Näher am Welt(kn)all

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Siebzehn – Über den Yellowstone Nationalpark, Touristentorturen und Thermopolis

Wenn ich einen der irrealsten Orte der Erde benennen müsste, wäre der Yellowstone Nationalpark bestimmt unter den Top 3. Es ist einer jener Orte, wo man hinter jeder Kurve etwas Neues erkennt und nie weiß, welches Wetter man erwarten soll. Stefan und ich fahren um die Mittagszeit in Richtung Westeingang und reihen uns in eine lange Schlange Autos ein. Da Yellowstone mit Yosemite und Grand Canyon vermutlich der bekannteste Nationalpark in den USA ist, ist er auch ziemlich voll. Man sollte definitiv einiges an Zeit einplanen und vorher klären, wo man abends für die nächste Übernachtung sein muss, da es nicht viele Möglichkeiten im und um den Park gibt.

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Yellowstone ist das letzte, intakte Ökosystem der Erde und der älteste Nationalpark der Welt (1872 gegründet). Er enthält Vulkane, Geysire, Flüsse und Seen und es leben Grizzlybären und Wölfe in freier Wildbahn. Ich finde nicht, dass die Berge, an denen wir vorbeifahren, unbedingt nach Vulkanen aussehen. Wenn man aber an die einzelnen Aussichtspunkte auf dem Weg gelangt, erkennt man die Geysire und vor allem die bröslige Vulkanerde. Ein Grund, warum der Park trotz seiner extremen Weitläufigkeit (8987 km² ) trotzdem so überbesucht wirkt, ist die Tatsache, dass man sich mit dem Auto von Punkt A zu Punkt B bewegt. Es gibt zwar Pfade, die man laufen kann, aber die Hauptattraktionen liegen an der Straße und mehr Pfade zu erschaffen, fällt vermutlich wegen dem Vulkanuntergrund weg. Yellowstone ohne Auto? Ziemlich unmöglich – vor allem nicht ohne Tourführer. Die Hauptattraktionen sind glücklicherweise aber sehr übersichtlich gestaltet und man läuft über Holzwege und Plattformen zu Geysiren und Quellen. Bei Letzteren handelt es sich um kleine Krater, in denen kochend heißes Wasser brodelt. Im weißen Vulkansand leuchten sie in allen Farben des Regenbogens und lassen einen mit der Frage zurück, wie die Natur etwas so Unwirkliches zwischen rauem Stein und weiten Nadelwäldern schaffen konnte. Es wäre um einiges glaubhafter, wenn man den Planeten gewechselt hätte. Die unterschiedlichen Farben entstehen dabei übrigens durch Bakterien und Algen, die aufgrund der vulkanischen Quellen entstehen.

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Wir starten bei Madison, wo man nicht weit entfernt mehrere Quellen sehen kann und hellblaues, glasklares Wasser verlockend in der Sonne schimmert. Auf einmal ergeben die Unglücksfälle im Park einen Sinn. Ranger erzählen von Teenagern, die tagsüber den Park besichtigt und sich Stellen zum Baden gemerkt haben, dann abends wiederkamen und sie verwechselten. Das Wasser kann einen am lebendigen Leib kochen – die Schilder auf den Stegen zu beachten, ist also äußerst sinnvoll. Abgesehen von den offensichtlichen Punkten wie dem Boden und dem Wasser, gibt es außerdem viele Wildtiere im Park, auf die man Rücksicht nehmen muss. Man kann in Gebüschen Elche und Hirsche erkennen und oft auch Herden von Büffeln, die durch die Prärie in der Mitte des Parks ziehen. Warum manche Personen ihre zweijährigen Kinder direkt vor einen Büffel setzen oder neben einem auf der Straße halten, um Bilder zu machen, geht zwar nicht ganz in meinen Kopf, aber ist trotzdem weit verbreitet. Ich muss vermutlich nicht erwähnen, dass überall Schilder stehen mit Warnungen, wie sehr man sich den Tieren nähern sollte, oder?

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Aber zurück zu den Vulkanen. Hören tut man eigentlich nur das Puffgeräusch, wenn ein Geysir in die Höhe geht. Riechen kann man beispielsweise den Mud Vulcano am östlichen Ausgang des Parks, der wirklich überirdisch nach Schwefel stinkt und wie ein Urzeitmonster braune Blasen wirft (zumindest stelle ich mir ein Urzeitmonster so vor, aber ich neige ja auch zu B-Movies…).
Durch die aufsteigende Hitze läuft man im Park oft durch Dampfsäulen und merkt dadurch umso mehr, wie heiß es eigentlich in der Umgebung ist. Auch wenn der Wind hin und wieder über die Landschaft fegt, bringt er keine wirkliche Abkühlung, sondern sorgt für weitere Kappen und Hüte, die in den Pools vor sich hinschwimmen oder an Klippen hängen bleiben. Yellowstone ist ein sehr raues Land mit den roten Gesteinsarten aus dem Grand Canyon, grauen Gesteinsbrocken, die an Elefanten erinnern und wildem Wasser, auf dem keiner wagt, eine Bootstour zu machen (obwohl es bestimmt auch einige intelligente Aktionen in diesem Bereich gab).

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Die bekannteste Attraktion ist mit Sicherheit der Old Faithful Geysir, der als einziger Geysir im Park eine Taktung hat und praktischerweise alle 30 Minuten ausbricht. So versammeln sich die Leute im Tal auf langen Bankreihen und erdulden in der Hitze ihr Schicksal bis zum Ausbruch. Der Old Faithful liegt zudem neben einem der bekanntesten Hotels der Welt – oder sollte ich eher sagen, das Hotel liegt neben dem Geysir? Schließlich war dieser eine ganze Weile vorher da. Das Hotel von dem ich rede, ist das Old Faithful Inn. Es ist ein gigantisches Holzhaus gefühlt mitten im Nirgendwo, das bestimmt über sechs Stockwerke hat. Während es von außen riesig und wie ein klassisches Blockhaus wirkt, ist es nach Betreten eine große Überraschung, vor einem filigranen Netz aus Querbalken und tiefhängenden Leuchtern zu stehen. Mit Geigenmusik im Ohr und den Kopf in den Nacken gelegt, kann man über sich einzelne Stockwerke und Plattformen zählen, die viele Sitzplätze erahnen lassen. Man muss kein Gast sein, um eintreten zu dürfen. Es gibt für die Öffentlichkeit einen Souvenirshop und dazu auch ein Restaurant im ersten Stock. Gast zu sein, ist übrigens gar nicht so einfach. Nach allem, was ich gelesen habe, müssen Reservierungen im Durchschnitt mindestens ein Jahr im Voraus erfolgen – es sei denn, manche Personen sagen spontan ab. Ich würde auf jeden Fall empfehlen, einmal hineinzugehen, auch wenn man vielleicht nur einen Tee trinkt und dabei in einem gigantischen Wildledersessel versinkt.

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Um den ganzen Park zu sehen bräuchte man vermutlich mehrere Tage, wenn nicht sogar Wochen. Es gibt auf allen Seiten etwas zu sehen. Besonders schön ist der Morning Glory Pool mit hellblauem Wasser und grellgelbem Rand, der nach einem exotischen Cocktail aussieht. Und beeindruckend ist auch der Devils Thumb, eine Gesteinsformation, aus der wilde Geysire sprudeln und man ein unterirdisches Rumpeln hört. Ich wäre gerne länger davor gestanden, aber es hat von einem Moment auf den nächsten in Strömen zu regnen begonnen und sogar wenn man rennt, landet man durchweicht im Auto.

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Wir waren erst spät auf dem Weg aus dem Park hinaus und die Strecke vom Osteingang Richtung Cody ist bestimmt einer meiner liebsten Streckenabschnitte seit wir unterwegs sind. Weite Klippen ragen rechts und links vor einem auf. Die Felsen sind rot, lila, weiß und zwischendurch erhascht man einen Blick auf glatte Seeflächen und zusammengedrängte Büffelherden. Manchmal sieht man auch kahle Hänge, aber zwischen den abgebrannten Baumstümpfen zieht sich mittlerweile auch  wieder helles, grünes Gras hindurch. Kurz vor dem Ausgang bekommen wir sogar noch einen Blick auf drei Bären, die oben auf einem Felsen hocken und gelangweilt vor sich hin kauen. Logischerweise Grund für viele Touristen mitten auf der Straße anzuhalten, auszusteigen und sich darüber aufzuregen, wie unpraktisch die Bären doch für Fotos stehengeblieben sind (ist ja auch wirklich asoziales Verhalten von ihnen).

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Man fährt bis Cody nach dem Ausgang bestimmt noch anderthalb bis zwei Stunden. Zunächst in Serpentinen Berge hinunter, dann irgendwann durch Täler mit Farmland und vereinzelten Bauernhöfen. Zu unserer Irritation thront auf einem Hügel sogar ein gigantisches Blockhaus im skandinavischen Stil, das ohne wirklichen Zweck mitten im Nichts steht (für Interessierte…. es ist zu verkaufen!). Cody ist wie Jackson Hole eine Westernstadt und ebenfalls nur einer der wenigen Orte auf der östlichen Seite des Parks. Hauptsächlich ist es bekannt für sein Westernmuseum und die Rodeo Arena, in der jeden Abend um 8 Uhr die Rodeo Show losgeht. Man kann die Tribünen gar nicht übersehen, wenn man in den Ort abbiegt, da es mit Abstand das größte Gebäude ist. Es gibt zudem eine lange Hauptstraße mit bunten Shops, Leder- und Sattelzubehör und einigen Restaurants, die ihre Steaks bewerben.

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Eine besondere Sache gibt es übrigens noch auf dieser Seite des Parks. Circa eine Stunde von Cody entfernt befindet sich Thermopolis, eine kleine Gemeinde, die eigentlich nur aus Felsen und drei Thermalbädern besteht. Die Stadt liegt in einem Bergkessel mit hoch aufragendem, rot-grauen Gestein und die Thermalbäder grenzen teilweise direkt an den Berg an. Es gibt zwei Bäder, die Wellnessanwendungen und Rutschen anbieten, weshalb sie meistens relativ voll sind, aber es gibt auch ein öffentliches Bad von Thermopolis. Dieses ist für alle Besucher frei, da die Indianer vor langer Zeit bei der Abgabe ihres Landes verewigt haben, dass es für alle Zeit kostenlos für alle Menschen zugänglich sein muss. Es ist ein kleines Bad mit zwei Becken, aber schön angelegt und völlig ausreichend, wenn man mit Muskelkater in den Beinen eine kurze Pause braucht. Anschließend kann man übrigens noch zwischen den Quellen durch einen Park spazieren und über eine Hängebrücke in die Berge laufen. Und wenn man sich dann genug entspannt hat, kann man in Richtung der sogenannten Badlands weiterziehen.

 

Wart ihr schon einmal im Yellowstone Park? Was waren eure Eindrücke?

Preise:
Yellowstone (mit einem Fahrzeug, ohne Jahrespass): 35$
Website: https://www.yellowstone.org/?gclid=CjwKCAjw8O7bBRB0EiwAfbrTh2ck9IHJgyVCcao_4cidAlPAsAPQpuHty4RZD8QA3QCA2Yyx1oYf2hoCHPAQAvD_BwE

Tipps:
1) Übernachtungstechnisch in der Gegend: Idaho Falls, Rexburg und wenn ihr ein bisschen früher bucht evtl auch Cody oder Jackson Hole.
2) Immer ausreichend Wasser mitnehmen – im Park wird es im Sommer bis zu 45 Grad heiß.
3) Eine Kappe kaufen, die gut sitzt. Damit meine ich, dass sie quasi am Kopf festgetackert werden sollte, ansonsten stehen die Chancen, dass man sie verliert, relativ hoch.

Cross Country: Kalifornien bis Wyoming

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Sechzehn – Über den 4.Juli, Idaho Falls und den Grand Teton National Park

Für den 4.Juli haben wir beschlossen, ein paar Tage nach Idaho zurückzufahren. Erstens ist man nach vier Wochen „on the road“ mit einem unterschiedlichen Ziel für jede Nacht ziemlich gerädert. Zweitens ist der 4.Juli vermutlich einer der teuersten Tage im ganzen Jahr, was Übernachtungsmöglichkeiten angeht. Wir sind ein Stück den Highway 101 hinaufgetingelt, um in einem Weingut zu stoppen und den Küstenort Mendocino zu sehen, der unglaublich idyllisch auf Klippen thront. Er hat viele uralte Häuschen mit verschnörkelten Veranden, ausgebaute Wassertürme und kleine Restaurants, über denen Möwen kreisen und wo man auf Dachterrassen sitzen kann.

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Anschließend haben wir den angeblich schnellsten Weg durch die Shasta Trinity Mountains  gewählt und falls ihr das jemals geplant hattet – TUT ES NICHT. Ich hatte das schlimmste Beifahrererlebnis aller Zeiten mit drei Stunden Serpentinen, schlechten Straßen, Asphalt-Absenkungen und konfusem Licht. Nach einer Stunde war mir so schlecht, dass wir sicherheitshalber im Nichts anhalten mussten. Glücklicherweise war der Rest der Strecke dann um einiges machbarer, wenn auch ziemlich trocken.
Eine interessante Station auf dem Weg nach Boise ist außerdem der Lake Abert in Orgeon; ein Alkalisee umrundet von Bergen und mit viel Schilfgras. Lange durch die Gegend würde ich dort aber nicht laufen, da es unglaublich nach Fisch und Salz stinkt (der Geruch davon hat sich sogar danach noch einen Tag im Auto gehalten). Den Unabhängigkeitstag haben wir dann in Idaho City verbracht. Morgens zieht eine Parade mit mehreren Pferden und Wagen durch den Ort, an einigen Stellen wird Mittagessen angeboten und am Abend versammelt man sich auf dem örtlichen Fußballfeld für ein Feuerwerk.

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Ich muss allerdings dazu sagen, dass wir uns davor mit Barbecue vollgestopft hatten, denn es dauert eine Weile bis es dunkel wird und die Feuerwehr mit dem Zünden beginnt. Die paar Tage im Inland sind auf jeden Fall eine gute Verschnaufspause bis wir spontan Konzerttickets kaufen und dafür nach Cincinnati in Ohio aufbrechen müssen. Zum Glück haben wir Zeit, ein paar Ziele auf dem Weg mitzunehmen. Die erste Überraschung auf der Strecke ist Idaho Falls. Circa vier Stunden von Boise entfernt erstreckt sich ein überraschend hübsches Städtchen in der Wüste mit Grünanlagen und einem Fluss, der durchs Zentrum läuft. Wer den Stadtnamen gelesen hat, kann sich jetzt auch denken, dass besagter Fluss wirklich einen Wasserfall enthält. Es gibt eine lange Wasserfallfront entlang der westlichen Stadthälfte und man kann durch einen schick angelegten Park spazieren und die Wasserfälle begutachten.

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Besonders schön ist die Szenerie bei Sonnenuntergang, weil nicht mehr zu viele Personen unterwegs sind und man genug Raum hat, um ans Ufer zu gehen. Auf dem Weg kann man sich einen „Slushy“ holen, das absolut künstlichste Eisgetränk der Welt in Geschmackssorten wie „Tropical Sunshine“ (vielleicht hätte der Name mir Warnung genug sein sollen, aber bei circa 35 Grad in der Sonne war das meinem Gewissen reichlich egal… zumindest bis ich das leuchtend rote Getränk dann im Becher überreicht bekam).

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Stefan und ich sind dann ein weiteres Stück dem Fluss gefolgt, bis wir vor einem schön angelegten japanischem Garten stehen mit moosüberzogenen Flächen, kleinen Bächen und Brunnen und Holzpavillions. Von hohen Steinvorsprüngen und Brücken kann man auf den Fluss unter sich sehen. Und wie in allen Ländern der Welt, entdeckt man auch hier gebräunte Typen in Badehosen, die sich unter den Brücken entlang hangeln. Der Garten wurde zur Freundschaft mit Japan errichtet und es ist erstaunlich, wie viele Menschen auch abends noch darin unterwegs sind und Fotos machen. Im Hintergrund sieht man den leuchtend orange-weißen Wasserturm der Stadt und gelangt durch den Park nach Downtown. Bei der Hitze und nach meinem fabulös-klebrigen Slushy, machen wir einen Stop in einem Irish Pub, um mit etwas weniger „tropischem“ zu kontern.

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Der Pub spielt alte Musikvideos ab, hat eine Bar vollgestopft mit den unterschiedlichsten Getränken und einem gotischen Flair mit gebogenen Deckenbalken und getönten Fensterscheiben. Abgesehen davon gibt es dreifarbigen Käsekuchen, der zum Niederknien i(s)st. Falls ihr die Zeit habt, ist die Stadt auf jeden Fall ein schöner Stopp in Richtung Yellowstone Nationalpark.

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Wir packen am Tag darauf unsere Sachen zusammen und planen unseren Trip zum Grand Teton Nationalpark. Zur Orientierung: Grand Teton ist ein eigener Park südlich von Yellowstone, grenzt aber an diesen an. Es gibt nicht besonders viele Orte in der Gegend, wo man übernachten kann – am bekanntesten ist mit Sicherheit die Westernstadt Jackson Hole, deren Innenstadt wie aus einem alten John Wayne-Streifen aussieht (wenn man mal von den Autos und teilweise sehr luxuriösen Hotels absieht). In der Stadtmitte gibt es einen kleinen Park mit einem Eingangsbogen aus Elchgeweihen, der von Westernveranden und vielen Parkbänken umgeben ist. In den Läden kann man Westernkleidung kaufen und es riecht in den meisten Restaurants himmlisch nach Steak. Während viele Shops durch die Touristen und Hotels ein eher schickes und elitäres Bild mit Markenkleidung zeichnen, gibt es auch die seltsamsten Shops mit den verrücktesten Souveniren. In einem der Läden steht beispielsweise ein gigantischer ausgestopfter Bär für 25 000$, direkt daneben Kung Fu Eichhörnchen mit Samuraiischwertern oder sehr seltsame Tieransammulungen wie rudernde Biber und Rehe.

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Wenn man dann genug verstörende Eindrücke gesammelt hat, kann man sich auf in den Nationalpark machen. Es ist ein weites Land, das sich neben den Grand Teton Bergen erstreckt, die so genannt wurden, weil sie angeblich an Brüste erinnern. Auch im Sommer liegt noch Schnee in den Bergen, was umso abstrakter erscheint wenn man selbst auf den Pfaden im Tal gegrillt wird. Die Landschaft erscheint endlos mit ihren langen Bergketten, Nadelwäldern, Blumenwiesen und Seen und die Anstiege können ganz schön steil werden. Als wir am Jenny Lake ankommen, ist dort bereits die Hölle los und wir finden mit viel Glück einen Parkplatz – natürlich in der Sonne. Der See ist oval mit sehr klarem, dunkelblauen Wasser und mehrere Boote fahren darauf hin und her um die Menschen auf der anderen Seite der Bucht wieder einzusammeln. Motiviert wie wir sind, beginnen wir den Pfad am Wasser entlang zu wandern – und verlaufen uns ziemlich hoffnungslos.

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Schön hoffnungslos, muss ich zugeben, denn wir gelangen zu den Teichen, an denen die Elche normalerweise rasten und laufen durch halb zugewachsene Pfade mit den unterschiedlichsten Wildblumen. Nach einer halben Stunde erreichen wir sogar einen Bergbach, von dessen Brücke aus man die Füße ins Wasser tauchen kann. Im ersten Moment ein ziemlicher Schock, weil es unglaublich kalt ist. Nach unserem Irrtum – wir enden mit Sicht auf die nächstgelegene Landstraße – müssen wir den Weg komplett zurücklaufen und beginnen danach einen steilen Anstieg um die höchste Sicht auf den Jenny Lake zu erklimmen. Die Wasserfläche unter einem scheint auf jeden Fall cool-unberührt, wenn man selbst durch den Wald und über abgesplitterte Steine läuft.

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Einige Teile der Berge bestehen nur noch aus Geröllfeldern, die sich entlang des Sees auf dem Weg zu den „Hidden Falls“ erstrecken. Der Wasserfall ist auf jeden Fall versteckt, man hört das Rauschen lange bevor man die Wasserfälle sieht und es gibt einige Abbiegungen über Brücken, die man dorthin nehmen muss. Die Sicht am Ende ist aber eine ausreichende Belohnung und eine sehr angenehme Abkühlung durch die ganzen Wassersprenkel, die man dort abbekommt. Ich gebe zu – nach unserem Irrweg sind wir nicht mehr motiviert genug, die gesamte Runde um den See zu laufen. Gut zu wissen, dass man von beiden Seiten die Boote nehmen kann. Die Überfahrt dauert nur zehn Minuten und man hat einen schönen Blick auf die umliegenden Berge, Buchten und natürlich das Wasser selbst. Schwer vorstellbar, dass die Natur sich bei unserem nächsten Ziel, dem Yellowstone Park, so sehr von diesem Ort unterscheiden wird.

 

Ich würde mich über ein Kommentar freuen 😉

Preise:
Grand Teton National Park (ohne Annual Pass): 35$ pro Auto
Website: https://www.nps.gov/grte/index.htm

Tipps: 
Außerhalb der Nationalparks schlafen und dafür mehr Fahrtweg in Kauf nehmen, die Preise in Jackson Hole sind wirklich hoch verglichen mit Orten wie Idaho Falls oder Rexburg.

Warum man Idaho nicht unterschätzen sollte – 7 Things to do in Idaho

Warum man Idaho nicht unterschätzen sollte – 7 Things to do in Idaho

Da wir sowohl an der Grenze, als auch im Land oft Kommentare gehört haben, die größtenteils lauteten: „Was zum Teufel wollt ihr in Idaho?“, habe ich beschlossen, ein paar Gründe zu finden, die für einen Aufenthalt in dem Kartoffelstaat sprechen. Ich muss dazu sagen, dass ich nicht wirklich suchen musste. Mir ist der Staat ans Herz gewachsen, schon allein aufgrund der Tatsache, dass er die Gelassenheit aus Westernzeiten ausstrahlt und die Leute alle sehr entspannt und zufrieden mit ihrem Leben dort sind. Abgesehen davon hat Idaho eine wunderschöne Landschaft mit Canyons, Flüssen und Seen, Bergen und vielen Pfaden, die man laufen kann und im Winter kann auch eine Menge Schnee fallen. All diese Ereignisse finden natürlich immer wieder mit Country-Hintergrundmusik statt (wenn sie grillen, läuft irgendwo ein Radio, wenn sie unterwegs sind, nehmen sie eins mit) – egal, ob du Country magst oder nicht… am Ende musst du es mögen, du hast schließlich keine andere Wahl.
Aber kommen wir zu den Dingen, die auf Anhieb zusagen:

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  • Quad fahren

Oder sollte ich eher, wie hier üblich, „ATV“ sagen? Idaho kann im Frühling unglaublich grün und strahlend sein, im nächsten Augenblick aber auch an eine Wüste erinnern. Egal welches von beidem zutrifft, mit dem Quad eine Tour durch die Umgebung und die Orte zu machen, ist eine der besten Erfahrungen überhaupt. Es macht Spaß; es ist aktiv, man sieht viel von der Gegend und man wird definitiv wach durch den Adrenalinkick, der beim Fahren einsetzt. Solange man vor der geplanten Tour die umliegenden Routen gecheckt und getankt hat, kann eigentlich nichts schiefgehen. Wasser mitzunehmen ist übrigens erlaubt, bei Essen sollte man eine Art geruchsdichten Kanister namens „Bear Can“ besorgen – Idaho hat einige Sicherheitsvorkehrungen wegen Bären und Pumas.

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  • Wasseraktivitäten

Mit dem Boot fahren oder fischen gehen, steht weit oben im Kurs, wenn es um die Wochenendfreizeit geht. Um die Hauptstadt Boise herum gibt es viele Gebiete mit Stau- und Schwimmseen. Die Stauseen schlängeln sich dabei ein Stück weit durch die Canyons und man kann an einigen der Häfen Boote für einen Tagesausflug leihen.

  • Hot Springs

Da ich gerade schon beim Thema „Wasser“ bin… Der kleine Ort Idaho City (ca 40 Minuten von Boise entfernt) hat eine fantastische kleine Therme mit Sauna, Jacuzzi und einem angegliederten Café. Die heiße Wasserquelle kommt direkt aus den Bergen und man genießt aus dem Becken den Blick in die Idylle. Am Pool dürfen Getränke bestellt und getrunken werden und natürlich bekommt man jederzeit seine Eiswürfel ins Wasserglas. Wenn man mehr Wert auf die Privatsphäre legt, gibt es auch einige Hütten mit eigenen Becken darin, die man für sich oder als Gruppe reservieren kann.

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  • Idaho City

Falls jemand auf der Suche nach dem klassischen Wilden Westen ist, kommt er vermutlich nicht näher dran, als in dieser ehemaligen Goldgräbergegend. Hier steht die Zeit still und man kann die beste, selbstgemachte Eiscreme auf einer weiß-pinken Veranda essen, von der man sich bestens vorstellen kann, wie früher Pferde an sie angebunden wurden. Alle Eissorten sind einzigartig und garantiert ungewöhnlich; Namen wie „Death by Chocolate“, „Birthday Cake“ und „Rocky Road“ tauchen im Sortiment auf und ihr solltet sie alle dringend probieren (schließlich sind zum Teil Smarties, Kekse, Streusel oder Marshmellows darin verborgen und mal ehrlich…wer würde das nicht wollen?!).

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Wem Eis zu süß ist, der kann auch einfach ins Restaurant nach nebenan schlendern. Trudy’s Kitchen bereitet alles zu, was man mit Amerika verbindet – in Portionen, die man mit Amerika verbindet. Die Tische sind mit weiß-rot-karierten Decken belegt und von der Decke baumeln die seltsamsten Küchenutensilien – auf jeden Fall sollte man das Steak und den Chocolate-Rasberry-Cheesecake probiert haben.
Und für diejenigen, die ohne Hunger in den Ort kommen (ich kann euch allerdings nur raten, VIEL Hunger zu empfinden) – der Ort hat einen kleinen Souvenirshop mit handgemachtem Schmuck, ein winziges Museum, das einen guten Überblick über die Goldgräberzeit gibt und den verwunschensten Friedhof, den ich je gesehen habe. Aber ein bisschen was zu Idaho City werden ihr bestimmt noch am Ende unserer Reise hören.

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  • Boise

Die Hauptstadt ist gefühlt nicht besonders groß, zumindest nicht so groß wie man sich eine Hauptstadt vorstellen würde (die Einwohnerzahl liegt hier bei ca 223.000). Sie hat aber eine gute Auswahl an Shops, wie beispielsweise die Boot Barn, wo man sich selbstgemachte Cowboystiefel besorgen kann und eine Menge Outletcenter, wenn man auf die Schnelle ein paar günstige Kleinigkeiten benötigt. Außerdem gibt es im Zentrum mehrere Bars, die selbstgebrautes Bier anbieten – auch wenn die Marke, die am meisten getrunken wird Coors heißt und es sich dabei um ein sehr helles Bier handelt.
Die Stadt ist außerordentlich gut strukturiert und sauber, es gibt viele kleine Brunnen im Zentrum und größere Flächen für Märkte oder andere Veranstaltungen. Einen Besuch ist sie auf jeden Fall wert!

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  • Birds of Prey

Etwas außerhalb von Boise befindet sich die Birds of Prey Jagdvogel Anlage. Die Station für die Vögel ist nicht besonders groß, dafür aber sehr übersichtlich gestaltet und man kommt unwahrscheinlich nahe an die Tiere heran. Von Geiern über Bussarde und Adler bekommt man viel zu sehen und man kann in Einzelvorstellungen gehen, wo man mehr über die Tiere und ihre natürliche Umgebung erfährt. Ich empfehle den Ausflug auch für Familien; schon allein deshalb, weil die Orientierung der Anlage sehr praktisch gestaltet ist und die Kinder an alle Käfige herantreten können.

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  • Baked Potato oder Potato Salad essen und ein Coors trinken

Idaho wird auch der „Kartoffelstaat“ genannt. Grund dafür: Aus Idaho stammen die bekannten, großen Kartoffeln die zum Füllen und Aufbacken verwendet werden. Und sie werden ihrem Image so gut wie immer gerecht: sie machen die besten Kartoffelsaladkreationen überhaupt und man bekommt sie in jedem Diner, das man passiert! Um ehrlich zu sein habe ich keine Ahnung mehr, wie viele unterschiedliche Sorten Kartoffelsalat ich mittlerweile gegessen habe, aber keine hat dem anderen ähnlich geschmeckt…
Klassisch wird zum Kartoffelsalat meistens ein Bier gereicht – so unterschiedlich sind die Deutschen und die Amerikaner scheinbar auch wieder nicht- und natürlich wird ein Steak gegrillt (und nein, auch wenn ich vom Wilden Westen gesprochen habe, dieses Steak wurde von uns nur im Supermarkt gejagt und nirgendwo sonst!).

 

Besteht Interesse an einigen Rezepten aus Amerika? Ich komme hier ganz gut rum und überlege, am Ende ein paar Sachen zusammenzufassen 😉

Preise:
– Hot Springs Idaho City: http://www.thespringsid.com/
Eintritt: 11$ Kinder, 17$ Erwachsener
– Eisdiele Idaho City: https://www.facebook.com/sarsaparillaicecreamparlor/
– Trudy’s Kitchen Idaho City: https://www.facebook.com/trudyskitchen/
– Birds Of Prey: http://www.peregrinefund.org/visit
Eintritt: 5$ (4-16), 10$ Erwachsener, 5$ Senioren

Tipps:
– Versucht niemals den Radiosender zu wechseln, wenn ihr mit den Amerikanern unterwegs seid. Sie finden es nicht lustig, wenn man etwas anderes als Country zu hören versucht… abgesehen davon gibt es eigentlich kaum Sender, die KEINE Countrymusik abspielen.
– Wenn ihr euch ein Quad für den Aufenthalt besorgen möchtet, checkt einfach mal die Tankstellen in der Umgebung. Viele von ihnen vermieten ihre ATVs.