Himmel und Hölle – South Lake Tahoe

Himmel und Hölle – South Lake Tahoe

Fünfzehn – Über das BurgerSpa, Vikingshom und Sacramentos Western District

Im nördlichen Teil Kaliforniens, circa auf der gleichen Höhe wie Sacramento und San Francisco, liegt South Lake Tahoe, das Urlaubsziel vieler Kalifornier und Oregonier (ja, sie nennen sich wirklich so). South Lake Tahoe ist vor allem im Winter beliebt, da es rund um den See (Lake Tahoe) Berge mit Skianlagen und viele Skiresorts gibt. Im Sommer kann man die Gondeln benutzen, um auf die Berge zu fahren und dort wandern zu gehen. Oder man schnappt sich ein Kanu, ein Fahrrad für rund um den See oder nimmt an einer Mittags- oder Dinnercruise teil. So idyllisch das alles auch klingt – South Lake Tahoe ist vor allem eins: touristisch (und dadurch auch ziemlich teuer).

Egal wie weit man heraus fährt und die abgelegeneren Motels sucht, welche zu finden, ist nicht gerade einfach. Das Hotel, vor dem wir am Schluss stehen und das im Internet seine „Sauna, Fitnessanlage und Pool“ bewirbt (und auf das wir uns deshalb sehr gefreut haben, weil die Luft nur so steht), hat im Endeffekt nichts vom Angekündigten, dafür aber ein aufgeklebtes „Sorry“-Schild am Pool. Der Pool ist leer, die Sauna nicht geöffnet und im Fitnessraum (ein Kabuff mit zwei Fenstern in der Größe eines Schuhkartons) liegen drei Gewichte. Der Gang zu unserem Zimmer wurde mit einem Teppich ausgekleidet, der verstörend braun-rote Sprenkel aufweist. Ehrlich gesagt, wäre ich beim Blick auf das Gebäude und die zerfetzte Hollywoodschaukel am liebsten sofort wieder umgekehrt, aber die Zimmer sind einigermaßen in Ordnung und noch spontaner in Lake Tahoe zu buchen, treibt die Preise nur noch weiter in die Höhe. Wir sind umgeben von weiteren Hotels, Casinos und nicht weit entfernt von der Strandpromenade mit Luxushotels und Beachbars. Das Wetter ist abends am angenehmsten und wenn man spät vor die Tür geht, trifft man allerlei Leute auf der Straße, die zu Live-Musikveranstaltungen gehen oder zum Strand, denn der orange-rote Sonnenuntergang ist spektakulär und hin und wieder gelangt man auch zu Stellen, an denen man baden gehen kann. Die Essensauswahl in Tahoe ist genauso vielfältig wie die Nationen der Touristen und auch dementsprechend teuer – man kann aber ein paar gute italienische und asiatische Küchen auftreiben. Am wenigsten einleuchten tut mir das sogenannte „BurgerSpa“… mit abgedrucktem Jacuzzi auf dem Schild. Bedeutet das etwa, dass man seinen gegrillten Burger in einer Imbissbude IM Jacuzzi isst?! Ich war zu verstört um es auszuprobieren, aber vielleicht nutzt irgendjemand von euch ja mal die Gelegenheit!
Am schönsten ist eigentlich der Westen von Lake Tahoe, wo man weit hinauf in die Berge fahren kann und einen tollen Blick auf das hellblaue Wasser im Tal bekommt. Die Berge sind teils noch mit Schnee bedeckt und man kann vereinzelt Pfade zwischen ihnen laufen oder auch an der Strecke stoppen, um Bilder zu machen. Der schönste Stopp an der Straße ist vermutlich Vikingsholm am Emerald Bay, eine kleine, mittelalterliche Festung, die von Laura Knight in den 30ern gebaut und von ihr als Sommerresidenz genutzt wurde. Sie heiratete einen reichen Geschäftsmann, der in der Firma ihres Vaters arbeitete und half ihm und vielen großen Investoren (Wells Fargo, Union Pacific etc.) mit der Buchhaltung, weshalb sie das Geld für ihre zwei Wohnorte und Wohltätigkeitsveranstaltungen nutzte.

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Zu der Anlage führt ein längerer, kurviger und steiler Weg nach unten, wo viele große Bäume stehen und das eigentliche „Haus“ erstmal verdecken. Wenn es dann in Sicht kommt, ist es auf jeden Fall eine Überraschung, etwas wie diese winzige Burg mitten in Kalifornien zu finden. Sie hat je einen großen Turm auf den zwei Hauptseiten und ist eine Mischung aus Stein- und Holzfassaden. Im Endeffekt sieht es vor allem durch die geschnitzten Holzelemente so skandinavisch aus und durch die tiefen Dächer mit ihren verwinkelten Verzierungen. Der Innenhof ist ein großes Viereck, das zum Teil im Schatten liegt – eine von Knights Bedingungen beim Bau war der Wunsch, dass alte Bäume nicht abgeholzt werden dürfen – deshalb stehen sie nun in der Burg und darum herum. Wenn man auf der Frontschwelle des Eingangs sitzt, versteht man auch, warum sie diesen Ort gewählt hat: Es ist mit Abstand der schönste Blick auf den Lake Tahoe. Eine kleine Insel befindet sich nicht allzu weit entfernt im Wasser mit einem kleinen Türmchen darauf. Leute paddeln mit Kanus oder schwimmen im abgesicherten Bereich und das Wasser ist mit Sonneneinstrahlung fast schon türkis. Am schönsten ist die Tatsache, dass rundum nichts verbaut wurde, weil Laura Knight damals die komplette Bucht mit dem Bauland zusammen erwarb. Tickets für die Haustour kann man im Visitor Center erwerben und mit einem Eis in der Hand warten wir darauf, dass es losgeht. Die Gruppen sind meistens nicht allzu groß, aber das ist auch gar nicht so schlecht, da die Decken in der Burg eher niedrig sind und man nicht ganz so viel Bewegungsfreiheit hat, wie von außen angenommen. Die Zimmer sind wie das Äußere mit skandinavischen Möbeln im antiken Stil und hellen Farben gehalten, man bekommt viele Einblicke in Küche, Schlafzimmer und die Wohnanlagen der Bediensteten im Innenhof. Vor allem das Esszimmer ist besonders schön mit großer Glasfront, aus der man direkt zur Insel sieht. Wenn man auch nur ein bisschen Fantasie hat, kann man sich gut vorstellen, wie schön dieser Ort für ihre Übernachtungsgäste gewesen sein muss.

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Die Insel und zuvor erwähnter Burgturm war übrigens eine weitere Idee der Gastgeberin, die regelmäßig eine Teezeit in besagtem Turm anbieten wollte. Letztendlich hat sie es aber nur einmal gemacht, da der Transport von Stühlen und Tischen relativ aufwendig und der Anstieg zum Turm in ihrem Alter zu anstregend war. Außerdem ist es nicht einfach dort mit dem Boot anzulegen. Nach der Tour haben wir die Zähne zusammengebissen und ein völlig überteuertes Kanu für eine Stunde gemietet. Bereuen tue ich es nicht, weil es eine wunderbare Abkühlung bietet, die Hände ins Wasser zu tauchen und eine Stunde ausreicht, um einmal um die Insel zu paddeln und über Land den Turm zu erreichen. Wir haben uns dabei trotzdem ziemlich dumm angestellt, weil wir nicht am besten Punkt geankert haben und die Schuhe an Land zurückgelassen hatten. Aber was soll´s – man kann auch ohne Schuhe nach oben kommen und hat von dort aus einen weiten Blick über Berge, Wasser und natürlich hinüber zu Vikingsholm.

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Der Turm ist dabei wie eine kleine Aussichtsplattform angelegt und nachdem man den Aufstieg durch Gebüsch und unebene Felsen gemacht hat, fragt man sich schon, wie hier früher überhaupt eine Teezeit stattfinden konnte. Nach Laura Knights Tod gab es übrigens zwei weitere Besitzer, letzterer hat Vikingsholm schließlich dem Staat übergeben, damit jeder etwas von der Anlage hat und die Bucht auch in Zukunft nicht zugebaut werden kann.

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Wir beschließen am Tag nach unserem Trip noch die Ostseite des Sees abzufahren, um anschließend nach Sacramento zu tuckern. Ost und West könnten nicht unterschiedlicher sein. Da man im Osten leichter an den See gelangt, ist der größte Landanteil zugebaut mit Hotels, Privathäusern (sehr schicken und teuren Privathäusern) und Wasserparks (wobei man sich fragt, warum so viele Wasseranlagen überhaupt notwendig sind, wenn man so klares Wasser direkt davor hat). Die Leute reihen sich nebeneinander an den Stränden auf, als warteten sie nur darauf, wie die nächste Hotdog-Wurst gewendet zu werden und die Straßen sind so zugeparkt, dass man mit dem Auto kaum durchkommt. Wir sind dann eigentlich ganz froh, als wir das Tal hinter uns lassen und weiter hoch in die Berge fahren.

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Sacramento ist das ziemliche Gegenteil von South Lake Tahoe und das auf allen Ebenen: Es ist flach, hat nicht allzu viele Teiche und die Gebäude erinnern an Kolonialzeiten und harte Arbeit. Das Einzige, was die Städte teilen, ist die enorme Hitze, die über 40 Grad erreicht und es einem schwer macht, sich überhaupt auf irgendetwas zu konzentrieren. Wir sind an Tag eins zugegebenermaßen so ausgeknockt, dass wir im Hotel bleiben und zwischendurch mal zum Pool dackeln. An Tag zwei schaffen wir es dann in den historischen District mit Westernsaloons, der historischen Eisenbahn und dem Hafen, bei dem man auf Restaurantbooten essen und Touren mit ihnen machen kann. Es gibt auch Fahrten mit Kutschen innerhalb des Districts und hin und wieder sieht man auch jemanden, der wirklich wie ein Cowboy gekleidet ist. Der Westernteil ist auf jeden Fall weiterhin gut in Schuss und man erlebt eine bunte Mischung aus Süßigkeitenläden, Souvenirshops (mit durchgeknallten Eisenbahnen) und Restaurants. Besonders beliebt ist hier die „Sacramento-Pizza“, eigentlich einfach nur ein großes Stück Pizza aus fluffigem, dickem Pizzateig, nachdem man sich wie ein aufgeblasenes Michelinmännchen vorkommt.

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Nicht weit entfernt liegt übrigens der Financial District;  man passiert dabei eine goldene Brücke, schicke Hotels und steht am Schluss in einem sehr gepflegten Park mit Blick auf das Staatshaus und die Bibliothek. Vielleicht war es euch auch nicht bekannt, aber Sacramento ist die Hauptstadt Kaliforniens. Ziemlich irritierend, wenn es weitere Riesenstädte wie LA, San Francisco und San Diego gibt. Aber dafür repräsentiert Sacramento ein um einiges älteres Stadtbild und ist allein wegen dem Westernlook einen Blick wert.

 

Welcher Ort ist noch Himmel und Hölle zugleich?

Preis:

Tour Vikingshom: 10$ Erwachsene, 7$ Studenten/Schüler, Kinder freier Eintritt
Parkplatz Vikingsholm (anders kommt man dort nicht hin): 10$ (ganzer Tag)
Website: http://vikingsholm.com/
Kanu leihen am Emerald Bay: 35$ für eine Stunde

Tipps:

1) South Lake Tahoe weiter im Voraus buchen, wenn man wirklich ein gutes Hotel haben möchte.
2) Badesachen mitnehmen, wenn man unten schwimmen möchte oder Kanu fährt – man wird so oder so nass.
3) Schuhe im Kanu mitnehmen. Ist vermutlich angenehmer, als barfuß über die Insel zu laufen.

Deep Blue Paradise

Deep Blue Paradise

Dreizehn – Über Crater Lake, die Oregon Caves und den Boot-Opi

So sehr es einen auch reizt, die Küste weiterzufahren, wir haben uns ein Ziel im Inland gesteckt, das auf dieser Seite Amerikas ziemlich bekannt ist: Den Crater Lake. Es ist der tiefste See Amerikas und wie man beim Namen schon erkennen kann, handelt es sich um einen Vulkan namens Mount Mazama, der vor 7700 Jahren ausgebrochen ist und dessen Schlund sich anschließend mit Wasser gefüllt hat. Wie tief der See wirklich ist, weiß niemand. Die Forscher haben unterschiedliche Daten festgehalten (aktuell ist die festgestellte Tiefe bei 592 Metern), aber der Grund des Sees wurde dabei bisher nicht richtig erforscht, da man nur bis auf eine bestimmte Tiefe tauchen kann. Sicher sind sich die Forscher nur mit der Tatsache, dass Moos auf dem Grund wächst und das Wasser filtert – einer der Gründe, warum Crater Lake so blau ist. Bis wir zum ersten Mal davor standen, war ich der festen Überzeugung, dass die meisten Bilder im Internet und den Souvenirshops gefotoshoppt sind – wenn die Sonne aber auf das Wasser fällt, erscheint das Wasser wirklich indigoblau mit einigen grünen Sprenkeln am Rand.

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Um zum See zu gelangen, waren von unserem Oregon-Küstentrip aber erst noch einige Stunden nötig. Unser Halt für zwei Nächte ist Medford, wahrscheinlich die nächstgrößere Stadt beim Crater Lake, der ziemlich abgelegen oben in den Bergen thront. Mittlerweile sind wir auch ein bisschen in Wäschenot geraten und müssen vor dem finalen Halt bei einem Wäschesalon (Laundromat) stoppen. Natürlich erwischen wir genau den mit dem grummeligsten Besitzer überhaupt, der uns bei der Bitte, unsere Scheine in Kleingeld zu wechseln, nur angrunzt. Dazu sollte man wissen, dass die „Speed-Queen“-Waschmaschinen nur mit 25 Quarter-Geldstücken laufen und man die in einem Automaten innerhalb des Salons bekommen kann – der hier aber klemmt. Immerhin können wir feststellen, dass der Besitzer von keinem seiner Kunden begeistert ist… er schnaubt auch vor sich hin, wenn jemand anderem eine Socke runterfällt.

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Bis Waschmaschine und Trockner durchgelaufen sind, vergeht etwa eine Stunde – idealer Zeitraum, um sich irgendwo eine Pizza zu holen und sie im Auto oder vor der Waschmaschine zu essen. Und eine gute Basis, wenn man in Medford ankommt und sich vor lauter Hitze nicht mehr bewegen will. Vielleicht erinnern sich einige von euch noch an meine Forks-Motelbeschreibung? Was soll ich sagen…Medford ist sogar noch unglaublicher als Forks. Das Motel ist an einer Tankstelle mit Chinarestaurant und in unserer Badewanne blättert der Lack ab. Außerdem verstehen wir wirklich nicht, warum unsere Nachttischlampen in Plastik eingewickelt an die Wand genagelt wurden… so langsam habe ich das Gefühl, dass wir hier nicht wieder lebend rauskommen werden! Unsere Nachbarn fahren übrigens ein Auto, das niemals vom TÜV zugelassen würde (aber hey, ist ja praktisch, dass die Amerikaner keinen TÜV haben). Die Front ist eingedellt, ein Frontlicht zerquetscht und es rostet sichtbar von unten nach oben. Sie selbst hocken in löchrigen Stühlen vor der Tür oder zu fünft im Wohnzimmer, trinken Alkohol und rauchen Gras, was die ganzen Türen nebenan vollnebelt. Über uns wohnt zudem ein nachtaktiver Mensch, der um zwei Uhr nachts durch die Gegend rennt, sodass man mit Garantie wieder wach wird. Übrigens wechseln unsere Grasnachbarn in dem Zeitraum in dem wir da sind, nicht einmal ihre Position. Sie nicken allerdings beeindruckt, wenn sie dich nach einem ganzen Tagesausflug zurückkehren sehen.

Und Crater Lake muss man schon als Tagestrip sehen, da man von Medford mit 40 Grad gute zwei Stunden hoch in die Berge fährt und beim Aussteigen vielleicht noch 10 Grad hat – nicht so toll für Stefan mit seinen kurzen Hosen. Die Aussicht, die Lodge oben auf dem Berg und die Pfade sind zwar wunderschön, aber man muss sie ziemlich schnell wieder verlassen, wenn es plötzlich gewittert, regnet, schneit und hagelt (ja, genau in der Reihenfolge). Dann muss man zwischendurch in die Lodge flüchten, um einen Unterstand zu haben und einen überteuerten Hotdog zu essen. Hinter sich hört man enttäuschte Leute, die sich darüber aufregen, dass es nur ein asiatisches Gericht im Mittagsmenü gibt.

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Aber zurück zum See. Den Crater Lake umgibt teils Nadelwald, teils Steil- und Steinklippe. Er ist fast kugelrund und man kann den Rand komplett mit dem Auto abfahren – nach unten zum Wasser kommt man aufgrund der Hänge allerdings nicht, es sei denn man meldet sich für Boottouren an, was aber nur zu bestimmten Jahreszeiten möglich ist. Am einen Rand des Sees liegt auch noch eine kleine Insel, die „Wizard Island“ genannt wird und auch wirklich wie aus einem Film aussieht mit ihrer ovalen Form, alten Bäumen und grünem Ring um die Ränder – aber täuscht euch nicht – auch Wizard Island ist ein Vulkan und sogar ein aktiver. Nachdem es am Crater Lake (im Juni!) immer noch vor sich hinschneit und wir unsere Ausflugsroute gelaufen sind, beschließen wir zurückzufahren; stoppen dann aber doch noch einmal im Park – was sich als beste Entscheidung des Tages herausstellt.

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Eigentlich wird hier die Aussicht auf einen Wasserfall angepriesen – der ist allerdings lange nicht so spektakulär wie die „Allee der Giganten“. Damit sind riesige, moosüberzogene Steine gemeint, die wild über- und nebeneinander am Ufer liegen und zwischen denen ein wilder Fluss hindurch rinnt. Die Strömung ist schnell und man muss ein wenig darauf achten, dass man beim Laufen nicht abrutscht, allerdings ist es die Aussicht auf das glasklare Wasser und die Felswände wert, wenn man sich erstmal durchgehangelt hat.

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Da wir schon im Inland unterwegs sind, fahren wir auch zu den „Oregon Caves“ mit einem Stopp bei einer uralten Tankstelle, in der zwei Katzen leben (eine davon steckt kopfüber schlafend in einer engen Ablagefläche, bei der die Hälfte vom Tier hinten wieder herausquillt) und unsere Kreditkarten nicht funktionieren. Leute, habt sicherheitshalber immer Bares dabei, wenn ihr nicht irgendwo stranden wollt. Die Höhlen (Caves) selbst sind über eine der kurvigsten Strecken der Welt durch die Siskiyou Mountains erreichbar (und nein, es gibt keine andere Option um dort hin zu kommen). Man fährt eine halbe Stunde durch Nadelwälder und ist froh, wenn man die Serpentinen hinter sich gelassen hat. Vor Ort muss man einen kurzen Check mitmachen, um sicherzugehen, dass man keine Krankheiten wegen der Fledermäuse einschleppt. Ein Opi passt uns am Parkplatz ab, in touristischer Montur mit Kappe und großer Kamera um den Hals: „Wisst ihr, ob man Fotoapparate mit rein nehmen darf?“
„Keine Ahnung.“
„Na gut. Dann muss ich wohl nachfragen. Dachte, ich kann mir den Weg sparen.“
Etwas irritierend, da er den Weg sowieso nehmen muss, um in die Höhlen zu gelangen. So erfährt die Frau am Schalter immerhin alles Mögliche über sein Leben, denn das stellt sich als sein Lieblingsthema heraus.

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Vor den Höhlen steht eins der schönsten Gebäude von unserem bisherigen Trip, das „Oregon Caves Chateau“. Es ist etwas windschief und das Holz leicht verwittert, aber das Gebäude ist wundervoll verschachtelt, hat einige Fensterfronten und einen kleinen, smaragdgrünen Teich vor dem Eingang. Wenn man eintritt, sieht man ineinander übergehende Treppen, was an Hogwarts erinnert und es gibt keinerlei klaren Gebäudeplan – dafür aber ein cooles Cafe mit guten Suppen und Burgern, an dem man in langen Tischreihen hockt. Kaum haben wir begonnen, unsere Suppen zu löffeln, setzt sich besagter Opi in unsere Nähe und bestellt einen gigantischen Eisbecher, wobei er -Überraschung!- der Kellnerin seine Anreise und seine Eisauswahl erläutert. Wir müssen leider ziemlich schnell wieder los – die Tourzeiten starten alle 15 bis 30 Minuten und unsere Führerin wartet schon vor dem Eingang. Sie nennt sich „Ranger Mogli“ und sieht auch dementsprechend aus: Sie hat zwei lange, schwarze Zöpfe, die sie unter einen breiten Tarnhut gestopft hat und ist wirklich winzig. Gut für sie, da man die Höhle größtenteils in der Hocke gehend durchquert. Als sie die Personen durchzählt, runzelt sie die Stirn: „Es fehlt noch jemand…“
Will jemand raten? Unser Lieblingsopi taucht kurze Zeit später keuchend auf und beginnt uns begeistert zu erzählen, wo er herkommt. Irgendwie muss man ihm seine Coolness mit seinem gestylten Bart und seiner lauten Sprechweise ja schon lassen…

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Die Höhlen sind in Oregon die Einzigen, durch die ein Bach fließt und man hört das Geplätscher während des Laufens. Der Opi stupst mich dabei an: „Hey, warst du schonmal auf `nem Boot?“
„Ja, mehrfach.“
„Das hier klingt auch so, als wären wir auf einem!“ Er sieht sich aufgeregt um: „Ich liebe Boote!“
Ich kann mich nicht entscheiden, was ich dazu noch sagen soll…
Wir erfahren von Mogli, die alles in begeisterter Dora-Explorer-Manier erklärt, dass die Höhle 1874 von Elijah Davidson gefunden wurde, weil dessen Hund einen Bären hinein gejagt hat. In wilder Verzweiflung rannte er dem Hund hinterher, bis ihm das Licht seiner Streichhölzer ausging. Er schaffte es wohl nur heraus, weil er sich am Geräusch des Flusses orientierte. Das Gestein (hauptsächlich Kalkstein und Marmor) ist von eben jenem Wasser geschliffen und  die Feuchtigkeit hat den Effekt, dass die Höhle sehr kalt ist. Es gibt viel zu sehen und viel zu laufen, anstrengend, weil ein Großteil davon Treppen sind und viele Wege extrem schmal zulaufen. Einmal sehen wir sehr überraschend eine Fledermaus, woraufhin eine Frau in der Gruppe losschreit und der Opi klatscht, nur um kurz darauf zu fragen: „Was war das eigentlich?“
Er schlägt sich aber sehr gut, was die Treppen und die Haltung angeht, dabei ist er ein ganzes Stück größer, als die meisten von uns.

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Es ist insgesamt die schmalste Höhle in der Stefan und ich je waren. Man sieht um jede Ecke herum etwas anderes, steigt enge Gittertreppen und sieht die unterschiedlichsten Gesteinsarten. Mogli gestaltet das Ganze sehr lustig und zeigt uns sogar ein uraltes Bild von der Zeit, in der die Höhle entdeckt wurde und man als Werbung darin sogar Hochzeiten gefeiert hat. Zugegebenermaßen sehen die Brautjungfern in ihren dünnen Kleidchen alle etwas miesepetrig aus, vermutlich weil es auf ihre Köpfe tropft. Mein Lieblingsteilnehmer grinst: „Die sehen ja lustig aus!“
Am Ende der Tour muss man wirklich sagen, dass sich der Ausflug gelohnt hat und man viel Neues gesehen hat. Zum Beispiel gibt es einen Stein, auf dem sich mehrere Leute schriftlich verewigt haben und der mittlerweile ebenfalls zum Stalagmit geworden ist. Wenn man die Höhle durchlaufen hat, kann man zudem noch zahlreiche Pfade darum herum oder über die Höhlen laufen. Aber wir fahren wieder zur Küste, denn, wie der Opi sagt: „There’s nothing better than the ocean and a boat!“

Welche Höhlentour könnt ihr empfehlen?

 

Preise:
Crater Lake Nationalpark (ohne den Annual Pass, den wir gekauft haben): 25$ pro Auto im Sommer, 10$ pro Auto im Winter
Website: https://www.nps.gov/crla/index.htm
Oregon Caves Tour: 10$ Erwachsene, 7$ Kinder
Website: https://www.nps.gov/orca/index.htm

Tipps:
Die Oregon Caves bieten so viele Touren am Tag an, dass man normalerweise nicht im Voraus buchen muss. Falls ihr aber eine Bootstour auf dem Crater Lake machen möchtet, solltet ihr dringend vorher buchen.
Die Höhlen bieten zudem auch noch Touren mit Kerzen an – falls euch das mehr zusagt!