Von New York nach Hamburg – 18 Tage & 11 Stops mit der AIDAvita

Von New York nach Hamburg – 18 Tage & 11 Stops mit der AIDAvita

Als Abschluss einer langen Reise stehen wir nach 3 Monaten USA auf einem Kreuzfahrtschiff am Manhattan Terminal in New York mit der Stadt im Rücken und dem Meer am Horizont. Vor uns liegen 18 Tage mit der AIDAvita mit einer Route entlang Amerika, Kanada, Grönland, Island, Schottland und Hamburg am Ende. Das Schiff ist eines der kleinsten der AIDA-Flotte, aber uns kommt es riesig vor als wir am Terminal darauf warten, einzusteigen. Auch für den Startpunkt New York konnte man vom Schiff aus bereits Ausflüge buchen, aber für uns ist es Luxus genug, sich nach mehreren Tagen in der Stadt die Füße nicht weiter plattzulaufen und auf dem Deck des Schiffs die Hochhäuser vor sich hin funkeln zu sehen. Als sie kleiner werden beim Ablegen des Schiffes fühlt es sich wie ein Neustart an und das nach all der Reiserei davor.

Boston

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Quincy Market Boston

Es ist der letzte Stop nach drei Monaten Rundreise- ein komisches Gefühl das Land danach wieder zu verlassen. Boston ist die schönste Stadt, die ich mit Stefan in den USA besucht habe. Wir haben auf dem Schiff eine Tour gebucht, die uns mit dem Bus durch das Zentrum und entlang einiger der wichtigsten Sehenswürdigkeiten kutschiert. Die Gebäude bestehen zum größten Teil aus rotem Backstein und sie erinnern an die englische Baukunst – Boston ist schließlich ein Teil Neuenglands. Zwischen uralten Friedhöfen, modernen Shops, Parkanlagen und Brunnen verläuft der Freedom Trail der zu den Wahrzeichen der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung, dem man mit Sternchen auf dem Boden folgen kann. Aus dem Bus heraus sehen wir das Staatshaus, wo gerade sogar der Minister in einem wichtigen schwarzen Anzug einem Parteimitglied die Hand schüttelt. Es geht die Fahrt entlang über die Longfellow Bridge, die einen in die Ferne über den Charles River sehen lässt, bis man lauter Inseln im Wasser erkennt und vorbei an den tausenden Universitäten und natürlich der Szenerie der Boston Tea Party. Unser letzter Stop ist der Quincy Market, der alte Marktplatz im Zentrum nahe dem Wasser, an dem man sich kreuz und quer mit Essen eindecken kann. Ein Gang durch die alten Hallen zeigt winzige Stände und die Gerüche mischen sich wie auf einem orientalischen Basar. Hummer, Suppen, indische Speisen und Eis liegen nebeneinander und in den Hallen einen Sitzplatz zu bekommen, ist so gut wie unmöglich. Wir steigen letztendlich erst 2 Stunden später wieder in den Bus zurück und beschließen, noch einen Abstecher zu den „Boston Swans“ zu machen. Über den Freedom Trail gelangen wir zum breit gefächerten Parkgelände vom Public Garden mit Cafés, angelegten Seen und letztendlich auch einen großen Teich, auf dem im Sommer die Schwanenseeboote fahren. Sie wurden 1877 und aus Holz gemacht; ein Fahrer tritt vorne in die Pedale und treibt das Boot, mit einem großen Holzschwan darauf, mit ca 10 Personen über den See. Die Fahrt ist nicht teuer und wenn man die Chance im Sommer mitnehmen kann, sollte man es unbedingt mal mitmachen! Außerdem zu sehen: Die Harvard Universität im Cambridge-Viertel der Stadt sowie die Straßen von Beacon Hill mit schmalen Gassen, Gusslaternen und schicken Häusern.

Portland

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Nur einen Tag später durchlaufen wir Portland, eine Stadt mit roten Backsteinhäusern, Hummerständen und Cafes in der Bucht Casco Bay. Portland war Ausflugsziel und Geburtsstätte einiger bekannter Leute – hier ist beispielsweise Bushs Ferienhaus, zu dem ihr von der AIDA aus einen Ausflug buchen könnt. Auch Stephen King wurde hier geboren.
Kunst könnt ihr an der Eastern Promenade bewundern – es gibt hier mehrere Ateliers, dann natürlich die berühmten Hummer-Spezialitäten der Gegend und einige Brauereien. Ins Auge fällt auch der wunderschöne Schiffsplanken-Leuchtturm Portland Head Light der oben auf Cape Elizabeth thront. Stefan und ich wandern durch’s Stadtzentrum hoch in den Stadtpark mit vielen kleinen Brücken und Brunnen. Es gibt ein winziges Hexenhäuschen am Ausgang, das sehr gutes Fingerfood macht und wir schlendern am Schluss wieder zu den Strandläden zurück.

Halifax

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Halifax Citadel

Halifax ist unser einziger Stop mit ein wenig Regen und einer in Nebel getauchten Bucht. Irgendwie hat das die Mystik der Lage nur gesteigert. Die Stadt liegt in einer sichelförmigen Bucht und ganz oben auf dem Berg befindet sich die Halifax Citadel, eine nationale, historische Denkstätte. Hier lebten 1869 die englischen Truppen als Königin Victoria regierte und dieser Bereich Kanadas erst zwei Jahre als Nation galt. Die Zitadelle selbst existiert seit 200 Jahren und hat die Form eines Sterns um als Festung alle Windrichtungen abzudecken. Ursprünglich wurde sie von der British Royal Navy genutzt als Basisstation. Ein paarmal im Jahr kann man hier an Drill-Übungen teilnehmen, zuschauen, wie Kanonen abgefeuert werden oder – was wir zum Glück miterleben konnten- die Dudelsackspieler in der Zitadelle sehen, die dort den Tag über spielen. Man kann die Baracken der Soldaten besichtigen, die Tunnelsysteme und die Waffenausstellung, abgesehen davon hat man eine wirklich schöne Aussicht über die ganze Bucht und es gibt ein Cafe mit vielen selbstgemachten Backwaren.
Halifax selbst ist zu Fuß ziemlich steil mit vielen kleinen Geschäften und Burgerbars. Bei gutem Wetter gibt es viele Restaurants mit Dachterrassen zum Raussitzen und schöne alte Häuser sowie gruslige Friedhöfe wie den Old Burying Ground mit schiefen Steinen und verbogenen Metallzäunen. Das Hafenviertel unten hat außerdem ein Titanic-Museum und wenn ihr schnell genug seid, könnt ihr von der AIDA aus einen Ausflug in den Fischerort Peggy’s Cove machen, angeblich dem schönsten Ort am Atlantik.

St John’s

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Unser letzter Stop in Kanada ist die neufundländische Hauptstadt St John’s in einer Gegend mit rauen Felsen und hohen Klippen, die Häuser sind bunt und in die Felsen genestelt. Hier wurde von den Wikingern vor 1000 Jahren die erste europäische Siedlung gegründet, einzelne Gebäude vom damaligen Stil wurden wieder nachgebaut und können jetzt ein Stück außerhalb bewundert werden. St John’s ist ein echter Traum für jeden Fotografen und hat eine wunderschöne Einfahrt auf dem Schiff mit Blick auf den Cabot Tower auf dem Signal Hill. Mittlerweile wird dieser als Morsetechnik-Museum genutzt. Da es wirklich steil ist, wird es euch einige Zeit kosten nach oben zu kommen. Die Stadt selbst hat kein großes Zentrum, aber eine hübsche Auswahl mit esoterischen bunten Läden, Souvenirauswahl, Künstlern, Restaurants und Cafés. Wenn ihr das Zentrum durchquert und der Hauptstraße folgt, gelangt ihr zu mehreren Aussichtspunkten, von denen ihr die ganze Bucht sehen könnt und einen Blick darauf werfen könnt, wie hoch sich die Häuser am Berg aufreihen! Im kleinen Park am Hafen spielen im Sommer zudem einige Musiker oder Orchester und in der Luft liegt eine fröhliche, ausgeglichene Stimmung. Schwer vorstellbar, dass die Stadt mehrmals abgebrannt ist im Laufe der Geschichte und doch immer wieder vollständig wiederaufgebaut wurde. Bis heute leben die Menschen hier hauptsächlich vom Tourismus und teils vom Fischfang. St John’s ist übrigens der erste Ort von dem aus je ein transatlantischer Non-Stop Flug startete.

Qaqortoq

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Unser Stop in Grönland war von uns heiß ersehnt und dann doch erst mal ziemlich kalt beim Aussteigen! Es gibt keinen Hafen zum Anlegen, stattdessen bleibt man mit dem Schiff weiter draußen zwischen rauer Küste und blau-weißen Eisbergen. Die Häuser in der Ferne sind bunt und reihen sich über die Bucht hinweg bis hoch zum Hang. Blau, gelb und rot, wie ein Sonnenuntergang. Wir tendern mit Bötchen zum Hafen, wo einige Einheimische das große Kreuzfahrtschiff beobachten und ein paar Marktwaren wie Robbenfelle oder Geschnitztes anbieten. Qaqortoq ist mit ca 3500 Einwohnern die größte Ortschaft Südgrönlands, was nur schwer vorstellbar ist, wenn man auf einer Landkarte betrachtet, wie groß das Land wirklich ist. Es gibt in der ganzen Gegend nur ein Krankenhaus, kaum Straßen, wir sehen ein Cafe und einen Supermarkt. Die meisten Waren müssen importiert werden. Die Gegend ist sehr schön, sehr rau und sehr ursprünglich. Schwarze Steine säumen eine Kraterlandschaft durchbrochen mit kleinen Seen, dem Blick aufs Meer und Eisberge in der Ferne. Wenn man in Qaqortoq zum höchsten Punkt wandert, schaut man über die bergige Landschaft hinweg, sieht ein paar Fischerboote im Hafen und weit außen das Kreuzfahrtschiff. Der Wind fegt wild über die Fläche und man fühlt sich, als wäre man an einem der einsamsten Punkt der Welt angekommen.

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Dennoch sind die Menschen sehr warmherzig, bemühen sich Englisch zu reden und scheinen sich bei allem die Zeit zu lassen, die uns Deutschen scheinbar ständig davonläuft. Grönland hat übrigens auch sehr viele Tierarten, dazu gehören über 200 Vogelarten, Rentiere, Polarfüche, Schneehasen und Eisbären. Und man kann im Ort hin und wieder ein paar Kinder sehen, die wie kleine Inuit angezogen sind. Auch wenn das Land nur 26 km von Kanada entfernt ist, könnten die beiden Länder nicht unterschiedlicher sein.

Prinz-Christian- Sund Passage

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Kein Stop zum Aussteigen – es sei denn man ist dem Tode zugeneigt. Dieser wunderschöne Streckenabschnitt, der offiziell noch zu Grönland gehört, ist 100 Meter lang und hat glasklares Wasser. Wenn ihr an Deck sitzt, könnt ihr die Aussicht auf Gletscher, Eisschollen, Robben und mit viel Glück auch auf Eisbären genießen. Mitten an der Passage liegt das Inuitdorf Aappilattoq, das sich mit fischen und jagen am Leben hält. Bei schönem Wetter ist dies der Abschnitt der Fahrt, den man auf keinen Fall drinnen verbringen sollte, das Schiff macht außerdem eine 360 Grad Wende, damit ihr die volle Sicht auf die Gletscher bewundern könnt.

Reykjavík

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Thingvellír

Eines unserer Traumziele war der nächste Stop: Reykjavík oder vielleicht eher Island im Allgemeinen. Man sieht überall die unglaublichsten Bilder dieses Landes und in Wirklichkeit ist es noch schöner. Wenn man mit dem Bus ins Land hinein fährt, fühlt man sich wie in einem Herr der Ringe Film mit grasgrünen Hängen und Bergen, Schnee auf den Spitzen, als hätte man ein Eis mit Sahne übersprüht. Das Land wirkt und ist alt; der erste Wikinger betrat Island im Jahre 874 und schlug sein Lager dort auf, wo heute die Hauptstadt ist. Überall dampft es aus dem Boden, die Geysire sind fast so zahlreich wie die Islandpferde.

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Mit einer Militärraupe arbeiten wir uns auf den Gipfel eines Gletschers vor; von oben sieht man Eis, Schnee und weites Land mit Wasser und ein wenig Grün. Zu Mittag sitzen wir in einer Skihütte und essen aus unseren Lunchpaketen, ehe wir mit dem Bus zu einer der schönsten Aussichten der Reise fahren: Den Wasserfällen von Thingvellír. Es ist das türkiseste Wasser, das ich je gesehen habe, über Steinpfade und Brücken kann man das Rauschen von unten aus allen Richtungen betrachten und die Luft riecht nach Winter. Ein Café nebendran verkauft einige Produkte mit isländischen Aufschriften. Mir war vorher nicht bewusst, dass es sich bei Isländisch um eine Mischung aus Englisch, Deutsch und Dänisch handelt, was es nicht allzu schwer macht, die Sprache zu verstehen. Mein neues Lieblingswort ist „Heilsusafi“; Multivitaminsaft.

Invergordon

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Cawdor Castle Gardens

Nach zwei sehr ruckeligen Seetagen, kommen wir nach Schottland. Das Wetter ist diesig und passt zu den mythischen Highlands mit hohem Gras, Flüssen, die sich durch’s Land winden und den winzigen Küstenstädten. Die Stadt Inverness liegt in einer halbkreisförmigen Bucht mit kleinen Häuschen, einem Aussichtsturm im Zentrum und ist die einzig größere Stadt der Umgebung. Am Hang erstreckt sich eine Fläche aus bunten Steinhäuschen und der Boden in der Fußgängerzone ist gepflastert. Ihr findet hier noch viele eigenständige Shops, die Whiskey verkaufen, Strickwaren, die in der Gegend produziert werden und viele kleine Bäckereien. Um den besten Blick über den Fluss und das Umland zu bekommen, kann man auf den Turm des alten Inverness Castle steigen, wo man eine Rundumübersicht und ein paar Zusatzinformationen per Video bekommt. Auch sehenswert ist die alte Markthalle mit Metallverstrebungen und hohem Glasanteil. Darin könnt ihr sowohl Essen, als auch Kunsthandwerk finden.
Nicht weit von Inverness liegt das Cawdor Castle, ein verwinkeltes Schloss aus grauem Stein mit kleinen Türmchen und einem großen Gartenanwesen. Mit dem Bus dauert es höchstens 30 Minuten bis zum Gelände und auf der Fahrt hören wir die Geschichten über die Highland-Clans, die noch immer in der Gegend wohnen. Cawdor Castle gehört zu den wenigen Burgen die immer noch in Familienbesitz sind und ist über 600 Jahre alt.
Die Burg ist nicht vollkommen frei zugänglich, da sie nach wie vor bewohnt wird. Über Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küchenquartiere sieht man auch die Bibliothek und das neu eingerichtete Cafe im Innenhof. Irgendwie erinnert Cawdor an eine Miniaturversion der typischen Fantasieburg. Einen schönen Spaziergang könnt ihr über das Gelände machen; durch Kräutergärten, neu angelegte Beete mit Rosen und Heckenpflanzen und lokale Kunstwerke wie Brunnen, Vogelfutterstellen und Metallherzen auf dem Gelände sehen.

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Als letzter Stop des Tages sind wir unterwegs zu einem der bekanntesten Ziele Schottlands: Loch Ness. Nessie ist nirgends in Sicht, als wir uns dem See nähern, doch der Busfahrer teilt uns mit, dass man Nessie nur dann sehen kann, wenn man an es glaubt. Die Legende von Nessie existiert bereits seit dem Jahr 565, als ein Abt in einer Beschreibung einen Angriff am Wasser erwähnt. Damals wurde dem Ungeheuer angeblich mit der Hölle gedroht, woraufhin es floh.

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Loch Ness

Einst thronte eine riesige Burg namens Urquart Castle auf einem Hügel neben dem See; wie groß sie war lässt sich noch anhand der Mauerüberreste erahnen. Wenn ihr ein Eintrittsticket kauft, könnt ihr in einem Kurzfilm den Bau und die Zerstörung der Burg mit ansehen, dabei stellt sich auch heraus, dass die letzten Besitzer der Burg sie selbst in die Luft gesprengt haben, um eine Eroberung der Feinde zu verhindern.
Loch Ness selbst ist eine spiegelglatte dunkelblaue Fläche, fast rund, mit einer Maximaltiefe von 230 Metern, wodurch der See das größte Volumen auf allen britischen Inseln beherbergt und nach Loch Lomond der zweitgrößte schottische See ist.
Ausflugsfahrten können mit den Booten und Schiffchen von einem Ende zum Nächsten gemacht werden. Natürlich könnt ihr euch auch ein Plastiknessie für den eigenen Pool an jeder Ecke ersteigern.

Edinburgh/Leith

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Unsere lange Reise geht fast schon zu Ende mit einem letzten Stop in Edinburgh/Leith. Diese Stadt hat wirklich alle Legenden und all das Lob verdient, das man häufig hört. Auch bei schlechterem Wetter ist es eines der schönsten Ausflugsziele Schottlands mit verschnörkelten Gebäuden, Gotikstil und schmalen Gässchen und Türmchen an so ziemlich jedem Gebäude. Hier fühlt man sich ein wenig, als könnte man direkt wieder ins Mittelalter einsteigen. Auch wenn es reichliche Ausflugstouren ab dem Hafen gibt, entscheiden wir uns dazu, mit dem Bus ins Zentrum der schottischen Hauptstadt zu fahren. Zu den größten Attraktionen gehört die Royal Yacht Britannia im Hafen, die 40 Jahre als schwimmender Palast der Königin diente. In der Stadtmitte könnt ihr aber auch das Scott Monument bewundern oder durch die versteckten Winkel hoch zum Edinburgh Castle laufen, das von allen Punkten aus sichtbar ist. Ein weiteres Merkmal ist auf dem Berg der „Arthur’s Seat“ mit einer Höhe von 257 Metern und der besten Rundumsicht. Edinburgh ist aus allen Blickwinkeln wunderschön; die Häuser sind windschief und die Pubs alt und mit tiefen Decken. Es ist klar, wie Hogwarts zustande gekommen ist, wenn man das Café „The Elephant House“ mit der Aussicht auf die Stadt betritt, wo Joanne K. Rowling Harry Potter schrieb. Und nein, auch wenn dieser Ort durch die Bücher viel Ruhm gewonnen hat, ist er dennoch nicht überteuert und die Wartezeit hält sich in Grenzen. Bustouren könnt ihr jederzeit mitmachen, aber wenn es sich je gelohnt hat, eine Stadt zu Fuß zu erkunden, dann seid ihr hier an der richtigen Adresse.

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Greyfriars Bobby

Ein paar allgemeine Eindrücke zum Schluss. Auch wenn wir vorher nie eine Kreuzfahrt unternommen haben und es schwer ist, sie mit anderen Zielen zu vergleichen, würde ich sagen, dass ihr hier mit keinem Stopp etwas falsch machen könnt. Boston war ein völlig untypisches Stadtbild der USA und deshalb so außergewöhnlich. Halifaxs Zitadelle hatte eine tolle Ausstrahlung durch die Dudelsäcke und die Einsamkeit Grönlands, aber auch die Wildnis der Gegend, war atemberaubend. Island war lange ein Ziel von uns und wir haben feste Pläne dorthin zurückzukehren; wenn ihr jemals nahe an die Gegend aus Herr der Ringe herankommen möchtet; ist das eure Chance. Und Schottland zum Abschluss ist definitiv das Sahnehäubchen des Trips; die Gegend ist auch im Regen beeindruckend und der Akzent ist einfach wundervoll!
Ausflüge vom Schiff aus sind nicht günstig, aber zugegebenermaßen gut organisiert und wenn ihr euch im Voraus überlegt, welchen ihr machen möchtet, könnt ihr euer Budget gut planen. Wir haben vor allem an den Zielen Ausflüge gebucht, wo wir sonst Autos hätten mieten müssen, um mehr von der Gegend zu sehen. Die Schifffahrt war lediglich zwischen Grönland und um Island herum ruckelig; wenn ihr für Seekrankheit anfällig seid, wird das eine ziemliche Herausforderung für euch sein. Aber auf den unteren Decks ist auch das erträglich.
Auf dem Schiff wird allerlei Programm geboten – Kinder können den ganzen Tag an Aktivitäten teilnehmen, es gibt ein Theater, Tanzstunden, Kochkurse, ein Fitness- und Wellnesscenter und den ganzen Tag über etwas zu essen – oft thematisch an das jeweilig besuchte Land angepasst. Einziger Minuspunkt für uns war die Internetverbindung, die den Großteil der Fahrt nicht zustande kam. Man fährt zwar in Urlaub, um von dem Netz wegzukommen, aber es ist manchmal trotzdem ganz schön, zusammen einen Film am Abend anzusehen.

 

Welche Kreuzfahrt könnt ihr mir empfehlen?

Preise

Boston Busse: Um die 20 EUR pro Person
Bosten Schwanenboote: Ca 5$ pro Person
Halifax Zitadelle: Um die 7$ pro Erwachsener
Island Trip: Um die 150 EUR pro Person
Ausflug Inverness, Urquart Castle und Loch Ness: Um die 85 EUR pro Person
Busse nach Edinburgh: Um die 10 EUR pro Person (Shuttle – ganztägig)

Tipps
Auf dem Schiff:
– Auf unteren Decks schlafen wenn ihr dazu neigt, seekrank zu werden
– Ausflüge so früh wie möglich buchen, bevor diejenigen weg sind, die ihr gerne machen möchtet -> Für die Ausflüge rechtzeitig Geld beiseitelegen.
– Wellnessbehandlungen spontan buchen; oft sind auf dem täglichen Schiff-Reisebericht günstigere Angebote dabei
– Getränkeflat nur dann kaufen, wenn man wirklich viel trinkt und evtl. auch abends auf dem Schiff feiern geht. Bei den Mahlzeiten sind bereits Getränke dabei und dafür braucht ihr die Karte nicht
– Es gibt nicht nur See-, sondern auch Landkrankheit (dabei hat man das Gefühl, dass der Boden schwankt). Nach spätestens dem zweiten Stop vergeht das aber wieder!
ZUSATZINFO: Alle Personen unter 25 gelten in den Preisen der AIDA als Kind – nutzt diese Vergünstigung unbedingt, so lange ihr könnt!

An den Orten:
– Boston Swans fahren nur im Sommer
– Die Zitadelle in Halifax hat abends ab 17/18 Uhr freien Eintritt
– Für die Prinz-Christian-Sund Passage müsst ihr früh an Deck sein (ca ab 7 Uhr morgens), sonst habt ihr nicht so viel davon.
– Sagt niemals Islandponys!!!! Es sind PFERDE. Alles andere wird als Beleidigung aufgefasst.
– Geld tauschen -> Ist nicht für alle Länder an Bord möglich, aber es kann überall auch mit Karte gezahlt werden oder man muss lokal einen Automat aufsuchen.
– Schottland ist überraschend billig, wenn man englische Preise gewohnt ist.
– Cawdor Castle ist nicht das ganze Jahr geöffnet – Website vorher prüfen

Weitere Ausflugsziele
Boston: Charlestown, Bunker Hill Monument, Old State House, John Hancock Tower, Old North Church, Boston Public Library, King’s Chapel, Quincy Market, Faneuil Hall Marketplace, Isabella Stewart Gardening Museum, Beacon Hill

Halifax: Halifax Citadel, Uhrturm, St Paul’s Anglican Church, Province House, Art Gallery of Nova Scotia, Brewery Market, Barrington Street, Old Burying Ground , Halifax Public Garden, Privateers Wharf, Pier 21, Maritime Museum of the Atlantic, Peggy’s Cove

St John’s: George Street, Newfoundland Museum, Railway Costal Museum, Anglican Church, Commissariat House, Cabot Tower

Qaqortoq: Marktplatz, Heimatmuseum, Tele-Museum, Erlöserkirche, das gelbe Fachwerkhaus

Reykjavík: Hallgrimskirche, Regierungsgebäude, Idno, Isländisches Nationalmuseum, Öskjulid-Berg und Perlan (Aussichtspunkt)

Invergordon: Loch Ness, Urquart Castle, Dunrobin Castle, Cawdor Castle, Fort George, Schlachtfeld von Culloden, Glenmorangie Destille, Dornoch

Edinburgh/Leith: Royal Yacht Britannia, Edinburgh Castle, St Giles Cathedral, Holyrood Palace, Arthur’s Seat, Scottish National Gallery und Prince Street Gardens

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Back to the 80s

Back to the 80s

Neun – Wallaby-Baby, Snoqualmie Falls und Twedes Cafe

Bevor wir am nächsten Tag das Baumhausparadies verlassen, haben wir im Haupthaus Frühstück, wobei man mit allen Personen von den anderen Baumhäusern an einem Tisch sitzt. Es ist eine entspannte Atmosphäre, weil jeder erzählt, warum er da ist und wir von einer Mitarbeiterin ein bisschen etwas zu der Geschichte der Baumhäuser erfahren. Außerdem teilt sie uns mit, dass der Baumhauspark eine Auslastung von 97 % hat.
Zum Frühstück gibt es eine Auswahl an selbstgebackenem Quiche, Honig-Granola, Naturjoghurt und Bananenbrot und man kann sich an Getränken bedienen, die auf einer kleinen Theke angerichtet werden.

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Alle Personen, die in den anderen Häusern übernachten, sind gerade dabei, ihre Hochzeitstage zu feiern und es ist sehr lustig, einmal in der Reihe herum zu gehen und 45, 25 und 10 Jahre als Jahrestag zu hören,  während Stefan und ich mit unseren FAST fünf Jahren dasitzen. Aber hey! Wusstet ihr, dass fünf Jahre als „hölzerne Hochzeit“ zählen? Ist doch ganz cool, dass wir ausgerechnet dieses Jahr unsere hölzerne Baumhausnacht hatten…

Nachdem wir ein bisschen in der Souvenirabteilung gewütet haben (okay, ich gebe zu, dass ich vermutlich mehr Schaden angerichtet habe…), müssen wir die Baumhäuser verlassen. Ein Pärchen aus einem anderen Baumhaus kommt mit uns nachmittags zu einer Känguru- und Wallaby Ranch, aber da wir noch ein bisschen Zeit haben, beschließen wir, einen Ausflug nach Issaquah, die näheste Stadt zu machen.

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Sie ist nur 15 Minuten mit dem Auto entfernt und liegt im Tal neben dem bekanntesten Berg der Gegend: Mount Si. Der Berg wurde nach einem alten Mann benannt, der jahrelang auf einer Seite des Berges lebte und dort wohl der einzige Einwohner war. Nach seinem Tod fanden die Leute im Ort es am angebrachtesten, den Berg mit Mount Si zu betiteln, was sich bis heute gehalten hat. Issaquah liegt an diesem Tag ein wenig im Nebel, aber das macht nichts, wenn man die Straße hinunterschlendert, vorbei an erstaunlich kleinen Häusern, bunt dekorierten Laternen und kleinen Cafes. In der Mitte von Issaquah verlässt auch täglich ein historischer Zug die Stadt, der einige der bekannteren Punkte (wie die Snoqualmie Falls) in der Gegend abfährt. Wir hätten die Chance gerne ergriffen, allerdings war unsere Zeit etwas knapp und die Tickets sind nur zu bestimmten Uhrzeiten zu erwerben.

Die Känguru- und Wallaby Ranch liegt in der Nähe von Snoqualmie; einem Ort, der hauptsächlich für einen gigantischen Wasserfall und das Luxushotel auf der Bergklippe bekannt ist. Die Ranch ist ein wenig abgelegen, nicht so einfach zu finden und wir sind zum Glück noch auf die Minute pünktlich. Vor dem offiziellen „Tiere-Streicheln“ präsentiert der Besitzer uns in einem Vortrag einige Fakten über die Kängurus auf seiner Farm und wie sie aufwachsen (Video dazu auf seiner Website). Er zeigt uns dazu viele Bilder, die vom National Geographic Magazin auf seinem Gelände aufgenommen wurden und die die Entwicklung eines Babys im Beutel seiner Mutter zeigen. Man sieht den Beutel eines Kängurus übrigens nur dann, wenn eine Mutter ein Kind bekommt, ansonsten ist sie in der Lage den Beutel zu verstecken. Ein Känguru kann direkt nach dem ersten Baby, ein zweites bekommen. Sie „entwickeln“ dabei aber nur das Erste vollständig und bewahren das Zweite in ihrem Beutel auf, bis sie Nummer eins nach circa neun Monaten „vor den Beutel“ setzen. Kängurubabys kommen zudem ohne kognitive Fähigkeiten zur Welt, was sie ziemlich einzigartig macht. Die einzige Funktion in ihrem frühen Stadium ist es, zum Nippel der Mutter zu kommen, bis sie nach langer Zeit entwickelt genug sind, um sich von etwas anderem zu ernähren (meistens ist das dann Dreck und Gras (ist das wirklich eine Steigerung?!)). Der Vortrag ist interessant und lustig gestaltet und da es gerade ein Baby-Wallaby auf der Farm gibt, dürfen wir es im Anschluss einmal halten.

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Falls ihr euch jetzt fragt, was der Unterschied zwischen Känguru und Wallaby ist – ein Wallaby ist wesentlich kleiner und nicht ganz so flauschig, aber das tut ihrer Niedlichkeit keinen Abbruch. Abgesehen davon ist es ein verdammt cooles Erlebnis in ein Gehege mit mehreren Wallabys und Kängurus gelassen zu werden, die sich fast alle streicheln lassen und natürlich auf Futtersuche sind. Unser Führer hat ihnen allen außerdem ungewöhnliche Namen wie „Trouble“ und „Vanilla Bean“ gegeben. Er sorgt übrigens auch dafür, dass einige der Babys adoptiert werden (Preis für eine Adoption liegt zwischen 2000 und 4500 Dollar). Kängurus sind aber nicht darauf trainierbar stubenrein zu werden.

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Nach circa eineinhalb Stunden mit den „Roos“ fahren wir in guter Stimmung noch zu den Snoqualmie Falls, wo man neben dem Luxushotel „The Salish Lodge“ parken und die Aussichtspunkte abfahren kann. Dabei erfährt man auf den Schildern ringsum einiges über das Bewässerungssystem, die Indianer (Snoqualmie People), die in dieser Umgebung gelebt haben und über Bigfoot, der angeblich ebenfalls hier herumschleicht (in dem Souvenirshop hängen übrigens mehrere verschwommene und rot eingekreiste Aufnahmen von irgendetwas, das Bigfoot sein könnte…meiner Meinung nach könnten die Bilder auch einen Schwarzbären oder einen dicken, schwarz-angezogenen Mann darstellen, aber das wäre ja zu einfach…). Der Wasserfall rauscht jedenfalls in atemberaubenden Tempo 82 Meter den Berg hinunter und man hört ihn auch auf den Pfaden, die man in den Wald laufen kann… oder sollte ich eher „hinunterfallen“ sagen? Sie sind ganz schön steil und die Sache ist umso lustiger, wenn man unten feststellt, dass es keinen Rundweg gibt…yay!

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Wer noch Lust auf einen besonderen Besuch hat, sollte einen Abstecher ins „Twedes Cafe“ machen. Es ist einer der Hauptdrehorte der alten Serie „Twin Peaks“ (1990) und da gerade eine neue Staffel gedreht wird, gibt es Gerüchte, dass die Schauspieler in der Gegend unterwegs sind. Das Café ist äußerst amerikanisch mit rustikalen Holztischen, weiß-roten Vorhängen, roten Lederhockern und einer langen Theke, die einen etwas abgenutzten Eindruck macht. Darüber flackern Neonreklamen und dahinter wird Merchandise zur Serie verkauft. Die Preise sind trotz der Bekanntheit immer noch völlig okay und man geht garantiert nicht hungrig aus dem Laden – die Portionen reichen für den ganzen Tag.

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Am Abend checken Stefan und ich in das verrückteste Airbnb aller Zeiten ein…oder sollte ich sagen, dass wir in die 80er Jahre zurückkatapultiert werden? Die Einfahrt wird von Stormtrooperhelmen beleuchtet, beim Eintritt rennt uns eine begeistert miauende Katze an und unsere Badezimmertür wird von einem gigantischen Stormtrooper bewacht (dafür ist unser Bad selbst komplett pink gestrichen). Unser Bett hat eine Heizdecke und um uns herum leuchten Bilder von Xanadu, Vanity 6, Madonna und diverse andere entgegen. Auf  dem Nachttisch stehen Pac-Man Gameboys und es gibt Körbe mit Süßigkeiten aus den 80ern. Wenn man das Wohnzimmer betritt, wird man eventuell von kleinen, ferngesteuerten Starwarswesen aus Plastik angefahren, die die Katzen wahnsinnig machen und Kriegsmusik abspielen und die Küchenlampen bestehen ebenfalls aus Trooperhelmen. Geht man die Treppe hoch, steht alles voll mit dem Weißen Hai, Chucky der Mörderpuppe und Nightmare before Christmas. Es gibt auch einen riesigen Haikopf, der auf- und zuschnappen kann. Dazu gibt’s noch ein Zimmer zu Ehren von Twin Peaks, ein Zimmer voller Star Wars Figuren und das Zimmer unserer Gastgeber repräsentiert Disneyland mit verrückten Alice Im Wunderland Lampen und einem elektrischen Zug, der, vom Handy bedient, einmal oben an der Zimmerdecke entlangfahren kann. Ehrlich gesagt ist das definitiv einer der coolsten Orte, die ich jemals gesehen habe! Die Gastgeber sind super nett und wenn man abends aus seinem Bett 80er Filme wie „Adventures in babysitting“ (1987) oder „Clueless“ (1995) schaut, und außen Soundtrack Musik von „Halloween“ läuft, kann man sich kaum etwas Epischeres vorstellen.

 

Preise:
1) Eisenbahn Issaquah/Snoqualmie: 5$.
2) Känguru- und Wallaby-Ranch: 15$ pro Person, wenn mehrere Personen an der Tour teilnehmen. 30$ pro Person, wenn man nur zu zweit ist.

Tipps:
1) Tickets von der Bahn direkt an der Bahnstation besorgen: Die Bahn fährt jedes Jahr von Mai bis September. Sie fährt Samstag und Sonntag von 11 bis 15 Uhr.
2) Vor der Känguru- und Wallabytour erst anrufen und anfragen, ob man an einer geplanten Tour teilnehmen kann. Meistens gibt es einen festen Termin am Tag um 14 Uhr, aber es wird um telefonische Reservierungen gebeten.
http://wallabyranch.org/
3) Website und Menü vom Twedes Café: http://www.twedescafe.com/. Wenn ihr klassisch nach der Serie vorgehen möchtet, solltet ihr den Cherry Pie essen!
3) Da das Airbnb wirklich einzigartig war, verlinke ich es euch hier: https://de.airbnb.com/rooms/20257388

 

 

Näher an Eden

Näher an Eden

Vier – Butchart Gardens, Wildschweine und #InstaFamous

Tagesziel sind an diesem Tag die „Butchart Gardens“, die zum Glück nicht weit von Victoria entfernt liegen. Als wir aus dem Hotel auschecken, werden wir von einer Gruppe Musiker überrascht, die mit allen Mitgliedern und sämtlichen Instrumenten reist und einige davon sogar im Gang spielt. Mit dem Geräusch von mehreren Trompeten und Tuba…s (ernsthaft, seit ich unterwegs bin, ist meine Pluralbildung noch schlimmer als zuvor. Aber ich bin ziemlich sicher, dass die Mehrzahl von Tuba nicht „Tuben“ ist…) aufzuwachen, ist nicht unbedingt mein Lieblingshighlight.
Butchart Gardens sind die eigentliche Hauptattraktion der Insel, weil sie seit über 100 Jahren existieren und noch immer im Familienbesitz der ehemaligen Gründer sind. Allein der Eingangsbereich ist wunderschön gestaltet mit großem Parkplatz und blau-violetten Blumen an allen Ecken. Die Parkbuchten werden, nicht wie in Deutschland, mit Nummern oder Buchstaben versehen, sondern mit Bildern von unterschiedlichen Tieren. Wir parken beim Krebs, den Stefan auf den ersten Blick nicht erkennt und stattdessen mit „Alien“ betitelt, und laufen dann in Richtung Gartenanlage. Der Eingang wird durch Alleen aus Goldregen markiert, der gelb von einzelnen Durchgängen hinunterhängt und himmlisch duftet. Zwischen den Alleen findet man schmale Brücken, die über glasklares Wasser führen und Rosen, die leider noch nicht ihre Blütezeit erreicht haben. Die Gärten haben einen weitläufigen Hof, wenn man das Gelände betritt mit einem großen Kaffee- und Teeshop, der uns die Möglichkeit gibt, etwas zu frühstücken. Der Eintritt selbst ist auch hier nicht billig, allerdings war ich noch nie in auf einem so schön angelegten Gelände, also…solltet ihr jemals nach Kanada reisen, dann sollte der Garten weit oben auf eurer Liste stehen!

Amerika 2018 119Der älteste Teil des Anwesens ist der „Sunken Garden“, der von der Gründerin Jennie Butchart 1904 in einem alten Steinbruch gebaut wurde und einfach nur traumhaft schön ist. Er liegt versteckt hinter einem Waldstück und wenn man den Rand dieses Wäldchens erreicht, starrt man in ein grünes Tal mit einem Berg darin, auf dem mehrere Bäume wachsen und an dem ein Rundweg emporführt. Alle Beete, die sich unter einem erstrecken, sind akribisch genau angelegt und unterscheiden sich nur in ihren unterschiedlichen Farben und Blütenformen. Zwischen all dem gibt es einen Bachverlauf, der sich durch das Tal schlängelt und einen großen Teich in der Mitte bildet, an dem Trauerweiden stehen deren Äste gerade so das Wasser berühren. Als Jennie Butchart mit den Arbeiten an dem Garten begann, hat sie sich erst nicht vorstellen können, wie riesig das Anwesen werden würde. Da es allerdings einer der ersten englischen Garten in der Gegend war, veranstaltete sie früh mit ihrem Mann Besuchstage für Familien an den Wochenenden und gründete zusätzlich den japanischen, italienischen und den Mittelmeergarten.

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Wir haben Glück, dass wir so früh unterwegs sind, denn der Park ist noch nicht übermäßig voll und man kann die Asiatengruppen zum größten Teil umgehen, da sie alle paar Meter an einem neuen Fotopunkt halten. Zugegebenermaßen weiß man aber selbst nicht so genau, wo man seine Kamera hinhalten soll, da um jede Ecke eine neue Attraktion wartet. Neben den schmalen Pfaden wurden auch Lampions aufgehängt und kleine Lichter in die Blumen gesteckt, die an asiatische Häuserdächer erinnern und ab Juni abends angezündet werden. Ab dem Zeitpunkt kann man die Gärten dann auch abends durchwandern. Im Sommer gibt es zudem Feuerwerke und Konzerte im Park, aber bevor man hingeht, sollte man auf der Website einen Blick auf das Veranstaltungsprogramm werfen, da der Garten das ganze Jahr geöffnet hat und immer wieder etwas Neues anbietet.

Amerika 2018 126Die Fläche hinter dem „Sunken Garden“ ist weit und auf ihrem höchsten Punkt steht ein neumodisches, o-förmiges Gebäude mit einer Glaskuppel und einem Karussell darin. Da ich schon immer etwas anfällig war, wenn es um Geschwindigkeit geht, setze ich mich ins Karussell, das gut Fahrt aufnimmt und im altmodischen Design Tiere um mich herumwackeln lässt, wie Delfine, Frösche und kreischende Katzen (ja, die Katzen sehen wirklich so aus als würden sie schreien).

Amerika 2018 049Weiter führt der Weg vorbei an einem Rosengarten und mehreren Feldern mit Apfelbäumen, Brunnen und Steintreppen. Die Eindrücke in Worte zu fassen fällt schwer, vor allem, weil dieser Garten einen alle paar Minuten mit etwas Neuem überrascht. Ich würde sagen, die beste Sache kommt am Schluss.
Man betritt durch einen roten Torbogen, der mit japanischen Schriftzeichen versehen wurde, eine gefühlt hundertjährige Welt aus Moos, Steintürmchen und roten Brücken, die über Bäche und Teiche leiten. Das Wort „verwunschen“ passt hier wohl am besten und beschreibt die kurze Sicht durch Hecken hindurch auf eine Bucht außerhalb der Gärten, sowie auf weiße Lampions in einem Meer aus Bambus und kleinen Skulpturen, die scheinbar aus dem Nichts auftauchen.

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Wenn ich auf dieser Insel wohnen würde, hätte ich definitiv eine Jahreskarte für diesen Ort (die übrigens überraschend günstig ist mit ca 85 $), denn egal wie viele Besucher auftauchen, man findet immer irgendwo einen Platz für sich, um sich ein bisschen wie im Märchen zu fühlen. Und es gibt einen tollen Eisshop mit selbstgemachter Eiscreme, ein Atelier für lokale Künstler, ein Café, das die britische Cream Tea Time anbietet und einen großen Souvenirshop. Da erscheint es gar nicht mehr so abwegig, wenn man Ehepaare an sich vorbeilaufen sieht, die Gespräche führen, wie: „Schatz, haben wir noch Geld?“
„Wofür? Wir haben doch eine Kreditkarte.“

Während meine Eltern irgendwo verloren gegangen sind, sitze ich jedenfalls mit meinem Freund auf dem Rand eines Brunnens, in dessen Mitte ein großes, bronzefarbenes Wildschwein steht. Eine Familie mit zwei Kindern läuft an uns vorbei und die Tochter schaut mit übertriebener Faszination auf das Schwein hinter uns: „Schau mal Daddy, ein Pferd!“
Der Vater starrt stirnrunzelnd auf sie hinunter: „Das wäre ein ziemlich hässliches Pferd…“
Sein Sohn nickt: „Stimmt. Ich glaube es ist ein Igel!“
Den Blick des Vaters in dem Moment kann ich gar nicht wirklich beschreiben. An seiner Stelle würde ich mir allerdings auch Sorgen um die Wahrnehmung meiner Kinder machen…

Wir fahren von den Gärten in Richtung der Fähre, da wir wieder zurück in Richtung Vancouver müssen. Die Fähre fährt dieses Mal von Swartz Haven; also einer anderen Route als auf dem Hinweg, bei der wir weiter südlich starten und durch einen Fjord mit hohen Bergen fahren, der Häuser direkt am Wasser und Strände mit kleineren Booten ringsum zeigt. Bei schönem Wetter kann man ohne Probleme an Deck sitzen, die Aussicht auf die kleineren Inseln um einen herum, ist auf jeden Fall fantastisch. Als wir wieder ins Auto steigen, fällt unser Blick auf die „Wicked Campers“, die mit ihrem besprayten Truck scheinbar ebenfalls auf ihrem Rückweg sind. Wieder sind sie nirgends zu sehen und allmählich glaube ich, dass dieses Auto von alleine durch die Gegend rangiert – klarer Fall für einen Ghostwalk…oder in diesem Fall Ghost Drive. Wir kommen in Vancouver an, ohne den Ghost Van nochmal gesehen zu haben, aber wer weiß, vielleicht sieht man die „Wicked Campers“ ja wirklich mal in Person.

Amerika 2018 138Da meine Mutter mit unerschöpflicher Motivation und Tatendrang geboren wurde (zwei Dinge, die bei mir sehr wetter- und schlafabhängig sind), werfen wir nur kurz unsere Sachen ins Hotel (also wir legen sie hin…ich würde nicht so weit gehen, die Tür zum Zimmer zu öffnen, meine Sachen zu packen und sie dort irgendwo an die Wand zu schmeißen) und laufen dann in Richtung vom Vancouver Convention Center in der Nähe des Hafens.

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Das Center wurde mit einer Menge Läden und historischen Hintergrundinfos zu Vancouver gefüllt und auf dem Wasser vor uns starten und landen Wasserflugzeuge. Einige der Informationen beziehen sich zum Beispiel auf den ersten Mann, der seine Flugzeuge zum Handel in Vancouver eingesetzt hat oder man kann Geschichten zum damaligen Goldrausch nachlesen (denn, wer es nicht weiß: Vancouver ist durch den Goldrausch entstanden und hat sich seither von seiner Lage so gut gemacht, dass es sich immer weiter vergrößert hat).

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Auf der Suche nach Essen machen wir uns auf in die Innenstadt und sehen dabei ein kleines Mädchen, das ein T-Shirt mit der Aufschrift #InstaFamous trägt. #InstaFamous verfolgt uns mehrere Minuten, bis ihr scheinbar auffällt, dass sie irgendwo in der Nähe Eltern hat, die mit Selfiestick in der Gegend herumrennen. Irgendwie habe ich kein gutes Gefühl, was die Zukunft der Hashtag-Generation angeht…

Die Straßen hinter dem Center sind dann einen ganzen Teil düsterer, als diejenigen, die wir bisher gesehen haben. Eine Menge Leute in dieser Gegend sind drogenabhängig und schlafen auf der Straße, andere fallen in Alkoholräusche und tanzen herum – es ist unheimlich, wenn alles andere in der Stadt so modern, sauber und organisiert erscheint. Eins der größten Probleme ist nicht Cannabis, sondern Fentanyl; welches kaum zu rehabilitieren ist. Es führt zu einer Menge von Traumzuständen, in denen man sich selbst schlägt, tanzt und ganz allgemein nicht mehr ansprechbar ist. Bis jetzt wurde scheinbar noch nichts gefunden, um den Zustand zu verbessern oder zu verhindern; die einzig hilfreiche Sache erscheint eine Reha, aber die abhängigen Personen müssen ihre Zustimmung dafür geben und kaum jemand macht das.

Zum Glück passiert man nur zwei bis drei Blöcke, bis man wieder in der Robson Street steht und auf der Suche nach Essen einige aufgehängte Schilder sieht. Allgemein hat Kanada bisher die besten Schilder aller Zeiten. Aber dazu komme ich in einem extra Beitrag.

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Essenstechnisch werden wir fündig in einem Restaurant namens „Timber“, das kanadisches Essen serviert (Yay, Poutine!) und in dem einige ausgestopfte Tiere stehen, die ein bisschen nach Zombiebiber (verdammt, ich ziehe schon wieder Vergleiche zu B-Movies), aussehen. Die Bedienung kommt aus Toronto und wir verstehen kaum ein Wort von ihren Nachfragen, glücklicherweise registriert mein Gehirn noch früh genug, dass sie mir Poutine zu meinem Burger andrehen will. Ihr Blick ist etwas irritiert, als ich ablehne, und ich hoffe, dass ich sie durch die Aussage nicht vollständig beleidigt habe. Wir essen an diesem Abend Lachs und Bisonroast und es tut wirklich gut, zwischendurch kein Fastfood vor sich zu haben. Immerhin wird es genug Essen sein, um einen Tag später Power für die Warteschlangen zur amerikanischen Grenze zu haben.

Es würde mich interessieren, was ihr so in Kanada gegessen habt, wenn ihr schonmal dort wart. Und würdet ihr Poutine testen?!

Preise:
Butchart Gardens: https://www.butchartgardens.com/ (wer richtig viel Spaß mit Google Translate haben will, sollte unbedingt bei der Sprache Deutsch auswählen!)
Eintrittspreise (abhängig von Saison. Preise hier gelten für Frühling): 2$ Kind, 15.40$ Jugendlicher, 30.80$ Erwachsener.

Tipps: 
Ihr wollt von Victoria nach Vancouver? Fahrt unbedingt von Swartz Haven, die Strecke durch die Fjorde lohnt sich allemal und ist billiger als die von Nanaimo aus!

 

Stanleypark – Ein Farbcocktail in Vancouver

Stanleypark – Ein Farbcocktail in Vancouver

Zwei – Über Jetlag, blaue Papageien und Stanley Park

Der Flug vom Tag davor sitzt mir relativ übel in den Knochen, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass ich um 6 Uhr morgens hellwach bin. Wir frühstücken um 7, was für unsere Verhältnisse wirklich früh ist und haben dadurch sogar die Möglichkeit, das koschere Salz für die Rühreier zu verwenden (es schmeckt übrigens wie normales Salz… nur für den Fall, dass irgendjemand hier überlegt hat, es zu kaufen 😉).
Das Wetter ist angenehm klar, als wir in Richtung Stanleypark spazieren und wenn die Sonne gerade nicht scheint, hat man um die 15 Grad, was bei der Strecke zu laufen sehr angenehm ist. Es ist schwer zu schätzen, wie groß der Park wirklich ist, weil es mehrere separate Eingänge gibt und der Park selbst etwas verwinkelt erscheint, egal wie großflächig die Rasen sind und wie dicht die Bäume stehen. Wenn man die Wege entlangläuft, schlägt einem eine wilde Geruchsmischung aus Rhododendren, Tannennadeln und Hibiskus Blüten entgegen und die Farben sind so intensiv, dass es mich hin und wieder in den Fingerspitzen zuckt, meine Sonnenbrille herauszuholen.

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Da der Park so weitläufig ist, begegnet man in den verwinkelten Gebieten kaum jemandem, sieht höchstens mal einen Jogger oder einen Spaziergänger mit seinem Hund. Mammutbäume schießen in die Höhe und Bambussträucher dichten die Seiten zur Stadt ab, was den Eindruck hinterlässt, als wäre man an einem völlig anderen Ort. Leider wurden in einem großen Sturm 2006 eine Menge Bäume beschädigt, sodass sie nur noch halb, oder teilweise gar nicht mehr, erhalten sind. Die Kanadier haben die meisten dieser beschädigten Bäume allerdings stehen lassen, solange Hoffnung auf neue Triebe besteht. Zwischen all den Bäumen entdeckt man hin und wieder Skulpturen, die an Schriftsteller, wie zum Beispiel den englischen Dichter Robert Burns, erinnern oder Erinnerungsschilder an Gefallene.

 

Allgemein muss ich nochmal sagen, dass Vancouver unglaublich gepflegt ist. Man sieht im Zentrum und in den Parkanlagen kaum Müll herumliegen und wer Abfall falsch entsorgt, kann dafür hoch bestraft werden. Auch die Hunde müssen an der Leine geführt und hinter ihnen muss hergekehrt werden, was mit cool designten Schildern festgehalten wird.

 

Unser Weg führt vorbei an der „Lost Lagoon“, einem See mit kleinen Inseln und einem Sandstrand, an dem man Muscheln und Treibholz findet. Darum herum erstreckt sich eine Joggingstrecke sowie mehrere Fahrradwege. Beides wird viel benutzt und wir werden von einigen ambitionierten Joggern überholt, die bei genauerem Hinsehen eher an Darsteller aus „The Walking Dead“ erinnern und so wirken, als wären sie die nächsten Kandidaten für einen Erinnerungseintrag auf einer der Bänke um den See (vermutlich mit Aufschriften wie: „Eigentlich lief sein Leben ganz gut bis es bergab ging“). Ein Stück hinter der Lost Lagoon, wurde auch eine der wichtigsten Attraktionen Vancouvers gebaut: Das Vancouver Aquarium.

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Vor dem Aquarium in der Schlange 🙂

Es öffnet an diesem Freitag um 10 Uhr und ist ein großes, kreisförmiges Gebäude mit bullaugenförmigen Vertiefungen im Dach und Brunnenanlage vor der Tür. Wenn die Sonne scheint, bündelt sich das Licht in den Fenstern und fällt nach unten, sodass man wie in einer Theaterperformance dasteht. Um Punkt 9:59 Uhr kommen dann drei riesige Reisebusse angefahren, aus denen begeisterte Asiaten steigen, die Kameras zücken und sich wie Piranhas ihrem Ziel nähern.  Ihre Kinder sind strategisch pink angezogen um sich von der Umgebung (dem Grün im Inneren des Gebäudes) abzuheben. Zumindest gilt das für die tropische Zone des Aquariums, in dem sich ein kleiner Urwald befindet. Der Eintritt kostet pro Person 40$, was nicht gerade billig, für Kanadier aber durchschnittlich ist und wenn man einmal drinnen steht, war einem der Eintritt das auch wert. Es ist das erste Mal, dass ich blaue Seesterne, blaue Papageien und giftgrüne Frösche mit roten Augen sehe. Abgesehen davon hat das Aquarium einen großen Außenbereich mit Ottern, Delfinen und Seelöwen. Ich habe mich auch ein bisschen in das Faultier der Tropenzone und die Froschabteilung verliebt, wobei die meisten Frösche nur so groß wie eine Fingerspitze sind (dafür aber relativ tödlich).
Was Snacks im Aquarium-Café angeht, sind die Kanadier eher ungesund veranlagt. Man kann überall Minidonuts kaufen, die mit ordentlich Zucker und Streuseln versehen wurden (immerhin werden die nicht auch noch mit koscherem Salz bestrichen). Die Kinder finden die Donuts jedenfalls super und stopfen sie in sich rein, während sie Delfin Helen zusehen, der wild im Wasser herumspringt und Ringe fängt. Die Shows werden unter anderem aber auch genutzt, um auf das diesjährige Thema des Aquariums aufmerksam zu machen, nämlich den Problemen mit Plastik im Meer und der Tatsache, dass viele Tiere Verletzungen durch die herumschwimmenden Plastikteile erleiden. Auch der Delfin war Opfer der Plastiknetze und Eimer, die im Wasser herumtrieben und kann aufgrund der vorigen Verletzungen, nicht mehr freigelassen werden. Ich würde hier gerne mehr Bilder zeigen, allerdings hat das Aquarium darauf hingewiesen, dass Bilder nur privat verwendet werden können, weshalb ich keine Fotos mit Tieren zeige.

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Mein Freund fand es besonders lustig sich im Aquarium in die Unterwasseraussichtspunkte für Kinder zu stecken

Nach einem Kaffee lassen wir das Aquarium hinter uns und laufen zu den „Totempfählen“ (Totem Poles), die früher von den Ureinwohnern genutzt wurden, um ihre Häuser innen und im Eingangsbereich gut abzustützen. Sie sind bunt, hoch, haben meist Tiersymbole eingeschnitzt und stehen an dem äußeren Zipfel des Stanleypark mit Blick auf Grünflächen und das Wasser.

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Auf einigen von ihnen sitzen Vogelfiguren oder Bären. Da die Piranhas uns gefolgt sind (echte Piranhas gibt es übrigens im Aquarium und das sind wirklich hübsche Fische mit goldenen Flossen), beschließen wir relativ schnell, unseren Abstecher aus dem Park zurück in die Innenstadt zu machen, wobei wir am Wasser entlang mehrere Piers inklusive den „Vancouver Rowing Club“ passieren. Außerdem haben wir mittlerweile echt Hunger und laufen eine der größeren Shoppingmeilen namens Robson Street hinunter. Es ist eine der Straßen, die zeigt, dass Kanadas größte Einwanderungsgruppe die Chinesen sind. Wenn man nach Essen sucht, ist gefühlt jeder zweite Laden ein Ramen- oder Asia-Noodles-Shop. Es gibt dazwischen aber Koreaner und Japaner (voll abwechslungsreich!). Wir haben dann mitten zwischen Reis, Nudeln und Jasmintee noch einen Inder gefunden. Ziemlich unscheinbar von außen, aber sehr nett von innen mit roten Lampions und kleinen Glaslampen über den Tischen. Die Bedienung war sehr nett und brachte uns einen „Pitcher“ kanadisches Bier, wobei das Glas im ersten Moment aussieht wie eine Kreuzung aus einer Vase und einem Pokal. Ein Pitcher entspricht ca 1,90 Litern. Es ist zwar nicht das klassische Getränk zum indischen Essen, aber das hat am späten Nachmittag dann auch niemanden mehr interessiert. Mein Freund war lediglich etwas schockiert über die Tatsache, dass er für Bier immer noch seinen Ausweis zeigen muss, die Bedienung wirkte aber selbst etwas peinlich berührt, nachdem sie gemerkt hat, dass er 32 Jahre alt ist.

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Wir sind noch ein paar Straßen hinunter spaziert und haben uns die einzelnen Shops angesehen, eigentlich auf der Suche nach einem Navigationsgerät, mussten dann aber aufgeben, da einfach alles in Kanada verdammt teuer ist. Zum Beispiel veganer Kuchen (den die Männer reingestopft haben, weil sie nichts anderes mehr im Café hatten) oder Regenjacken (mein Freund hat zum Glück eine reduzierte Jacke gefunden. Er war irgendwie der festen Überzeugung, dass er drei Monate in den USA ohne Jacke verbringen kann, beziehungsweise in einer alten Jacke ohne Kapuze, die er viel zu dick findet). Vielleicht ist das bisher die einzige Sache, auf die man sich festlegen kann: Kanada ist teuer und wenn man etwas Schnelles zu essen braucht, sollte man am besten einen Ausflug zu Fatburger machen. Oder nur zum Supermarkt gehen.

Über ein Kommentar würde ich mich freuen! Vielleicht habt ihr ja auch irgendein größeres Aquarium gesehen, was zu empfehlen ist?

Preise:
Vancouver Aquarium: 22$ Kind, 30$ Jugendliche & Studenten & Senioren, 39$ Erwachsene.
Website: http://www.vanaqua.org/

Tipps:
Der Inder in der Robson Street ist wirklich sehr gut und bietet ein Mittagsmenü für ca 9$ pro Person an.
Website „Taste of India“: http://www.a-taste-of-india.com/

Wäre Kanada ein Smoothie, dann wäre er grün

Wäre Kanada ein Smoothie, dann wäre er grün

Eins – Über resolute Schweizer, Fatburger und die grüne Stadt Vancouver

Ich glaube Niall Horan verfolgt mich. Als ich ins Auto zum Flughafen gestiegen bin, lief seine neue Single im Radio und als ich in Kanada am Flughafen ankomme, läuft sie ebenfalls. Kanada kommt mir vor wie eine Mischung aus Fatburger- und McDonaldsläden, aber auch unglaublich grün mit veganen Kuchen- und Smoothieshops an jeder Ecke. Während sich unsere Musikauswahl kaum unterscheidet, hat Kanada andere tolle Specialfeatures wie Straßen, bei denen man nur geradeaus fahren kann, ohne je nach rechts oder links abzubiegen, Bäume, bei denen jeder einzelne Ast mit Lichterketten umwickelt wurde (muss echt Stunden gedauert haben) und Kinder, die ihre grünen Socken so weit hochziehen wie nur irgend möglich und dabei pinke Flipflops mit Strasssteinen tragen – vielleicht bin ich doch nicht so weit weg von zu Hause, wie ich ursprünglich dachte. Fangen wir am Anfang an.

Seit zwei Jahren plane ich jetzt mit meinem Freund einen Aufenthalt in den USA zu machen. Unser Visum deckt den Zeitraum von drei Monaten ab (was übrigens auch die höchstmögliche Aufenthaltsdauer ist) und da meine Eltern die ersten zwei Wochen mit uns unterwegs sind und wir noch nicht ganz in unsere drei Monate fallen, haben wir beschlossen, ein paar Tage in Kanada zu verbringen. Auch wenn ich die nicht-wirklich dreidimensionale Fliegersimulation über den Flugzeugbildschirm Richtung Grönland ziehen sehen konnte, kam mir der Flug gar nicht so lange vor. Wir hatten gutes Essen, eine gute Filmauswahl und Stefan und ich führten eine Fernbeziehung für über zehn Stunden. Immerhin wissen wir jetzt, dass unsere Beziehung das aushält (alles andere wäre auch traurig gewesen…). Außerdem haben wir kreischende Kleinkinder hinter uns überlebt und auch die klassischen Mitmenschen, die nach vielen Jahren Fluggeschichte immer noch nicht kapiert haben, dass man hin und wieder mal die Luken dicht macht, wenn man gegen die Zeit fliegt. Zum Trost kann man zwischendurch immerhin coole Artikel im Lufthansa-Katalog aufkaufen, wie beispielsweise diesen praktischen und handlichen Schinkenschneider für nur 5,969 EUR! (Irgendwie war ich ja schon kurz versucht, dieses Gerät zu bestellen, nur um zu gucken, ob sie es wirklich im Flugzeug vorrätig haben und wie es im Anschluss den Gang blockiert. Abgesehen davon… kann ich an der Grenze festgenommen werden, wenn ich sowas transportiere?
Zollbeamte: „Haben Sie irgendetwas zu verzollen? Waffen? Nahrungsmittel? Drogen?“
Ich: „Öh…also ich hätte hier meinen Schinkenschneider dabei…“
*Beamter bekommt ein zuckendes Auge*: „The Germans are crazy, man!“)

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Aber lassen wir das arme Gerät mal beiseite: Vancouver hat auf jeden Fall den schönsten Flughafen, den ich bisher gesehen habe, mit hohen Steinwänden an denen Wasser hinunterrauscht, Teichen und aufwendig angelegten Beeten. All das zeigt umso mehr, dass Kanada und England immer noch die Verbindung über das Commonwealth teilen. Nicht alle Personen im Flughafen schienen ebenso beeindruckt von der Umgebung zu sein wie ich. Wir mussten eine Weile auf die Koffer warten und die Schweizerin hinter mir hatte schon nach fünf Minuten die Hände in die Hüften gestützt, den missmutigen Blick auf das Band gerichtet und teilte ihrem Mann schließlich mit: „Wenn unser Koffer in zehn Minuten nicht da ist, nehmen wir einfach irgendeinen!“

Glücklicherweise erhielten wir unsere Koffer, ohne dass die Schweizerin sie uns wegschnappte (zu meiner Belustigung wurde ihr Koffer noch vom Kontrollteam am Flughafen eingesackt). Wir holten unseren Leihwagen, einen Chevrolet Pacifica, der so ziemlich jeden Komfort bietet, der möglich ist; selbstschließende Türen, Fernseher für Kinder, Getränkehalter in allen möglichen Positionen und Fliegengitter an den Scheiben und -wie alle Wagen hier- natürlich ein Automatik.

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Vancouver kommt keinem von uns besonders groß vor beim Fahren ins Zentrum, was erstaunlich ist, schließlich hat die Stadt über 600.000 Einwohner. Alles blüht, ist grün durch Parkanlagen und bunt durch angelegte Dachterrassen und die Autos werden auf den großen Glasflächen der Hochhäuser gespiegelt, wenn man an ihnen vorbeifährt. Es gibt dennoch nicht so viele Blocks, dass ein einengender Eindruck entsteht. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Stadt lässt einem Freiraum zum Atmen, wohingegen andere Städte erdrückend wirken.
Unser Hotel ist klein, aus Fachwerk und geht zwischen den großen Gebäuden darum herum ein wenig unter. Zum Sandstrand an der Küste läuft man nur fünf Minuten und hat von dort eine tolle Sicht auf die Brücke, die die Stadtteile miteinander verbindet und die Berge in der Ferne. Wenn man nach draußen tritt, hört man zuerst Möwen und Entengekreische und Hundegebell; nur hin und wieder mal ein Feuerwehrauto. Die Seitenstraßen werden von angelegten Beeten gesäumt, die von einzelnen Gärtnereien gesponsert und gepflegt werden.

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Das größte Beispiel für ihren Pflanzwahnsinn ist vermutlich der Stanleypark. Er erstreckt sich über 400 Hektar in der Mitte der Stadt und ist weder weit von den Shoppingmeilen, noch vom Hafen entfernt. Bis heute hat Kanada übrigens den größten Exporthafen in Nordamerika, weshalb man viele Containerschiffe sieht, im Kontrastprogramm aber auch Motorboote, Yachten, Segelboote und Kreuzfahrtschiffe.
Wir sind jedenfalls erstmal unten an der Bucht entlangspaziert bei angenehmen 17 Grad mit Blickrichtung zu den North-Shore-Mountains. Nach 11 h Flug tut ein bisschen Bewegung und Ruhe ganz gut, auch wenn mein Vater und mein Freund mehr Zeit damit verbrachten, über Treibholz und Dachterrassen zu sprechen.

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North-Shore-Mountains

Wieder zurück in der Comox Street haben wir unsere Sachen verräumt und in unserem Apartment den Kühlschrank nach unserem kurzen Supermarktausflug aufgefüllt (wo wir von einem Jungen gefragt wurden, ob man Honig einfrieren kann. Keine Ahnung warum wir so aussahen, als würden wir die Kompetenzen für so eine Antwort besitzen…). Der anschließende Besuch bei einer Kette namens „Fatburger“ war unbedingt notwendig, um abends nicht noch kochen zu müssen. Natürlich trafen wir dort erstmal Deutsche, die Hotdogs und Pommes bestellten, statt das Nationalgericht Poutine. Dazu komme ich aber ein anderes Mal.

Die Comox Street ist übrigens auch wieder eine der Straßen, in die man weder von links noch von rechts einbiegen kann – ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung wie wir überhaupt hier angekommen sind…

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Unser Apartment hat zwei Schlafzimmer, ein Bad und eine Küche mit der interessantesten Ausstattung aller Zeiten. Ich meine…wer braucht keine Soja-Chilisauce, Thunfisch in allen möglichen Variationen und koscheres Salz?! Für diese Specials konnten dann sogar Zimmertüren und Klobürsten weggelassen werden! Apropos Türen…unser Sicherheitsschloss an der Haustür ist sehr hightech und gibt Geräusche wie eine Bohrmaschine von sich, was die ersten drei Mal schon ziemlich irritierend war. Dafür klingen die Ampeln hier wie zwitschernde Vögel. Ich bin gespannt, wie grün es noch wird 😉

 

Was könnt ihr an grünen Städten empfehlen?! Hinterlasst mir doch einen Kommentar (Funktion direkt oben unterhalb des Titels vom Blogeintrag!)  Bis morgen 😉

Tipps:
Die Gegend, in der das Hotel liegt, ist super nah an den Hauptattraktionen und trotzdem ruhig. Es gibt in der Nähe ein paar Supermärkte, den Strand, Restaurants und in ca zehn Minuten steht man im Stanleypark. Ich würde beim Buchen etwas suchen, dass nah am Park liegt; es spart euch viel Gefahre mit dem Auto oder der Bahn.