Von New York nach Hamburg – 18 Tage & 11 Stops mit der AIDAvita

Von New York nach Hamburg – 18 Tage & 11 Stops mit der AIDAvita

Als Abschluss einer langen Reise stehen wir nach 3 Monaten USA auf einem Kreuzfahrtschiff am Manhattan Terminal in New York mit der Stadt im Rücken und dem Meer am Horizont. Vor uns liegen 18 Tage mit der AIDAvita mit einer Route entlang Amerika, Kanada, Grönland, Island, Schottland und Hamburg am Ende. Das Schiff ist eines der kleinsten der AIDA-Flotte, aber uns kommt es riesig vor als wir am Terminal darauf warten, einzusteigen. Auch für den Startpunkt New York konnte man vom Schiff aus bereits Ausflüge buchen, aber für uns ist es Luxus genug, sich nach mehreren Tagen in der Stadt die Füße nicht weiter plattzulaufen und auf dem Deck des Schiffs die Hochhäuser vor sich hin funkeln zu sehen. Als sie kleiner werden beim Ablegen des Schiffes fühlt es sich wie ein Neustart an und das nach all der Reiserei davor.

Boston

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Quincy Market Boston

Es ist der letzte Stop nach drei Monaten Rundreise- ein komisches Gefühl das Land danach wieder zu verlassen. Boston ist die schönste Stadt, die ich mit Stefan in den USA besucht habe. Wir haben auf dem Schiff eine Tour gebucht, die uns mit dem Bus durch das Zentrum und entlang einiger der wichtigsten Sehenswürdigkeiten kutschiert. Die Gebäude bestehen zum größten Teil aus rotem Backstein und sie erinnern an die englische Baukunst – Boston ist schließlich ein Teil Neuenglands. Zwischen uralten Friedhöfen, modernen Shops, Parkanlagen und Brunnen verläuft der Freedom Trail der zu den Wahrzeichen der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung, dem man mit Sternchen auf dem Boden folgen kann. Aus dem Bus heraus sehen wir das Staatshaus, wo gerade sogar der Minister in einem wichtigen schwarzen Anzug einem Parteimitglied die Hand schüttelt. Es geht die Fahrt entlang über die Longfellow Bridge, die einen in die Ferne über den Charles River sehen lässt, bis man lauter Inseln im Wasser erkennt und vorbei an den tausenden Universitäten und natürlich der Szenerie der Boston Tea Party. Unser letzter Stop ist der Quincy Market, der alte Marktplatz im Zentrum nahe dem Wasser, an dem man sich kreuz und quer mit Essen eindecken kann. Ein Gang durch die alten Hallen zeigt winzige Stände und die Gerüche mischen sich wie auf einem orientalischen Basar. Hummer, Suppen, indische Speisen und Eis liegen nebeneinander und in den Hallen einen Sitzplatz zu bekommen, ist so gut wie unmöglich. Wir steigen letztendlich erst 2 Stunden später wieder in den Bus zurück und beschließen, noch einen Abstecher zu den „Boston Swans“ zu machen. Über den Freedom Trail gelangen wir zum breit gefächerten Parkgelände vom Public Garden mit Cafés, angelegten Seen und letztendlich auch einen großen Teich, auf dem im Sommer die Schwanenseeboote fahren. Sie wurden 1877 und aus Holz gemacht; ein Fahrer tritt vorne in die Pedale und treibt das Boot, mit einem großen Holzschwan darauf, mit ca 10 Personen über den See. Die Fahrt ist nicht teuer und wenn man die Chance im Sommer mitnehmen kann, sollte man es unbedingt mal mitmachen! Außerdem zu sehen: Die Harvard Universität im Cambridge-Viertel der Stadt sowie die Straßen von Beacon Hill mit schmalen Gassen, Gusslaternen und schicken Häusern.

Portland

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Nur einen Tag später durchlaufen wir Portland, eine Stadt mit roten Backsteinhäusern, Hummerständen und Cafes in der Bucht Casco Bay. Portland war Ausflugsziel und Geburtsstätte einiger bekannter Leute – hier ist beispielsweise Bushs Ferienhaus, zu dem ihr von der AIDA aus einen Ausflug buchen könnt. Auch Stephen King wurde hier geboren.
Kunst könnt ihr an der Eastern Promenade bewundern – es gibt hier mehrere Ateliers, dann natürlich die berühmten Hummer-Spezialitäten der Gegend und einige Brauereien. Ins Auge fällt auch der wunderschöne Schiffsplanken-Leuchtturm Portland Head Light der oben auf Cape Elizabeth thront. Stefan und ich wandern durch’s Stadtzentrum hoch in den Stadtpark mit vielen kleinen Brücken und Brunnen. Es gibt ein winziges Hexenhäuschen am Ausgang, das sehr gutes Fingerfood macht und wir schlendern am Schluss wieder zu den Strandläden zurück.

Halifax

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Halifax Citadel

Halifax ist unser einziger Stop mit ein wenig Regen und einer in Nebel getauchten Bucht. Irgendwie hat das die Mystik der Lage nur gesteigert. Die Stadt liegt in einer sichelförmigen Bucht und ganz oben auf dem Berg befindet sich die Halifax Citadel, eine nationale, historische Denkstätte. Hier lebten 1869 die englischen Truppen als Königin Victoria regierte und dieser Bereich Kanadas erst zwei Jahre als Nation galt. Die Zitadelle selbst existiert seit 200 Jahren und hat die Form eines Sterns um als Festung alle Windrichtungen abzudecken. Ursprünglich wurde sie von der British Royal Navy genutzt als Basisstation. Ein paarmal im Jahr kann man hier an Drill-Übungen teilnehmen, zuschauen, wie Kanonen abgefeuert werden oder – was wir zum Glück miterleben konnten- die Dudelsackspieler in der Zitadelle sehen, die dort den Tag über spielen. Man kann die Baracken der Soldaten besichtigen, die Tunnelsysteme und die Waffenausstellung, abgesehen davon hat man eine wirklich schöne Aussicht über die ganze Bucht und es gibt ein Cafe mit vielen selbstgemachten Backwaren.
Halifax selbst ist zu Fuß ziemlich steil mit vielen kleinen Geschäften und Burgerbars. Bei gutem Wetter gibt es viele Restaurants mit Dachterrassen zum Raussitzen und schöne alte Häuser sowie gruslige Friedhöfe wie den Old Burying Ground mit schiefen Steinen und verbogenen Metallzäunen. Das Hafenviertel unten hat außerdem ein Titanic-Museum und wenn ihr schnell genug seid, könnt ihr von der AIDA aus einen Ausflug in den Fischerort Peggy’s Cove machen, angeblich dem schönsten Ort am Atlantik.

St John’s

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Unser letzter Stop in Kanada ist die neufundländische Hauptstadt St John’s in einer Gegend mit rauen Felsen und hohen Klippen, die Häuser sind bunt und in die Felsen genestelt. Hier wurde von den Wikingern vor 1000 Jahren die erste europäische Siedlung gegründet, einzelne Gebäude vom damaligen Stil wurden wieder nachgebaut und können jetzt ein Stück außerhalb bewundert werden. St John’s ist ein echter Traum für jeden Fotografen und hat eine wunderschöne Einfahrt auf dem Schiff mit Blick auf den Cabot Tower auf dem Signal Hill. Mittlerweile wird dieser als Morsetechnik-Museum genutzt. Da es wirklich steil ist, wird es euch einige Zeit kosten nach oben zu kommen. Die Stadt selbst hat kein großes Zentrum, aber eine hübsche Auswahl mit esoterischen bunten Läden, Souvenirauswahl, Künstlern, Restaurants und Cafés. Wenn ihr das Zentrum durchquert und der Hauptstraße folgt, gelangt ihr zu mehreren Aussichtspunkten, von denen ihr die ganze Bucht sehen könnt und einen Blick darauf werfen könnt, wie hoch sich die Häuser am Berg aufreihen! Im kleinen Park am Hafen spielen im Sommer zudem einige Musiker oder Orchester und in der Luft liegt eine fröhliche, ausgeglichene Stimmung. Schwer vorstellbar, dass die Stadt mehrmals abgebrannt ist im Laufe der Geschichte und doch immer wieder vollständig wiederaufgebaut wurde. Bis heute leben die Menschen hier hauptsächlich vom Tourismus und teils vom Fischfang. St John’s ist übrigens der erste Ort von dem aus je ein transatlantischer Non-Stop Flug startete.

Qaqortoq

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Unser Stop in Grönland war von uns heiß ersehnt und dann doch erst mal ziemlich kalt beim Aussteigen! Es gibt keinen Hafen zum Anlegen, stattdessen bleibt man mit dem Schiff weiter draußen zwischen rauer Küste und blau-weißen Eisbergen. Die Häuser in der Ferne sind bunt und reihen sich über die Bucht hinweg bis hoch zum Hang. Blau, gelb und rot, wie ein Sonnenuntergang. Wir tendern mit Bötchen zum Hafen, wo einige Einheimische das große Kreuzfahrtschiff beobachten und ein paar Marktwaren wie Robbenfelle oder Geschnitztes anbieten. Qaqortoq ist mit ca 3500 Einwohnern die größte Ortschaft Südgrönlands, was nur schwer vorstellbar ist, wenn man auf einer Landkarte betrachtet, wie groß das Land wirklich ist. Es gibt in der ganzen Gegend nur ein Krankenhaus, kaum Straßen, wir sehen ein Cafe und einen Supermarkt. Die meisten Waren müssen importiert werden. Die Gegend ist sehr schön, sehr rau und sehr ursprünglich. Schwarze Steine säumen eine Kraterlandschaft durchbrochen mit kleinen Seen, dem Blick aufs Meer und Eisberge in der Ferne. Wenn man in Qaqortoq zum höchsten Punkt wandert, schaut man über die bergige Landschaft hinweg, sieht ein paar Fischerboote im Hafen und weit außen das Kreuzfahrtschiff. Der Wind fegt wild über die Fläche und man fühlt sich, als wäre man an einem der einsamsten Punkt der Welt angekommen.

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Dennoch sind die Menschen sehr warmherzig, bemühen sich Englisch zu reden und scheinen sich bei allem die Zeit zu lassen, die uns Deutschen scheinbar ständig davonläuft. Grönland hat übrigens auch sehr viele Tierarten, dazu gehören über 200 Vogelarten, Rentiere, Polarfüche, Schneehasen und Eisbären. Und man kann im Ort hin und wieder ein paar Kinder sehen, die wie kleine Inuit angezogen sind. Auch wenn das Land nur 26 km von Kanada entfernt ist, könnten die beiden Länder nicht unterschiedlicher sein.

Prinz-Christian- Sund Passage

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Kein Stop zum Aussteigen – es sei denn man ist dem Tode zugeneigt. Dieser wunderschöne Streckenabschnitt, der offiziell noch zu Grönland gehört, ist 100 Meter lang und hat glasklares Wasser. Wenn ihr an Deck sitzt, könnt ihr die Aussicht auf Gletscher, Eisschollen, Robben und mit viel Glück auch auf Eisbären genießen. Mitten an der Passage liegt das Inuitdorf Aappilattoq, das sich mit fischen und jagen am Leben hält. Bei schönem Wetter ist dies der Abschnitt der Fahrt, den man auf keinen Fall drinnen verbringen sollte, das Schiff macht außerdem eine 360 Grad Wende, damit ihr die volle Sicht auf die Gletscher bewundern könnt.

Reykjavík

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Thingvellír

Eines unserer Traumziele war der nächste Stop: Reykjavík oder vielleicht eher Island im Allgemeinen. Man sieht überall die unglaublichsten Bilder dieses Landes und in Wirklichkeit ist es noch schöner. Wenn man mit dem Bus ins Land hinein fährt, fühlt man sich wie in einem Herr der Ringe Film mit grasgrünen Hängen und Bergen, Schnee auf den Spitzen, als hätte man ein Eis mit Sahne übersprüht. Das Land wirkt und ist alt; der erste Wikinger betrat Island im Jahre 874 und schlug sein Lager dort auf, wo heute die Hauptstadt ist. Überall dampft es aus dem Boden, die Geysire sind fast so zahlreich wie die Islandpferde.

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Mit einer Militärraupe arbeiten wir uns auf den Gipfel eines Gletschers vor; von oben sieht man Eis, Schnee und weites Land mit Wasser und ein wenig Grün. Zu Mittag sitzen wir in einer Skihütte und essen aus unseren Lunchpaketen, ehe wir mit dem Bus zu einer der schönsten Aussichten der Reise fahren: Den Wasserfällen von Thingvellír. Es ist das türkiseste Wasser, das ich je gesehen habe, über Steinpfade und Brücken kann man das Rauschen von unten aus allen Richtungen betrachten und die Luft riecht nach Winter. Ein Café nebendran verkauft einige Produkte mit isländischen Aufschriften. Mir war vorher nicht bewusst, dass es sich bei Isländisch um eine Mischung aus Englisch, Deutsch und Dänisch handelt, was es nicht allzu schwer macht, die Sprache zu verstehen. Mein neues Lieblingswort ist „Heilsusafi“; Multivitaminsaft.

Invergordon

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Cawdor Castle Gardens

Nach zwei sehr ruckeligen Seetagen, kommen wir nach Schottland. Das Wetter ist diesig und passt zu den mythischen Highlands mit hohem Gras, Flüssen, die sich durch’s Land winden und den winzigen Küstenstädten. Die Stadt Inverness liegt in einer halbkreisförmigen Bucht mit kleinen Häuschen, einem Aussichtsturm im Zentrum und ist die einzig größere Stadt der Umgebung. Am Hang erstreckt sich eine Fläche aus bunten Steinhäuschen und der Boden in der Fußgängerzone ist gepflastert. Ihr findet hier noch viele eigenständige Shops, die Whiskey verkaufen, Strickwaren, die in der Gegend produziert werden und viele kleine Bäckereien. Um den besten Blick über den Fluss und das Umland zu bekommen, kann man auf den Turm des alten Inverness Castle steigen, wo man eine Rundumübersicht und ein paar Zusatzinformationen per Video bekommt. Auch sehenswert ist die alte Markthalle mit Metallverstrebungen und hohem Glasanteil. Darin könnt ihr sowohl Essen, als auch Kunsthandwerk finden.
Nicht weit von Inverness liegt das Cawdor Castle, ein verwinkeltes Schloss aus grauem Stein mit kleinen Türmchen und einem großen Gartenanwesen. Mit dem Bus dauert es höchstens 30 Minuten bis zum Gelände und auf der Fahrt hören wir die Geschichten über die Highland-Clans, die noch immer in der Gegend wohnen. Cawdor Castle gehört zu den wenigen Burgen die immer noch in Familienbesitz sind und ist über 600 Jahre alt.
Die Burg ist nicht vollkommen frei zugänglich, da sie nach wie vor bewohnt wird. Über Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küchenquartiere sieht man auch die Bibliothek und das neu eingerichtete Cafe im Innenhof. Irgendwie erinnert Cawdor an eine Miniaturversion der typischen Fantasieburg. Einen schönen Spaziergang könnt ihr über das Gelände machen; durch Kräutergärten, neu angelegte Beete mit Rosen und Heckenpflanzen und lokale Kunstwerke wie Brunnen, Vogelfutterstellen und Metallherzen auf dem Gelände sehen.

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Als letzter Stop des Tages sind wir unterwegs zu einem der bekanntesten Ziele Schottlands: Loch Ness. Nessie ist nirgends in Sicht, als wir uns dem See nähern, doch der Busfahrer teilt uns mit, dass man Nessie nur dann sehen kann, wenn man an es glaubt. Die Legende von Nessie existiert bereits seit dem Jahr 565, als ein Abt in einer Beschreibung einen Angriff am Wasser erwähnt. Damals wurde dem Ungeheuer angeblich mit der Hölle gedroht, woraufhin es floh.

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Loch Ness

Einst thronte eine riesige Burg namens Urquart Castle auf einem Hügel neben dem See; wie groß sie war lässt sich noch anhand der Mauerüberreste erahnen. Wenn ihr ein Eintrittsticket kauft, könnt ihr in einem Kurzfilm den Bau und die Zerstörung der Burg mit ansehen, dabei stellt sich auch heraus, dass die letzten Besitzer der Burg sie selbst in die Luft gesprengt haben, um eine Eroberung der Feinde zu verhindern.
Loch Ness selbst ist eine spiegelglatte dunkelblaue Fläche, fast rund, mit einer Maximaltiefe von 230 Metern, wodurch der See das größte Volumen auf allen britischen Inseln beherbergt und nach Loch Lomond der zweitgrößte schottische See ist.
Ausflugsfahrten können mit den Booten und Schiffchen von einem Ende zum Nächsten gemacht werden. Natürlich könnt ihr euch auch ein Plastiknessie für den eigenen Pool an jeder Ecke ersteigern.

Edinburgh/Leith

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Unsere lange Reise geht fast schon zu Ende mit einem letzten Stop in Edinburgh/Leith. Diese Stadt hat wirklich alle Legenden und all das Lob verdient, das man häufig hört. Auch bei schlechterem Wetter ist es eines der schönsten Ausflugsziele Schottlands mit verschnörkelten Gebäuden, Gotikstil und schmalen Gässchen und Türmchen an so ziemlich jedem Gebäude. Hier fühlt man sich ein wenig, als könnte man direkt wieder ins Mittelalter einsteigen. Auch wenn es reichliche Ausflugstouren ab dem Hafen gibt, entscheiden wir uns dazu, mit dem Bus ins Zentrum der schottischen Hauptstadt zu fahren. Zu den größten Attraktionen gehört die Royal Yacht Britannia im Hafen, die 40 Jahre als schwimmender Palast der Königin diente. In der Stadtmitte könnt ihr aber auch das Scott Monument bewundern oder durch die versteckten Winkel hoch zum Edinburgh Castle laufen, das von allen Punkten aus sichtbar ist. Ein weiteres Merkmal ist auf dem Berg der „Arthur’s Seat“ mit einer Höhe von 257 Metern und der besten Rundumsicht. Edinburgh ist aus allen Blickwinkeln wunderschön; die Häuser sind windschief und die Pubs alt und mit tiefen Decken. Es ist klar, wie Hogwarts zustande gekommen ist, wenn man das Café „The Elephant House“ mit der Aussicht auf die Stadt betritt, wo Joanne K. Rowling Harry Potter schrieb. Und nein, auch wenn dieser Ort durch die Bücher viel Ruhm gewonnen hat, ist er dennoch nicht überteuert und die Wartezeit hält sich in Grenzen. Bustouren könnt ihr jederzeit mitmachen, aber wenn es sich je gelohnt hat, eine Stadt zu Fuß zu erkunden, dann seid ihr hier an der richtigen Adresse.

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Greyfriars Bobby

Ein paar allgemeine Eindrücke zum Schluss. Auch wenn wir vorher nie eine Kreuzfahrt unternommen haben und es schwer ist, sie mit anderen Zielen zu vergleichen, würde ich sagen, dass ihr hier mit keinem Stopp etwas falsch machen könnt. Boston war ein völlig untypisches Stadtbild der USA und deshalb so außergewöhnlich. Halifaxs Zitadelle hatte eine tolle Ausstrahlung durch die Dudelsäcke und die Einsamkeit Grönlands, aber auch die Wildnis der Gegend, war atemberaubend. Island war lange ein Ziel von uns und wir haben feste Pläne dorthin zurückzukehren; wenn ihr jemals nahe an die Gegend aus Herr der Ringe herankommen möchtet; ist das eure Chance. Und Schottland zum Abschluss ist definitiv das Sahnehäubchen des Trips; die Gegend ist auch im Regen beeindruckend und der Akzent ist einfach wundervoll!
Ausflüge vom Schiff aus sind nicht günstig, aber zugegebenermaßen gut organisiert und wenn ihr euch im Voraus überlegt, welchen ihr machen möchtet, könnt ihr euer Budget gut planen. Wir haben vor allem an den Zielen Ausflüge gebucht, wo wir sonst Autos hätten mieten müssen, um mehr von der Gegend zu sehen. Die Schifffahrt war lediglich zwischen Grönland und um Island herum ruckelig; wenn ihr für Seekrankheit anfällig seid, wird das eine ziemliche Herausforderung für euch sein. Aber auf den unteren Decks ist auch das erträglich.
Auf dem Schiff wird allerlei Programm geboten – Kinder können den ganzen Tag an Aktivitäten teilnehmen, es gibt ein Theater, Tanzstunden, Kochkurse, ein Fitness- und Wellnesscenter und den ganzen Tag über etwas zu essen – oft thematisch an das jeweilig besuchte Land angepasst. Einziger Minuspunkt für uns war die Internetverbindung, die den Großteil der Fahrt nicht zustande kam. Man fährt zwar in Urlaub, um von dem Netz wegzukommen, aber es ist manchmal trotzdem ganz schön, zusammen einen Film am Abend anzusehen.

 

Welche Kreuzfahrt könnt ihr mir empfehlen?

Preise

Boston Busse: Um die 20 EUR pro Person
Bosten Schwanenboote: Ca 5$ pro Person
Halifax Zitadelle: Um die 7$ pro Erwachsener
Island Trip: Um die 150 EUR pro Person
Ausflug Inverness, Urquart Castle und Loch Ness: Um die 85 EUR pro Person
Busse nach Edinburgh: Um die 10 EUR pro Person (Shuttle – ganztägig)

Tipps
Auf dem Schiff:
– Auf unteren Decks schlafen wenn ihr dazu neigt, seekrank zu werden
– Ausflüge so früh wie möglich buchen, bevor diejenigen weg sind, die ihr gerne machen möchtet -> Für die Ausflüge rechtzeitig Geld beiseitelegen.
– Wellnessbehandlungen spontan buchen; oft sind auf dem täglichen Schiff-Reisebericht günstigere Angebote dabei
– Getränkeflat nur dann kaufen, wenn man wirklich viel trinkt und evtl. auch abends auf dem Schiff feiern geht. Bei den Mahlzeiten sind bereits Getränke dabei und dafür braucht ihr die Karte nicht
– Es gibt nicht nur See-, sondern auch Landkrankheit (dabei hat man das Gefühl, dass der Boden schwankt). Nach spätestens dem zweiten Stop vergeht das aber wieder!
ZUSATZINFO: Alle Personen unter 25 gelten in den Preisen der AIDA als Kind – nutzt diese Vergünstigung unbedingt, so lange ihr könnt!

An den Orten:
– Boston Swans fahren nur im Sommer
– Die Zitadelle in Halifax hat abends ab 17/18 Uhr freien Eintritt
– Für die Prinz-Christian-Sund Passage müsst ihr früh an Deck sein (ca ab 7 Uhr morgens), sonst habt ihr nicht so viel davon.
– Sagt niemals Islandponys!!!! Es sind PFERDE. Alles andere wird als Beleidigung aufgefasst.
– Geld tauschen -> Ist nicht für alle Länder an Bord möglich, aber es kann überall auch mit Karte gezahlt werden oder man muss lokal einen Automat aufsuchen.
– Schottland ist überraschend billig, wenn man englische Preise gewohnt ist.
– Cawdor Castle ist nicht das ganze Jahr geöffnet – Website vorher prüfen

Weitere Ausflugsziele
Boston: Charlestown, Bunker Hill Monument, Old State House, John Hancock Tower, Old North Church, Boston Public Library, King’s Chapel, Quincy Market, Faneuil Hall Marketplace, Isabella Stewart Gardening Museum, Beacon Hill

Halifax: Halifax Citadel, Uhrturm, St Paul’s Anglican Church, Province House, Art Gallery of Nova Scotia, Brewery Market, Barrington Street, Old Burying Ground , Halifax Public Garden, Privateers Wharf, Pier 21, Maritime Museum of the Atlantic, Peggy’s Cove

St John’s: George Street, Newfoundland Museum, Railway Costal Museum, Anglican Church, Commissariat House, Cabot Tower

Qaqortoq: Marktplatz, Heimatmuseum, Tele-Museum, Erlöserkirche, das gelbe Fachwerkhaus

Reykjavík: Hallgrimskirche, Regierungsgebäude, Idno, Isländisches Nationalmuseum, Öskjulid-Berg und Perlan (Aussichtspunkt)

Invergordon: Loch Ness, Urquart Castle, Dunrobin Castle, Cawdor Castle, Fort George, Schlachtfeld von Culloden, Glenmorangie Destille, Dornoch

Edinburgh/Leith: Royal Yacht Britannia, Edinburgh Castle, St Giles Cathedral, Holyrood Palace, Arthur’s Seat, Scottish National Gallery und Prince Street Gardens

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Lost in Red – Unterwegs im Spargeltal

Lost in Red – Unterwegs im Spargeltal

Sechs – Über Bryce Canyon, asiatische Einhörner und Flipflops

Wir haben nach Seattle ein paar Tage in Idaho verbracht, allerdings bin ich nächste Woche noch dort und gebe euch dann einen detaillierten Bericht zu all dem, was man dort machen kann. Mit unseren Freunden haben wir einen Ausflug zum Bryce Canyon Nationalpark geplant, der von Idaho, Boise, etwa neun Stunden entfernt ist. Allerdings ist das alles machbar, wenn man als motivierte Gruppe im Auto sitzt und sich bei den Stops (die zum Teil gefühlt am Ende der Welt sind) die Beine vertreten kann. Wir fahren ein Stück durch den Bundesstaat Oregon und im Anschluss immer noch einen langen Teil durch Idaho, bis man Salt Lake City passiert und 80 Meilen nur an der Stadt vorbeifährt (so spannend ist die Stadt leider nicht, dass die 80 Meilen irgendeinen guten Aussichtspunkt bieten würden). Aber der letzte Abschnitt in die Canyongegend ist sehr schön, wenn zu allen Seiten hohes, rotes Gestein aufragt und man dazwischen Bachläufe und Streifenhörnchen (Chipmunks) sieht.

Amerika 3 008Es gibt im Bryce Canyon mehrere Hotels und Ferienhäuser, wie bei allen Nationalparks sind die aber oft im Voraus ausgebucht und um einiges teurer. Wir haben ein Zimmer in einem Hotel außerhalb organisiert, das in einem kleinen Dorf voller Blockhütten namens Tropic liegt und mitten in die Bergschluchten gebaut wurde. In der Umgebung gibt es alles was man braucht, auch wenn diese Ferienorte natürlich sehr touristisch ausgelegt sind und vorrangig vor allem Essen angepriesen wird. Auf dem Gelände unseres Hotels steht in der Mitte eine kleine Ranch im Westernstyle mit Holzverkleidung und Feuerstelle vor der Tür , zu der man zum Abendessen laufen kann. Drinnen wird Countrymusik gespielt und es ist eine gemütliche Atmosphäre mit Bänken, tiefhängenden Lampen und Metallschildern an den Wänden, die Aufschriften haben, wie: „Want a stable relationship? Get a horse.“

Amerika 3 011Der Bryce Canyon ist zwar 56 Quadratmeilen groß, kommt einem von der Aussicht aber immer noch überschaubar vor, wenn man die Randpunkte von dem sogenannten „Rim Trail“ abläuft. Der Pfad zieht sich an der oberen, äußeren Kante entlang und zeigt das ovale Tal des Canyons aus einer Höhe von circa 2500 Metern. Die Steine im Canyon sind orange-rötlich verfärbt und werden „Hoodoos“ genannt. Ein Hoodoo hat eine dünne Spitze mit einigen, eher losen Steinen oben drauf gestapelt, die so aussehen, als würden sie jeden Moment herunterfallen. Sie sind um die 15 Millionen Jahre alt und bekamen ihre Farbe durch Mineralablagerungen in der Erde. Der bekannteste Hoodoo steht am Sunset Point und wird „Thor’s Hammer“ genannt. Warum erübrigt sich beim genaueren Hinsehen wohl. Wenn man von oben ins Tal späht, sehen die vielen, nebeneinander aufgereihten Steine wie Spargel aus, weshalb ich persönlich alle Aussichtspunkte ins „Spargeltal“ umbenannt habe.
IMG_0229Wir beschließen ein Stück des Rim Trails zu laufen, von dem aus man eine gute Sicht auf die Hauptattraktion bekommt und der nicht ganz so lange dauert, wie die anderen Strecken. Man sollte den Wind allerdings nicht unterschätzen; auch wenn die Sonne am Himmel steht, habe ich ab dem darauffolgenden Tag Schnupfen. Man kann von mehreren Punkten aus einen der Pfade durch den Canyon starten. Die Länge der einzelnen Strecken wird normalerweise auf Schildern mit den Namen der Pfade angegeben; man sollte sich aber bei allen Wegen bewusst sein, dass es ganz schön steil werden kann (letztendlich startet man ja am oberen Rand des Canyons und läuft dann nach unten – wenn man sein Auto wiedersehen will, muss man logischerweise auch wieder den Berg hinauf. Scheint ein ziemlich abstraktes Prinzip für viele Personen zu sein, die mit ihren Flip Flops vor sich hinrutschen und sie auf dem Rückweg ausziehen). Ich würde sagen, es gibt nichts, was es nicht gibt, wenn man die Leute „wandern“ sieht. Die Pfade sind verhältnismäßig schmal und steil und trotzdem gibt es immer noch Familien, die versuchen, ihren Kinderwagen mit nach unten zu nehmen. Wenn sie dabei von Rangern gebeten werden, den Wagen sofort wieder mit hoch zu nehmen, ist das Geschrei natürlich groß, weil die circa einjährige „Annabelle Joanne Crystal“ nicht alles sehen kann und sich dann NIEMALS an diesen tollen Familienausflug erinnern wird (mal davon abgesehen, dass man sich mit eins garantiert nicht an sowas erinnern kann). Es gibt aber auch Personen, die die Strecken in Chucks, Sandalen und High Heels (?!) durchziehen…zumindest bis sie merken, dass sie ja wieder nach oben müssen oder irgendwo stecken bleiben. Daraufhin wird meistens panisch ein Handy rausgeholt und wenn sie dann realisieren, dass sie kein Netz haben (surprise, surprise, zwischen den Hoodoos wurden keine Glasfaserkabel für Wifi verlegt), ist der Tag eh gelaufen. Außerhalb der Pfade gibt es auch mehrere Blockhäuser mit Cafes, ein Visitor Center, das Souvenirs, Karten und Nationalparkpässe verkauft, sowie etwas über die Geschichte des Canyons erzählt. Außerhalb des Parks findet man einige Häuserreihen aus Holz, die im Westernstil gebaut wurden und bei denen man Eis, Mittag- oder Abendessen und allerlei Kleinkram kaufen kann.

IMG_0215Wir sitzen auch neben einer Eisdiele, vor der eine Gefängniszelle aufgebaut wurde, die man vermutlich für sein Instagram-Profil nutzen sollte…wenn nicht gerade lauter mexikanische Kinder darin feststecken, die sich abwechselnd einsperren und dabei stundenlang von ihren Eltern fotografiert werden. Man kann sich übrigens auch Quads ausleihen, wenn man in der Nähe des Canyons Touren machen will oder man entscheidet sich für eine Pferdetour durch den Canyon.

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Wenn ihr die Zeit habt, solltet ihr unbedingt auch einmal am Abend zum Sunset Point zurückkehren, weil der Sonnenuntergang im Canyon die Steine noch rötlicher erscheinen lässt und es ein wirkliches Highlight ist. Abgesehen davon sind die unglaublichsten Menschen um diese Uhrzeit unterwegs, wie beispielsweise eine Asiatin im pinken Einhornkostüm und mehrere Leute, die mit ihren Campingkochern oben an der Kante des Canyons hocken.

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IMG_0239Stefan und ich beschließen am zweiten Tag den bekanntesten Pfad namens „Navajo Loop Trail“ zu laufen, der am Sunset Point beginnt. Viele der Wege im Canyon lassen sich miteinander kombinieren und wir planen eine größere Runde zu laufen. Wir verabreden uns mit meiner Familie zu einem Zeitpunkt und entschließen uns hinter einigen der Asiatengruppen loszulaufen. Oftmals muss man beim Überholen der Personen wirklich aufpassen, weil es so gut wie keine Geländer im Canyon gibt (die deutsche Sicherheitsbehörde würde wahrscheinlich ausrasten). Vorbei an „Thor’s Hammer“ kommt man zu der „Wall Street“ im Canyon, die natürlich nichts mit Geld zu tun hat, sondern vielmehr so heißt, weil man links und rechts von Wänden aus Stein eingekesselt wird. Ein Blick nach oben bestätigt, dass auch dort nur eine schmale Lücke ist. Am schönsten ist das Licht, das ins Tal fällt. Man steht in einem orange-ausgeleuchteten Saal, der einen an Terracotta Steine und Sanddünen denken lässt und das ganze Licht zu speichern scheint, als würde er es später noch brauchen. Stimmen hallen in diesem Teil des Canyons und es kommt einem falsch vor, seine eigene überhaupt zu erheben, weil es die Atmosphäre unterbricht (könnte allerdings auch nur mir so vorgekommen sein; die Personen mit klatschendem Flip-Flop-Style fanden es offensichtlich nicht so störend). Wenn man erstmal unten im Canyon steht, erstreckt sich eine weite, flache Landschaft vor einem. Man kommt aber schnell ins Keuchen, wenn man den Peek-A-Boo-Loop-Trail hoch in die Hoodoo-Berge nimmt. Vorbei an Personen, die ungerührt ihre Hängematten im Canyon aufspannen, Chipmunks, die ihre Pfoten auffordernd in deine Richtung ausstrecken und mehrere Reitergruppen, geht es weit hinauf ins Spargeltal.

IMG_0289Dabei hört man abwechselnd deutsche Sprachfetzen oder die Woohoo-Girls hinter uns, die an allen Punkten stehen bleiben, „woohoo“ schreien und miteinander einschlagen. Nur eine von ihnen hat sich darauf verlegt, zwischendurch „fuck yeah“ zu brüllen, weil sie angeblich in einem Nespresso-Shop arbeitet und ihre Mitarbeiter immer mit diesen Worten anstoßen, wenn sie etwas tolles erlebt haben.

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Stefan und ich brauchen gute drei Stunden bis wir wieder am Anfang stehen und wir sind beide durchgeschwitzt und haben Hunger. Wir laufen in Richtung unseres verabredeten Platzes, an dem wir früher ankommen, als ursprünglich geplant und an dem wir weder unsere Leute noch das Auto vorfinden. Etwas peinlich wird es, als wir uns im Shop nahe dem Parkplatz etwas zu essen holen und uns dann auf den Bürgersteig setzen, weil alles andere belegt ist. Wir kauen ca 15 Minuten auf unseren Sandwiches herum, bis mein Blick auf das Auto gegenüber von unserem Sitzplatz fällt: „Äh…Stefan…ist das nicht unser Auto?“

 

Ich würde mich über eure Meinung freuen – vielleicht habt ihr ja auch schon seltsame Menschen auf Wanderwegen getroffen?

Preise:
Nationalpark: 35$ pro Auto (beziehungsweise 35$ für alle Personen zusammen, die im Auto sitzen).
Website: https://www.nps.gov/brca/index.htm

Tipps:
1) Es lohnt sich am meisten einen „Annual Pass“ für die Nationalparks zu holen, der ein Jahr gültig ist und mit dem ihr in jeden Nationalpark hereinkommt. Der Preis beträgt 80$ pro Auto (was wirklich günstig ist, wenn du weißt, dass du mehrere Parks geplant hast).
2) Die „Visitor Center“ bieten immer wieder Karten an, die die genauen Wanderwege eingezeichnet haben. Ich würde das empfehlen, wenn ihr geplant habt, innerhalb der Canyons zu laufen.
3) Man kann auf den Seiten der Nationalparks ansehen, wann die Sonnenuntergänge am Abend sein werden – sehr praktisch, wenn man genau dafür an einem bestimmten Punkt sein möchte.

Wäre Kanada ein Smoothie, dann wäre er grün

Wäre Kanada ein Smoothie, dann wäre er grün

Eins – Über resolute Schweizer, Fatburger und die grüne Stadt Vancouver

Ich glaube Niall Horan verfolgt mich. Als ich ins Auto zum Flughafen gestiegen bin, lief seine neue Single im Radio und als ich in Kanada am Flughafen ankomme, läuft sie ebenfalls. Kanada kommt mir vor wie eine Mischung aus Fatburger- und McDonaldsläden, aber auch unglaublich grün mit veganen Kuchen- und Smoothieshops an jeder Ecke. Während sich unsere Musikauswahl kaum unterscheidet, hat Kanada andere tolle Specialfeatures wie Straßen, bei denen man nur geradeaus fahren kann, ohne je nach rechts oder links abzubiegen, Bäume, bei denen jeder einzelne Ast mit Lichterketten umwickelt wurde (muss echt Stunden gedauert haben) und Kinder, die ihre grünen Socken so weit hochziehen wie nur irgend möglich und dabei pinke Flipflops mit Strasssteinen tragen – vielleicht bin ich doch nicht so weit weg von zu Hause, wie ich ursprünglich dachte. Fangen wir am Anfang an.

Seit zwei Jahren plane ich jetzt mit meinem Freund einen Aufenthalt in den USA zu machen. Unser Visum deckt den Zeitraum von drei Monaten ab (was übrigens auch die höchstmögliche Aufenthaltsdauer ist) und da meine Eltern die ersten zwei Wochen mit uns unterwegs sind und wir noch nicht ganz in unsere drei Monate fallen, haben wir beschlossen, ein paar Tage in Kanada zu verbringen. Auch wenn ich die nicht-wirklich dreidimensionale Fliegersimulation über den Flugzeugbildschirm Richtung Grönland ziehen sehen konnte, kam mir der Flug gar nicht so lange vor. Wir hatten gutes Essen, eine gute Filmauswahl und Stefan und ich führten eine Fernbeziehung für über zehn Stunden. Immerhin wissen wir jetzt, dass unsere Beziehung das aushält (alles andere wäre auch traurig gewesen…). Außerdem haben wir kreischende Kleinkinder hinter uns überlebt und auch die klassischen Mitmenschen, die nach vielen Jahren Fluggeschichte immer noch nicht kapiert haben, dass man hin und wieder mal die Luken dicht macht, wenn man gegen die Zeit fliegt. Zum Trost kann man zwischendurch immerhin coole Artikel im Lufthansa-Katalog aufkaufen, wie beispielsweise diesen praktischen und handlichen Schinkenschneider für nur 5,969 EUR! (Irgendwie war ich ja schon kurz versucht, dieses Gerät zu bestellen, nur um zu gucken, ob sie es wirklich im Flugzeug vorrätig haben und wie es im Anschluss den Gang blockiert. Abgesehen davon… kann ich an der Grenze festgenommen werden, wenn ich sowas transportiere?
Zollbeamte: „Haben Sie irgendetwas zu verzollen? Waffen? Nahrungsmittel? Drogen?“
Ich: „Öh…also ich hätte hier meinen Schinkenschneider dabei…“
*Beamter bekommt ein zuckendes Auge*: „The Germans are crazy, man!“)

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Aber lassen wir das arme Gerät mal beiseite: Vancouver hat auf jeden Fall den schönsten Flughafen, den ich bisher gesehen habe, mit hohen Steinwänden an denen Wasser hinunterrauscht, Teichen und aufwendig angelegten Beeten. All das zeigt umso mehr, dass Kanada und England immer noch die Verbindung über das Commonwealth teilen. Nicht alle Personen im Flughafen schienen ebenso beeindruckt von der Umgebung zu sein wie ich. Wir mussten eine Weile auf die Koffer warten und die Schweizerin hinter mir hatte schon nach fünf Minuten die Hände in die Hüften gestützt, den missmutigen Blick auf das Band gerichtet und teilte ihrem Mann schließlich mit: „Wenn unser Koffer in zehn Minuten nicht da ist, nehmen wir einfach irgendeinen!“

Glücklicherweise erhielten wir unsere Koffer, ohne dass die Schweizerin sie uns wegschnappte (zu meiner Belustigung wurde ihr Koffer noch vom Kontrollteam am Flughafen eingesackt). Wir holten unseren Leihwagen, einen Chevrolet Pacifica, der so ziemlich jeden Komfort bietet, der möglich ist; selbstschließende Türen, Fernseher für Kinder, Getränkehalter in allen möglichen Positionen und Fliegengitter an den Scheiben und -wie alle Wagen hier- natürlich ein Automatik.

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Vancouver kommt keinem von uns besonders groß vor beim Fahren ins Zentrum, was erstaunlich ist, schließlich hat die Stadt über 600.000 Einwohner. Alles blüht, ist grün durch Parkanlagen und bunt durch angelegte Dachterrassen und die Autos werden auf den großen Glasflächen der Hochhäuser gespiegelt, wenn man an ihnen vorbeifährt. Es gibt dennoch nicht so viele Blocks, dass ein einengender Eindruck entsteht. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Stadt lässt einem Freiraum zum Atmen, wohingegen andere Städte erdrückend wirken.
Unser Hotel ist klein, aus Fachwerk und geht zwischen den großen Gebäuden darum herum ein wenig unter. Zum Sandstrand an der Küste läuft man nur fünf Minuten und hat von dort eine tolle Sicht auf die Brücke, die die Stadtteile miteinander verbindet und die Berge in der Ferne. Wenn man nach draußen tritt, hört man zuerst Möwen und Entengekreische und Hundegebell; nur hin und wieder mal ein Feuerwehrauto. Die Seitenstraßen werden von angelegten Beeten gesäumt, die von einzelnen Gärtnereien gesponsert und gepflegt werden.

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Das größte Beispiel für ihren Pflanzwahnsinn ist vermutlich der Stanleypark. Er erstreckt sich über 400 Hektar in der Mitte der Stadt und ist weder weit von den Shoppingmeilen, noch vom Hafen entfernt. Bis heute hat Kanada übrigens den größten Exporthafen in Nordamerika, weshalb man viele Containerschiffe sieht, im Kontrastprogramm aber auch Motorboote, Yachten, Segelboote und Kreuzfahrtschiffe.
Wir sind jedenfalls erstmal unten an der Bucht entlangspaziert bei angenehmen 17 Grad mit Blickrichtung zu den North-Shore-Mountains. Nach 11 h Flug tut ein bisschen Bewegung und Ruhe ganz gut, auch wenn mein Vater und mein Freund mehr Zeit damit verbrachten, über Treibholz und Dachterrassen zu sprechen.

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North-Shore-Mountains

Wieder zurück in der Comox Street haben wir unsere Sachen verräumt und in unserem Apartment den Kühlschrank nach unserem kurzen Supermarktausflug aufgefüllt (wo wir von einem Jungen gefragt wurden, ob man Honig einfrieren kann. Keine Ahnung warum wir so aussahen, als würden wir die Kompetenzen für so eine Antwort besitzen…). Der anschließende Besuch bei einer Kette namens „Fatburger“ war unbedingt notwendig, um abends nicht noch kochen zu müssen. Natürlich trafen wir dort erstmal Deutsche, die Hotdogs und Pommes bestellten, statt das Nationalgericht Poutine. Dazu komme ich aber ein anderes Mal.

Die Comox Street ist übrigens auch wieder eine der Straßen, in die man weder von links noch von rechts einbiegen kann – ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung wie wir überhaupt hier angekommen sind…

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Unser Apartment hat zwei Schlafzimmer, ein Bad und eine Küche mit der interessantesten Ausstattung aller Zeiten. Ich meine…wer braucht keine Soja-Chilisauce, Thunfisch in allen möglichen Variationen und koscheres Salz?! Für diese Specials konnten dann sogar Zimmertüren und Klobürsten weggelassen werden! Apropos Türen…unser Sicherheitsschloss an der Haustür ist sehr hightech und gibt Geräusche wie eine Bohrmaschine von sich, was die ersten drei Mal schon ziemlich irritierend war. Dafür klingen die Ampeln hier wie zwitschernde Vögel. Ich bin gespannt, wie grün es noch wird 😉

 

Was könnt ihr an grünen Städten empfehlen?! Hinterlasst mir doch einen Kommentar (Funktion direkt oben unterhalb des Titels vom Blogeintrag!)  Bis morgen 😉

Tipps:
Die Gegend, in der das Hotel liegt, ist super nah an den Hauptattraktionen und trotzdem ruhig. Es gibt in der Nähe ein paar Supermärkte, den Strand, Restaurants und in ca zehn Minuten steht man im Stanleypark. Ich würde beim Buchen etwas suchen, dass nah am Park liegt; es spart euch viel Gefahre mit dem Auto oder der Bahn.