalige Arbeiterhäuser und es gibt ein Gebäude mit kostenlos zugänglichem Aussichtsturm, wo man von einer hohen Plattform aus das ganze Gelände überblicken kann. Zu empfehlen ist auch das Sioux Falls Overlook Café in einer alten Steinhalle, von dem aus man direkt aufs Wasser und die Brücken sehen kann. Es gibt dort übrigens auch sehr guten Kuchen und fürs schnelle Mittagessen Sandwiches und Avocadotoast.

Zwei: Cincinnati (Ohio)

IMG-20180715-WA0008Wir sind nach Ohio gefahren, um ein Konzert in Cincinnati von Lindsey Stirling und Evanescence anzusehen. Es war überraschend, wie klein Ohio verglichen mit all den anderen Staaten ist. Zumindest braucht man nicht so lange, um ihn zu durchfahren. Cincinnati selbst erscheint ziemlich verwinkelt und auch etwas unübersichtlich, aber die Gebäude sind schön und es gibt viele kleine grüne Inseln rund um die Stadt. Auf einer davon fand dann auch das Konzert im Riverbend Music Center statt, wo wir uns am Abend einfinden mussten. Das war auf jeden Fall eine super Erfahrung mit zwei Bands plus Vorband, die alle zusammen fast drei Stunden gespielt haben. Außerdem sind die Amerikaner ein sehr begeistertes Publikum, was mittanzen, grölen und singen angeht. Würde es jederzeit wieder mitmachen!

Drei: Lost River Cave (Kentucky)

IMG-20180716-WA0000Ja, im Staat Kentucky gibt es mehr als nur Kentucky Fried Chicken…es gibt auch nicht frittierte Hühner! (Okay, Spaß). Wir sind von Ohio einen Staat weitergefahren, um zum Lost River Cave zu kommen, etwas, das Stefan seit Beginn der Reise machen wollte. Amerika hat ein großes Höhlensystem, aber nicht viele davon beinhalten Wasser. Der Lost River Cave hat allerdings einen unterirdischen See mit kleinem Wasserfall und liegt auch nicht allzu weit entfernt von den Mammoth Caves, dem weitläufigsten Tunnelsystem der Erde. Als wir bei der Höhle ankommen, ist es tropisch feucht und in der Luft hängt noch der Regen der letzten Tage. Irgendwie macht das den Ort nur noch mystischer mit all dem Dampf und Nebel. Man spaziert ein Stück zwischen den Bäumen hindurch ins angrenzende Tal, wo der Eingang zur Höhle liegt und man an einem Fluss entlang läuft. Die Höhle sieht aus wie aus einem Abenteuerfilm, sie wirkt relativ hoch, aber man kann nicht in sie hineinsehen und vor ihrem Eingang befindet sich ein altes Mühl-Häuschen. Daneben, im Eingangsbereich unter den den Felsen, ist eine steinerne Plattform erkennbar über der ein gläserner Kronleuchter hängt. Es ist ein überraschend schöner Kontrast, den man sicher nicht häufig sieht. Am interessantesten ist allerdings die Geschichte dahinter. Die Plattform diente ursprünglich als Bar und war einer der beliebtesten Ausflugspunkte der damaligen Zeit. Die Leute liefen abends den steilen Klippenweg hinunter, um dort tanzen zu gehen und auch im Sommer blieb die Bar dank der Höhle immer schön kühl. Den anderen Barbetreibern oberhalb der Höhle hat das Ganze allerdings nicht gefallen und sie haben so lange auf den damaligen Bürgermeister eingeredet, bis dieser das Gesetz erließ, dass unterhalb des Straßenlevels kein Alkohol mehr verkauft werden darf. Dem Erfolg der Bar in der Höhle, tat dies allerdings keinen großen Abbruch. Sie verlegten ihr Hauptquartier nach oben an den Straßenrand, aber zum Tanzen gingen die Leute weiter den Pfad nach unten – später auch fürs Ausnüchtern bekannt. Wer die Stufen des Treppenabschnitts nicht mehr hoch kam, musste bis zur Ausnüchterung unten bleiben. Die Bar ist heute allerdings geschlossen. Der Lost River Cave wird nun von einer Non-Profit-Organisation geleitet und gereinigt, man kann die alte Bar, die Plattform und die Bühne aber für Hochzeiten mieten.
Mit dem Boot sind wir schließlich mit Tourführer in die Höhle hinein gefahren. Wir hatten erstmal ein kurzes Schockmoment, als wir gemerkt haben, wie tief die Decke über dem Wasser hängt und wie weit man den Kopf einziehen muss. Die Tour an sich geht nur fünfundzwanzig Minuten, aber es ist sehr beeindruckend wie hoch die Höhle ihrer Mitte ist und wie sehr es rauscht, wenn man in Richtung Wasserfall kommt. Stalaktiten und Stalagmiten gibt es nur kleine, da viele durch Überflutungen zerstört wurden. Dafür kann man die Gesteinsschichten genau erkennen und wenn man Glück hat, sieht man ein paar Frösche, die mit der Flut hinein gekommen sind.

Vier: Grandfather Mountain (North Carolina)

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North Carolina ist definitiv einer der grünsten Staaten, die wir durchfahren haben und ein absolutes Muss für jeden, der die Ostküste macht. Wir waren einen Tag in Gegend der Blue Ridge Mountains, wo der Grandfather Mountain liegt. Es ist der höchste Berg in der Umgebung, auf den die Mile High Swinging Bridge gebaut wurde, die eine 360 Grad Sicht über die Gegend gibt und eine Meile über der Erde thront. Es ist eine Hängebrücke mit Stahlgeländern, die einen über die Täler und anderen Berge der Gegend sehen lässt. Man gelangt über sie zu mehreren großen Felsbrocken, auf denen man bequem sitzend ein Buch lesen oder einen Snack essen kann. Besonders empfehlenswert ist dabei der Pfad vom Parkplatz aus, der zwar steil ist, aber sehr außergewöhnlich, weil man nur über riesige Steinklötze läuft, die wie Treppen angeordnet sind. In dem Park gibt es außerdem noch ein Museum, das über die Tiere der Gegend erzählt und ein Habitat mit Bären, Elchen und Berglöwen.

Fünf: Blowing Rock (North Carolina)

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Wenn ihr gerade schon in der Gegend seid…. fahrt die paar Extrameilen nach Blowing Rock. Der Ort liegt mitten in den Bergen und ihr erreicht ihn über eine der schönsten Strecken Amerikas, den Blue Ridge Parkway. Wenn es irgendeinen Ort gibt, der fotogener ist, würde es mich schwer wundern. Die Häuser sind alle klein und bunt, es gibt eine hübsche Shoppingmeile mit weißen, aneinandergereihten Häusern, einen Park mit Pavillon und viele gotisch-aussehende Kirchen. An der Hauptstraße kann man viele Cafés finden, die selbstgemachtes Eis und Fudge verkaufen und es gibt einige versteckte Läden in den Untergeschossen der Gebäude. Ich hoffe, ich schaffe es nochmal in die Gegend zurückzukommen.

Sechs: Charlston (South Carolina)

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Die Stadt ist hauptsächlich bekannt für ihre alten Plantagenanlagen, die man besichtigen kann. Es gibt außerdem ein historisches Stadtzentrum mit Kolonialhäusern und alten Pferdekutschen. Und es liegt am Meer und hat zum Teil sogar weißen Sandstrand. Wir haben uns ein bisschen an der Küste im Reichenviertel verfahren und es ist unglaublich, wie viele riesige Häuser dort herumstehen und wie auch die neuen Gebäude noch immer etwas vom Kolonialstil der früheren Zeit in sich tragen.

Sieben: Miami (Florida)

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Bei dem tropischen Wetter bin ich ein paar Tage nicht ganz gesund gewesen, weshalb wir nicht allzu aktiv waren. Wir sind durch Jacksonville und Palm Beach gefahren, wo man auf allen Seiten Palmen und Strand sieht. Miami setzt das eigentlich nur fort. Wir waren zwischendurch in Sawgrass Mills, dem drittgrößten Einkaufszentrum Amerikas, wofür man nicht allzu weit ins Zentrum fahren muss. Es ist im Sommer in Florida auch so heiß, dass man es draußen kaum noch aushalten kann. Das Shoppingcenter war auch ziemlich überraschend mit fliegenden, elektrischen Minifeen, einem großen Außenbereich mit der New York Cheesecake Factory und wir haben uns in der Mall unsere Zähne bleichen lassen – ziemlich spontan und nicht komplett weltbewegend, aber auf jeden Fall sehr sichtbar.

Acht: Everglades City (Florida)

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Wer schon einmal in Florida war, weiß, dass sich der Everglades Nationalpark ganz im Süden von Florida befindet. Dort befindet sich die längste Autobahn, die übers Wasser und zu den Inseln The Keys führt. Wir haben dennoch entschieden, bei der Hitze nicht so weit zu fahren und waren stattdessen im Everglades Nationalpark auf Bootstour. Die Everglades sind ein weites Gebiet von kleinen Inseln im Wasser, die alle mit Sträuchern bewachsen sind und zwischen denen fliegende Fische, Seekühe und Krokodile leben. Nicht, dass wir all diese Tiere gesehen hätten, aber über unseren Köpfen sind auf jeden Fall ein paar Flamingos vorbei geflogen.

Neun: Devil’s Den Prehistoric Spring (Florida)

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Dies war ein Ort, den ich seit Reisebeginn sehen wollte. Leider konnte ich ihn nicht komplett besichtigen, weil ich krank war, aber ich komme hierfür garantiert zurück. Devil’s Den ist eine unterirdische Höhle mit See, die glasklares Wasser hat und fast komplett rund ist. Um die Höhle zu besichtigen, muss man dort tauchen gehen und nein, in dieser Gegend ist das nicht zu kalt, da das Wasser im Sommer nie richtig abkühlt. Dafür standen wir bei der Besichtigung im warmen Monsunregen, um von oben immerhin einen Blick nach innen zu erhaschen.

 

Kann einer von euch noch weitere Stopps im Inland oder an der Küste empfehlen?

Preise:
Lost River Cave: 20$ pro Person
Website: https://lostrivercave.org/
Grandfather Mountain & Swinging Bridge: 20$ Erwachsener, 18$ Senior, Kind 12$
Website: https://grandfather.com/things-to-do/mile-high-swinging-bridge/
Everglades Boottour: 35$ pro Person
Website: http://www.evergladesnationalparkboattoursgulfcoast.com/
Devil`s Den Tauchen: Zwischen 15 und 20$, evtl. mehr wenn man dort die Ausrüstung leiht.
Website: http://www.devilsden.com/

Tipps:
1) Devil`s Den für tauchen unbedingt vorher organisieren. Wenn man spontan vorbeikommt, beträgt die Wartezeit bis zu 5h. Man kann sich direkt vor Ort Taucherausrüstung und so weiter ausleihen. Nebendran ist auch ein Campingplatz, wenn man eine Übernachtung plant. Wenn man nur mal das Gelände ansehen will, kann man sich am Shop ein Besucherband holen und von oben in die Höhle hineinsehen. Schnorcheln ist übrigens erst ab 18 erlaubt.
2) Lost River Cave: Ihr braucht keine langen Sachen zum Anziehen in der Höhle, es ist eine der wenigen Höhlen, die eher schwül-warm sind.
3) Grandfather Mountain ist eine echt coole Erfahrung aber auch wirklich teuer für eine Hauptattraktion. Ich würde den Trip nur machen, wenn ich mehrere Tage in der Gegend bin und auf dem Gelände auch das Habitat und das Museum ansehen möchte.

Noch nicht gesehene Attraktionen auf der Strecke, die weit oben auf der Liste stehen:
1) Mall of America (Indiana)
2) Ruby Falls (Tennessee)
3) The Biltmore Estate (NC)
4) Linville Falls (NC)
5) Savannah (Georgia)
6) Downtown Miami (Florida)
7) The Keys (Florida)
8) Georgia Aquarium (Georgia)

Monumente im Grünen – Wyoming & South Dakota

Monumente im Grünen – Wyoming & South Dakota

Achtzehn – Über schaulustige Großmütter, Spearfish Canyon, Devil`s Tower und Mount Rushmore

Nach Yellowstone fahren wir weiter in Richtung Osten, bis man den hoch aufragenden Devil`s Tower in einem ansonsten relativ flachen Land sieht. Der Tower ist das erste historische Monument Amerikas und umgeben von Nadelwald und grünen Feldern. Es handelt sich dabei um einen riesigen Steinklotz aus Magma, der 265 m in die Höhe ragt und dabei so uneben wie nur möglich wirkt. Der Stein ist unglaublich gerade mit geriffelten Seiten und flacher, unbewachsener Krone. Wenn man zwischen den Hügeln zum Turm hinauf fährt, kann man auf der Fahrt vereinzelt Personen ausmachen, die an den Seiten klettern. So verrückt wie das auch aussehen mag, es ist offensichtlich möglich, eine so steile Fläche zu erklimmen. Als wir auf den Turm zulaufen, sitzt eine Rentnerin auf einer Bank davor und beobachtet die Kletternden. Auf unseren Blick in Richtung Turm, zuckt sie nur die Achseln und sagt: „Mal gucken, wer heute stirbt.“ Da fragt man sich schon, wie häufig das vorkommt und wie häufig sie vor diesem großen Stein hockt. Um den Turm herum führt auch ein Pfad, der fast kreisrund und von riesigen Gesteinsbrocken umrahmt ist. Der Tower war früher nämlich noch um einiges höher und hat über die Jahre einiges an Stein verloren. Das ändert allerdings nichts an dem beeindruckenden Ausmaß, das er noch immer hat. Und es lässt einen mit beunruhigtem Gefühl zurück, wenn weit in der Höhe jemand über deinem Kopf herumklettert. Der Turm gilt übrigens auch als ursprünglicher Ort der Grizzlybären und wird von den Indianern bis heute als heilig empfunden. Man kann dort Touren besuchen, die von den Mythen rund um den Berg erzählen oder an Rangerprogrammen teilnehmen, die einen Überblick über die Gegend geben.

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Nicht weit von Devil`s Tower liegt der Spearfish Canyon. Es ist eine unglaubliche grüne Gegend mit vielen Blumen, unterschiedlichen Bäumen und hohen Felswänden, an denen zum Teil Wasser aus den Bergen hinunterrinnt. Man sieht hin und wieder kleine Wasserfälle und am Rand geparkte Autos, wo viele Pfade in den Canyon führen. Der Canyon hat so viele Serpentinen und ist so verwinkelt, dass man die Roughlock Falls fast nicht findet. Aber ihr solltet euch unbedingt die Mühe machen sie zu suchen, da die Anlage mit den Wasserfällen relativ neu angelegt ist und man einen langen Pfad am Wasser entlanglaufen kann.

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Der Park hat mehrere Stellen, wo man picknicken oder baden kann. Und natürlich sind die Hauptsicht die Roughlock Falls oder Bridal Veil Falls, die man von mehreren Plattformen aus sehen kann. Es gibt nur wenige Orte, an denen man so abgekapselt und entspannt sitzen kann und wo man nichts anderes als Wasserrauschen hört. Wir waren bei fast vierzig Grad in der Gegend und trotzdem war die Temperatur in diesem Park noch erträglich. Spearfish Canyon liegt übrigens in einem Areal mit unglaublich vielen Attraktionen. Nördlich Devil`s Tower, südlich die Badlands (Berge, die so bunte Steine haben wie eine Marswelt), westlich mehrere Tropfsteinhöhlen und östlich die Monumente Crazy Horse und Mount Rushmore. Alles zusammen ist nicht an einem Tag machbar, aber dafür kann man, wenn man in der Gegend übernachtet, mehrere Sachen sehen ohne die Hotels zu wechseln. Wir hatten leider den Zeitdruck, weiter in Richtung Ohio zu fahren und hatten schon eine Weile für den Tower und den Canyon gebraucht.

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Aber was wäre eine USA Tour ohne Mount Rushmore? Es ist vermutlich das bekannteste Denkmal in den USA und auch in unzähligen Filmen und Dokumentationen zu sehen. Die vier in Stein gemeißelten Präsidentenköpfe sind auch schon von weitem grob zu erkennen, wenn man hoch in die Berge fährt und danach Ausschau hält. Es ist schwer zu sagen, ob wirklich Mount Rushmore oder nicht doch die Natur darum herum das eigentliche Highlight ist, denn die Natur selbst ist wunderschön. Die Orte haben Westernsaloons, es gibt kleine Museen und in den Wäldern liegen versteckt einige Blockhäuser. Mount Rushmore selbst kostet keinen Eintritt – hat dafür aber eine Parkplatzgebühr, die auch für einen kurzen Stop schon fällig wird.

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Wir stehen letztendlich vor einem großen Steingebäude mit einer Allee aus Marmor, in den die Namen der einzelnen Staaten und ihre Einstiegsdaten eingelassen wurden. Über unseren Köpfen hängen die einzelnen Flaggen der Staaten und auf großen Informationstafeln stehen die Namen derjenigen, die beim Bau des Monuments geholfen haben. Der Künstler Gutzon Borglum entwickelte 1927 das Design für die vier Präsidenten, die seiner Meinung nach die einzelnen Epochen des Landes prägten. Es hat letztendlich 400 Arbeiter gebraucht, um das Denkmal in 14 Jahren fertigzustellen. Von da an kann man Lincoln, Jefferson, Washington und Roosevelt in Stein gemeißelt betrachten.

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Die Wand, die sich vor einem erstreckt, ist jedenfalls massiv und die Köpfe sehen noch um einiges größer aus, als auf den offiziellen Bildern, die man sonst so sieht. Abgesehen davon ist es wirklich erstaunlich, wie detailgetreu die Gesichter sind. Am überraschendsten ist übrigens eine riesige Bühnenanlage unterhalb der Gesichter am Fuß des Berges, die ihr von der Grand View Terrace aus sehen könnt. Es ist eine Freilichtbühne in Arenaanordnung und stellt euch vor, wie der Klang in den Bergen sein muss! Ich wünschte, ich hätte Zeit gehabt, ein Konzert hier zu besuchen. Man kann übrigens auch hier einen „Presidential Trail“ in die Bergen laufen und kommt so näher an die Gesichter heran. Und wenn man am Schluss eine Pause machen will, kann man sich im Café neben den Staatssäulen noch ein Eis oder ein Stück Kuchen holen.

 

Welches Zeichen repräsentiert für euch Amerika?

Preise:
Devil’s Tower: 20$ (pro Fahrzeug, ohne Jahrespass)
Website: https://www.nps.gov/deto/index.htm
Mount Rushmore Parkplatz: 10$
Website: https://www.visittheusa.de/destination/mount-rushmore-national-memorial

Näher am Welt(kn)all

Näher am Welt(kn)all

Siebzehn – Über den Yellowstone Nationalpark, Touristentorturen und Thermopolis

Wenn ich einen der irrealsten Orte der Erde benennen müsste, wäre der Yellowstone Nationalpark bestimmt unter den Top 3. Es ist einer jener Orte, wo man hinter jeder Kurve etwas Neues erkennt und nie weiß, welches Wetter man erwarten soll. Stefan und ich fahren um die Mittagszeit in Richtung Westeingang und reihen uns in eine lange Schlange Autos ein. Da Yellowstone mit Yosemite und Grand Canyon vermutlich der bekannteste Nationalpark in den USA ist, ist er auch ziemlich voll. Man sollte definitiv einiges an Zeit einplanen und vorher klären, wo man abends für die nächste Übernachtung sein muss, da es nicht viele Möglichkeiten im und um den Park gibt.

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Yellowstone ist das letzte, intakte Ökosystem der Erde und der älteste Nationalpark der Welt (1872 gegründet). Er enthält Vulkane, Geysire, Flüsse und Seen und es leben Grizzlybären und Wölfe in freier Wildbahn. Ich finde nicht, dass die Berge, an denen wir vorbeifahren, unbedingt nach Vulkanen aussehen. Wenn man aber an die einzelnen Aussichtspunkte auf dem Weg gelangt, erkennt man die Geysire und vor allem die bröslige Vulkanerde. Ein Grund, warum der Park trotz seiner extremen Weitläufigkeit (8987 km² ) trotzdem so überbesucht wirkt, ist die Tatsache, dass man sich mit dem Auto von Punkt A zu Punkt B bewegt. Es gibt zwar Pfade, die man laufen kann, aber die Hauptattraktionen liegen an der Straße und mehr Pfade zu erschaffen, fällt vermutlich wegen dem Vulkanuntergrund weg. Yellowstone ohne Auto? Ziemlich unmöglich – vor allem nicht ohne Tourführer. Die Hauptattraktionen sind glücklicherweise aber sehr übersichtlich gestaltet und man läuft über Holzwege und Plattformen zu Geysiren und Quellen. Bei Letzteren handelt es sich um kleine Krater, in denen kochend heißes Wasser brodelt. Im weißen Vulkansand leuchten sie in allen Farben des Regenbogens und lassen einen mit der Frage zurück, wie die Natur etwas so Unwirkliches zwischen rauem Stein und weiten Nadelwäldern schaffen konnte. Es wäre um einiges glaubhafter, wenn man den Planeten gewechselt hätte. Die unterschiedlichen Farben entstehen dabei übrigens durch Bakterien und Algen, die aufgrund der vulkanischen Quellen entstehen.

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Wir starten bei Madison, wo man nicht weit entfernt mehrere Quellen sehen kann und hellblaues, glasklares Wasser verlockend in der Sonne schimmert. Auf einmal ergeben die Unglücksfälle im Park einen Sinn. Ranger erzählen von Teenagern, die tagsüber den Park besichtigt und sich Stellen zum Baden gemerkt haben, dann abends wiederkamen und sie verwechselten. Das Wasser kann einen am lebendigen Leib kochen – die Schilder auf den Stegen zu beachten, ist also äußerst sinnvoll. Abgesehen von den offensichtlichen Punkten wie dem Boden und dem Wasser, gibt es außerdem viele Wildtiere im Park, auf die man Rücksicht nehmen muss. Man kann in Gebüschen Elche und Hirsche erkennen und oft auch Herden von Büffeln, die durch die Prärie in der Mitte des Parks ziehen. Warum manche Personen ihre zweijährigen Kinder direkt vor einen Büffel setzen oder neben einem auf der Straße halten, um Bilder zu machen, geht zwar nicht ganz in meinen Kopf, aber ist trotzdem weit verbreitet. Ich muss vermutlich nicht erwähnen, dass überall Schilder stehen mit Warnungen, wie sehr man sich den Tieren nähern sollte, oder?

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Aber zurück zu den Vulkanen. Hören tut man eigentlich nur das Puffgeräusch, wenn ein Geysir in die Höhe geht. Riechen kann man beispielsweise den Mud Vulcano am östlichen Ausgang des Parks, der wirklich überirdisch nach Schwefel stinkt und wie ein Urzeitmonster braune Blasen wirft (zumindest stelle ich mir ein Urzeitmonster so vor, aber ich neige ja auch zu B-Movies…).
Durch die aufsteigende Hitze läuft man im Park oft durch Dampfsäulen und merkt dadurch umso mehr, wie heiß es eigentlich in der Umgebung ist. Auch wenn der Wind hin und wieder über die Landschaft fegt, bringt er keine wirkliche Abkühlung, sondern sorgt für weitere Kappen und Hüte, die in den Pools vor sich hinschwimmen oder an Klippen hängen bleiben. Yellowstone ist ein sehr raues Land mit den roten Gesteinsarten aus dem Grand Canyon, grauen Gesteinsbrocken, die an Elefanten erinnern und wildem Wasser, auf dem keiner wagt, eine Bootstour zu machen (obwohl es bestimmt auch einige intelligente Aktionen in diesem Bereich gab).

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Die bekannteste Attraktion ist mit Sicherheit der Old Faithful Geysir, der als einziger Geysir im Park eine Taktung hat und praktischerweise alle 30 Minuten ausbricht. So versammeln sich die Leute im Tal auf langen Bankreihen und erdulden in der Hitze ihr Schicksal bis zum Ausbruch. Der Old Faithful liegt zudem neben einem der bekanntesten Hotels der Welt – oder sollte ich eher sagen, das Hotel liegt neben dem Geysir? Schließlich war dieser eine ganze Weile vorher da. Das Hotel von dem ich rede, ist das Old Faithful Inn. Es ist ein gigantisches Holzhaus gefühlt mitten im Nirgendwo, das bestimmt über sechs Stockwerke hat. Während es von außen riesig und wie ein klassisches Blockhaus wirkt, ist es nach Betreten eine große Überraschung, vor einem filigranen Netz aus Querbalken und tiefhängenden Leuchtern zu stehen. Mit Geigenmusik im Ohr und den Kopf in den Nacken gelegt, kann man über sich einzelne Stockwerke und Plattformen zählen, die viele Sitzplätze erahnen lassen. Man muss kein Gast sein, um eintreten zu dürfen. Es gibt für die Öffentlichkeit einen Souvenirshop und dazu auch ein Restaurant im ersten Stock. Gast zu sein, ist übrigens gar nicht so einfach. Nach allem, was ich gelesen habe, müssen Reservierungen im Durchschnitt mindestens ein Jahr im Voraus erfolgen – es sei denn, manche Personen sagen spontan ab. Ich würde auf jeden Fall empfehlen, einmal hineinzugehen, auch wenn man vielleicht nur einen Tee trinkt und dabei in einem gigantischen Wildledersessel versinkt.

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Um den ganzen Park zu sehen bräuchte man vermutlich mehrere Tage, wenn nicht sogar Wochen. Es gibt auf allen Seiten etwas zu sehen. Besonders schön ist der Morning Glory Pool mit hellblauem Wasser und grellgelbem Rand, der nach einem exotischen Cocktail aussieht. Und beeindruckend ist auch der Devils Thumb, eine Gesteinsformation, aus der wilde Geysire sprudeln und man ein unterirdisches Rumpeln hört. Ich wäre gerne länger davor gestanden, aber es hat von einem Moment auf den nächsten in Strömen zu regnen begonnen und sogar wenn man rennt, landet man durchweicht im Auto.

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Wir waren erst spät auf dem Weg aus dem Park hinaus und die Strecke vom Osteingang Richtung Cody ist bestimmt einer meiner liebsten Streckenabschnitte seit wir unterwegs sind. Weite Klippen ragen rechts und links vor einem auf. Die Felsen sind rot, lila, weiß und zwischendurch erhascht man einen Blick auf glatte Seeflächen und zusammengedrängte Büffelherden. Manchmal sieht man auch kahle Hänge, aber zwischen den abgebrannten Baumstümpfen zieht sich mittlerweile auch  wieder helles, grünes Gras hindurch. Kurz vor dem Ausgang bekommen wir sogar noch einen Blick auf drei Bären, die oben auf einem Felsen hocken und gelangweilt vor sich hin kauen. Logischerweise Grund für viele Touristen mitten auf der Straße anzuhalten, auszusteigen und sich darüber aufzuregen, wie unpraktisch die Bären doch für Fotos stehengeblieben sind (ist ja auch wirklich asoziales Verhalten von ihnen).

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Man fährt bis Cody nach dem Ausgang bestimmt noch anderthalb bis zwei Stunden. Zunächst in Serpentinen Berge hinunter, dann irgendwann durch Täler mit Farmland und vereinzelten Bauernhöfen. Zu unserer Irritation thront auf einem Hügel sogar ein gigantisches Blockhaus im skandinavischen Stil, das ohne wirklichen Zweck mitten im Nichts steht (für Interessierte…. es ist zu verkaufen!). Cody ist wie Jackson Hole eine Westernstadt und ebenfalls nur einer der wenigen Orte auf der östlichen Seite des Parks. Hauptsächlich ist es bekannt für sein Westernmuseum und die Rodeo Arena, in der jeden Abend um 8 Uhr die Rodeo Show losgeht. Man kann die Tribünen gar nicht übersehen, wenn man in den Ort abbiegt, da es mit Abstand das größte Gebäude ist. Es gibt zudem eine lange Hauptstraße mit bunten Shops, Leder- und Sattelzubehör und einigen Restaurants, die ihre Steaks bewerben.

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Eine besondere Sache gibt es übrigens noch auf dieser Seite des Parks. Circa eine Stunde von Cody entfernt befindet sich Thermopolis, eine kleine Gemeinde, die eigentlich nur aus Felsen und drei Thermalbädern besteht. Die Stadt liegt in einem Bergkessel mit hoch aufragendem, rot-grauen Gestein und die Thermalbäder grenzen teilweise direkt an den Berg an. Es gibt zwei Bäder, die Wellnessanwendungen und Rutschen anbieten, weshalb sie meistens relativ voll sind, aber es gibt auch ein öffentliches Bad von Thermopolis. Dieses ist für alle Besucher frei, da die Indianer vor langer Zeit bei der Abgabe ihres Landes verewigt haben, dass es für alle Zeit kostenlos für alle Menschen zugänglich sein muss. Es ist ein kleines Bad mit zwei Becken, aber schön angelegt und völlig ausreichend, wenn man mit Muskelkater in den Beinen eine kurze Pause braucht. Anschließend kann man übrigens noch zwischen den Quellen durch einen Park spazieren und über eine Hängebrücke in die Berge laufen. Und wenn man sich dann genug entspannt hat, kann man in Richtung der sogenannten Badlands weiterziehen.

 

Wart ihr schon einmal im Yellowstone Park? Was waren eure Eindrücke?

Preise:
Yellowstone (mit einem Fahrzeug, ohne Jahrespass): 35$
Website: https://www.yellowstone.org/?gclid=CjwKCAjw8O7bBRB0EiwAfbrTh2ck9IHJgyVCcao_4cidAlPAsAPQpuHty4RZD8QA3QCA2Yyx1oYf2hoCHPAQAvD_BwE

Tipps:
1) Übernachtungstechnisch in der Gegend: Idaho Falls, Rexburg und wenn ihr ein bisschen früher bucht evtl auch Cody oder Jackson Hole.
2) Immer ausreichend Wasser mitnehmen – im Park wird es im Sommer bis zu 45 Grad heiß.
3) Eine Kappe kaufen, die gut sitzt. Damit meine ich, dass sie quasi am Kopf festgetackert werden sollte, ansonsten stehen die Chancen, dass man sie verliert, relativ hoch.

Cross Country: Kalifornien bis Wyoming

Cross Country: Kalifornien bis Wyoming

Sechzehn – Über den 4.Juli, Idaho Falls und den Grand Teton National Park

Für den 4.Juli haben wir beschlossen, ein paar Tage nach Idaho zurückzufahren. Erstens ist man nach vier Wochen „on the road“ mit einem unterschiedlichen Ziel für jede Nacht ziemlich gerädert. Zweitens ist der 4.Juli vermutlich einer der teuersten Tage im ganzen Jahr, was Übernachtungsmöglichkeiten angeht. Wir sind ein Stück den Highway 101 hinaufgetingelt, um in einem Weingut zu stoppen und den Küstenort Mendocino zu sehen, der unglaublich idyllisch auf Klippen thront. Er hat viele uralte Häuschen mit verschnörkelten Veranden, ausgebaute Wassertürme und kleine Restaurants, über denen Möwen kreisen und wo man auf Dachterrassen sitzen kann.

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Anschließend haben wir den angeblich schnellsten Weg durch die Shasta Trinity Mountains  gewählt und falls ihr das jemals geplant hattet – TUT ES NICHT. Ich hatte das schlimmste Beifahrererlebnis aller Zeiten mit drei Stunden Serpentinen, schlechten Straßen, Asphalt-Absenkungen und konfusem Licht. Nach einer Stunde war mir so schlecht, dass wir sicherheitshalber im Nichts anhalten mussten. Glücklicherweise war der Rest der Strecke dann um einiges machbarer, wenn auch ziemlich trocken.
Eine interessante Station auf dem Weg nach Boise ist außerdem der Lake Abert in Orgeon; ein Alkalisee umrundet von Bergen und mit viel Schilfgras. Lange durch die Gegend würde ich dort aber nicht laufen, da es unglaublich nach Fisch und Salz stinkt (der Geruch davon hat sich sogar danach noch einen Tag im Auto gehalten). Den Unabhängigkeitstag haben wir dann in Idaho City verbracht. Morgens zieht eine Parade mit mehreren Pferden und Wagen durch den Ort, an einigen Stellen wird Mittagessen angeboten und am Abend versammelt man sich auf dem örtlichen Fußballfeld für ein Feuerwerk.

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Ich muss allerdings dazu sagen, dass wir uns davor mit Barbecue vollgestopft hatten, denn es dauert eine Weile bis es dunkel wird und die Feuerwehr mit dem Zünden beginnt. Die paar Tage im Inland sind auf jeden Fall eine gute Verschnaufspause bis wir spontan Konzerttickets kaufen und dafür nach Cincinnati in Ohio aufbrechen müssen. Zum Glück haben wir Zeit, ein paar Ziele auf dem Weg mitzunehmen. Die erste Überraschung auf der Strecke ist Idaho Falls. Circa vier Stunden von Boise entfernt erstreckt sich ein überraschend hübsches Städtchen in der Wüste mit Grünanlagen und einem Fluss, der durchs Zentrum läuft. Wer den Stadtnamen gelesen hat, kann sich jetzt auch denken, dass besagter Fluss wirklich einen Wasserfall enthält. Es gibt eine lange Wasserfallfront entlang der westlichen Stadthälfte und man kann durch einen schick angelegten Park spazieren und die Wasserfälle begutachten.

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Besonders schön ist die Szenerie bei Sonnenuntergang, weil nicht mehr zu viele Personen unterwegs sind und man genug Raum hat, um ans Ufer zu gehen. Auf dem Weg kann man sich einen „Slushy“ holen, das absolut künstlichste Eisgetränk der Welt in Geschmackssorten wie „Tropical Sunshine“ (vielleicht hätte der Name mir Warnung genug sein sollen, aber bei circa 35 Grad in der Sonne war das meinem Gewissen reichlich egal… zumindest bis ich das leuchtend rote Getränk dann im Becher überreicht bekam).

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Stefan und ich sind dann ein weiteres Stück dem Fluss gefolgt, bis wir vor einem schön angelegten japanischem Garten stehen mit moosüberzogenen Flächen, kleinen Bächen und Brunnen und Holzpavillions. Von hohen Steinvorsprüngen und Brücken kann man auf den Fluss unter sich sehen. Und wie in allen Ländern der Welt, entdeckt man auch hier gebräunte Typen in Badehosen, die sich unter den Brücken entlang hangeln. Der Garten wurde zur Freundschaft mit Japan errichtet und es ist erstaunlich, wie viele Menschen auch abends noch darin unterwegs sind und Fotos machen. Im Hintergrund sieht man den leuchtend orange-weißen Wasserturm der Stadt und gelangt durch den Park nach Downtown. Bei der Hitze und nach meinem fabulös-klebrigen Slushy, machen wir einen Stop in einem Irish Pub, um mit etwas weniger „tropischem“ zu kontern.

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Der Pub spielt alte Musikvideos ab, hat eine Bar vollgestopft mit den unterschiedlichsten Getränken und einem gotischen Flair mit gebogenen Deckenbalken und getönten Fensterscheiben. Abgesehen davon gibt es dreifarbigen Käsekuchen, der zum Niederknien i(s)st. Falls ihr die Zeit habt, ist die Stadt auf jeden Fall ein schöner Stopp in Richtung Yellowstone Nationalpark.

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Wir packen am Tag darauf unsere Sachen zusammen und planen unseren Trip zum Grand Teton Nationalpark. Zur Orientierung: Grand Teton ist ein eigener Park südlich von Yellowstone, grenzt aber an diesen an. Es gibt nicht besonders viele Orte in der Gegend, wo man übernachten kann – am bekanntesten ist mit Sicherheit die Westernstadt Jackson Hole, deren Innenstadt wie aus einem alten John Wayne-Streifen aussieht (wenn man mal von den Autos und teilweise sehr luxuriösen Hotels absieht). In der Stadtmitte gibt es einen kleinen Park mit einem Eingangsbogen aus Elchgeweihen, der von Westernveranden und vielen Parkbänken umgeben ist. In den Läden kann man Westernkleidung kaufen und es riecht in den meisten Restaurants himmlisch nach Steak. Während viele Shops durch die Touristen und Hotels ein eher schickes und elitäres Bild mit Markenkleidung zeichnen, gibt es auch die seltsamsten Shops mit den verrücktesten Souveniren. In einem der Läden steht beispielsweise ein gigantischer ausgestopfter Bär für 25 000$, direkt daneben Kung Fu Eichhörnchen mit Samuraiischwertern oder sehr seltsame Tieransammulungen wie rudernde Biber und Rehe.

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Wenn man dann genug verstörende Eindrücke gesammelt hat, kann man sich auf in den Nationalpark machen. Es ist ein weites Land, das sich neben den Grand Teton Bergen erstreckt, die so genannt wurden, weil sie angeblich an Brüste erinnern. Auch im Sommer liegt noch Schnee in den Bergen, was umso abstrakter erscheint wenn man selbst auf den Pfaden im Tal gegrillt wird. Die Landschaft erscheint endlos mit ihren langen Bergketten, Nadelwäldern, Blumenwiesen und Seen und die Anstiege können ganz schön steil werden. Als wir am Jenny Lake ankommen, ist dort bereits die Hölle los und wir finden mit viel Glück einen Parkplatz – natürlich in der Sonne. Der See ist oval mit sehr klarem, dunkelblauen Wasser und mehrere Boote fahren darauf hin und her um die Menschen auf der anderen Seite der Bucht wieder einzusammeln. Motiviert wie wir sind, beginnen wir den Pfad am Wasser entlang zu wandern – und verlaufen uns ziemlich hoffnungslos.

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Schön hoffnungslos, muss ich zugeben, denn wir gelangen zu den Teichen, an denen die Elche normalerweise rasten und laufen durch halb zugewachsene Pfade mit den unterschiedlichsten Wildblumen. Nach einer halben Stunde erreichen wir sogar einen Bergbach, von dessen Brücke aus man die Füße ins Wasser tauchen kann. Im ersten Moment ein ziemlicher Schock, weil es unglaublich kalt ist. Nach unserem Irrtum – wir enden mit Sicht auf die nächstgelegene Landstraße – müssen wir den Weg komplett zurücklaufen und beginnen danach einen steilen Anstieg um die höchste Sicht auf den Jenny Lake zu erklimmen. Die Wasserfläche unter einem scheint auf jeden Fall cool-unberührt, wenn man selbst durch den Wald und über abgesplitterte Steine läuft.

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Einige Teile der Berge bestehen nur noch aus Geröllfeldern, die sich entlang des Sees auf dem Weg zu den „Hidden Falls“ erstrecken. Der Wasserfall ist auf jeden Fall versteckt, man hört das Rauschen lange bevor man die Wasserfälle sieht und es gibt einige Abbiegungen über Brücken, die man dorthin nehmen muss. Die Sicht am Ende ist aber eine ausreichende Belohnung und eine sehr angenehme Abkühlung durch die ganzen Wassersprenkel, die man dort abbekommt. Ich gebe zu – nach unserem Irrweg sind wir nicht mehr motiviert genug, die gesamte Runde um den See zu laufen. Gut zu wissen, dass man von beiden Seiten die Boote nehmen kann. Die Überfahrt dauert nur zehn Minuten und man hat einen schönen Blick auf die umliegenden Berge, Buchten und natürlich das Wasser selbst. Schwer vorstellbar, dass die Natur sich bei unserem nächsten Ziel, dem Yellowstone Park, so sehr von diesem Ort unterscheiden wird.

 

Ich würde mich über ein Kommentar freuen 😉

Preise:
Grand Teton National Park (ohne Annual Pass): 35$ pro Auto
Website: https://www.nps.gov/grte/index.htm

Tipps: 
Außerhalb der Nationalparks schlafen und dafür mehr Fahrtweg in Kauf nehmen, die Preise in Jackson Hole sind wirklich hoch verglichen mit Orten wie Idaho Falls oder Rexburg.

All time favourite – 12 Tipps für San Francisco

All time favourite – 12 Tipps für San Francisco

Falls es nur eine Stadt in Amerika gibt, die ihr gesehen haben solltet, dann ist es San Francisco. Ich schätze, ich habe mein Herz schon beim ersten Mal dort verloren, aber es ist auch schwer, es nicht zu tun, wenn ein Ort so vielseitig und energiegeladen ist. Man trifft an allen möglichen Ecken Straßenmusiker, hört unterschiedliche Dialekte und ist umgeben von Wasser und einigen der längsten Brücken der Welt. Die Stadt ist auch im Sommer noch angenehm kühl durch den Wind, der vom Meer kommt und die Nacht ist glasklar und lässt die Gebäude in den Gassen wie einen Sternenhimmel wirken. Nicht mal der Nebel, der morgens in den Gassen lungert, tut der Sache einen Abbruch. Die Häuser sind so bunt und unterschiedlich, dass sie ohnehin herausstechen und es gehört auch irgendwie zum Flair, eine Jacke mitzunehmen, sogar wenn man sie später vielleicht gar nicht mehr braucht. Stefan und ich haben fünf Tage bei Freunden verbracht und Tagesausflüge unternommen. Vielleicht kann der ein- oder andere ja ein paar Ziele gebrauchen.

  1. Welchen District von San Francisco sollte man unbedingt gesehen haben?

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Diese Antwort kommt vermutlich nicht überraschend, aber Chinatown ist ein Must-See der Stadt. Bequem zu erreichen per U-Bahn (Tagesticket liegt bei 6$), kann man in der Stadtmitte aussteigen und gelangt über einige Shoppingmeilen in den Chinatown-District. Unter einem bunt verzierten Tor hindurch gelangt man hinein in Straßen mit roten Lampionketten, grotesken Statuen und bunten Souveniren wie Hausschlappen mit Katzenköpfen, Pekinghüten und Anhängern, auf denen „San Francisco“ nicht immer korrekt buchstabiert wurde. Man gerät zwischendurch in den Nebel von Kerzen und Räucherstäbchen und in den Läden spielt exotische Meditationsmusik gepaart mit dem ständigen Klingeln der Türglocken.
Man kann an allerlei Imbissbuden Frühlingsrollen mitnehmen oder auf einer der hohen Terrassen auf den Gebäuden zu Mittag essen. Es gibt auf jeden Fall an jeder Ecke etwas zu sehen und zu hören. Wir hatten auch einen sehr amüsanten Moment als wir uns mit unserer Freundin darüber unterhalten haben, wie man 3 Monate von der Arbeit frei bekommt. Letztendlich sind wir zu der Aussage gelangt, dass die meisten Menschen uns vermutlich als Hippies abstempeln werden. Ein komplett Unbekannter hinter uns hat dann spontan: „Dafür steht ihr viel zu sauber aus!“ gerufen. Irgendwie tröstlich.

    2. Wohin sollte man die Cable Cars nehmen?

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San Francisco ist bekannt für seine alten Cable Cars, die nur noch in Downtown verkehren, da die Stadt sie für das neue Straßennetz in vielen Gebieten streichen musste. Sie fahren jetzt hauptsächlich nur noch in zwei Richtungen und man kann beispielsweise in Chinatown die Cable Cars zum Financial District nehmen. Von dort ist es nicht weit und man sieht die größten Gebäude San Franciscos (Transamerica Pyramid, Salesforce Tower usw.), wenn man aus dem Wagen späht.

     3. Was gibt’s an der Fisherman´s Wharf zu sehen?

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Im Großen und Ganzen ist die Fisherman`s Wharf ein sehr langer Abschnitt mit allerlei Attraktionen, wie den ablegenden Booten, Märkten, Museen, Restaurants und der uralten Markthalle. Diese ist mit ihren Minishops ein guter To-Go-Punkt für Mittagessen oder für ein Eis mit so ungewöhnlichen Sorten, wie „Breakfaststarter“. Es gibt darin auch Weinverkäufe, Buchläden, Seifenhersteller und die „Cowboy Creamery“, wo man Käsesorten testen kann. Definitiv ein guter Ort um eine Pause zu machen, vor allem, weil die dicken Mauern die Hitze abhalten.

   4. Wo kann ich ganz San Francisco sehen?

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Wie in den meisten großen Städten gibt es mehrere Gebäude, durch die man auf hohe Aussichtspunkte gelangen kann. Die beste Sicht über die ganze Stadt gibt es aber vom Twin Peaks Mountain oder Mount Davidson, schwer zu übersehen durch eine gigantische Antenne obendrauf, die aussieht wie die Harpune eines griechischen Gottes. Von dort oben könnt ihr alle Seiten überblicken und vielleicht sogar die Golden Gate Bridge im Nebel ausmachen. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, eine Jacke mitzubringen, denn dort oben pfeift der Wind gewaltig vor sich hin. Wer an einem längeren Stop oben interessiert ist, kann sich auf jeden Fall Picknickkorb und Wanderschuhe mitbringen. Es gibt ein paar Wege ganz hoch auf die Berge und Picknicktische überall entlang der Straße.

     5. Welche Bootstour ist empfehlenswert?

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Es gibt zwei, die ich vorschlagen kann. Einmal ist da natürlich Alcatraz, die bedrohlich aussehende Gefängnisinsel, die auf kargen, grau-schwarzen Felsen gebaut wurde und düstere Einblicke in die Geschichte gibt. Seit 1963 ist sie zwar nicht mehr in ihrem ursprünglichen Gebrauch, es wirkt allerdings gar nicht so lange her, wenn man mit Audioguide durch die Gänge mit einsamen Zellen läuft.
Etwas unbekannter dagegen ist Angel Island, eine Insel, die von der Fisherman`s Wharf eine halbe Stunde entfernt ist. Mit dem Boot passiert man Alcatraz, die Golden Gate Bridge und letztendlich auch die reicheren Außenviertel San Franciscos. Angel Island war die ursprüngliche Landestation für viele Immigranten. Sie wurden dort abgesetzt, mussten die Papiere prüfen lassen und wurden auf Krankheiten untersucht, wobei diese Prozesse Wochen bis Monate dauern konnten. Vieles auf der Insel strahlt noch immer diese einsame Trostlosigkeit  aus – vor allem, wenn man die Ankerstation erreicht und die ehemaligen Gebäude sieht. Es ist mittlerweile ein Geisterort mit unglaublich vielen, leerstehenden Häusern, die zum Teil auch vom Militär hinterlassen wurden. Nachdem die Insel für die Immigranten ausgedient hatte, wurde sie vom Militär als Stationspunkt genutzt. Es ist einer der wenigen Orte, bei denen man aktiv sieht, wie die Natur ihn zurückholt und wie schnell der Verfall doch ist, wenn sich niemand kümmert. Weite Wanderwege führen einmal um die Insel herum und sie hat überraschend viele schöne Strände, bunte Wildblumen und einige verlassene Villen, von denen man sich nur zu gut vorstellen kann, wie herrschaftlich sie einmal gewesen sein müssen.

    6. Welche Grünanlagen sind sehenswert?

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Es gibt mehrere Parks in der Innenstadt, aber am sehenswertesten ist mit Sicherheit der Golden Gate Park. Stefan und ich haben zwei Tage darin verbracht und uns ziemlich die Füße platt gelaufen, aber gesehen haben wir immer noch nicht alles. Man kann beispielsweise am Stow Lake ein Tretboot ausleihen und damit am japanischen Garten vorbeipaddeln. Dabei haben wir übrigens einen seltsamen Mann mit zwei winzigen Chihuahuahunden und einer angeleinten Ente mit Windel gesehen (ja, in San Francisco sind schon einzigartige Personen unterwegs…). Oder man geht direkt in den Japanischen Garten, der zwar nicht sehr groß, aber dafür sehr grün ist, kleine chinesische Tempel integriert sowie ein Café, in dem man eine Miso Soup löffeln kann.

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Besonders seltsam ist die kreisrunde Brücke in der Mitte, die wirklich so steil ist, wie sie aussieht und so rund wie ein Fass. Sehr sehr sehenswert ist vor allem der botanische Garten, ein Stück weiter die Straße hinunter. Darin hat man das Gefühl, ziemlich weit von dem Straßenlärm entfernt zu sein und er ist groß genug um für sich alleine zu bleiben oder einen Schattenplatz für ein Picknick zu suchen. Vor allem gibt es mehrere Themenfelder wie Afrika, Frankreich oder Asien, die alle einzigartig gestaltet sind und die landesüblichen Pflanzen beinhalten.

   7. Schönstes Gebäude in San Francisco?

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Um beim grünen Themenbereich zu bleiben: Das Gewächshaus Conservatory of Flowers ist wundervoll! Eins der Gebäude, die einen schon im Vorbeifahren beeindrucken, egal ob es an der schneeweißen Wintergartenkonstruktionen, den goldenen Statuen im Garten oder den bunten Blumenbeeten davor liegt. Es ist von innen mindestens genauso schön wie von außen mit den meterhohen Decken, wild durcheinander beschrifteten Blumenschildern und liebevoll eingetopften Hängeblumen. Es gibt versteckte Figuren und Teiche und einen winzigen Shop, der Blumensamen „vertickt“. Alle Grünanlagen sind übrigens nicht weit voneinander entfernt, sodass man sie ganz gut ablaufen kann. In der Nähe befindet sich sonst auch noch das Sciencemuseum, falls man sich zwischendurch mal abkühlen will.

   8. Guter Aufenthalt mit Kindern?

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Das Exploratorium an der Fisherman`s Wharf ist ein Entdeckungsmuseum zu allen möglichen Bereichen, wie Biologie, Technik, Physik und Chemie. Es kann wirklich voll werden, aber normalerweise findet man immer einen Bereich in dem man starten kann und es gibt zu jedem Experiment Schilder zu den Eckdaten (Erfinder, Forschungsrichtung, Daten usw). Es geht manchmal um Geschicklichkeit, dann um Spiegelreflexe oder Reaktionsmessung – ein Kind kann mit Sicherheit den ganzen Tag hier drin verbringen, ohne sich je groß zu langweilen. Das Museum macht auch als Erwachsener Spaß, aber wenn man von so vielen Schulkindern umgeben ist, ist es vermutlich die bessere Variante unter der Woche zu gehen.

   9. Was sollte man unbedingt gesehen haben?

Abgesehen von einem Gang nach Downtown und dem Park wäre die beste Option ein Musical anzusehen. Das älteste Musical in der Stadt heißt „Beach Blanket Babylon“. Es handelt von Schneewittchen,  das versucht die wahre Liebe zu finden. Egal wie kitschig das auf den ersten Eindruck klingt – das Stück ist lustig, politisch, hat großartige Kostüme mit verrückten Hüten und parodiert sämtliche Stars der damaligen und jetzigen Zeit. Wir hatten selten so unterhaltsame anderthalb Stunden und man sitzt in einem altmodischen Theater mit roten Plüschsesseln, einer Empore und Cocktailkarten.

    10. Bestes Restaurant?

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Von allem was wir probiert haben, war die beste Erfahrung das Roti Indian Bistro, ein indisches Restaurant mit großer Auswahl, Tageskarten und in einer Seitenstraße, die den Lärm außen hält. Falls ihr eine besondere Sache probieren wollt – nehmt den Gobi. Es ist ein gebackener Blumenkohl mit Cremesauce und er schmeckt auch, wenn man normalerweise kein großer Blumenkohlfan ist. Bestes Café? Das Café Zoetrope in einer Seitenstraße vom Financial District, wo man eine Mischung aus französischem, amerikanischem und italienischem Essen bekommt. Abgesehen davon gibt es darin mittig eine kleine Maschine: Wenn man auf sie drückt, bekommt man eine ausgedruckte Kurzgeschichte zum Mitnehmen.

    11. San Francisco liegt im Weingebiet Kaliforniens. Wo kann ich Wein probieren?

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Außerhalb der Stadt gibt es mehrere Weingüter, sobald ihr euch Richtung Napa Valley bewegt. Wir haben eine gute Erfahrung mit Geysirville gemacht, wo man in eine kleine Straße mit mehreren Weinshops einbiegen kann. Die meisten davon bieten kostenloses Weintesten an, was bei den großen Weingütern nicht immer der Fall ist. Besonders nett war die Mercury Winery, die uns eine Weile Informationen über ihr Weinjahr und ihre Herstellung gegeben haben. Wir wurden begeistert von ihrem Hund begrüßt und die zwei Inhaber sitzen mit einem am Tisch und trinken auch mit einem von ihren Proben -stark aber spritzig und eine gemütliche Atmosphäre. Die Fahrt nach Geysirville führt übrigens über die Golden Gate – falls ihr das auch noch abhaken wolltet.

    12. Bester Shop?

Wenn ihr auf der Suche nach einem wirklich interessanten, verwinkelten und ungewöhnlichen Buchladen seid, kann ich City Lights Books empfehlen. Ein wenig indie, an der Ecke zu Chinatown und mit großer Auswahl von internationaler Literatur. Ich kann in Buchläden ja grundsätzlich verloren gehen, aber dieser macht es einem wirklich einfach.

 

Was ist eure Lieblingsstadt in den USA? Wo wolltet ihr schon immer einmal hin?
Preise:

Ubahn: Ca 6$ am Tag, je nachdem wie viele Zonen man fährt, auch mehr.
Cable Cars: Um die 7$ für eine Linie.
Bootstour nach Angel Island: 10$ pro Person
Japanischer Garten: 9$ Erwachsene, 3$ Kinder (Website: http://www.japaneseteagardensf.com/)
Botanischer Garten: 9$ Erwachsene, 6$ Jugendliche und Senioren, 2$ Kinder, 19$ Familien (Website: https://www.sfbotanicalgarden.org/)
Conservatory of Flowers: 9$ Erwachsene, Jugendliche, Senioren & Studenten 6$, Kinder 3$ (Website: https://conservatoryofflowers.org/)
Tretboot am Stow Lake: 28.50$ pro Stunde (Website: https://stowlakeboathouse.com/boats/)
Beach Blanket Babylon: Zw. 30 und 130$ (Website: https://www.beachblanketbabylon.com/)
Exploratorium: 29.95$ Erwachsene, Jugendliche, Studenten und Senioren 24.95$, Kinder 19.95$ (bis 12), Kinder unter 3 frei (Website: https://www.exploratorium.edu/)
Alcatraz: 38$ Erwachsene & Jugendliche, 23.25$ Kind, 35.75$ Renter (Website: https://www.alcatrazcruises.com/)

Tipps:
1) Beach Blanket Babylon (Musical) unbedingt im Voraus reservieren. Am besten mit Parkplatz in der Nähe, da es ziemlich zentral liegt.
2) Bootstour (egal welche) machen, wenn man im Voraus die Preise für die Parkhäuser verglichen hat (sie sind extrem teuer). Am besten ihr fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dort hin.
3) Die Aussichtspunkte sind fast nur mit dem Auto erreichbar. Ansonsten müsst ihr definitv mehr Zeit einplanen, um zu Fuß die Berge zu erreichen.
4) Die Golden Gate Bridge ist zu Fuß überquerbar.
5) Immer eine Jacke oder einen Schal dabeihaben (und am besten auch Sonnenschutz). Man weiß nie genau, wann man was braucht.

Himmel und Hölle – South Lake Tahoe

Himmel und Hölle – South Lake Tahoe

Fünfzehn – Über das BurgerSpa, Vikingshom und Sacramentos Western District

Im nördlichen Teil Kaliforniens, circa auf der gleichen Höhe wie Sacramento und San Francisco, liegt South Lake Tahoe, das Urlaubsziel vieler Kalifornier und Oregonier (ja, sie nennen sich wirklich so). South Lake Tahoe ist vor allem im Winter beliebt, da es rund um den See (Lake Tahoe) Berge mit Skianlagen und viele Skiresorts gibt. Im Sommer kann man die Gondeln benutzen, um auf die Berge zu fahren und dort wandern zu gehen. Oder man schnappt sich ein Kanu, ein Fahrrad für rund um den See oder nimmt an einer Mittags- oder Dinnercruise teil. So idyllisch das alles auch klingt – South Lake Tahoe ist vor allem eins: touristisch (und dadurch auch ziemlich teuer).

Egal wie weit man heraus fährt und die abgelegeneren Motels sucht, welche zu finden, ist nicht gerade einfach. Das Hotel, vor dem wir am Schluss stehen und das im Internet seine „Sauna, Fitnessanlage und Pool“ bewirbt (und auf das wir uns deshalb sehr gefreut haben, weil die Luft nur so steht), hat im Endeffekt nichts vom Angekündigten, dafür aber ein aufgeklebtes „Sorry“-Schild am Pool. Der Pool ist leer, die Sauna nicht geöffnet und im Fitnessraum (ein Kabuff mit zwei Fenstern in der Größe eines Schuhkartons) liegen drei Gewichte. Der Gang zu unserem Zimmer wurde mit einem Teppich ausgekleidet, der verstörend braun-rote Sprenkel aufweist. Ehrlich gesagt, wäre ich beim Blick auf das Gebäude und die zerfetzte Hollywoodschaukel am liebsten sofort wieder umgekehrt, aber die Zimmer sind einigermaßen in Ordnung und noch spontaner in Lake Tahoe zu buchen, treibt die Preise nur noch weiter in die Höhe. Wir sind umgeben von weiteren Hotels, Casinos und nicht weit entfernt von der Strandpromenade mit Luxushotels und Beachbars. Das Wetter ist abends am angenehmsten und wenn man spät vor die Tür geht, trifft man allerlei Leute auf der Straße, die zu Live-Musikveranstaltungen gehen oder zum Strand, denn der orange-rote Sonnenuntergang ist spektakulär und hin und wieder gelangt man auch zu Stellen, an denen man baden gehen kann. Die Essensauswahl in Tahoe ist genauso vielfältig wie die Nationen der Touristen und auch dementsprechend teuer – man kann aber ein paar gute italienische und asiatische Küchen auftreiben. Am wenigsten einleuchten tut mir das sogenannte „BurgerSpa“… mit abgedrucktem Jacuzzi auf dem Schild. Bedeutet das etwa, dass man seinen gegrillten Burger in einer Imbissbude IM Jacuzzi isst?! Ich war zu verstört um es auszuprobieren, aber vielleicht nutzt irgendjemand von euch ja mal die Gelegenheit!
Am schönsten ist eigentlich der Westen von Lake Tahoe, wo man weit hinauf in die Berge fahren kann und einen tollen Blick auf das hellblaue Wasser im Tal bekommt. Die Berge sind teils noch mit Schnee bedeckt und man kann vereinzelt Pfade zwischen ihnen laufen oder auch an der Strecke stoppen, um Bilder zu machen. Der schönste Stopp an der Straße ist vermutlich Vikingsholm am Emerald Bay, eine kleine, mittelalterliche Festung, die von Laura Knight in den 30ern gebaut und von ihr als Sommerresidenz genutzt wurde. Sie heiratete einen reichen Geschäftsmann, der in der Firma ihres Vaters arbeitete und half ihm und vielen großen Investoren (Wells Fargo, Union Pacific etc.) mit der Buchhaltung, weshalb sie das Geld für ihre zwei Wohnorte und Wohltätigkeitsveranstaltungen nutzte.

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Zu der Anlage führt ein längerer, kurviger und steiler Weg nach unten, wo viele große Bäume stehen und das eigentliche „Haus“ erstmal verdecken. Wenn es dann in Sicht kommt, ist es auf jeden Fall eine Überraschung, etwas wie diese winzige Burg mitten in Kalifornien zu finden. Sie hat je einen großen Turm auf den zwei Hauptseiten und ist eine Mischung aus Stein- und Holzfassaden. Im Endeffekt sieht es vor allem durch die geschnitzten Holzelemente so skandinavisch aus und durch die tiefen Dächer mit ihren verwinkelten Verzierungen. Der Innenhof ist ein großes Viereck, das zum Teil im Schatten liegt – eine von Knights Bedingungen beim Bau war der Wunsch, dass alte Bäume nicht abgeholzt werden dürfen – deshalb stehen sie nun in der Burg und darum herum. Wenn man auf der Frontschwelle des Eingangs sitzt, versteht man auch, warum sie diesen Ort gewählt hat: Es ist mit Abstand der schönste Blick auf den Lake Tahoe. Eine kleine Insel befindet sich nicht allzu weit entfernt im Wasser mit einem kleinen Türmchen darauf. Leute paddeln mit Kanus oder schwimmen im abgesicherten Bereich und das Wasser ist mit Sonneneinstrahlung fast schon türkis. Am schönsten ist die Tatsache, dass rundum nichts verbaut wurde, weil Laura Knight damals die komplette Bucht mit dem Bauland zusammen erwarb. Tickets für die Haustour kann man im Visitor Center erwerben und mit einem Eis in der Hand warten wir darauf, dass es losgeht. Die Gruppen sind meistens nicht allzu groß, aber das ist auch gar nicht so schlecht, da die Decken in der Burg eher niedrig sind und man nicht ganz so viel Bewegungsfreiheit hat, wie von außen angenommen. Die Zimmer sind wie das Äußere mit skandinavischen Möbeln im antiken Stil und hellen Farben gehalten, man bekommt viele Einblicke in Küche, Schlafzimmer und die Wohnanlagen der Bediensteten im Innenhof. Vor allem das Esszimmer ist besonders schön mit großer Glasfront, aus der man direkt zur Insel sieht. Wenn man auch nur ein bisschen Fantasie hat, kann man sich gut vorstellen, wie schön dieser Ort für ihre Übernachtungsgäste gewesen sein muss.

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Die Insel und zuvor erwähnter Burgturm war übrigens eine weitere Idee der Gastgeberin, die regelmäßig eine Teezeit in besagtem Turm anbieten wollte. Letztendlich hat sie es aber nur einmal gemacht, da der Transport von Stühlen und Tischen relativ aufwendig und der Anstieg zum Turm in ihrem Alter zu anstregend war. Außerdem ist es nicht einfach dort mit dem Boot anzulegen. Nach der Tour haben wir die Zähne zusammengebissen und ein völlig überteuertes Kanu für eine Stunde gemietet. Bereuen tue ich es nicht, weil es eine wunderbare Abkühlung bietet, die Hände ins Wasser zu tauchen und eine Stunde ausreicht, um einmal um die Insel zu paddeln und über Land den Turm zu erreichen. Wir haben uns dabei trotzdem ziemlich dumm angestellt, weil wir nicht am besten Punkt geankert haben und die Schuhe an Land zurückgelassen hatten. Aber was soll´s – man kann auch ohne Schuhe nach oben kommen und hat von dort aus einen weiten Blick über Berge, Wasser und natürlich hinüber zu Vikingsholm.

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Der Turm ist dabei wie eine kleine Aussichtsplattform angelegt und nachdem man den Aufstieg durch Gebüsch und unebene Felsen gemacht hat, fragt man sich schon, wie hier früher überhaupt eine Teezeit stattfinden konnte. Nach Laura Knights Tod gab es übrigens zwei weitere Besitzer, letzterer hat Vikingsholm schließlich dem Staat übergeben, damit jeder etwas von der Anlage hat und die Bucht auch in Zukunft nicht zugebaut werden kann.

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Wir beschließen am Tag nach unserem Trip noch die Ostseite des Sees abzufahren, um anschließend nach Sacramento zu tuckern. Ost und West könnten nicht unterschiedlicher sein. Da man im Osten leichter an den See gelangt, ist der größte Landanteil zugebaut mit Hotels, Privathäusern (sehr schicken und teuren Privathäusern) und Wasserparks (wobei man sich fragt, warum so viele Wasseranlagen überhaupt notwendig sind, wenn man so klares Wasser direkt davor hat). Die Leute reihen sich nebeneinander an den Stränden auf, als warteten sie nur darauf, wie die nächste Hotdog-Wurst gewendet zu werden und die Straßen sind so zugeparkt, dass man mit dem Auto kaum durchkommt. Wir sind dann eigentlich ganz froh, als wir das Tal hinter uns lassen und weiter hoch in die Berge fahren.

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Sacramento ist das ziemliche Gegenteil von South Lake Tahoe und das auf allen Ebenen: Es ist flach, hat nicht allzu viele Teiche und die Gebäude erinnern an Kolonialzeiten und harte Arbeit. Das Einzige, was die Städte teilen, ist die enorme Hitze, die über 40 Grad erreicht und es einem schwer macht, sich überhaupt auf irgendetwas zu konzentrieren. Wir sind an Tag eins zugegebenermaßen so ausgeknockt, dass wir im Hotel bleiben und zwischendurch mal zum Pool dackeln. An Tag zwei schaffen wir es dann in den historischen District mit Westernsaloons, der historischen Eisenbahn und dem Hafen, bei dem man auf Restaurantbooten essen und Touren mit ihnen machen kann. Es gibt auch Fahrten mit Kutschen innerhalb des Districts und hin und wieder sieht man auch jemanden, der wirklich wie ein Cowboy gekleidet ist. Der Westernteil ist auf jeden Fall weiterhin gut in Schuss und man erlebt eine bunte Mischung aus Süßigkeitenläden, Souvenirshops (mit durchgeknallten Eisenbahnen) und Restaurants. Besonders beliebt ist hier die „Sacramento-Pizza“, eigentlich einfach nur ein großes Stück Pizza aus fluffigem, dickem Pizzateig, nachdem man sich wie ein aufgeblasenes Michelinmännchen vorkommt.

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Nicht weit entfernt liegt übrigens der Financial District;  man passiert dabei eine goldene Brücke, schicke Hotels und steht am Schluss in einem sehr gepflegten Park mit Blick auf das Staatshaus und die Bibliothek. Vielleicht war es euch auch nicht bekannt, aber Sacramento ist die Hauptstadt Kaliforniens. Ziemlich irritierend, wenn es weitere Riesenstädte wie LA, San Francisco und San Diego gibt. Aber dafür repräsentiert Sacramento ein um einiges älteres Stadtbild und ist allein wegen dem Westernlook einen Blick wert.

 

Welcher Ort ist noch Himmel und Hölle zugleich?

Preis:

Tour Vikingshom: 10$ Erwachsene, 7$ Studenten/Schüler, Kinder freier Eintritt
Parkplatz Vikingsholm (anders kommt man dort nicht hin): 10$ (ganzer Tag)
Website: http://vikingsholm.com/
Kanu leihen am Emerald Bay: 35$ für eine Stunde

Tipps:

1) South Lake Tahoe weiter im Voraus buchen, wenn man wirklich ein gutes Hotel haben möchte.
2) Badesachen mitnehmen, wenn man unten schwimmen möchte oder Kanu fährt – man wird so oder so nass.
3) Schuhe im Kanu mitnehmen. Ist vermutlich angenehmer, als barfuß über die Insel zu laufen.

Zwischen den Elementen

Zwischen den Elementen

Vierzehn – Über die Burney Falls, Lassen Volcanic Park und Bären in zu naher Nähe

Nach unserem Küstentrip haben wir eine Nacht in Redding geschlafen. Es ist eine langgezogene Stadt mitten im Nirgendwo, mit einer unglaublichen Hitze, die vom Boden aufsteigt. Wir haben Glück, dass unser Airbnb einigermaßen klimatisiert ist und der nächste Supermarkt nicht allzu weit entfernt, sodass man sich nicht lange mit den Temperaturen herumschlagen muss. In Redding liegt übrigens der sogenannte „Turtle Bay Exploration Park“, bei dem man Tiere (zum Beispiel Papageien und Schmetterlinge), einen botanischen Garten und einen Baumpark sehen kann. Wir sind auch einmal über die Sundial Bridge gelaufen, die von dem spanischen Stararchitekten Santiago Calatrava designt wurde, an einen Haifisch erinnert und letztendlich 24 Millionen Dollar gekostet hat. Der Boden ist in 200 Tonnen Glas gefasst und man bekommt in der Mitte einen weiten Blick auf den Sacramento River und einen Typen, der „extracool“ Jetski fährt.

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So weit man auch fährt, die Hitze von Redding hält sich beträchtlich lange und kann nach einiger Zeit ziemlich frustrierend sein. Als wir aus der Stadt wegfahren, hat es 40 Grad und wir sind erleichtert, dass es zumindest ein paar Grad kühler am MCArthur Burney Falls State Park ist, der weiter oben in den Bergen liegt und an dem sich mehrere Rangerkinder für ihren täglichen Marsch versammelt haben. Als Stefan im Lederhut an ihnen vorbei marschiert, reißt ein kleiner Junge begeistert den Mund auf und zeigt auf ihn: „Look! He has muscles! He must be a ranger!“
Da sich die eigentlichen Teamleader aber bei der Gruppe versammeln, verlieren wir die Kids relativ schnell aus den Augen und machen uns auf den Weg zu den Burney Wasserfällen. Wir sind uns übrigens einig, dass es sich bei diesen Wasserfällen um die Schönsten handelt, die wir bisher gesehen haben und das hat sicherlich mehrere Gründe.

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Erstens sind sie beeindruckende 40 m hoch und halbkreisförmig und versprühen in die Hitze zumindest einen kleinen Teil ihres Wassers. Zweitens ist das Wasser unwahrscheinlich klar und schwankt zwischen einem tiefen Blau und Türkis hin und her. Und drittens sind es die ersten Wasserfälle, bei denen man nah am Ufer sitzen und die Füße hineinhalten kann. Obwohl es einige auch schon wagen, darin zu schwimmen (mir persönlich kommt es etwas zu kalt vor, aber der Sprühregen ist trotzdem eine angenehme Überraschung. Zu dem Zeitpunkt, wo wir da waren, lag die Temperatur gerade einmal bei 12 Grad). Wir haben Glück bei so gutem Wetter unterwegs zu sein, denn über uns funkelt die Wasserwand und durch die Sonnenstrahlen gibt es allerlei Lichtreflexe auf Wegen und Wänden. Wir folgen dem Fluss circa 20 Minuten entlang, bis wir über eine geschwungene Holztreppe höher in die Berge gelangen und einen Pfad um die gesamten Wasserfälle laufen. Schwer vorstellbar, dass sie vor drei Millionen Jahren mal an einem Ort weiter unten im Tal gewesen sein sollen, so ursprünglich wie sie sich jetzt in den Felswand nesteln. Das Rauschen beim Wandern ist laut, aber eine angenehme Begleitmusik, wenn man an einer der vielen Bänke stehen bleibt, die auf dem Weg aufgestellt wurden und Zitat- oder Namensaufschriften tragen.

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Es ist der ideale Ort um ein Picknick zu machen oder ein Buch zu lesen, solange der Sprühregen nicht zu weit entfernt ist. Wir holen uns im Laden am Parkplatz eine Flasche Eistee und ein paar Snacks und beobachten während des Essens einige träge Eichhörnchen, die durch die Prärie streifen. Danach fahren wir zum circa 40 Minuten entfernten Lassen Volcanic National Park, in dem es Seen, Berge und Geysire zu bewundern gibt und der sich über ein Gebiet von 429 km² erstreckt.  Da wir vom Norden hineinfahren, ist unsere erste Sicht der Manzanita Lake; eine spiegelglatte Fläche mit einigen Ruderbooten darauf. Über den See hinweg und zwischen den Baumgipfeln hindurch, erkennt man dann den Berg Lassen Peak, der durch seine Spitze wie ein Bilderbuchvulkan in den Himmel ragt.

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Es liegt auch immer noch Schnee in den höheren Gebieten und die Luft kühlt während unserer Serpentinenfahrt deutlich ab. Es gibt viele Pfade, die man hoch zu den Berggipfeln nehmen kann, aber wir beschränken und auf die Punkte, die an der Strecke liegen. Zum Beispiel den „Opal-“ und den „Emerald Lake“, die sich durch ihre starken, blauen und grünen Farben deutlich von dem Schnee und unseren kurzen Hosen abheben. Es ist auf jeden Fall eine sehr unwirkliche Sicht mit den Bergen im Hintergrund und kleineren Geysiren, die ihre Rauchfahnen in die Luft puffen.

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Man kann man bei einigen dieser Geysire direkt mit dem Auto halten. Zum Teil brodeln sie wild vor sich hin und stinken höllisch nach Schwefel. Man fragt sich dabei wirklich, wie die Tiere in dieser Gegend überhaupt überleben können, aber offensichtlich gibt es hier die Pika-Maus, Elche, Rehe und auch Bären. Wir übernachten in der rustikalen St Bernhard Lodge, einem Holzhaus mit vielen Querverstrebungen, bunten Vorhängen und einer sehr amerikanischen und gemütlichen Atmosphäre. Den Tag vor der Anreise meldet man sich für das Abendessen an und da wir den ganzen Tag nur durch die Gegend gefahren sind, stehen wir kurz vorm Verhungern. Das Essen ist traumhaft! Auch wenn man keine Zeit zum Übernachten hat, sollte man für Frühstück, Mittagessen oder Abendessen hineinschneien. Es gibt selbstgebackenes Brot oder Croissants als Starter, Salat und mehrere Hauptgerichte, wie zum Beispiel überbackene Kartoffeln mit Pilzen oder Hackbraten mit Kartoffelpüree – im Großen und Ganzen amerikanische Küche, aber sehr liebevoll zubereitet und in essbaren Portionen. Natürlich kann man zum Abschluss auch noch ein Eis bestellen! Abgesehen vom Essen und der Lage, hat die Lodge aber noch einen weiteren, großen Pluspunkt: Im Barbereich steht ein Retro-Pacmanautomat, auf dem man allein oder zu zweit mehrere Runden spielen kann, je nachdem, wie viel Geld man einwirft. Man merkt auf jeden Fall nicht, wie die Zeit vergeht, sondern nur, wie die Münzen ausgehen, aber es ist eine super Beschäftigung mit einem Bier nebendran und ein paar 25er-Münzen in der Tasche.

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Nach einem sehr reichhaltigen Frühstück mit Omelett und gerösteten Kartoffeln machen wir uns auf zu den Devil`s Kitchen Geysiren. Sie liegen abgeschieden in einem Waldstück des Parks und sind nur über eine unbefestigte Straße und eine längere Wandertour zu erreichen. Als wir auf dem Parkgelände ankommen, hat sich eine schaulustige Menge versammelt, um einen Hubschrauber und mehrere Feuerwehrautos bei dem Gästeresort „Drakes Ranch“ zu beobachten. Was wirklich passiert ist, weiß eigentlich niemand. Ein paar Leute behaupten, dass ein Touristenpaar vom Weg abgekommen wäre und von einem Bären angegriffen wurde, aber es kann sich auch nur um Spekulationen handeln. Wir beschließen, uns nicht von der Sache abbringen zu lassen und machen uns auf den Weg. Über Holzplanken, die über Sumpf und durch hohes Gras führen, gelangt man auf eine Ebene mit weitem Blick auf die Berge und das Steppengras darum herum.

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Danach komm ein längerer Abschnitt durch ein Waldgebiet, das einen, trotz des Schattens, nicht sonderlich vor der Hitze rettet und sich stetig steil durch den Park zieht. Es gibt übrigens mehrere Abbiegungen vom Weg, die man nehmen kann, seien es die zur Ranch oder zu den Seen und Bergen in der Nähe. Devil`s Kitchen liegt am Endpunkt der Pfade und ist ein ausgedörrtes, ziemlich freiliegendes Land, in dem Geysire vor sich hinbrodeln und Dampf in die Luft puffen. Im Endeffekt ist das Überraschendste aber die Farbe der Bäche, die man nicht berühren darf (es würde zu Verätzungen, wenn nicht Schlimmerem führen) und die durch die Mineralien in ein seltsames blau-grau getaucht werden.

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Auf dem Weg zurück, stolpern wir fast in eine zusammengerückte Menschenmenge, die ihre Fotoapparate gezückt hat und deren Gesichtsausdrücke zwischen fasziniert und panisch hin und her schwanken. Beunruhigend, wenn ihr Blick dabei in deine Richtung geht. Noch beunruhigender, wenn du auf einmal feststellst, dass keine zehn Meter neben dir ein Bär durch den Wald stapft und in Seelenruhe mehrere Baumstämme auf Futtersuche auseinander nimmt.  Der Bär ist zwar nicht sonderlich groß, aber definitiv groß genug, um dich umzulegen, auch wenn er im Moment nicht so wirkt, als wäre das sein primäres Ziel. Wie wir durch die Menge erfahren, heißt diese Art Bär „California Golden Bear“ und durch seine Größe und Farbe hat er tatsächlich etwas von dem gelben Gummibärchen aus der Haribopackung. Immerhin können wir behaupten, dass wir auf unserem Trip einen Elch gesehen haben und einen Bären, sowie einen Helikopter! Mit so viel Action hatten wir gar nicht gerechnet. Insgesamt hat der Trip übrigens um die zweieinhalb Stunden gedauert. Ich würde ihn nicht nochmal in der Hitze laufen, aber morgens ist es bestimmt schön und man kann fürs Mittagessen bei der Ranch einkehren.
Wenn man zudem nach etwas Besonderem auf der Suche ist, sollte man eventuell im August zum Lassen Dark Sky Festival kommen, das Wanderungen, Diskussionen mit NASA-Mitgliedern und Vorträge zur Sonnenbeobachtung von Astronomen umfasst. Oder man kommt einfach nur um einige der Phänomene zu sehen, die die Milchstraße sichtbar werden lassen.

 

Welchen Park oder Nationalpark könnt ihr empfehlen?

Preise:
1) Redding Turtle Bay Exploration Park: 16$ Erwachsene, Kinder 12$, Senioren 12$
Website: https://www.turtlebay.org/
2) McArthur Burney Falls State Park: 8$
Website: https://camprrm.com/parks/mcarthur-burney-falls-state-park/
3) Eintritt in den Lassen Volcanic Park (ohne Pass): 25$ (pro Auto)
Website: https://www.nps.gov/lavo/index.htm

Tipps:
Die Lodge war ein wirklich schöner Endpunkt vom langen Tag. Ich verlinke deshalb noch einmal die Website hier: https://www.stbernardlodge.com/.