9 Ziele auf dem Weg nach Florida – Ab South Dakota

9 Ziele auf dem Weg nach Florida – Ab South Dakota

Neunzehn – Über Grandfather Mountain, Konzerte in Amerika und die Everglades in Florida

Wie ihr dem Titel entnehmen könnt, haben wir hier streckentechnisch einen großen Sprung gemacht. Ich wollte dennoch alles in einen Beitrag fassen, da wir überall nur kurze Stopps auf dem Weg machen konnten. Übrigens hat sich das Wetter auch ganz schön auf unserem Trip zur Ostküste verändert. Die Hitze ist geblieben, aber dafür wurde es tropisch heiß und wir bekamen plötzliche Regenschauer ab, die sich wie ein Monsun über die Autobahn ergossen. Auf dem Weg zu Amerikas „Sunshine State“  haben wir auf jeden Fall einige sehenswerte Orte entdeckt.

Eins: Sioux Falls (South Dakota)

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Unser erstes Ziel war es, für ein Konzert nach Cincinnati zu gelangen. Der Weg durch South Dakota, Indiana und bis nach Ohio hat sich aber eine Weile hingezogen und wir haben ziemlich spontan in Sioux Falls gestoppt. Auf den ersten Blick ist das Städtchen nichts Besonderes, aber wenn man beim Navigationssystem den „Falls Park“ eingibt, gelangt man ziemlich schnell an einen beeindruckenden Aussichtspunkt. Vor einem erstreckt sich ein breites Flussbett mit mehreren Wasserfällen, die sich zwischen rotem Gestein hindurch schlängeln und mit ziemlichem Tosen unter den Brücken der Parkanlage entlang gleiten. Im Park sieht man außerdem die alte Mühlenanlage, ehemalige Arbeiterhäuser und es gibt ein Gebäude mit kostenlos zugänglichem Aussichtsturm, wo man von einer hohen Plattform aus das ganze Gelände überblicken kann. Zu empfehlen ist auch das Sioux Falls Overlook Café in einer alten Steinhalle, von dem aus man direkt aufs Wasser und die Brücken sehen kann. Es gibt dort übrigens auch sehr guten Kuchen und fürs schnelle Mittagessen Sandwiches und Avocadotoast.

Zwei: Cincinnati (Ohio)

IMG-20180715-WA0008Wir sind nach Ohio gefahren, um ein Konzert in Cincinnati von Lindsey Stirling und Evanescence anzusehen. Es war überraschend, wie klein Ohio verglichen mit all den anderen Staaten ist. Zumindest braucht man nicht so lange, um ihn zu durchfahren. Cincinnati selbst erscheint ziemlich verwinkelt und auch etwas unübersichtlich, aber die Gebäude sind schön und es gibt viele kleine grüne Inseln rund um die Stadt. Auf einer davon fand dann auch das Konzert im Riverbend Music Center statt, wo wir uns am Abend einfinden mussten. Das war auf jeden Fall eine super Erfahrung mit zwei Bands plus Vorband, die alle zusammen fast drei Stunden gespielt haben. Außerdem sind die Amerikaner ein sehr begeistertes Publikum, was mittanzen, grölen und singen angeht. Würde es jederzeit wieder mitmachen!

Drei: Lost River Cave (Kentucky)

IMG-20180716-WA0000Ja, im Staat Kentucky gibt es mehr als nur Kentucky Fried Chicken…es gibt auch nicht frittierte Hühner! (Okay, Spaß). Wir sind von Ohio einen Staat weitergefahren, um zum Lost River Cave zu kommen, etwas, das Stefan seit Beginn der Reise machen wollte. Amerika hat ein großes Höhlensystem, aber nicht viele davon beinhalten Wasser. Der Lost River Cave hat allerdings einen unterirdischen See mit kleinem Wasserfall und liegt auch nicht allzu weit entfernt von den Mammoth Caves, dem weitläufigsten Tunnelsystem der Erde. Als wir bei der Höhle ankommen, ist es tropisch feucht und in der Luft hängt noch der Regen der letzten Tage. Irgendwie macht das den Ort nur noch mystischer mit all dem Dampf und Nebel. Man spaziert ein Stück zwischen den Bäumen hindurch ins angrenzende Tal, wo der Eingang zur Höhle liegt und man an einem Fluss entlang läuft. Die Höhle sieht aus wie aus einem Abenteuerfilm, sie wirkt relativ hoch, aber man kann nicht in sie hineinsehen und vor ihrem Eingang befindet sich ein altes Mühl-Häuschen. Daneben, im Eingangsbereich unter den den Felsen, ist eine steinerne Plattform erkennbar über der ein gläserner Kronleuchter hängt. Es ist ein überraschend schöner Kontrast, den man sicher nicht häufig sieht. Am interessantesten ist allerdings die Geschichte dahinter. Die Plattform diente ursprünglich als Bar und war einer der beliebtesten Ausflugspunkte der damaligen Zeit. Die Leute liefen abends den steilen Klippenweg hinunter, um dort tanzen zu gehen und auch im Sommer blieb die Bar dank der Höhle immer schön kühl. Den anderen Barbetreibern oberhalb der Höhle hat das Ganze allerdings nicht gefallen und sie haben so lange auf den damaligen Bürgermeister eingeredet, bis dieser das Gesetz erließ, dass unterhalb des Straßenlevels kein Alkohol mehr verkauft werden darf. Dem Erfolg der Bar in der Höhle, tat dies allerdings keinen großen Abbruch. Sie verlegten ihr Hauptquartier nach oben an den Straßenrand, aber zum Tanzen gingen die Leute weiter den Pfad nach unten – später auch fürs Ausnüchtern bekannt. Wer die Stufen des Treppenabschnitts nicht mehr hoch kam, musste bis zur Ausnüchterung unten bleiben. Die Bar ist heute allerdings geschlossen. Der Lost River Cave wird nun von einer Non-Profit-Organisation geleitet und gereinigt, man kann die alte Bar, die Plattform und die Bühne aber für Hochzeiten mieten.
Mit dem Boot sind wir schließlich mit Tourführer in die Höhle hinein gefahren. Wir hatten erstmal ein kurzes Schockmoment, als wir gemerkt haben, wie tief die Decke über dem Wasser hängt und wie weit man den Kopf einziehen muss. Die Tour an sich geht nur fünfundzwanzig Minuten, aber es ist sehr beeindruckend wie hoch die Höhle ihrer Mitte ist und wie sehr es rauscht, wenn man in Richtung Wasserfall kommt. Stalaktiten und Stalagmiten gibt es nur kleine, da viele durch Überflutungen zerstört wurden. Dafür kann man die Gesteinsschichten genau erkennen und wenn man Glück hat, sieht man ein paar Frösche, die mit der Flut hinein gekommen sind.

Vier: Grandfather Mountain (North Carolina)

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North Carolina ist definitiv einer der grünsten Staaten, die wir durchfahren haben und ein absolutes Muss für jeden, der die Ostküste macht. Wir waren einen Tag in Gegend der Blue Ridge Mountains, wo der Grandfather Mountain liegt. Es ist der höchste Berg in der Umgebung, auf den die Mile High Swinging Bridge gebaut wurde, die eine 360 Grad Sicht über die Gegend gibt und eine Meile über der Erde thront. Es ist eine Hängebrücke mit Stahlgeländern, die einen über die Täler und anderen Berge der Gegend sehen lässt. Man gelangt über sie zu mehreren großen Felsbrocken, auf denen man bequem sitzend ein Buch lesen oder einen Snack essen kann. Besonders empfehlenswert ist dabei der Pfad vom Parkplatz aus, der zwar steil ist, aber sehr außergewöhnlich, weil man nur über riesige Steinklötze läuft, die wie Treppen angeordnet sind. In dem Park gibt es außerdem noch ein Museum, das über die Tiere der Gegend erzählt und ein Habitat mit Bären, Elchen und Berglöwen.

Fünf: Blowing Rock (North Carolina)

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Wenn ihr gerade schon in der Gegend seid…. fahrt die paar Extrameilen nach Blowing Rock. Der Ort liegt mitten in den Bergen und ihr erreicht ihn über eine der schönsten Strecken Amerikas, den Blue Ridge Parkway. Wenn es irgendeinen Ort gibt, der fotogener ist, würde es mich schwer wundern. Die Häuser sind alle klein und bunt, es gibt eine hübsche Shoppingmeile mit weißen, aneinandergereihten Häusern, einen Park mit Pavillon und viele gotisch-aussehende Kirchen. An der Hauptstraße kann man viele Cafés finden, die selbstgemachtes Eis und Fudge verkaufen und es gibt einige versteckte Läden in den Untergeschossen der Gebäude. Ich hoffe, ich schaffe es nochmal in die Gegend zurückzukommen.

Sechs: Charlston (South Carolina)

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Die Stadt ist hauptsächlich bekannt für ihre alten Plantagenanlagen, die man besichtigen kann. Es gibt außerdem ein historisches Stadtzentrum mit Kolonialhäusern und alten Pferdekutschen. Und es liegt am Meer und hat zum Teil sogar weißen Sandstrand. Wir haben uns ein bisschen an der Küste im Reichenviertel verfahren und es ist unglaublich, wie viele riesige Häuser dort herumstehen und wie auch die neuen Gebäude noch immer etwas vom Kolonialstil der früheren Zeit in sich tragen.

Sieben: Miami (Florida)

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Bei dem tropischen Wetter bin ich ein paar Tage nicht ganz gesund gewesen, weshalb wir nicht allzu aktiv waren. Wir sind durch Jacksonville und Palm Beach gefahren, wo man auf allen Seiten Palmen und Strand sieht. Miami setzt das eigentlich nur fort. Wir waren zwischendurch in Sawgrass Mills, dem drittgrößten Einkaufszentrum Amerikas, wofür man nicht allzu weit ins Zentrum fahren muss. Es ist im Sommer in Florida auch so heiß, dass man es draußen kaum noch aushalten kann. Das Shoppingcenter war auch ziemlich überraschend mit fliegenden, elektrischen Minifeen, einem großen Außenbereich mit der New York Cheesecake Factory und wir haben uns in der Mall unsere Zähne bleichen lassen – ziemlich spontan und nicht komplett weltbewegend, aber auf jeden Fall sehr sichtbar.

Acht: Everglades City (Florida)

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Wer schon einmal in Florida war, weiß, dass sich der Everglades Nationalpark ganz im Süden von Florida befindet. Dort befindet sich die längste Autobahn, die übers Wasser und zu den Inseln The Keys führt. Wir haben dennoch entschieden, bei der Hitze nicht so weit zu fahren und waren stattdessen im Everglades Nationalpark auf Bootstour. Die Everglades sind ein weites Gebiet von kleinen Inseln im Wasser, die alle mit Sträuchern bewachsen sind und zwischen denen fliegende Fische, Seekühe und Krokodile leben. Nicht, dass wir all diese Tiere gesehen hätten, aber über unseren Köpfen sind auf jeden Fall ein paar Flamingos vorbei geflogen.

Neun: Devil’s Den Prehistoric Spring (Florida)

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Dies war ein Ort, den ich seit Reisebeginn sehen wollte. Leider konnte ich ihn nicht komplett besichtigen, weil ich krank war, aber ich komme hierfür garantiert zurück. Devil’s Den ist eine unterirdische Höhle mit See, die glasklares Wasser hat und fast komplett rund ist. Um die Höhle zu besichtigen, muss man dort tauchen gehen und nein, in dieser Gegend ist das nicht zu kalt, da das Wasser im Sommer nie richtig abkühlt. Dafür standen wir bei der Besichtigung im warmen Monsunregen, um von oben immerhin einen Blick nach innen zu erhaschen.

 

Kann einer von euch noch weitere Stopps im Inland oder an der Küste empfehlen?

Preise:
Lost River Cave: 20$ pro Person
Website: https://lostrivercave.org/
Grandfather Mountain & Swinging Bridge: 20$ Erwachsener, 18$ Senior, Kind 12$
Website: https://grandfather.com/things-to-do/mile-high-swinging-bridge/
Everglades Boottour: 35$ pro Person
Website: http://www.evergladesnationalparkboattoursgulfcoast.com/
Devil`s Den Tauchen: Zwischen 15 und 20$, evtl. mehr wenn man dort die Ausrüstung leiht.
Website: http://www.devilsden.com/

Tipps:
1) Devil`s Den für tauchen unbedingt vorher organisieren. Wenn man spontan vorbeikommt, beträgt die Wartezeit bis zu 5h. Man kann sich direkt vor Ort Taucherausrüstung und so weiter ausleihen. Nebendran ist auch ein Campingplatz, wenn man eine Übernachtung plant. Wenn man nur mal das Gelände ansehen will, kann man sich am Shop ein Besucherband holen und von oben in die Höhle hineinsehen. Schnorcheln ist übrigens erst ab 18 erlaubt.
2) Lost River Cave: Ihr braucht keine langen Sachen zum Anziehen in der Höhle, es ist eine der wenigen Höhlen, die eher schwül-warm sind.
3) Grandfather Mountain ist eine echt coole Erfahrung aber auch wirklich teuer für eine Hauptattraktion. Ich würde den Trip nur machen, wenn ich mehrere Tage in der Gegend bin und auf dem Gelände auch das Habitat und das Museum ansehen möchte.

Noch nicht gesehene Attraktionen auf der Strecke, die weit oben auf der Liste stehen:
1) Mall of America (Indiana)
2) Ruby Falls (Tennessee)
3) The Biltmore Estate (NC)
4) Linville Falls (NC)
5) Savannah (Georgia)
6) Downtown Miami (Florida)
7) The Keys (Florida)
8) Georgia Aquarium (Georgia)

Deep Blue Paradise

Deep Blue Paradise

Dreizehn – Über Crater Lake, die Oregon Caves und den Boot-Opi

So sehr es einen auch reizt, die Küste weiterzufahren, wir haben uns ein Ziel im Inland gesteckt, das auf dieser Seite Amerikas ziemlich bekannt ist: Den Crater Lake. Es ist der tiefste See Amerikas und wie man beim Namen schon erkennen kann, handelt es sich um einen Vulkan namens Mount Mazama, der vor 7700 Jahren ausgebrochen ist und dessen Schlund sich anschließend mit Wasser gefüllt hat. Wie tief der See wirklich ist, weiß niemand. Die Forscher haben unterschiedliche Daten festgehalten (aktuell ist die festgestellte Tiefe bei 592 Metern), aber der Grund des Sees wurde dabei bisher nicht richtig erforscht, da man nur bis auf eine bestimmte Tiefe tauchen kann. Sicher sind sich die Forscher nur mit der Tatsache, dass Moos auf dem Grund wächst und das Wasser filtert – einer der Gründe, warum Crater Lake so blau ist. Bis wir zum ersten Mal davor standen, war ich der festen Überzeugung, dass die meisten Bilder im Internet und den Souvenirshops gefotoshoppt sind – wenn die Sonne aber auf das Wasser fällt, erscheint das Wasser wirklich indigoblau mit einigen grünen Sprenkeln am Rand.

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Um zum See zu gelangen, waren von unserem Oregon-Küstentrip aber erst noch einige Stunden nötig. Unser Halt für zwei Nächte ist Medford, wahrscheinlich die nächstgrößere Stadt beim Crater Lake, der ziemlich abgelegen oben in den Bergen thront. Mittlerweile sind wir auch ein bisschen in Wäschenot geraten und müssen vor dem finalen Halt bei einem Wäschesalon (Laundromat) stoppen. Natürlich erwischen wir genau den mit dem grummeligsten Besitzer überhaupt, der uns bei der Bitte, unsere Scheine in Kleingeld zu wechseln, nur angrunzt. Dazu sollte man wissen, dass die „Speed-Queen“-Waschmaschinen nur mit 25 Quarter-Geldstücken laufen und man die in einem Automaten innerhalb des Salons bekommen kann – der hier aber klemmt. Immerhin können wir feststellen, dass der Besitzer von keinem seiner Kunden begeistert ist… er schnaubt auch vor sich hin, wenn jemand anderem eine Socke runterfällt.

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Bis Waschmaschine und Trockner durchgelaufen sind, vergeht etwa eine Stunde – idealer Zeitraum, um sich irgendwo eine Pizza zu holen und sie im Auto oder vor der Waschmaschine zu essen. Und eine gute Basis, wenn man in Medford ankommt und sich vor lauter Hitze nicht mehr bewegen will. Vielleicht erinnern sich einige von euch noch an meine Forks-Motelbeschreibung? Was soll ich sagen…Medford ist sogar noch unglaublicher als Forks. Das Motel ist an einer Tankstelle mit Chinarestaurant und in unserer Badewanne blättert der Lack ab. Außerdem verstehen wir wirklich nicht, warum unsere Nachttischlampen in Plastik eingewickelt an die Wand genagelt wurden… so langsam habe ich das Gefühl, dass wir hier nicht wieder lebend rauskommen werden! Unsere Nachbarn fahren übrigens ein Auto, das niemals vom TÜV zugelassen würde (aber hey, ist ja praktisch, dass die Amerikaner keinen TÜV haben). Die Front ist eingedellt, ein Frontlicht zerquetscht und es rostet sichtbar von unten nach oben. Sie selbst hocken in löchrigen Stühlen vor der Tür oder zu fünft im Wohnzimmer, trinken Alkohol und rauchen Gras, was die ganzen Türen nebenan vollnebelt. Über uns wohnt zudem ein nachtaktiver Mensch, der um zwei Uhr nachts durch die Gegend rennt, sodass man mit Garantie wieder wach wird. Übrigens wechseln unsere Grasnachbarn in dem Zeitraum in dem wir da sind, nicht einmal ihre Position. Sie nicken allerdings beeindruckt, wenn sie dich nach einem ganzen Tagesausflug zurückkehren sehen.

Und Crater Lake muss man schon als Tagestrip sehen, da man von Medford mit 40 Grad gute zwei Stunden hoch in die Berge fährt und beim Aussteigen vielleicht noch 10 Grad hat – nicht so toll für Stefan mit seinen kurzen Hosen. Die Aussicht, die Lodge oben auf dem Berg und die Pfade sind zwar wunderschön, aber man muss sie ziemlich schnell wieder verlassen, wenn es plötzlich gewittert, regnet, schneit und hagelt (ja, genau in der Reihenfolge). Dann muss man zwischendurch in die Lodge flüchten, um einen Unterstand zu haben und einen überteuerten Hotdog zu essen. Hinter sich hört man enttäuschte Leute, die sich darüber aufregen, dass es nur ein asiatisches Gericht im Mittagsmenü gibt.

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Aber zurück zum See. Den Crater Lake umgibt teils Nadelwald, teils Steil- und Steinklippe. Er ist fast kugelrund und man kann den Rand komplett mit dem Auto abfahren – nach unten zum Wasser kommt man aufgrund der Hänge allerdings nicht, es sei denn man meldet sich für Boottouren an, was aber nur zu bestimmten Jahreszeiten möglich ist. Am einen Rand des Sees liegt auch noch eine kleine Insel, die „Wizard Island“ genannt wird und auch wirklich wie aus einem Film aussieht mit ihrer ovalen Form, alten Bäumen und grünem Ring um die Ränder – aber täuscht euch nicht – auch Wizard Island ist ein Vulkan und sogar ein aktiver. Nachdem es am Crater Lake (im Juni!) immer noch vor sich hinschneit und wir unsere Ausflugsroute gelaufen sind, beschließen wir zurückzufahren; stoppen dann aber doch noch einmal im Park – was sich als beste Entscheidung des Tages herausstellt.

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Eigentlich wird hier die Aussicht auf einen Wasserfall angepriesen – der ist allerdings lange nicht so spektakulär wie die „Allee der Giganten“. Damit sind riesige, moosüberzogene Steine gemeint, die wild über- und nebeneinander am Ufer liegen und zwischen denen ein wilder Fluss hindurch rinnt. Die Strömung ist schnell und man muss ein wenig darauf achten, dass man beim Laufen nicht abrutscht, allerdings ist es die Aussicht auf das glasklare Wasser und die Felswände wert, wenn man sich erstmal durchgehangelt hat.

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Da wir schon im Inland unterwegs sind, fahren wir auch zu den „Oregon Caves“ mit einem Stopp bei einer uralten Tankstelle, in der zwei Katzen leben (eine davon steckt kopfüber schlafend in einer engen Ablagefläche, bei der die Hälfte vom Tier hinten wieder herausquillt) und unsere Kreditkarten nicht funktionieren. Leute, habt sicherheitshalber immer Bares dabei, wenn ihr nicht irgendwo stranden wollt. Die Höhlen (Caves) selbst sind über eine der kurvigsten Strecken der Welt durch die Siskiyou Mountains erreichbar (und nein, es gibt keine andere Option um dort hin zu kommen). Man fährt eine halbe Stunde durch Nadelwälder und ist froh, wenn man die Serpentinen hinter sich gelassen hat. Vor Ort muss man einen kurzen Check mitmachen, um sicherzugehen, dass man keine Krankheiten wegen der Fledermäuse einschleppt. Ein Opi passt uns am Parkplatz ab, in touristischer Montur mit Kappe und großer Kamera um den Hals: „Wisst ihr, ob man Fotoapparate mit rein nehmen darf?“
„Keine Ahnung.“
„Na gut. Dann muss ich wohl nachfragen. Dachte, ich kann mir den Weg sparen.“
Etwas irritierend, da er den Weg sowieso nehmen muss, um in die Höhlen zu gelangen. So erfährt die Frau am Schalter immerhin alles Mögliche über sein Leben, denn das stellt sich als sein Lieblingsthema heraus.

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Vor den Höhlen steht eins der schönsten Gebäude von unserem bisherigen Trip, das „Oregon Caves Chateau“. Es ist etwas windschief und das Holz leicht verwittert, aber das Gebäude ist wundervoll verschachtelt, hat einige Fensterfronten und einen kleinen, smaragdgrünen Teich vor dem Eingang. Wenn man eintritt, sieht man ineinander übergehende Treppen, was an Hogwarts erinnert und es gibt keinerlei klaren Gebäudeplan – dafür aber ein cooles Cafe mit guten Suppen und Burgern, an dem man in langen Tischreihen hockt. Kaum haben wir begonnen, unsere Suppen zu löffeln, setzt sich besagter Opi in unsere Nähe und bestellt einen gigantischen Eisbecher, wobei er -Überraschung!- der Kellnerin seine Anreise und seine Eisauswahl erläutert. Wir müssen leider ziemlich schnell wieder los – die Tourzeiten starten alle 15 bis 30 Minuten und unsere Führerin wartet schon vor dem Eingang. Sie nennt sich „Ranger Mogli“ und sieht auch dementsprechend aus: Sie hat zwei lange, schwarze Zöpfe, die sie unter einen breiten Tarnhut gestopft hat und ist wirklich winzig. Gut für sie, da man die Höhle größtenteils in der Hocke gehend durchquert. Als sie die Personen durchzählt, runzelt sie die Stirn: „Es fehlt noch jemand…“
Will jemand raten? Unser Lieblingsopi taucht kurze Zeit später keuchend auf und beginnt uns begeistert zu erzählen, wo er herkommt. Irgendwie muss man ihm seine Coolness mit seinem gestylten Bart und seiner lauten Sprechweise ja schon lassen…

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Die Höhlen sind in Oregon die Einzigen, durch die ein Bach fließt und man hört das Geplätscher während des Laufens. Der Opi stupst mich dabei an: „Hey, warst du schonmal auf `nem Boot?“
„Ja, mehrfach.“
„Das hier klingt auch so, als wären wir auf einem!“ Er sieht sich aufgeregt um: „Ich liebe Boote!“
Ich kann mich nicht entscheiden, was ich dazu noch sagen soll…
Wir erfahren von Mogli, die alles in begeisterter Dora-Explorer-Manier erklärt, dass die Höhle 1874 von Elijah Davidson gefunden wurde, weil dessen Hund einen Bären hinein gejagt hat. In wilder Verzweiflung rannte er dem Hund hinterher, bis ihm das Licht seiner Streichhölzer ausging. Er schaffte es wohl nur heraus, weil er sich am Geräusch des Flusses orientierte. Das Gestein (hauptsächlich Kalkstein und Marmor) ist von eben jenem Wasser geschliffen und  die Feuchtigkeit hat den Effekt, dass die Höhle sehr kalt ist. Es gibt viel zu sehen und viel zu laufen, anstrengend, weil ein Großteil davon Treppen sind und viele Wege extrem schmal zulaufen. Einmal sehen wir sehr überraschend eine Fledermaus, woraufhin eine Frau in der Gruppe losschreit und der Opi klatscht, nur um kurz darauf zu fragen: „Was war das eigentlich?“
Er schlägt sich aber sehr gut, was die Treppen und die Haltung angeht, dabei ist er ein ganzes Stück größer, als die meisten von uns.

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Es ist insgesamt die schmalste Höhle in der Stefan und ich je waren. Man sieht um jede Ecke herum etwas anderes, steigt enge Gittertreppen und sieht die unterschiedlichsten Gesteinsarten. Mogli gestaltet das Ganze sehr lustig und zeigt uns sogar ein uraltes Bild von der Zeit, in der die Höhle entdeckt wurde und man als Werbung darin sogar Hochzeiten gefeiert hat. Zugegebenermaßen sehen die Brautjungfern in ihren dünnen Kleidchen alle etwas miesepetrig aus, vermutlich weil es auf ihre Köpfe tropft. Mein Lieblingsteilnehmer grinst: „Die sehen ja lustig aus!“
Am Ende der Tour muss man wirklich sagen, dass sich der Ausflug gelohnt hat und man viel Neues gesehen hat. Zum Beispiel gibt es einen Stein, auf dem sich mehrere Leute schriftlich verewigt haben und der mittlerweile ebenfalls zum Stalagmit geworden ist. Wenn man die Höhle durchlaufen hat, kann man zudem noch zahlreiche Pfade darum herum oder über die Höhlen laufen. Aber wir fahren wieder zur Küste, denn, wie der Opi sagt: „There’s nothing better than the ocean and a boat!“

Welche Höhlentour könnt ihr empfehlen?

 

Preise:
Crater Lake Nationalpark (ohne den Annual Pass, den wir gekauft haben): 25$ pro Auto im Sommer, 10$ pro Auto im Winter
Website: https://www.nps.gov/crla/index.htm
Oregon Caves Tour: 10$ Erwachsene, 7$ Kinder
Website: https://www.nps.gov/orca/index.htm

Tipps:
Die Oregon Caves bieten so viele Touren am Tag an, dass man normalerweise nicht im Voraus buchen muss. Falls ihr aber eine Bootstour auf dem Crater Lake machen möchtet, solltet ihr dringend vorher buchen.
Die Höhlen bieten zudem auch noch Touren mit Kerzen an – falls euch das mehr zusagt!