Das Grand Canyon Railway Package – Mit dem Zug zur Schlucht

Das Grand Canyon Railway Package – Mit dem Zug zur Schlucht

Einundzwanzig – Über Fort Worth, den Grand Canyon und Williams

Natürlich kann man die USA nicht bereisen, ohne den Grand Canyon zu sehen – zumindest schaut von den Amerikanern jeder einen etwas irritiert an, wenn man es nicht tut. Von unserem letzten Ziel zum Grand Canyon ist es aber ein drei Tages Trip und wir haben beschlossen, zumindest einen Zwischenstopp einzulegen. So kommt es, dass wir in Fort Worth in Texas pausiert haben und das nicht nur, um behaupten zu können,  ein Steak in Texas gegessen haben. Nein, wir wollten unter anderem dorthin, weil die Fort Worth Stockyards den alten Westernstil mit am besten präsentieren. Die Stockyards liegen außerhalb der eigentlichen Stadt Fort Worth und sind seit den 1910 ein sehr aktives Touristenziel. Es ist eine der wenigen Ausflugsdestinationen, wo man wirklich in den wilden Westen einsteigt. Der ganze Bezirk hat nur altmodische Holzhäuser, Bretterveranden und wild blinkende Reklamelichter, die aber reichlich schräg hängen. Zweimal am Tag werden die Büffel durch die Stadt getrieben und man kann auch, wie der Stadtsheriff, von einem Büffel durch die Gegend getragen werden.

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Oder man wählt die urtümliche Pferdekutsche, die die Hauptstraße hoch und runter fährt. Hin und wieder hört man Gitarrenmusik aus einem Saloon kommen und natürlich hat man eine riesige Auswahl an Westernkleidung und allem möglichen Zubehör, was die Wild-West-Pferde betrifft.

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Die Rodeoarena und das zugehörige Museum sind zu besichtigen oder man geht in den Streichelzoo nahe der ursprünglichen Eisenbahnschienen. Aber natürlich ist unsere Mission unter anderem, ein Steak zu essen und wir entscheiden uns für das Cattlemen`s Restaurant. Dort wird das Steak direkt in dem Raum gegrillt, in dem man isst und das Licht ist so gedämmt, dass man sich wie in einem Pub fühlt. Das Fingerfood ist ebenfalls sehr gut und wir lernen, dass „Hot Rolls“ kleine Brötchen aus Sauerteig sind. Die Amerikaner haben übrigens nicht nur die drei bei uns gängigen Stufen rare, medium und well done für Steaks, sondern eine ganze zusätzliche Skala von Zwischenstufen, die man auf einer Art Thermometer auswählen kann. Wenn man dort isst, merkt man auf jeden Fall, dass sie ihre Steakkunst perfektioniert haben.

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Der Grand Canyon war für uns von Anfang an eins der wirklich großen Ziele. Nicht nur, weil der Canyon weltweit bekannt ist, sondern weil wir vor der Anreise das „Railway Package“ gebucht haben. Es ist eine von den teuren Sachen, für die wir uns entschieden haben, aber nach circa zweieinhalb Monaten „on the road“ waren wir etwas besessen davon, irgendwo ohne Schaben, Ameisen oder Spinnen zu übernachten. Das Paket umfasst ein Hotelzimmer, eine Zugfahrt und Essen und man kann dies über die Eisenbahnwebsite buchen. Es fällt etwas günstiger aus, wenn man die Jahreskarte für den Nationalpark besitzt. Wir kommen jedenfalls morgens in Williams an und können direkt beim Bahnschalter unsere Tickets für den Zug und die Check-In-Karten fürs Hotel und das Essen abholen. Um 10:30 Uhr geht es dann auch schon los. Man fährt mit einer Diesellock für zweieinhalb Stunden Richtung Grand Canyon und kommt dann auch direkt im Rim Village an. Die Fahrt ist nicht unbedingt die Spektakulärste von der Aussicht (obwohl man durchaus mal ein paar Tiere erspähen oder die Berge in der Ferne sehen kann und hin und wieder halbnackte Leute aus ihren Wohnwagen winken sieht). Ich lege euch diese Art an den Grand Canyon zu kommen, aber trotzdem sehr ans Herz. Nicht, dass es nur freie Snacks und Livemusik in diesem altmodischen Zug gibt, nein, man bekommt auch schnell seine Cocktails geliefert, wird per Lautsprecher über die Gegend und die Aktivitäten am Canyon informiert und sitzt richtig bequem in den alten Sitzen. Wir haben uns kein bisschen gelangweilt und die Kinder im Zug hatten eine super Zeit, als sie auf den Instrumenten der Musiker rumklimpern durften. Beim Zug kann man übrigens unterschiedliche Kategorien wählen – da wäre zum Beispiel die normale Passagierklasse (Coach & Pullman Class), die First Class, die Observation Dome Class, die Luxury Dome Class und die Luxury Parlor Class – bei der man sogar nach draußen gehen kann. Wir sind mit der Dome Class zum Canyon gefahren und man sitzt darin hoch erhoben mit Glasdach, es ist schön ruhig und man sieht sehr weit – ich würde es auf jeden Fall wieder so machen.

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Man bekommt übrigens auch Karten zum Grand Canyon im Zug und die alte Zeitung „Territorial Times“, die über die aktuellen Gefahren am Canyon, aber auch über die Entwicklung der Eisenbahn und den Nationalpark im Allgemeinen berichtet. Man erfährt beispielsweise, dass die Bahn seit 1901 in Betrieb ist und 1989, nach 21 Jahren Pause, durch das Ehepaar Biegert wieder für den Tourismus geöffnet wurde. Die Wagen mussten nach der Pause allerdings wieder renoviert werden und es gab viele Reparaturarbeiten betreffend der Gleise.
Am Canyon angekommen fühlt man sich beim Aussteigen einem Hitzeschock ziemlich nahe. Wir sind schließlich zur heißesten Zeit des Jahres dort und Arizona ist nach wie vor dafür bekannt, dass Wüstensträucher durch die Gegend rollen und die Luft sich wie ein Föhn anfühlt. Da man oben nach einem neuen Gesetz keine Wasserflaschen mehr kaufen kann, gibt es entlang des Canyons Wasserspender – ist natürlich praktisch, wenn ihr etwas dabei habt, wo ihr das Wasser hineinfüllen könnt. Nicht auszutrocknen ist gar nicht so einfach, oben am Canyon gibt es nämlich nicht sonderlich viel Schatten. Es ist ein unglaublicher Blick, wenn man die Mauern am Rand der Schlucht erreicht und in eine schier unendliche Weite der unterschiedlichsten Farben blickt. Wenn man nicht selbst auf einer Klippe mit eben diesem Stein stehen würde, wäre die ganze Sache noch irrealer. Und die Farben vor einem wechseln noch mehr, wenn die Wolken über die Schlucht hinwegziehen. Je nachdem wo man steht, kann man violette, rote, orangene und graue Felswände ausmachen, aber der Canyon hat ja auch nicht umsonst den sogenannten „Rainbow Rim Trail“. Es ist ein wahres Naturschauspiel den Wolken zuzusehen, einen Blick auf den Colorado River im Tal zu werfen oder unter den seltenen Bäumen zu stoppen, die ihre knorrigen Wurzeln tief im Felsen vergraben haben. All das wirkt vor allem so beeindruckend, weil der Canyon natürlich sehr groß ist. Er zieht sich fast 450 Kilometer durchs Land und ist fast eine Meile tief. Die Dimensionen sind nur schwer vorstellbar – sogar wenn man direkt davor steht.

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Wie immer an großen Touristenattraktionen sind die unglaublichsten Menschen auf den Pfaden unterwegs. Wir sehen wieder Menschen mit Flip Flops sowie andere in Kostümen. Es gibt sogar ein Paar, das seine vier Hunde im Kinderwagen kutschiert; einer davon hat eine Art eigenes Bobbycar, auf dem er die Hügel hochgeschoben wird. Only in America. Auf dem Weg zu den einzelnen Aussichtspunkten erfährt man übrigens auch viel zu den einzelnen Gesteinsschichten im Canyon, denn diese Steine werden auf Sockeln ausgestellt mit Jahresangaben daneben. Wer mehr Informationen haben möchte, kann natürlich auch ins Visitor Center im Rim Village gehen. Da erfährt man alles über die Bildung des Canyons, die unterschiedlichen Tierarten in der Gegend und über die Touren, die am Canyon angeboten werden. Es gibt auch Informationen zu den Indianern, falls ihr im alten Hopi House vorbeischaut. Aber denkt daran, den Kopf beim Eintreten einzuziehen, denn bekannterweise waren die Indianer nicht sonderlich groß. Das Reingehen ist eine schöne Überraschung, weil man einen guten Überblick über den Indianerschmuck bekommt, Seifen kaufen kann, die direkt in der Gegend hergestellt wurden und Kacheln mit bunten, indianischen Motiven ausgestellt sind. Abgesehen davon hat das Hopi House mit die beste Buchauswahl über den Canyon, zumindest von allen Souvenirshops, die ich gesehen habe.

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Wenn ihr Glück habt, sehr ihr sogar vor dem Eintreten eine der indianischen Musik- und Tanzvorführungen die mehrfach am Tag stattfinden. Zwei Sachen im Canyon Village möchte ich noch erwähnen. In dem Restaurant Bright Angel Lodge befindet sich auch ein Ausstellungsraum für die sogenannten Harvey Girls. Sie gehören definitiv zu meinen Lieblingsthemen aus diesem Urlaub. Die Harvey Girs wurden von Fred Harvey ins Leben gerufen. Mr Harvey war ein junger Mann, der in den 1870er Jahren aus England auswanderte und beschloss, sein Glück in den USA zu versuchen. Er reiste mit der Eisenbahn und war schnell genervt von den Zuständen in den Zügen und der Tatsache, dass es nahe dem Canyon kaum Hotels und Restaurants gab. Seine Vorschläge wurden bei den lokalen Behörden und von den schon existierenden Hotels abgelehnt, er hatte aber Glück und konnte nach einiger Zeit in Santa Fe sein erstes Hotel mit Restaurant errichten. Es war nur eins von vielen, die er über die Jahre hinweg eröffnete. Besonders erfolgreich wurde er schließlich mit seinen „Harvey Girls“. Dabei handelte es sich um junge, intelligente und sehr hübsche Mädchen, die in den Hotels arbeiteten und vom Westen des Landes in die Einöde gebracht wurden. Die Gegend um den Grand Canyon herum war dafür bekannt, dass nur Männer in den Wüstenminen arbeiteten, von Frauen war weit und breit nichts zu sehen. Die Harvey Girls an sich waren also schon Grund genug, um ins Restaurant oder ins Hotel zu kommen. Sie hatten für die damalige Zeit ein gutes Einkommen und Verträge für fünf Monate; viele von ihnen heirateten Siedler und Arbeiter, weshalb die Bevölkerung in der Gegend wachsen konnte.

Zweite Sache, die ihr euch am South Rim anschauen solltet, ist das El Tovar Hotel, das bei seinem Bau zu einem der schickesten Hotels im Süden ernannt wurde und zudem sehr gutes Essen anbietet. Solltet ihr planen, dort essen zu gehen, kann ich nur eine Reservierung im Voraus empfehlen. Es ist vermutlich das teuerste Hotel in der Grand Canyon Gegend, aber wenn euch nach Luxus ist, dann ist es die richtige Wahl und zweifelsfrei hat es eine der schönsten Aussichten überhaupt.

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Auf der Rückfahrt mit dem Zug sitzen wir dann in der First Class. Wir bekommen Countrymusik mit der Gitarre zu hören und werden von Banditen überfallen, die zunächst auf Pferden neben dem Zug herreiten und schließlich sogar aufspringen, um durch die Abteile zu spazieren und uns zu „berauben“. Dicht auf ihren Fersen ist ein schnauzbärtiger Sheriff, der das Abteil mit den Worten: „Have you seen someone who smells like he crawled through a horse and came out at the wrong end?“, betritt. Auch wenn man nicht das Hotel mitbucht, kann man natürlich trotzdem Tickets für den Zug erwerben – wir haben auf jeden Fall nur die beste Erfahrung damit gemacht.

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Wobei wir auch das alte „Railway Hotel“ geliebt haben. Es ist eines der verwinkelsten Gebäude, die wir auf der Reise sehen, aber das tut seiner Eleganz keinen Abbruch. Da es vor wenigen Jahren komplett renoviert wurde, sind alle Zimmer auf dem neuesten Stand und man fühlt sich nach so vielen Wochen unterwegs in den seltsamsten Motels, hier wie im Paradies. Im Gebäude nebenan gibt es dann auch das Abendessen. Es ist ein riesiges Buffet mit Pasta- und Grillstationen und man bekommt musikalische Begleitung durch – will jemand raten? – Countrymusik.

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Wenn ihr schon den Zug nehmt und aus Williams startet, solltet ihr die Stadt unbedingt auch einmal zu Fuß durchqueren. Williams ist vermutlich der bekannteste Ort an der berühmten Route 66 und er hat die vielseitigsten und buntesten Souvenirs, die man sich vorstellen kann. Auf Tankstellendächern thronen alte Autos, die Restaurants haben alle Grillstationen und über die Stadt selbst führt eine Zip-Line in der Form eines Autos. Und falls ihr den Ort Richtung Westen verlasst, kann ich nur empfehlen, einen Halt beim alten „Route 66 Museum“ zu machen, das direkt an der Strecke liegt.

Weitere Tipps für die Gegend? Wie waren eure Erfahrungen am Grand Canyon?

Preise:

Railway Package (Preise variieren je nachdem welche Zugklasse und welche Zimmerkategorie ihr nehmt): Zwischen 450 und 700$ (Paket umfasst Zugfahrt hin und zurück von Canyon, Hotelzimmer und Verpflegung)
Website: https://www.thetrain.com/offers-packages/
Grand Canyon ohne Zug und ohne Jahrespass:
Website: https://www.nps.gov/grca/index.htm

Tipps:

1) Railway Package im Voraus buchen, dann kann man hin und wieder Sparangebote abgreifen.
2) Sonntags fährt statt dem Dieselzug eine alte Dampflock.
3) Falls ihr später im Jahr da seid, gibt es bei der Eisenbahn die Aktion „Polarexpress“, was extrem empfohlen wird und bestimmt besonders mit Kindern ein Highlight ist (uns wurde erzählt, dass sogar Santa Clause hier seinen Auftritt hat).
4) Wasserflasche selbst mit hoch auf den Canyon nehmen – es gibt nur Wasserspender, aber ihr könnt dort keine neuen Flaschen kaufen.
5) Es gibt natürlich noch weitere Ausflugsmöglichkeiten im Canyon. Man kann sie entweder zum Zug-Paket dazubuchen oder sie selbst organisieren. Dazu gehören Touren auf Pferden oder Eseln in den Canyon oder Rafting und Kanu fahren auf dem Colorado River.

Zwischen den Elementen

Zwischen den Elementen

Vierzehn – Über die Burney Falls, Lassen Volcanic Park und Bären in zu naher Nähe

Nach unserem Küstentrip haben wir eine Nacht in Redding geschlafen. Es ist eine langgezogene Stadt mitten im Nirgendwo, mit einer unglaublichen Hitze, die vom Boden aufsteigt. Wir haben Glück, dass unser Airbnb einigermaßen klimatisiert ist und der nächste Supermarkt nicht allzu weit entfernt, sodass man sich nicht lange mit den Temperaturen herumschlagen muss. In Redding liegt übrigens der sogenannte „Turtle Bay Exploration Park“, bei dem man Tiere (zum Beispiel Papageien und Schmetterlinge), einen botanischen Garten und einen Baumpark sehen kann. Wir sind auch einmal über die Sundial Bridge gelaufen, die von dem spanischen Stararchitekten Santiago Calatrava designt wurde, an einen Haifisch erinnert und letztendlich 24 Millionen Dollar gekostet hat. Der Boden ist in 200 Tonnen Glas gefasst und man bekommt in der Mitte einen weiten Blick auf den Sacramento River und einen Typen, der „extracool“ Jetski fährt.

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So weit man auch fährt, die Hitze von Redding hält sich beträchtlich lange und kann nach einiger Zeit ziemlich frustrierend sein. Als wir aus der Stadt wegfahren, hat es 40 Grad und wir sind erleichtert, dass es zumindest ein paar Grad kühler am MCArthur Burney Falls State Park ist, der weiter oben in den Bergen liegt und an dem sich mehrere Rangerkinder für ihren täglichen Marsch versammelt haben. Als Stefan im Lederhut an ihnen vorbei marschiert, reißt ein kleiner Junge begeistert den Mund auf und zeigt auf ihn: „Look! He has muscles! He must be a ranger!“
Da sich die eigentlichen Teamleader aber bei der Gruppe versammeln, verlieren wir die Kids relativ schnell aus den Augen und machen uns auf den Weg zu den Burney Wasserfällen. Wir sind uns übrigens einig, dass es sich bei diesen Wasserfällen um die Schönsten handelt, die wir bisher gesehen haben und das hat sicherlich mehrere Gründe.

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Erstens sind sie beeindruckende 40 m hoch und halbkreisförmig und versprühen in die Hitze zumindest einen kleinen Teil ihres Wassers. Zweitens ist das Wasser unwahrscheinlich klar und schwankt zwischen einem tiefen Blau und Türkis hin und her. Und drittens sind es die ersten Wasserfälle, bei denen man nah am Ufer sitzen und die Füße hineinhalten kann. Obwohl es einige auch schon wagen, darin zu schwimmen (mir persönlich kommt es etwas zu kalt vor, aber der Sprühregen ist trotzdem eine angenehme Überraschung. Zu dem Zeitpunkt, wo wir da waren, lag die Temperatur gerade einmal bei 12 Grad). Wir haben Glück bei so gutem Wetter unterwegs zu sein, denn über uns funkelt die Wasserwand und durch die Sonnenstrahlen gibt es allerlei Lichtreflexe auf Wegen und Wänden. Wir folgen dem Fluss circa 20 Minuten entlang, bis wir über eine geschwungene Holztreppe höher in die Berge gelangen und einen Pfad um die gesamten Wasserfälle laufen. Schwer vorstellbar, dass sie vor drei Millionen Jahren mal an einem Ort weiter unten im Tal gewesen sein sollen, so ursprünglich wie sie sich jetzt in den Felswand nesteln. Das Rauschen beim Wandern ist laut, aber eine angenehme Begleitmusik, wenn man an einer der vielen Bänke stehen bleibt, die auf dem Weg aufgestellt wurden und Zitat- oder Namensaufschriften tragen.

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Es ist der ideale Ort um ein Picknick zu machen oder ein Buch zu lesen, solange der Sprühregen nicht zu weit entfernt ist. Wir holen uns im Laden am Parkplatz eine Flasche Eistee und ein paar Snacks und beobachten während des Essens einige träge Eichhörnchen, die durch die Prärie streifen. Danach fahren wir zum circa 40 Minuten entfernten Lassen Volcanic National Park, in dem es Seen, Berge und Geysire zu bewundern gibt und der sich über ein Gebiet von 429 km² erstreckt.  Da wir vom Norden hineinfahren, ist unsere erste Sicht der Manzanita Lake; eine spiegelglatte Fläche mit einigen Ruderbooten darauf. Über den See hinweg und zwischen den Baumgipfeln hindurch, erkennt man dann den Berg Lassen Peak, der durch seine Spitze wie ein Bilderbuchvulkan in den Himmel ragt.

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Es liegt auch immer noch Schnee in den höheren Gebieten und die Luft kühlt während unserer Serpentinenfahrt deutlich ab. Es gibt viele Pfade, die man hoch zu den Berggipfeln nehmen kann, aber wir beschränken und auf die Punkte, die an der Strecke liegen. Zum Beispiel den „Opal-“ und den „Emerald Lake“, die sich durch ihre starken, blauen und grünen Farben deutlich von dem Schnee und unseren kurzen Hosen abheben. Es ist auf jeden Fall eine sehr unwirkliche Sicht mit den Bergen im Hintergrund und kleineren Geysiren, die ihre Rauchfahnen in die Luft puffen.

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Man kann man bei einigen dieser Geysire direkt mit dem Auto halten. Zum Teil brodeln sie wild vor sich hin und stinken höllisch nach Schwefel. Man fragt sich dabei wirklich, wie die Tiere in dieser Gegend überhaupt überleben können, aber offensichtlich gibt es hier die Pika-Maus, Elche, Rehe und auch Bären. Wir übernachten in der rustikalen St Bernhard Lodge, einem Holzhaus mit vielen Querverstrebungen, bunten Vorhängen und einer sehr amerikanischen und gemütlichen Atmosphäre. Den Tag vor der Anreise meldet man sich für das Abendessen an und da wir den ganzen Tag nur durch die Gegend gefahren sind, stehen wir kurz vorm Verhungern. Das Essen ist traumhaft! Auch wenn man keine Zeit zum Übernachten hat, sollte man für Frühstück, Mittagessen oder Abendessen hineinschneien. Es gibt selbstgebackenes Brot oder Croissants als Starter, Salat und mehrere Hauptgerichte, wie zum Beispiel überbackene Kartoffeln mit Pilzen oder Hackbraten mit Kartoffelpüree – im Großen und Ganzen amerikanische Küche, aber sehr liebevoll zubereitet und in essbaren Portionen. Natürlich kann man zum Abschluss auch noch ein Eis bestellen! Abgesehen vom Essen und der Lage, hat die Lodge aber noch einen weiteren, großen Pluspunkt: Im Barbereich steht ein Retro-Pacmanautomat, auf dem man allein oder zu zweit mehrere Runden spielen kann, je nachdem, wie viel Geld man einwirft. Man merkt auf jeden Fall nicht, wie die Zeit vergeht, sondern nur, wie die Münzen ausgehen, aber es ist eine super Beschäftigung mit einem Bier nebendran und ein paar 25er-Münzen in der Tasche.

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Nach einem sehr reichhaltigen Frühstück mit Omelett und gerösteten Kartoffeln machen wir uns auf zu den Devil`s Kitchen Geysiren. Sie liegen abgeschieden in einem Waldstück des Parks und sind nur über eine unbefestigte Straße und eine längere Wandertour zu erreichen. Als wir auf dem Parkgelände ankommen, hat sich eine schaulustige Menge versammelt, um einen Hubschrauber und mehrere Feuerwehrautos bei dem Gästeresort „Drakes Ranch“ zu beobachten. Was wirklich passiert ist, weiß eigentlich niemand. Ein paar Leute behaupten, dass ein Touristenpaar vom Weg abgekommen wäre und von einem Bären angegriffen wurde, aber es kann sich auch nur um Spekulationen handeln. Wir beschließen, uns nicht von der Sache abbringen zu lassen und machen uns auf den Weg. Über Holzplanken, die über Sumpf und durch hohes Gras führen, gelangt man auf eine Ebene mit weitem Blick auf die Berge und das Steppengras darum herum.

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Danach komm ein längerer Abschnitt durch ein Waldgebiet, das einen, trotz des Schattens, nicht sonderlich vor der Hitze rettet und sich stetig steil durch den Park zieht. Es gibt übrigens mehrere Abbiegungen vom Weg, die man nehmen kann, seien es die zur Ranch oder zu den Seen und Bergen in der Nähe. Devil`s Kitchen liegt am Endpunkt der Pfade und ist ein ausgedörrtes, ziemlich freiliegendes Land, in dem Geysire vor sich hinbrodeln und Dampf in die Luft puffen. Im Endeffekt ist das Überraschendste aber die Farbe der Bäche, die man nicht berühren darf (es würde zu Verätzungen, wenn nicht Schlimmerem führen) und die durch die Mineralien in ein seltsames blau-grau getaucht werden.

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Auf dem Weg zurück, stolpern wir fast in eine zusammengerückte Menschenmenge, die ihre Fotoapparate gezückt hat und deren Gesichtsausdrücke zwischen fasziniert und panisch hin und her schwanken. Beunruhigend, wenn ihr Blick dabei in deine Richtung geht. Noch beunruhigender, wenn du auf einmal feststellst, dass keine zehn Meter neben dir ein Bär durch den Wald stapft und in Seelenruhe mehrere Baumstämme auf Futtersuche auseinander nimmt.  Der Bär ist zwar nicht sonderlich groß, aber definitiv groß genug, um dich umzulegen, auch wenn er im Moment nicht so wirkt, als wäre das sein primäres Ziel. Wie wir durch die Menge erfahren, heißt diese Art Bär „California Golden Bear“ und durch seine Größe und Farbe hat er tatsächlich etwas von dem gelben Gummibärchen aus der Haribopackung. Immerhin können wir behaupten, dass wir auf unserem Trip einen Elch gesehen haben und einen Bären, sowie einen Helikopter! Mit so viel Action hatten wir gar nicht gerechnet. Insgesamt hat der Trip übrigens um die zweieinhalb Stunden gedauert. Ich würde ihn nicht nochmal in der Hitze laufen, aber morgens ist es bestimmt schön und man kann fürs Mittagessen bei der Ranch einkehren.
Wenn man zudem nach etwas Besonderem auf der Suche ist, sollte man eventuell im August zum Lassen Dark Sky Festival kommen, das Wanderungen, Diskussionen mit NASA-Mitgliedern und Vorträge zur Sonnenbeobachtung von Astronomen umfasst. Oder man kommt einfach nur um einige der Phänomene zu sehen, die die Milchstraße sichtbar werden lassen.

 

Welchen Park oder Nationalpark könnt ihr empfehlen?

Preise:
1) Redding Turtle Bay Exploration Park: 16$ Erwachsene, Kinder 12$, Senioren 12$
Website: https://www.turtlebay.org/
2) McArthur Burney Falls State Park: 8$
Website: https://camprrm.com/parks/mcarthur-burney-falls-state-park/
3) Eintritt in den Lassen Volcanic Park (ohne Pass): 25$ (pro Auto)
Website: https://www.nps.gov/lavo/index.htm

Tipps:
Die Lodge war ein wirklich schöner Endpunkt vom langen Tag. Ich verlinke deshalb noch einmal die Website hier: https://www.stbernardlodge.com/.

Unter den Dächern der Welt

Unter den Dächern der Welt

Dreizehn – Über Tsunamiwolken, Holzfäller und den Redwood National Park

Willkommen an der kalifornischen Küste mit meilenweiten Sandstränden, Nebel über dem Meer und dem berühmten „Redwood State and National Park“, in dem sich die meisten Bäume über 90 Meter in die Luft erstrecken. Stefan und ich haben Glück dass unser Airbnb direkt an der Grenze zum Eingang des Parks liegt und man nicht sonderlich weit fahren muss, um zu den nahe gelegenen Attraktionen, wie dem Jedediah Smith Redwoods State Park zu gelangen. Unser Airbnb zunächst zu finden, ist aber nicht ganz so einfach, weil unser geliebtes Google Maps kein GPS-Signal erhält und wir stattdessen erstmal auf Essenssuche gehen. Nicht mehr lange unsere Sorge Nummer 1, denn über dem Wasser an der Küste zieht sich eine lange Wolke entlang, die schier endlos hoch erscheint und so wirkt, als stünde der Weltuntergang kurz bevor. Da sich die Einheimischen komplett normal verhalten, ist es wohl auch so, dass von der grauen Wolke keine Gefahr ausgeht. Schwer zu glauben, wenn man nie Derartiges gesehen hat und am Straßenrand Schilder mit den Aufschriften „Watch out – Tsunami Zone“ stehen. Wir finden auf einer Klippe schließlich das „YourDailyBread“-Restaurant, das extrem gute Pasta macht und aus dessen Glasfront man Wale in einiger Entfernung entdecken kann. Mit mehr Funksignal machen wir uns auf den Weg zurück und haben dieses Mal mehr Glück. Während die Küste in Oregon sehr abwechslungsreich ist, scheint Kalifornien vor allem zwischen zwei Formationen zu schwanken: Entweder man sieht kilometerweiten Sandstrand mit Schilf und Dünen oder man steht an Küsten mit zerklüftetem, schwarzem Vulkangestein, das aus dem Wasser ragt. Letzteres wird vor allem im Nationalpark sichtbar, der viele Wege entlang rauer Küste hat und in dem die gigantischen Bäume allgegenwärtig sind.
Stefan und ich fahren zuerst zu den Trees of Mystery, wo man mit einer Gondel durch den Wald „fahren“ und einige Wege laufen kann. Auf den ersten Blick sieht Trees of Mystery aus wie ein Paradies für Kinder: Erstens sind überall Schaukeln und Tiere zu sehen, zweitens steht eine riesige Paul Bunyan Figur mit einem ähnlich großen, blauen Ochsen vor dem Eingang.

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Da ich auch keine Ahnung hatte, wer Paul Bunyan ist, hier eine kurze Erleuchtung. Man ist sich nicht ganz sicher, ob die ursprüngliche Sage aus Kanada oder Amerika stammt, aber Paul Bunyan war angeblich ein übermannshoher, unendlich starker Holzfäller, der mit seinem Ochsen durchs Land gezogen ist und Monumente, Seen und sogar den Grand Canyon geschaffen haben soll (durch die Art, wie er seine Axt hinter sich herzog). Klingt und ist also eine landwirtschaftliche Fassung von Chuck Norris, von dem es eine Disneyserie und etliche andere Werbefiguren im Land gibt. Aber um die Sache zu krönen: Nicht, dass Paul Bunyan nur übermenschlich riesig vor dem Eingangstor steht, er spricht auch noch. Und nein, es ist kein Spielband, was sich wiederholt und epische Musik abspielt, sondern jemand sitzt in Paul Bunyans Kopf, labert vor sich hin und beantwortet die Fragen, die neugierige Kinder nach oben schreien. Ich habe selten von einem noch seltsameren Job gehört. Aber es ist ja auch wieder ganz lustig, wenn die Kinder: „Bis bald Paul! Hab nen guten Tag!“ schreien und Paul mit begeisterter Stimme „Yo bis dann!“ ruft. Auch wenn der Park mit Kindern bestimmt ein toller Ausflug ist, so kann man ihn auch zu zweit sehr genießen, wenn man die Pfade zwischen Elefantenbäumen abläuft und Bäume sieht, die sich nicht einmal ansatzweise umfassen lassen.

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Besonders eindrucksvoll ist die „Chapel“, eine Formation von neun Bäumen, die in einem Halbkreis dicht aneinander stehen und in deren Mitte man heiraten kann, wenn man sich lange, lange im Voraus anmeldet (lustigerweise entsteht bei Trees of Mystery gerade eine weitere Chapel mit einem Schildchen daran, auf dem steht: „Wir nehmen Reservierungen für in 200 Jahren an!“).
Kurz bevor man die Gondeln erreicht, steht man dann vor dem beeindruckendsten Baum des Parks: dem „Brotherhood Tree“. Vermutlich bräuchte man zwischen fünf und zehn Personen, um den Stamm einmal zu umarmen. Um ihn herum erstreckt sich eine Holzplattform mit langen Planken und Geländern, die die Beschädigung verhindern sollen. Wenn man Bäume wie diesen sieht, kommt man sich umso mehr wie eine Stecknadel auf der Weltkarte vor. Redwoods sind übrigens Küstenmammutbäume, die lediglich in diesem Teil Amerikas wachsen und von denen früher leider ein Großteil abgeholzt wurde. Die Verbleibenden sind im Durchschnitt zwischen 500 und 700 Jahre alt, es gibt allerdings auch einige, die auf 2000 Jahre geschätzt werden.

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In die Gondeln passen zwei bis sechs Personen und die Fahrt nach oben in den Wald dauert acht Minuten. Wenn man durch die Kapsel nach unten sieht, entdeckt man alte, vermooste Stufen, die den ursprünglichen Weg darstellen und schwebt an den gigantischen Baumkronen vorbei. Oben angekommen gibt es wieder eine elegante, neue Holzplattform, die einen Aussichtspunkt bis auf das weiter entfernte Meer bietet. Von oben kann man entweder die Gondel zurück zu den unteren Pfaden nehmen oder man beschließt, von oben den längsten Pfad zu laufen, der als „mittelmäßig schwierig“ eingestuft wurde (leichte Untertreibung nachdem man ihn selbst gelaufen ist). Zum größten Teil ist man zwar bergab unterwegs, allerdings ist es kein angenehmes „Ich-atme-mal-durch“-Bergab, sondern ein „Verdammt-wo-kann-ich-hintreten-ohne-dass-ich-auf-einer-Nacktschnecke-ausrutsche-und-hinfliege“-Bergab. Stefan ist in sowas ja gewissenloser als ich, aber dafür lag er auch nach zehn Minuten auf dem Boden.
Danach haben wir beschlossen, uns auf die Seile am Rand zu verlegen, die Sicherheit garantieren sollen. Ich denke nicht, dass das, was wir dort betrieben haben, noch „wandern“ war. Es fiel eher  in die Kategorie „klettern“ und wir waren relativ fertig mit der Welt, als wir unten ankamen. Nur gut, dass es dort zwei Möglichkeiten zum Entspannen gibt. Einmal kann man ins indianische Museum neben dem Souvenirshop gehen und erfährt dort, wie die Cherokee-Indianer in der Gegend sich gekleidet und gejagt haben. Andererseits gibt es auf der gegenüberliegenden Seite der Straße das „Forest Café“, das eine verrückte Atmosphäre mit grüner Decke und mehreren Brunnen hat und gutes Mittagessen anbietet.

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Circa 20 Minuten von den Trees of Mystery entfernt befinden sich dann die Prairie Creek Redwoods, die ich für diesen Nationalpark als eigentliche Hauptattraktion verbuchen würde. Einmal in den Park abgebogen, gibt es ungemein viele Möglichkeiten, stehen zubleiben und je tiefer man in den Wald hinein fährt, desto höher und breiter werden die Bäume. Einige von ihnen wurden durch Feuer oder Käfer so weit ausgehöhlt, das man in ihrer Mitte stehen kann, andere stehen so dicht aneinander, dass ihre Baumstämme zusammengewachsen sind. Die meisten der Pfade sind ziemlich naturbelassen und man läuft durch ein Labyrinth aus Farn, Redwoods und Wildblumen in einer selten gelassenen Stille, die höchstens durch Wasserrauschen, Vögel und das gelegentliche Klicken einer Kamera gestört wird. Die Bäume lassen nur vereinzelt Lichtstrahlen hindurch und geben einem den Eindruck als Dächer der Welt zu fungieren, vor allem, weil man sich kaum vorstellen kann, dass außerhalb von ihnen noch etwas existiert.

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Die nächste Stadt bei den Redwoods ist Crescent City. Falls man mal eine Pause von all den Bäumen braucht, kann man in die Stadt fahren, ein Stück am Strand entlang spazieren oder den Leuchtturm „Battery Lighthouse“ auf einer kleinen Insel besichtigen.  Man kann in der warmen Jahreszeit an den Touren im Gebäude teilnehmen, wobei man etwas über die Geschichte der Gegend und dem Bau des Turms erfährt. Es ist einer der ersten Leuchttürme, die in Kalifornien als historischer Ort registriert wurden und war bis 1953 nicht automatisiert. Gerade im Juni ist es besonders schön, weil die Blumen auf der Insel in voller Blüte stehen und sich auch bei schlechtem Wetter pink von den Klippen und dem weißen Turm abheben.

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Crescent City ist zudem nicht weit entfernt vom Visitor Center entfernt, das kleine Redwoods zum Einpflanzen verkauft und einem Karten zu den Pfaden in der Umgebung mitgibt. Der Jedediah State Park ist zum Beispiel gleich um die Ecke und man läuft zwischen den einzelnen Redwoods entlang in Richtung von dichterem Waldgebiet oder runter zum Fluss, wo das Wasser je nach Lichteinstrahlung die Farben wechselt. Dabei kann man im Hintergrund die Rangerkinder (Juniorranger) marschieren hören. In den Flüssen sind sogar einige Leute am Baden, auch wenn das Wasser extrem kalt ist. Da bleibt man doch lieber im Schatten und genießt die Sicht auf das spiegelglatte Wasser neben einem.

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Nennt mir einen Ort, an dem sich wandern besonders lohnt 🙂

Preise:

Trees of Mystery: Erwachsene 19$, Senioren 14$, Kinder 9$ (ab 5 Jahren)
Website: https://www.treesofmystery.net/

Tipps:
1) Holt euch bei Trees of Mystery einen Wanderstock, falls ihr den Pfad von oben nach unten laufen möchtet. Man bekommt sie beim oberen Gondelhaus und kann ihn wieder unten zurückgeben.
2) Wenn ihr zuerst zu den „Trees of Mystery“ und danach zum „Forest Café“ geht, bekommt ihr bei ersterem einen Rabatt-Coupon für zweiteres.
3) Die Bäume in Prairie Creek sind noch um einiges urtümlicher, als die in im Jedediah State – falls ihr nur einen Tag in der Gegend habt und nicht sicher seid, was ihr anschauen möchtet.

Küstenflair – Unterwegs auf Highway 101

Küstenflair – Unterwegs auf Highway 101

Zwölf – Über die Tillamook Cheese Factory, die Leuchtturmküste und den Safari Park

Wenn man in den Reiseführern über die Küstengegend liest, ist die meistgenannte davon wohl die Ostküste mit großen Städten wie Boston, Portland und New York oder der Streifen der Westküste zwischen San Francisco und Los Angeles. Wer hätte gedacht, dass die eigentlich positivste Überraschung die Küste von Oregon ist? Wenn man den Scenic Highway entlang fährt, gelangt man über die Route 101 zu einigen der schönsten Sandstrände, Schluchten und dschungelartigen Wäldern mit Parkanlagen.

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Wir starten von Portland aus in Richtung Tillamook, wo eine der bekanntesten Käsesorten im ganzen Land in der „Tillamook Cheese Factory“ produziert wird. Leider ist die Käsefabrik zu unserem Besuch gerade geschlossen, da das Hauptgebäude umgebaut wird und die Eröffnung erst in einigen Tagen stattfindet, dafür kann man im angrenzenden Farmshop eine Tour zur Begrüßung machen, sich einige Eckdaten zur Produktion und der Verarbeitung einholen und Käsesorten testen und erwerben. Man erfährt zum Beispiel, dass die Milch nach Lieferung zur Fabrik innerhalb von 24 Stunden zu Eiscreme oder Käse verarbeitet wird, insgesamt macht das am Tag über 77 000 Kilo Käse. Außerdem kann man das selbstgemachte Eis kaufen und auch wenn das nicht allzu billig ist – die Portionen sind groß genug für ein ganzes Mittagessen (und ich hatte nur eine Kugel davon!).
An der Küste entlang gibt es mehrere „State Parks“, an denen man hinausfahren und den Strand ablaufen kann. Es gibt auch einige Aussichtspunkte für „Whale-Watching“ und wenn man Glück hat, sieht man, wie sie das Wasser in weiter Ferne durchpflügen und dann wieder so schnell verschwinden, wie sie aufgetaucht sind. Hin und wieder entdeckt man auch Krabben, die am Strand unterwegs sind (oder es zumindest einmal waren) und man kann immer ein paar Ruderer und Schwimmer ausmachen, auch wenn das Wasser noch nicht besonders warm ist. Oregons Küste ist vor allem für seine vielen Küstenstädtchen und seine Leuchttürme bekannt.

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Insgesamt acht Stück reihen sich an der Küste entlang und stehen zum Teil auf Klippen, zum Teil auf Landzungen, die sich weit ins Meer erstrecken. Einige von ihnen kann man für Touren besuchen, zum Beispiel das Coquille Lighthouse in Bandon. Es wurde 1896 gebaut und ist der letzte Leuchtturm, der auf die Liste der historischen Plätze aufgenommen und restauriert wurde. Egal welchen Leuchtturm oder welchen Strand ihr zum Rausfahren wählt – alle von ihnen sind naturbelassen, nicht zugebaut und ein guter Ausgleich zu langen Fahrzeiten im Auto. Solange man dabei nicht die Zeit vergisst…

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Als Stop in der Mitte ist Cape Perpetua mit dem „Thor’s Well“ zu empfehlen. Wenn man erstmal Städtchen wie Newport, Pacific City und Yachats hinter sich gelassen hat, ist es gar nicht mehr so weit. Es handelt sich bei Perpetua um eine raue und kantige Küstengegend, bei der das Wasser in Höhlen und Klippen gespült und durch den Widerstand hoch in die Luft gesprüht wird. Wenn es sich zurückzieht, werden die einzelnen Felsen sichtbar, ansonsten wirkt die Gischt unter einem wie ein brodelnder Hexentopf. Eins steht fest: Mit trockenen Schuhen aus dem Gebiet zu kommen, ist so gut wie unmöglich. Wenn ihr trocken bleiben möchtet, könnt ihr auch von oben auf die kraterartige Landschaft mit hellgrünen Moos, Tümpeln und dunklem Stein hinunterschauen.

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Auch wenn man nirgendwo stoppen will, gibt die Küste beim Fahren hunderte unterschiedliche Aussichtspunkte her – seien es die Felsen im Wasser, die berühmten Sanddünen je weiter man in Richtung Süden fährt oder die Brücken, die seit den 30ern die direkte Fahrt entlang der Küste überhaupt ermöglichen. Designt wurden sie zum größten Teil von Conde McCullough, der damals für das „Department of Transportation“ in Oregon als Ingeneur arbeitete und insgesamt half, über 600 Brücken zu entwerfen. Mit der Aussicht auf die Natur und die Brücken, ist jedenfalls absolut berechtigt, dass der Highway 101 zu den schönsten Routen der Welt gehört.

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Einen Ausflug möchte ich noch erwähnen – in Bandon gibt es den „Wildlife Safari Park“, in dem man die unterschiedlichen Tiere streicheln kann. Irgendwie waren Stefan und ich überzeugt, dass es sich bei einem Safaripark um etwas handelt, wo man mit dem Auto durchfährt. Stattdessen ist man zu Fuß unterwegs und bekommt Snacks für die Tiere in die Hand, wenn man sie füttern möchte. Es ist ein ziemlich seltsamer Augenblick, wenn man den Eingangsbereich durchschreitet und eine Tür öffnet, hinter der ein großes Reh mit abwartenden Kulleraugen und Bambifell steht, das gezielt auf seine nächste Mahlzeit wartet. Hat man einmal die Hand ausgestreckt, kommt eine ganze Herde von ihnen angerannt und mit ihnen Esel, Ziegen und Böcke. Bis man sich irgendwann im Schneckentempo durch das Gehege bewegt hat und bei Truthähnen, Straussen und Gänsen herauskommt, vergeht eine Weile. Der Park ist nicht besonders groß, was Stefan und ich für die Tiere etwas bedauern, aber immerhin sind die Gehege alle sehr sauber und die Tiere können sie hin und wieder wechseln. Alle 15 bis 30 Minuten werden kleine Vorführungen oder Infoveranstaltungen zu Tieren gegeben, wobei man die meisten von ihnen streicheln kann. Auch wenn mir nicht ganz wohl dabei ist, einen Luchs zu tätscheln, der einen mit großen, gelben Augen beobachtet, ist eine eine ziemlich einzigartige Vorführung. Allerdings ist wesentlich einfacher, ein Opossum auf dem Arm zu haben, einen Fuchs zu streicheln oder ein Frettchen zu berühren – wobei letztere extrem hektisch sind und in absolut alles hineinkriechen, was sich in ihrer Nähe befindet – vielleicht nicht ganz ideal, wenn man einen Ausschnitt hat! Aber für jemanden, der Bambi als Kind geliebt hat und Tiere allgemein gerne betätschelt, ein klares Muss.

Was ist eure Lieblingsküste?

Preise:
Wildlife Safari Park Bandon: Kind 9$ (bis 6), Kind 12$ (bis 12), Senioren 17$, Erwachsene 19$
Website: http://www.westcoastgameparksafari.com/

Tipp:
Plant für die Runterfahrt an der Küste Oregons zwei Tage ein – alles an einem Tag zu fahren, ist ein ziemliches Programm und es gibt so viel zu sehen, dass ihr bestimmt keinen Stress dabei haben möchtet.

6 Stops in Portland

6 Stops in Portland

Elf – Über den größten, eigenständigen Buchladen, Portlands Gärten und Downtown

Die nächstgrößere Stadt beim Olympic National Park ist Portland; was unser nächstes Ziel ist und es ist ein überraschend Grünes. Man fährt eine lange Zeit geradeaus bis man überhaupt bemerkt, das man sich bereits in den Außenvierteln befindet und das Zentrum wird sichtbar über mehrere verschachtelte Straßen und Brücken, die einen Blick über die Skyline bieten. Interessanterweise hat die Stadt deutlich weniger wirklich-hohe Hochhäuser, als die meisten anderen Städte (und das mit 2,3 Millionen Einwohnern im Großraum Portland). Auf dem Willamette River schippern viele Boote umher und da die Stadt so viel Wert auf ihr „grünes Image“ legt, kann man an allen Ecken Fahrräder ausleihen. Portland hat viele Häuser im Kolonialstil und auch eine Menge Reihenhäuser mit Balkonen, die sich seitlich hinunter hangeln. Es gibt Brunnen, Parkanlagen und viele kleine Shops, die selbstgemachte Brötchen, Eis und -natürlich- Hotdogs verkaufen. Außerdem kann man Bierbrauereien besichtigen und in einigen regionalen Burgershops stoppen.

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Stop 1: Weil das Wetter so gut ist, machen wir einen Ausflug zum Japanischen Garten, der oberhalb des Stadtzentrums liegt und in alle Touristenführer als erstes angeführt wird. Unserer Meinung nach nicht ganz berechtigt, vor allem, wenn der Eintrittspreis pro Person bei ca 17$ liegt. Die einzig gute Sache an dem Preis ist, dass keine Steuern hinzukommen – Oregon ist der einzige Staat an der Westküste, bei dem dies der Fall ist.
Aber zurück zum Garten: Die Stufen zum Eingangsbereich werden von einem Wasserfall begleitet und ein Blick nach oben zeigt einen schicken Glasbungalow, der als Teesalon dient und wo man ein paar Häppchen essen kann. Zum Eintritt bekommt man auch einen Geländeplan. Man kann die unterschiedlichen Punkte allein ablaufen oder Informationen vom dabei stehenden Personal bekommen. Der Garten führt über Stein- und Wasseranlagen, über Holzbrücken und vorbei an Kunstgalerien. Außerdem gibt es einen Zengarten mit Sand und Kies, sowie einen Bungalow mit japanischen Kunstwerken und historischem Hintergrund zu japanischen Handwerkstechniken. Auf der Terrasse sieht man jahrhundertealte Bonsaibäume und das Klingeln von kleinen, verschnörkelten Windfängern liegt in der Luft. Es ist ein schöner Garten im minimalistischen Stil; es ist aber auch ein stolzer Preis, wenn man eigentlich in nicht einmal einer Stunde alles durchlaufen hat und um die Mittagszeit relativ viel auf engem Raum los ist.

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Stop 2: Glücklicherweise befindet sich gegenüber des Japanischen Gartens der Rosengarten, wegen dem Portland auch „Rose City“ genannt wird. Der Garten wurde 1917 eröffnet, kostet keinen Eintritt und ist sehr beeindruckend mit mehr als 300 Rosenarten, langen Wiesen, Konzertplätzen und Brunnen. Falls ihr im Juni da seid, werden alle Rosen in Blüte stehen und es gibt so viele unterschiedliche zu sehen, dass  man gar nicht weiß, wo man hinschauen soll. Mein Liebling ist die „Rainbow Rose“, die verschiedene farbliche Blütenblätter hat und so groß ist, wie zwei nebeneinander gehaltene Handflächen. Wenn man Glück hat, hört man sogar ein paar Musiker in der Gegend spielen, die die Pavillons als Bühnen nutzen oder mit ihrer Gitarre auf den Treppenstufen der Freilichtbühne hocken. Falls all das nicht überzeugend genug klingt: Da wir hier von einem Rosengarten sprechen, riecht es absolut fantastisch.

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Stop 3: Nach einem Hamburger suchen wir in der Innenstadt nach einem Parkplatz, um irgendwie in die Nähe von „Powell`s City of Books“ zu gelangen. Es ist der größte unabhängige Buchladen der Welt und er erstreckt sich über einen gesamten Häuserblock. Wenn man eintritt, wird man von unterschiedlichen Schildern durch die Buchreihen gelotst, einen Durchblick bekommt man bei all der Auswahl aber nicht wirklich. Unser Airbnb-Gastgeber hatte uns ebenfalls mitgeteilt, dass man mehrere Male dort gewesen sein muss, um sich auch nur ansatzweise zurechtzufinden. Es gibt sogar eine eigene Abteilung von Katzenbüchern (wobei die meisten Autoren natürlich vorgeben, ihre Katze zu sein…). Falls es Bücher gibt, die man hier nicht findet, wäre es wirklich ein Wunder. Scifi, Fantasy, True Crime, Esoterik…alles mischt sich untereinander. An vielen der Bücher hängen einzelne Empfehlungen der Powell-Mitarbeiter, wobei man sich fragen muss, ob die überhaupt noch einen Durchblick haben, bei all den gebrauchten und neuen Büchern, die sich bis an die Decke stapeln. Wer zwischendurch etwas für die Nerven braucht kann auf jeden Fall ins Café im unteren Stockwerk gehen und sich einen Kaffee schnappen. Übrigens… Hut ab an alle Studenten, die hier über Büchern brüten und in Gängen auf dem Boden sitzen – ich fühle mit euch.

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Stop 4: Circa dreißig Minuten außerhalb von Portland befinden sich die Multnomah Falls, die aus atemberaubender Höhe die Felsen hinunterstürzen. Auch wenn sie von weitem erst schmal und etwas unscheinbar wirken, so sind sie umso beeindruckender, wenn man an ihrem tiefsten Punkt steht, das Wasser vor einem aufbraust und man gesprenkelt wird. Es handelt sich dabei eigentlich um zwei Wasserfälle, die einmal in der Mitte gebrochen werden.
Mit Glück ist der Pfad, den man rundum um eine Brücke über die Wasserfälle gehen kann, offen. Bei schlechtem Wetter wird er allerdings geschlossen. Und lasst euch nicht irritieren – der Wasserfall liegt an der Autobahn und der Parkplatz befindet sich in ihrer Mitte!

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Stop 5: Wenn man keine Lust mehr auf Natur und viel Herumgerenne hat, kann eines der größten Einkaufscenter in Portland besuchen. Dort findet ihr in der Regel alles, was ihr braucht und das Essen ist um einiges günstiger. Manche der Zentren haben auch Überraschungen wie eine große Eisfläche enthalten, bei der man ohne Probleme ein paar Schlittschuhe ausleihen kann.

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Stop 6: Downtown. Zugegebenermaßen haben wir nicht die Zeit gehabt, lange in Downtown zu verweilen, man fühlt sich allerdings an kleine Provinzorte mit lokalen Produkten erinnert, wenn man durch die Gassen schlendert. Es gibt alles von chinesischer Kunst, über Eis, Gartenfiguren, Kleidung, Farmshops und Naturkosmetik. Die Bäume sind mit Lichterketten umwickelt und gemusterte, große Plastiktiere stehen an den Straßen. Wer sich in einer Stadt wie auf dem Land fühlen möchte, ist hier bestens aufgehoben.

 

Was ist eure liebste Großstadt und warum?

Preise: 
Japanischer Garten: Erwachsener 16.95$, Rentner 14.50$, Student 13.50$, Kind 11.50$ (ab 6 Jahren, davor freier Eintritt).
Website: https://japanesegarden.org/

Tipps: 
Macht euch keine Gedanken ums Parken, wenn ihr mit dem Auto unterwegs seid. Die großen Kaufhäuser haben alle freie Parkplätze und wenn ihr in der Innenstadt in die Seitenstraßen fahrt, stehen eure Chancen nicht allzu schlecht, Plätze mit Automaten für 4 Stunden zu finden.

Twilight-Vibes – Ein paar Tage in Forks

Twilight-Vibes – Ein paar Tage in Forks

Zehn – Über den Olympic National Park, die Küste und heimatliebende Rentner

Nach mehreren Tagen in der Gegend der Sammamish-Indianer entscheiden wir uns für einen Trip zum Olympic National Park, der im Norden von Washington, nahe der Pazifik-Küste liegt. Als wir ins Auto steigen, regnet es in Strömen und wir stoppen für ein kurzes Frühstück im Testy Chef Café im Maple Valley, mit Blick aufs Wasser und den typischen Hashbrowns (gerösteten Kartoffeln), Eiern und heißer Schokolade. Abgesehen davon wird dort auch „Biscuits with gravy“ serviert (eine Art Nationalgericht) und wir beschließen, das bei Gelegenheit mal auszuprobieren. Die Fahrt an Seattle vorbei führt über viele Brücken, Inseln und vorbei an einigen Häfen und nach circa zwei Stunden stoppen wir in der Dungeness Recreation Area, die direkt an der Küste liegt und in der man über einen „Primitive Trail“ ans Wasser gelangt. „Primitive“ meint in diesem Fall übrigens, dass der Pfad naturbelassen ist.

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Man geht unter tiefhängenden Ästen und hohem Gras hindurch eine Weile an Baumstämmen, Blumen und komplettem Moosboden vorbei und sieht ab und zu auch vorbeirennende Eichhörnchen und mit Glück auch ein Reh. Der Trail ist vor allem so schön, weil man sich von der Welt abgekapselt fühlt, keine Autogeräusche hört und nicht viel Betrieb ist. Nach circa 30 Minuten lichtet sich dann das Grün und man steht auf einer schicken, neuen Holzplattform mit Blick über die Küste. Es ist das erste Mal in diesem Urlaub, dass Stefan und ich an einem Strand stehen. Sand, bunte Steine, Muscheln, Krabben und Treibholz erstrecken sich soweit der Blick reicht und wenn man sich etwas zu sehr auf das Sammeln dieser Dinge konzentriert, kann es schon mal sein, dass man mit nassen Schuhen den Pfad wieder nach oben stapft. Die meisten Bereiche, die zu dieser „Recreation Area“ gehören, kosten übrigens keinen Eintritt, es kann aber sein, dass man einen kleinen Betrag für den Parkplatz dalassen muss.

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Der Highway 101 am National Forest entlang ist übrigens absolut überraschend: Es gibt hinter jeder Kurve neue Felsformationen, Wasserfälle, unterschiedliche Wald- und Pflanzenformen und man fährt vorbei am Lake Crescent, der sich mehrere Meilen neben der Strecke entlang zieht und den Blick auf Berge und Paddelboote freigibt. Unsere Unterkunft ist in Forks. Ja…der Ort ist genauso spannend wie er klingt und JA, es ist angeblich der Ort aus der Twilight-Buchreihe, in der sich Bella in den Vampir Edward verliebt (was man irgendwie verstehen kann, wenn man mal hier war, denn so viel geht in diesem Ort wirklich nicht ab…). Falls ihr allerdings vorbeischauen wollt, um einige der Drehorte zu sehen… die Filme wurden gar nicht hier gedreht, ein Stück weiter südlich kann man aber ein paar von ihnen besichtigen.
Unser Motel ist die Krönung von Forks: Die Zimmer sind vollkommen in Ordnung, allerdings sieht es von außen ein wenig aus, als hätte es eine Zombieapokalypse überlebt, bei der die Reinigungskräfte nicht mehr mit ihren Utensilien fliehen konnten. Genauer gesagt stehen ihre Putzeimer und die neue Bettwäsche konstant vor den Türen, es gibt mit Tape zugeklebte Mülleimer (den Sinn dahinter habe ich noch nicht ganz verstanden, denn wie soll man sie jetzt leeren?! Abgesehen davon denke ich nicht, dass ein Bär sich von Tape aufhalten lässt…) und der Innenhof hat Schlaglöcher, die man erstmal irgendwie umfahren muss. Meine Lieblingstatsache ist übrigens der auf dem Gebäudeplan eingezeichnete Fitnessraum, der kürzlich wohl abgebrannt ist und nun als Grillplatz verwendet wird (was anderes wäre vermutlich auch nicht mehr daraus machbar gewesen). Wer jetzt denkt, dass diese leicht durchgeknallte Atmosphäre den Ort billiger macht, täuscht sich gewaltig.
Forks ist mit LaPush der einzige Ort auf dieser Seite des Parks und deshalb ziemlich teuer. Wer Twilightsouvenirs kaufen möchte oder gut chinesisch essen will (auch wenn man dabei von einer Jacob-Pappfigur beobachtet wird), ist in Forks aber gut aufgehoben und es liegt außerdem am nähesten bei unserem Ziel: Dem Hoh Rain Regenwald.

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Als wir uns dorthin aufmachen, sieht das Wetter noch ganz passabel aus, nach zehn Minuten schüttet es allerdings in Strömen und das wird auch nicht besser, als wir über eine Stunde in den Wald hineinfahren. Ich schätze der Regenwald hat uns an diesem Tag deutlich gezeigt, warum er seinen Namen verdient hat. Die Äste sind tiefhängend und mit Moos überzogen, die Bäume knorrig und gleichzeitig so hoch, dass man ihre Spitzen nicht mehr erkennt. In der Luft liegt der Geruch von Sommergewittern und Moos, aber die Kälte hält einen davon ab, den Wald als „tropisch“ zu bezeichnen. Man bekommt eigentlich erst einen Eindruck davon, wie groß der Wald ist, wenn man so weit in ihn hinein fährt und wirklich weit ist das immer noch nicht, auf eine Gesamtfläche von fast 405,000 Hektar gesehen. Der Hoh Rain Forest ist nicht weit von Seen, Bergen und Stränden entfernt, was diesen Nationalpark vielschichtig und auch besonders macht – es ist der einzige Park in den USA, der einen Regenwald beinhaltet.

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Tropfend machen wir uns auf den Weg zum Visitor Center und den anschließenden Pfaden, die man hier laufen kann. Es gibt vier, die miteinander kombinierbar sind und wir laufen an dem Tag drei davon, die durch Wasser, Moostäler, Brücken und über umgekippte Baumstämme führen; einen durchnässt, aber auch beeindruckt zurücklassen. Das Wasser im Park ist unnatürlich klar und grenzt dabei fast schon an eine silberne Farbe, was es umso deutlicher von all dem Grün darum abhebt. Es wurden viele Informationsschilder entlang der Pfade aufgestellt, die über seltene Pflanzen und Bäume informieren. Man lernt zum Beispiel, dass Bäume, die über den kaputten Wurzeln oder Stämmen ehemaliger Genossen wachsen, „Nurselogs“ genannt werden, da sie deren Nährstoffe weiterhin für sich und neues Leben nutzen. Das Moos in den Bäumen sorgt dabei bei Sonnenlicht atmosphärisch für Dunst und lässt die Äste bei Regen umso düsterer erscheinen. Es ist nicht schwer einem Ort zu verfallen, der sämtliche Gegenden eines Herr der Ringe -, Harry Potter- oder Disneyfilms entspricht (und irgendetwas davon mag schließlich jeder… falls nicht, kann ich emotionsloses grünes Lego-Zusammenstecken empfehlen).

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Der bekannteste Pfad des Waldes wird übrigens „Hoh River Trail“ genannt, der fast 18 Meilen durch den Wald, entlang an Seen vorbei und hoch in die Berge führt. Er darf nur als fortgeschrittener Wanderer mit Campingsausrüstung und in einer Gruppe gelaufen werden, da Bären in diesem Teil der Wälder unterwegs sind und die erste Regel dabei lautet, sich nicht allein auf den Pfaden zu bewegen. Bei ständig wechselndem Wetter ist so ein langer Trail allerdings nicht einfach und es handelt sich nicht um einen sogenannten „Loop Trail“ (Rundweg), sondern man kommt oben in den Bergen wieder hinaus und kann alles wieder zurücklaufen oder muss sich mit einem Shuttle abholen lassen.

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Wer statt Wäldern lieber Strände sehen will, kann die gesamte Küste des Parks abfahren und wird immer wieder schöne Strände mit Sand oder Steinen finden. Wir haben auf unserem Trip beispielsweise am Ruby Beach gehalten, wo das Wasser die Farbe von Whiskey hat und man den Strand nur dann vollständig ablaufen kann, wenn man die Schuhe auszieht und durch einige Bäche stapft. Kontrastprogramm dazu wäre wohl Sol Duc Valley, was ein Teil des Regenwaldes ist, der viele Steigungen und Wasserfälle hat und wo man zwischen mehreren alten Bäumen hindurchklettert, um zu den sogenannten Sol Duc Falls zu gelangen.

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Auch zu empfehlen ist unser zweiter Tagestrip zum Quinault Rain Forest am südlichen Ende des Parks. Dieser wird von den Ureinwohnern der Quinault Indian Nation betreut und erstreckt sich ebenfalls entlang eines Sees (Lake Quinault) und einem kleinen Ort mit mehreren Häusern sowie einem alten, wunderschönen Gästehaus am Seeufer, bei dem Kanus geliehen werden können und man einen Pfad am Ufer entlang hoch in den Wald nehmen kann. Die Steigung ist etwas heimtückisch, weil man zunächst in Serpentinen läuft und sich all das mehrere Meilen zieht, aber dafür sieht man Wasserfälle, Teiche und Menschen, die sich mit ihren winzigen Hunden durch Bärengebiete kämpfen. Dieser Regenwaldteil ist nicht so mooslastig und urtümlich wie der Hoh Rain, dafür hat man mehr Wasseraussichten und bekommt „Indiana Jones“- Schwingungen, wenn man über Baumstämme und Holzbrücken läuft, unter denen das Wasser rauscht und sich Pflanzen durch die Lücken der Holzbrücken schlängeln (abgesehen davon besitzt Stefan seit unserem Ausflug zum Bryce Canyon einen verrückten Lederhut und summt beim Laufen die „Indiana Jones“-Titelmelodie, vor allem wenn er über Baumstämme steigt und plötzlich beschleunigt…).

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Eine weitere Überraschung ist auch in diesem Wald verborgen. Die größte Fichte der Welt steht nahe am Wasser und hat einen Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde bekommen. Der Baum ist so gigantisch, dass man seine Krone schon von weitem sieht und es nicht möglich ist, ihn einmal ganz aufs Bild zu bekommen. Lasst es euch in Zahlen sagen: Fast 60 Meter Höhe und 18 Meter Umfang.

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Darunter steht bei unserer Ankunft übrigens eine Gruppe Rentner, die wild gestikuliert und dabei ein wenig empört den Kopf schüttelt. Ein Mann mit Amerikaflaggenrucksack hat die Hände in die Hüfte gestemmt: „Wisst ihr, neulich hat mir jemand gesagt, dass ich mehr reisen sollte. Ich bekäme ja nichts mit von der Welt. Aber wenn ich hier stehe und diesen Baum sehe, dann denk ich: Warum soll ich weg? Den gibt’s so ja sonst nirgendwo anders!“
Irgendwie liegt er ja gar nicht so falsch mit seiner Aussage…

 

Preise:
Eintritt Olympic National Park: 30$ pro Auto (Pass gültig für 7 Tage).
https://www.nps.gov/olym/planyourvisit/visiting-the-hoh.htm

Tipps:
1) Nahe Forks und Sol Duc gibt es ein Thermalbad im Wald, das „Sol Duc Springs“ heißt. Man kann es je nach Saison bis abends um 21 Uhr nutzen und bekommt die letzten zwei Stunden vergünstigt.
2) Falls ihr überlegt, einmal das Geld für ein schönes Gästehaus in den USA hinzulegen, wählt das „Rain Forest Resort Village“ am Quinault Lake.

Warum man Idaho nicht unterschätzen sollte – 7 Things to do in Idaho

Warum man Idaho nicht unterschätzen sollte – 7 Things to do in Idaho

Da wir sowohl an der Grenze, als auch im Land oft Kommentare gehört haben, die größtenteils lauteten: „Was zum Teufel wollt ihr in Idaho?“, habe ich beschlossen, ein paar Gründe zu finden, die für einen Aufenthalt in dem Kartoffelstaat sprechen. Ich muss dazu sagen, dass ich nicht wirklich suchen musste. Mir ist der Staat ans Herz gewachsen, schon allein aufgrund der Tatsache, dass er die Gelassenheit aus Westernzeiten ausstrahlt und die Leute alle sehr entspannt und zufrieden mit ihrem Leben dort sind. Abgesehen davon hat Idaho eine wunderschöne Landschaft mit Canyons, Flüssen und Seen, Bergen und vielen Pfaden, die man laufen kann und im Winter kann auch eine Menge Schnee fallen. All diese Ereignisse finden natürlich immer wieder mit Country-Hintergrundmusik statt (wenn sie grillen, läuft irgendwo ein Radio, wenn sie unterwegs sind, nehmen sie eins mit) – egal, ob du Country magst oder nicht… am Ende musst du es mögen, du hast schließlich keine andere Wahl.
Aber kommen wir zu den Dingen, die auf Anhieb zusagen:

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  • Quad fahren

Oder sollte ich eher, wie hier üblich, „ATV“ sagen? Idaho kann im Frühling unglaublich grün und strahlend sein, im nächsten Augenblick aber auch an eine Wüste erinnern. Egal welches von beidem zutrifft, mit dem Quad eine Tour durch die Umgebung und die Orte zu machen, ist eine der besten Erfahrungen überhaupt. Es macht Spaß; es ist aktiv, man sieht viel von der Gegend und man wird definitiv wach durch den Adrenalinkick, der beim Fahren einsetzt. Solange man vor der geplanten Tour die umliegenden Routen gecheckt und getankt hat, kann eigentlich nichts schiefgehen. Wasser mitzunehmen ist übrigens erlaubt, bei Essen sollte man eine Art geruchsdichten Kanister namens „Bear Can“ besorgen – Idaho hat einige Sicherheitsvorkehrungen wegen Bären und Pumas.

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  • Wasseraktivitäten

Mit dem Boot fahren oder fischen gehen, steht weit oben im Kurs, wenn es um die Wochenendfreizeit geht. Um die Hauptstadt Boise herum gibt es viele Gebiete mit Stau- und Schwimmseen. Die Stauseen schlängeln sich dabei ein Stück weit durch die Canyons und man kann an einigen der Häfen Boote für einen Tagesausflug leihen.

  • Hot Springs

Da ich gerade schon beim Thema „Wasser“ bin… Der kleine Ort Idaho City (ca 40 Minuten von Boise entfernt) hat eine fantastische kleine Therme mit Sauna, Jacuzzi und einem angegliederten Café. Die heiße Wasserquelle kommt direkt aus den Bergen und man genießt aus dem Becken den Blick in die Idylle. Am Pool dürfen Getränke bestellt und getrunken werden und natürlich bekommt man jederzeit seine Eiswürfel ins Wasserglas. Wenn man mehr Wert auf die Privatsphäre legt, gibt es auch einige Hütten mit eigenen Becken darin, die man für sich oder als Gruppe reservieren kann.

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  • Idaho City

Falls jemand auf der Suche nach dem klassischen Wilden Westen ist, kommt er vermutlich nicht näher dran, als in dieser ehemaligen Goldgräbergegend. Hier steht die Zeit still und man kann die beste, selbstgemachte Eiscreme auf einer weiß-pinken Veranda essen, von der man sich bestens vorstellen kann, wie früher Pferde an sie angebunden wurden. Alle Eissorten sind einzigartig und garantiert ungewöhnlich; Namen wie „Death by Chocolate“, „Birthday Cake“ und „Rocky Road“ tauchen im Sortiment auf und ihr solltet sie alle dringend probieren (schließlich sind zum Teil Smarties, Kekse, Streusel oder Marshmellows darin verborgen und mal ehrlich…wer würde das nicht wollen?!).

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Wem Eis zu süß ist, der kann auch einfach ins Restaurant nach nebenan schlendern. Trudy’s Kitchen bereitet alles zu, was man mit Amerika verbindet – in Portionen, die man mit Amerika verbindet. Die Tische sind mit weiß-rot-karierten Decken belegt und von der Decke baumeln die seltsamsten Küchenutensilien – auf jeden Fall sollte man das Steak und den Chocolate-Rasberry-Cheesecake probiert haben.
Und für diejenigen, die ohne Hunger in den Ort kommen (ich kann euch allerdings nur raten, VIEL Hunger zu empfinden) – der Ort hat einen kleinen Souvenirshop mit handgemachtem Schmuck, ein winziges Museum, das einen guten Überblick über die Goldgräberzeit gibt und den verwunschensten Friedhof, den ich je gesehen habe. Aber ein bisschen was zu Idaho City werden ihr bestimmt noch am Ende unserer Reise hören.

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  • Boise

Die Hauptstadt ist gefühlt nicht besonders groß, zumindest nicht so groß wie man sich eine Hauptstadt vorstellen würde (die Einwohnerzahl liegt hier bei ca 223.000). Sie hat aber eine gute Auswahl an Shops, wie beispielsweise die Boot Barn, wo man sich selbstgemachte Cowboystiefel besorgen kann und eine Menge Outletcenter, wenn man auf die Schnelle ein paar günstige Kleinigkeiten benötigt. Außerdem gibt es im Zentrum mehrere Bars, die selbstgebrautes Bier anbieten – auch wenn die Marke, die am meisten getrunken wird Coors heißt und es sich dabei um ein sehr helles Bier handelt.
Die Stadt ist außerordentlich gut strukturiert und sauber, es gibt viele kleine Brunnen im Zentrum und größere Flächen für Märkte oder andere Veranstaltungen. Einen Besuch ist sie auf jeden Fall wert!

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  • Birds of Prey

Etwas außerhalb von Boise befindet sich die Birds of Prey Jagdvogel Anlage. Die Station für die Vögel ist nicht besonders groß, dafür aber sehr übersichtlich gestaltet und man kommt unwahrscheinlich nahe an die Tiere heran. Von Geiern über Bussarde und Adler bekommt man viel zu sehen und man kann in Einzelvorstellungen gehen, wo man mehr über die Tiere und ihre natürliche Umgebung erfährt. Ich empfehle den Ausflug auch für Familien; schon allein deshalb, weil die Orientierung der Anlage sehr praktisch gestaltet ist und die Kinder an alle Käfige herantreten können.

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  • Baked Potato oder Potato Salad essen und ein Coors trinken

Idaho wird auch der „Kartoffelstaat“ genannt. Grund dafür: Aus Idaho stammen die bekannten, großen Kartoffeln die zum Füllen und Aufbacken verwendet werden. Und sie werden ihrem Image so gut wie immer gerecht: sie machen die besten Kartoffelsaladkreationen überhaupt und man bekommt sie in jedem Diner, das man passiert! Um ehrlich zu sein habe ich keine Ahnung mehr, wie viele unterschiedliche Sorten Kartoffelsalat ich mittlerweile gegessen habe, aber keine hat dem anderen ähnlich geschmeckt…
Klassisch wird zum Kartoffelsalat meistens ein Bier gereicht – so unterschiedlich sind die Deutschen und die Amerikaner scheinbar auch wieder nicht- und natürlich wird ein Steak gegrillt (und nein, auch wenn ich vom Wilden Westen gesprochen habe, dieses Steak wurde von uns nur im Supermarkt gejagt und nirgendwo sonst!).

 

Besteht Interesse an einigen Rezepten aus Amerika? Ich komme hier ganz gut rum und überlege, am Ende ein paar Sachen zusammenzufassen 😉

Preise:
– Hot Springs Idaho City: http://www.thespringsid.com/
Eintritt: 11$ Kinder, 17$ Erwachsener
– Eisdiele Idaho City: https://www.facebook.com/sarsaparillaicecreamparlor/
– Trudy’s Kitchen Idaho City: https://www.facebook.com/trudyskitchen/
– Birds Of Prey: http://www.peregrinefund.org/visit
Eintritt: 5$ (4-16), 10$ Erwachsener, 5$ Senioren

Tipps:
– Versucht niemals den Radiosender zu wechseln, wenn ihr mit den Amerikanern unterwegs seid. Sie finden es nicht lustig, wenn man etwas anderes als Country zu hören versucht… abgesehen davon gibt es eigentlich kaum Sender, die KEINE Countrymusik abspielen.
– Wenn ihr euch ein Quad für den Aufenthalt besorgen möchtet, checkt einfach mal die Tankstellen in der Umgebung. Viele von ihnen vermieten ihre ATVs.