SehensWÜRDIG? – Mit dem 7-Attraktionen-Sightseeingpass durch New Yorks Manhattan

SehensWÜRDIG? – Mit dem 7-Attraktionen-Sightseeingpass durch New Yorks Manhattan

New York ist ein Regenmeer als wir im Taxi durch die Gassen Manhattans biegen. Unser Hotel ist circa 30 Minuten zu Fuß vom Central Park entfernt und die U-Bahn Station direkt um die Ecke. Für New York haben wir im Voraus den New York City Sightseeingpass gebucht, der es einem ermöglicht, eine beliebige Anzahl von Attraktionen anzugeben und ein paar Euro zu sparen. Außerdem ergeben sich mit dem Ticket häufig nicht allzu lange Anstehzeiten – nicht zu verachten bei den ganzen Menschenmassen.
Hier also einige der Attraktionen Manhattans und ein paar Tipps, die man auf dem Weg dorthin sicher gebrauchen kann.

1) Natural History Museum

IMG-20180816-WA0070

Wer den Pass kauft, wird dieses Museum vermutlich weit oben auf seiner Prioritätenliste stehen haben. Das Natural History Museum ist mit dem MOMA vermutlich eins der berühmtesten Museen der Welt und das nicht nur, weil darin der Film „Nachts im Museum“ gedreht wurde. Es wurde 1870 von John Wolfe, Robert Stuart und Moris Ketchum Jesup gegründet und erstreckt sich mittlerweile über vier Stockwerke mit den größten Dinosaurierskeletten, einer Unterwasserabteilung mit einem riesigen Plastikwal an der Decke, einem Planetarium und allgemein so vielen Tierarten, dass man gar nicht weiß, wo man zuerst hinschauen soll. Es gibt seit neustem sogar zusätzliche, interaktive Ausstellungen, wo man seine Sinne testen oder in einer U-Boot-Kapsel den Meeresboden erkunden kann. Egal ob jung oder alt – das Museum bietet für jeden etwas, ist aufgrund seiner Weitläufigkeit trotz hoher Besucherzahlen nicht zu überfüllt und wer den ganzen Tag darin verbringen möchte, kann sich zwischendurch in einem der Museumcafés etwas zu essen besorgen. Besonders empfehlenswert ist übrigens auch die Edelsteinhalle im unteren Stock, in der es beim Eintreten vom Boden bis zur Decke funkelt. Definitiv ein MUSS wenn man sich für die Menschheitsgeschichte interessiert und preislich akzeptabel, da man definitiv mehrere Stunden im Gebäude verbringt. Wer außerdem Zeit im Central Park verbringen möchte, ist mit diesem Museum direkt auf dem Gelände.

2) National Geographic Encounter – Ocean Odyssey

IMG-20180816-WA0065

Bestimmt wissen die meisten von euch, dass National Geographic großartige Naturdokumentationen und Magazine herausbringt. In New York wurde dieses Jahr die erste, interaktive Ausstellung „Ocean Encounter“ eröffnet. Es ist eine sehr bildliche Ausstellung mit Dokumentarfilmausschnitten und Leinwänden ringsum, auf denen sich alle möglichen Meereswesen herumtreiben. Zudem gibt es einen Boden, der die eigenen Schritte -scheinbar auf Sand- wiederspiegelt. Mit der 3D Brille fühlt man sich in einen riesigen Fischschwarm gezogen, sieht und hört die Tiere aus den dunkelsten Tiefen des Ozeans und steht sehr echt wirkenden Robben gegenüber, die die eigenen Bewegungen zu imitieren versuchen. Es werden aber auch kritische Themen angesprochen, wie der Umgang mit Schleppnetzen und die Verschmutzung des Meeres durch Plastikabfälle. Insgesamt ist es aber ein positiver Eindruck, der von den Meeresriesen zurückbleibt und unsere Namen werden nun ewig auf einem Puzzleteil an der Besucherwand zurückbleiben.
Hochwertige Ausstellung (vor allem für Ozeanliebhaber), beeindruckende Technik und man weiß nie, welches Meereswesen hinter der nächsten Ecke lauert. Außerdem gut zu Fuß zu erreichen, wenn man sich ohnehin im Raum vom Times Square aufhält. Teuer ist es schon, aber was in New York ist das nicht? (Hust, eine Pizza 18$…)

3) Gulliver’s Gate

IMG-20180816-WA0061

Eine der schönsten Überraschungen der Stadt war definitiv die Miniaturwelt Gulliver’s Gate – übrigens nur ein Haus vom National Geographic Encounter entfernt. Beim Eintritt erhält man einen kleinen Schlüssel mit dem man in der größten Miniaturwelt der USA (4500 Quadratmeter) Kräne, Häuser, Brücken und Figuren bewegen kann, in dem man viele kleine Türschlösser dreht. Sogar ein Flugzeug kann so von seiner Startbahn abheben und eine 2cm große Oma füttert durch ein Schlüsseldrehen die wild pickenden Hühner in Sibirien. Es gibt vier riesige Showräume die sich quasi über die ganze Welt erstrecken. Da sieht man mal die Oper in Sydney, die sichelförmigen Gebäude in Dubai, die Waldweiten Russlands und natürlich New York selbst, mit all seinen Sehenswürdigkeiten. Geht man in den europäischen Teil, kann man Figuren unter dem Eiffelturm spazieren sehen, eine schwarze Dampflock fährt durch die Tunnel der Alpen und Neuschwanstein und die London Bridge werden majestätisch mit Glühbirnen erleuchtet. Die Miniaturwelt ist ein wahres Kunstwerk und bei jedem weiteren Umkreisen der Gebäude, kann man etwas Neues entdecken. Eine der coolsten Ideen ist der 3D Drucker, der neben dem Shop aufgestellt wurde. Hier kann man sich selbst in unterschiedlichen Größen als Figur drucken lassen und sich die Figur entweder nach Hause schicken lassen oder als winziger „Model Citizen“ Teil der Ausstellung werden. Vielleicht findet man sich beim nächsten Besuch dann selbst in den Straßen Barcelonas, auf dem Schiff nach Rio de Janeiro oder bei den Niagarafällen wieder.

4) Statue of Liberty

IMG-20180819-WA0003

Da Stefan noch nie in New York war, konnte die Freiheitsstatue natürlich nicht übergangen werden. Mit dem Sightseeingpass gibt es mehrere Optionen zu ihr zu gelangen. Wir haben beschlossen, nicht direkt um die Statue herumzulaufen, da man in den Schlangen ewig steht. Stattdessen fuhren wir hinunter zum Manhattan Pier. Das ist eine schöne Gegend mit weiter Uferpromenade mit schicken, verglasten Einkaufsläden voller Palmen und guten Essensmöglichkeiten.
In Laufweite dahinter liegt zudem auch das 9`11 Denkmal, das nach dem Anschlag 2001 noch immer auf die Leere der ehemaligen Twin Towers verweist.
Am Pier steigen wir auf ein kleines Segelboot um, das uns wild schaukelnd in Richtung Freiheitsstatue schippert. Nicht alle Personen auf dem Boot sind unbedingt seefest, aber dafür kann sich niemand über die glänzende Aussicht der Skyline beschweren. Die Freiheitsstatue wird damit natürlich auch abgedeckt und erst wenn man auf dem Wasser an ihr vorbei fährt, erkennt man ihre eigentliche Größe von 93 Metern. Interessantes geschichtliches Detail: Auch wenn die Freiheitsstatue in den USA steht, wurde sie ursprünglich in Frankreich konzipiert und anschließend in Teilen als Geschenk an die Vereinigten Staaten verschickt. Es handelt sich bei der Figur übrigens um Liberia, die Göttin der Freiheit, die ihre Ketten sprengt – und die USA noch unabhängiger wirken lässt.

5) One World Trade Center

IMG-20180819-WA0045

Der höchste Aussichtspunkt in New York ist mittlerweile nicht mehr das Empire State Building oder der Top of The Rock vom Rockefeller Center, sondern das neue One World Trade Center. 102 Stockwerke reicht es in die Höhe und ist damit das höchste Gebäude in der ganzen westlichen Hemisphäre. Auch wenn man nicht zur Höhenangst neigt, muss man definitiv zugeben, dass man oben ein ziemlich mulmiges Gefühl bekommt, denn die Fenster erstrecken sich von den Decken bis zum Boden und man schwebt geradezu in einer 360 Grad Version über der Stadt. Besonders cool ist auch der Fahrstuhl nach oben, der in einer Rundum-Animation anzeigt, welche Gebäude wann in der Stadt entstanden sind und wie sie gebaut wurden. Wer das One World Trade Center besucht, sollte nebenan auch das 9’11 Denkmal besichtigen, das die Leere der ehemaligen Türme zeigt. Der Ort macht nachdenklich und ist sehr beeindruckend durch die tausenden von Namen, die in die Brunnenwände des Denkmals gemeißelt wurden. Das Museum zum Attentat ist auch auf dem Platz zu finden, genau wie die unglaubliche U-Bahn-Station des One World Trade Centers, die architektonisch wie ein Gewebe aus Fischgräten über unseren Köpfen erscheint.

6) SPYSCAPE

IMG_0029

Dieses Jahr eröffnet wurde auch SPYSCAPE – ein Häuserblock voller Aufgaben, in dem du herausfinden kannst, ob du die Fähigkeiten zum Spion besitzt. Entwickelt wurde das Programm mit Hilfe einer Psychologin und Mitgliedern des Geheimdienstes. Durch Observationsaufgaben, Analyse und körperliche Verfassung wird dein Können in mehreren Gebieten getestet. Neben Geschicklichkeit geht es auch um Denksport und Reaktionsvermögen. Es macht auf jeden Fall Spaß, ist nicht rein auf Kinder ausgelegt und mal etwas ganz anderes verglichen mit vielen der anderen Attraktionen. Abgesehen davon lernt man auch viele historische Hintergründe, wie sich die Spionagegeschichte entwickelt hat.

7) Intrepid – Air and Space Museum

IMG_0033

In der Marina im Hafen liegt direkt neben den großen Kreuzfahrschiffen das Air- and Space Museum – einen Ort, an den es vor allem Männer und Jungs mit Flugzeugpullovern oder NASA-Kappen lockt. Damit will ich nicht sagen, dass Frauen nicht willkommen sind, kann aber durchaus sein, dass sie irgendwann auf dem Gelände ihre Partner verlieren und sie ihn in Richtung der U-Boote, Kampfjets oder Raketen wieder finden. Es gibt auf jeden Fall auf allen Decks etwas zu sehen – besonders interessant ist die Tatsache, das alle Ausstellungsräume innerhalb eines alten Schiffes liegen und man mehrere Hallen voller Geschichte, Waffen, Schiffsmodelle und Vorführungen durchläuft. Es gibt jetzt auch eine Weltraumkapsel, die einem das Gefühl geben soll, im All unterwegs zu sein, aber die Schlange davor ist meistens wirklich sehr lang. Eintrittspreise sind auch hier hoch – aber im Pass akzeptabel.

Zusammenfassend würde ich den Pass auf jeden Fall wieder kaufen. Es gibt von diesen Städtepässen im Internet zur Auswahl, das Gute am Sightseeingpass ist allerdings, dass man nicht im Voraus feste Ziele angeben muss und man sich spontan entscheiden kann, worauf man Lust hat. Mit der Nutzung des Passes kann man relativ viele Attraktionen preislich machen, die man sonst deswegen vielleicht eher von der Liste streichen würde. Wenn etwas das Geld wirklich wert ist, würde ich das Natural History Museum und Gulliver’s Gate empfehlen, weil man in beidem wirklich eine längere Zeit verbringt.
Allgemein ist New York, egal mit welchen Attraktionen, immer einen Trip wert und durch den Central Park auch um einiges grüner als man denkt. Wenn man mal einen Tag Pause von dem ganzen Rummel braucht, kann man sich auf jeden Fall in den Park verziehen – je weiter man hinein läuft, desto mehr erscheint er wie der einzige Ort, an dem die Stadt einmal innehält. Um im Gegensatz zu den ganzen anderen Attraktionen, ist er kostenfrei.

Was ist eure Lieblingsattraktion der Stadt? Wo wolltet ihr schon immer hin?

Preise:
Sightseeing Pass regulär pro Person bei sieben Attraktionen: 169$, bei uns durch die Aktion am 4. Juli 120$ pro Person
Natural History Museum (ohne Pass): Erwachsene 23$, Senioren 18$, Studenten 18$, Kinder 13$
National Geographic Encounter (ohne Pass): 39.50$ Erwachsene, 32.50$ Kinder, 36.50$ Senioren
Gulliver’s Gate (ohne Pass): 36$ Erwachsene, 27$ Kinder, 27$ Senioren
Mit dem Segelschiff zur Freiheitsstatue (ohne Pass): Zwischen 50 und 80$
One World Trade Center (ohne Pass): 34$ Standart Ticket
SPYSCAPE (ohne Pass):39$ Erwachsene, 32$ Kinder
Intrepid Air and Space Museum (ohne Pass): 33$ Erwachsene, 31$ Senioren, 24$ Kinder

Tipps:

  1. New York wenn möglich nicht im Sommer bereisen – Es ist sehr voll mit Touristen, die Hitze klebt förmlich zwischen den Gebäuden und die Klimaanlage im Hotel bringt nicht viel, weil man zwischendurch auch nie die Fenster öffnen kann.
  2. Sightseeingpass vielleicht schon im Voraus bei einer Aktion buchen – Wir sind zu dem Zeitpunkt ganz gut weggekommen, weil wir am 4. Juli eine Aktion gebucht hatten.
  3. Auch in kleineren Cafes sind die Preise meistens immer noch relativ hoch. Wenn ihr beim essen sparen möchtet, vielleicht doch lieber Ketten aufsuchen.
  4. Auf der Suche nach einem guten Kino? Wir können das AMC (84th Street 6, 2310 Broadway) empfehlen mit den besten, komplett ausfahrbaren Sitzen, sodass man sich vorkommt, als würde man auf einer Couch liegen.
  5. Es gibt zwar viele Taxen in der Stadt, die meisten davon verlangen oftmals aber auch horrende Summen von Touristen – mit den U-Bahn Tickets seid ihr pro Person ca 6 Dollar los und könnt in ganz Manhattan für den Tag durch die Gegend pendeln.
  6. Ich persönlich würde auch immer das MOMA empfehlen – es ist definitiv der Ort, an dem sich die verrücktesten Menschen und Künstler versammeln.
  7. Die Tour mit dem Segelboot nur machen, wenn man einigermaßen seefest ist.

Weitere Sehenswürdigkeiten:

Top of the Rock, Empire State Building, Hop on Hop Off Bustouren, MOMA, Brooklyn Bridge (…)

Gigantische & Glitzernde Wüste

Gigantische & Glitzernde Wüste

Dreiundzwanzig – Über den größten Baum der Welt, die irrealste Stadt der USA und Fake-Elvisse

Kalifornien ist definitiv einer der vielfältigsten Staaten der USA. Wir haben Seen wie Lake Tahoe gesehen, Vulkane im Lassen Nationalpark, die Küste mit Riesenstädten wie San Diego, LA und San Francisco. Für den letzten Abschnitt machen wir uns auf zum Sequoia und Kings Canyon Nationalpark, in dem die breitesten Bäume der Welt stehen, unter anderem der größte Baum überhaupt: The General Sherman Tree. Nach Sequoia zu kommen war um diese Jahreszeit gar nicht so einfach. Viele Strecken hatten Zwischenfälle durch Waldbrände und der nächstgrößere Park, Yosemite, war durch 17 Brände gleichzeitig betroffen, weshalb man auch ihn nicht durchfahren konnte. Sequoia bleibt glücklicherweise offen und wir können an  mehreren Ranger-Kindern vorbei ins Innere des Parks fahren. Auf den ersten Blick sieht die Gegend des zweitältesten Nationalparks von Amerika nicht aus, als würden irgendwelche Bäume in ihr wachsen. Es ist eine schöne Landschaft mit Canyons, wilden Flüssen und teils hüfthohem Steppengras. Dazwischen schlängeln sich Serpentinen mit Backsteinmauern hindurch und man entdeckt Monumente wie den Moro Rock, die man von der Strecke aus sehen kann.

IMG-20180803-WA0038

Die Straßen sind für amerikanische Verhältnisse eher eng, aber wenn man Aussichtspunkte sucht, erreicht man immer wieder welche am Rand und die meisten davon haben auch Parkplätze. Erst wenn man den Anstieg hinter sich lässt und in die Nähe von Moro Rock und den Crystal Caves kommt, erreicht man auch das Gebiet der Mammutbäume. Zunächst gibt es keine großen Unterschiede zu den Redwoods an der Küste. Nach einigen Kurven gelangt man aber näher zu „The General Sherman Tree“ und die Bäume werden breiter und das Holz der Rinde leuchtet bei der Sonne in einem braunrot, das an Mahagoni erinnert. Wenn man aus dem Auto steigt, fühlt man sich winzig und das nicht nur wegen der Bäume sondern auch wegen der schier unendlichen Weite von Waldgebiet. Es ist, als hätten die Serpentinen den Stein, die Flüsse und die Canyons im Tal einfach verschluckt. Die Menschen sind jedenfalls mit gezückten Kameras und in Massen unterwegs als wir auf dem Main Trail in eines der Kernstücke vom Gelände hineinlaufen – immer auf der Suche nach dem größten Baum. Natürlich ist das nicht allzu einfach, wenn rundum alle Bäume enorme Höhen erreichen und man die Wipfel kaum noch erkennt. Letztendlich findet man den General Sherman durch Hinweisschilder und rennende Asiaten. Ich würde nicht sagen, dass er wesentlich größer ist, als die Bäume um ihn herum, aber durch seine freistehende Lage wirkt er umso massiver und ohne Zweifel beeindruckend. Legt man den Kopf in den Nacken, erkennt man die weit oben ansetzenden Äste und einige hektisch-herumfliegende Vögel. Der Baum hat eine Höhe von 83 Metern und ist 11 Meter breit. Ich kann gar nicht beschreiben, wie klein man sich daneben fühlt.

IMG-20180803-WA0006

Am schönsten ist die Stille, die sich trotz der vielen Versammelten an dem Ort hält, was mich an eine Kirche denken lässt. Irgendwie erscheint es richtig, dass ein Baum, der auf bis zu 2500 Jahre geschätzt wird, dieselbe Ehrfurcht erfährt, wie ein geheiligter Ort. Wenn man den Baum schließlich umrundet hat, kommt man auf eine Kreuzung mit unterschiedlichen Wanderwegen. Einige führen weiter hinauf in die Berge zu Moro Rock, andere führen ins Waldgebiet hinein, wo man durch die Allee der Giganten streift. Die Luft hier oben hilft übrigens auch ein bisschen beim Abkühlen, aber für den Extremfall kann man sich natürlich ins Tal verziehen, wo einige Leute mit Picknick Decken und Klappstühlen am Wasser sitzen.

IMG-20180803-WA0022

Da sich unsere Zeit im Inland dem Ende zuneigt, machen wir uns auf den Weg zum letzten Stop der Countryside, Las Vegas. Durch lange Streckenabschnitte von Orangenbäumen, Wüste und Windparks, ist es so dunkel geworden, dass man weder Sterne sieht, noch das Flimmern der Hitze. Sie ist aber weiterhin spürbar – sogar als wir am Rasthof gegen 11 Uhr abends anhalten und der Wüstenwind uns wie ein Föhn durch die Haare fährt. Je näher man Vegas kommt, desto heller und bunter wird die Nacht. Das Licht von tausenden – sorry, Millionen- Glühbirnen erhellt die Dunkelheit, sodass man sich einbildet, in einem verrückt beleuchteten Einkaufszentrum zu stehen. Eins ist sicher: Wenn auch nur eine Stadt in amerikanischen Filmen nicht übertrieben dargestellt wird, dann ist es Vegas. Denn die Stadt wurde als übertrieben konzipiert. Irreal ist wohl das zutreffendste Wort, wenn man sich vorstellt, dass eine künstliche Glitzerstadt mit 630 000 Einwohnern mitten in der Wüste Nevadas liegt, mit quasi nichts drum herum. Bei Tageslicht passiert man höchstens drei Ortschaften, bestehend aus circa 10 Häusern, von denen mindestens die Hälfte leersteht. Dafür ist Vegas  in Amerika der Punkt, der über 40 Millionen Touristen im Jahr anzieht und wo die Straßen nachts fast schon überladen wirken an Security Personal, Touristen, Einheimischen und natürlich Fake-Elvissen. Anreisen kann man bei den Hotels rund um die Uhr und die Casinos bleiben mit ihren Roulettetischen auch durchgehend zugänglich. Da es die letzte Nacht auf unserem Trip mit unserem Leihwagen ist, haben wir deutlich schicker als sonst gebucht und übernachten im „Paris Las Vegas Hotel“, das von außen zumindest teilweise den Eiffelturm nachahmt. Teuer sind die Zimmer in Vegas nicht, dafür rechnen die Hotels und Resorts teilweise verrückte Abgabesummen an die Stadt ab. Wir hatten eigentlich ohne große Erwartung gebucht und stehen schließlich im schicksten Zimmer des gesamten Urlaubs: Einer riesigen Suite, Kingbett mit Blick über die Stadt, da die Seiten des Zimmers Glasfronten haben und einem Marmorbad mit Dusche und Badewanne. Bevor wir ins Bett fallen, gehen wir aber noch einmal nach draußen, denn man hat Vegas vermutlich nicht in seiner Fülle erlebt, wenn man nur tagsüber unterwegs ist. Im unteren Teil unseres Hotels befindet sich ein riesiges Casino mit Restaurants, Modeshops, Bars, Spieltischen, halbnackten Tänzerinnen und bemalten Decken. Wenn man durch die Gänge läuft, sollte man nicht meinen, dass es schon nach ein Uhr nachts ist, weil die Decken durch die blaue Farbe und helle Beleuchtung eindeutig an draußen erinnern. Tritt man vor die Türen des Eiffelturms, tauscht man das Klingeln der Maschinen gegen den Bass der Musikplattform über sich ein. Dort spielen bis morgens DJs mit wildem Neonlicht .

IMG-20180803-WA0037

Gegenüber liegt das Bellagio, bei dem jeden Tag die Springbrunnenshow der Bellagio Fountains abgespielt wird. Wasserfälle erheben sich zu Opernmusik in die Luft und im Hintergrund sieht man Luxushotels die vom Baustil aus ans antike Griechenland oder Italien erinnern. Nichts von der Kulisse passt zum Rest der USA, abgesehen von den Fastfoodketten und den Hochhäusern in der Gegend. Fährt man durch die Stadt, sieht man eine gigantische goldene Pyramide, eine Art Disneyschloss, eine kleine Kopie des London Eye und mehrere Gondeln im venezianischen Stil, die im künstlich angelegten Fluss vor sich hingondeln. Je länger man in der Stadt ist, desto mehr hat man den Eindruck, sich in einem riesigen Freizeitpark zu befinden. Besonders abstrakt ist übrigens auch das Hotel Bellagio von innen. Man betritt eine gold-schimmernde Marmorhalle mit Glasblumen an der Decke und erreicht durch sie einen riesigen Saal mit großen, auf Schienen fahrenden Schwänen, wild glitzernden Kronleuchtern, winkenden Puppen und Banjo-Musik. Ich habe keine Ahnung, wie die Wahrnehmung dieser Szenerie mit Drogeneinfluss ist, aber ich fand es auch ohne schon beeindruckend-verstörend.
Sehenswert in Vegas ist vor allem das „alte“ Vegas. In der Freemont Street stehen die ersten Casinos und Hotels. Mit am berühmtesten ist das „Golden Nugget“, das -wie der Name schon sagt- von der Form an eine Nuss erinnert und einen an das Eichhörnchen Scrat von Ice Age denken lässt. Abgesehen davon fühlt man sich der Geschichte der Stadt hier etwas näher, da die Gebäude älter sind, die Musik vor vielen Jahren stehen geblieben ist und einige Diner für ihre nie veränderten Rezepte angepriesen werden. Vegas etablierte sich als Großstadt übrigens nur durch den Bau des Hoover Dam 1931 und die Legalisierung des Glückspiels, was viele Touristen und Banditen in die Gegend lockte. Die Freemont Street macht heute aus dem Banditen-Image eher Spaß, aber zum damaligen Zeitpunkt haben Gangs die Stadt regiert und man konnte nach einer bestimmten Uhrzeit kaum noch auf die Straße gehen. Auch heute noch zählt Vegas als viertkriminellste Stadt in den USA.
Es gibt aber auch Positives: Die Freemont Street ist  im Sommer eine gute Adresse, weil sie immer überdacht ist und die Hitze ein bisschen erträglicher macht. Wenn man einen Ort sucht, an dem man Fake-Hochzeitsfotos, Bilder mit Strippern und knapp angezogenen Frauen (mit Katzenschwänzen!!!) machen kann oder sich von Fake-Elvis in der pinken Hochzeitskapelle trauen lassen will, ist man hier bestens aufgehoben.  Vegas gehört übrigens weltweit zu einer der Städte mit den meisten Hochzeitskapellen, weil hier die Eheschließungsgesetze ziemlich unkompliziert sein sollen.
Und ein weiteres Highlight ist mit Sicherheit die Zip-Line, die über den Köpfen der Passanten hergeht und die die Leute von unten betrachtet wie Superhelden aussehen lässt. Auch wenn sie für Superhelden ein bisschen viel kreischen. Eigentlich wollte ich diese Zip-Line Aktion auch ausprobieren, aber auf unserem Weg dorthin, bliebt über unseren Köpfen ein Mädchen auf der Strecke hängen und musste (mit viel Beifall der Passanten) gerettet werden. Da hab ich dann doch beschlossen, lieber auf dem Boden zu bleiben. Ist Vegas eine Reise wert? Definitiv. Ich glaube nicht, dass man hier häufig gewesen und mehrere Tage da bleiben muss, aber die USA OHNE Vegas zu machen wäre weniger beeindruckend gewesen und definitiv auch ein bisschen schade.

Was ist eure Meinung zu Vegas?

Preise:
Sequoia Nationalpark: 35$ pro Auto (Ohne Annual Pass)
Website: https://www.nps.gov/seki/index.htm

Tipps:
1) Wie im Lassen Nationalpark gibt es in Sequoia ebenfalls ein Dark Sky Festival.
2) Es gibt aufgrund der engeren Straßenverhältnisse ausnahmsweise Größenbeschränkungen bei Fahrzeugen (https://www.nps.gov/seki/planyourvisit/placestogo.htm). Geht sicher, dass ihr diese prüft, falls ihr mit einem Wohnmobil unterwegs seid.
3) Falls ihr die Crystal Caves in Sequoia besichtigen möchtet, könnt ihr die Karten dafür an den Rangerstationen kaufen. DIREKT VOR ORT KEIN VERKAUF.
4) Der Crystal Cave ist geöffnet vom 25.Mai bis zum 30.September.
5) Weitere empfehlenswerte Pfade im Sequoia Park: Big Tree Trail, Congress Trail.
6) In Vegas unbedingt die alte Freemont Street besuchen!!!

Cross Country: Kalifornien bis Wyoming

Cross Country: Kalifornien bis Wyoming

Sechzehn – Über den 4.Juli, Idaho Falls und den Grand Teton National Park

Für den 4.Juli haben wir beschlossen, ein paar Tage nach Idaho zurückzufahren. Erstens ist man nach vier Wochen „on the road“ mit einem unterschiedlichen Ziel für jede Nacht ziemlich gerädert. Zweitens ist der 4.Juli vermutlich einer der teuersten Tage im ganzen Jahr, was Übernachtungsmöglichkeiten angeht. Wir sind ein Stück den Highway 101 hinaufgetingelt, um in einem Weingut zu stoppen und den Küstenort Mendocino zu sehen, der unglaublich idyllisch auf Klippen thront. Er hat viele uralte Häuschen mit verschnörkelten Veranden, ausgebaute Wassertürme und kleine Restaurants, über denen Möwen kreisen und wo man auf Dachterrassen sitzen kann.

IMG_0005

Anschließend haben wir den angeblich schnellsten Weg durch die Shasta Trinity Mountains  gewählt und falls ihr das jemals geplant hattet – TUT ES NICHT. Ich hatte das schlimmste Beifahrererlebnis aller Zeiten mit drei Stunden Serpentinen, schlechten Straßen, Asphalt-Absenkungen und konfusem Licht. Nach einer Stunde war mir so schlecht, dass wir sicherheitshalber im Nichts anhalten mussten. Glücklicherweise war der Rest der Strecke dann um einiges machbarer, wenn auch ziemlich trocken.
Eine interessante Station auf dem Weg nach Boise ist außerdem der Lake Abert in Orgeon; ein Alkalisee umrundet von Bergen und mit viel Schilfgras. Lange durch die Gegend würde ich dort aber nicht laufen, da es unglaublich nach Fisch und Salz stinkt (der Geruch davon hat sich sogar danach noch einen Tag im Auto gehalten). Den Unabhängigkeitstag haben wir dann in Idaho City verbracht. Morgens zieht eine Parade mit mehreren Pferden und Wagen durch den Ort, an einigen Stellen wird Mittagessen angeboten und am Abend versammelt man sich auf dem örtlichen Fußballfeld für ein Feuerwerk.

IMG-20180705-WA0026

Ich muss allerdings dazu sagen, dass wir uns davor mit Barbecue vollgestopft hatten, denn es dauert eine Weile bis es dunkel wird und die Feuerwehr mit dem Zünden beginnt. Die paar Tage im Inland sind auf jeden Fall eine gute Verschnaufspause bis wir spontan Konzerttickets kaufen und dafür nach Cincinnati in Ohio aufbrechen müssen. Zum Glück haben wir Zeit, ein paar Ziele auf dem Weg mitzunehmen. Die erste Überraschung auf der Strecke ist Idaho Falls. Circa vier Stunden von Boise entfernt erstreckt sich ein überraschend hübsches Städtchen in der Wüste mit Grünanlagen und einem Fluss, der durchs Zentrum läuft. Wer den Stadtnamen gelesen hat, kann sich jetzt auch denken, dass besagter Fluss wirklich einen Wasserfall enthält. Es gibt eine lange Wasserfallfront entlang der westlichen Stadthälfte und man kann durch einen schick angelegten Park spazieren und die Wasserfälle begutachten.

IMG-20180709-WA0068

Besonders schön ist die Szenerie bei Sonnenuntergang, weil nicht mehr zu viele Personen unterwegs sind und man genug Raum hat, um ans Ufer zu gehen. Auf dem Weg kann man sich einen „Slushy“ holen, das absolut künstlichste Eisgetränk der Welt in Geschmackssorten wie „Tropical Sunshine“ (vielleicht hätte der Name mir Warnung genug sein sollen, aber bei circa 35 Grad in der Sonne war das meinem Gewissen reichlich egal… zumindest bis ich das leuchtend rote Getränk dann im Becher überreicht bekam).

IMG-20180709-WA0080

Stefan und ich sind dann ein weiteres Stück dem Fluss gefolgt, bis wir vor einem schön angelegten japanischem Garten stehen mit moosüberzogenen Flächen, kleinen Bächen und Brunnen und Holzpavillions. Von hohen Steinvorsprüngen und Brücken kann man auf den Fluss unter sich sehen. Und wie in allen Ländern der Welt, entdeckt man auch hier gebräunte Typen in Badehosen, die sich unter den Brücken entlang hangeln. Der Garten wurde zur Freundschaft mit Japan errichtet und es ist erstaunlich, wie viele Menschen auch abends noch darin unterwegs sind und Fotos machen. Im Hintergrund sieht man den leuchtend orange-weißen Wasserturm der Stadt und gelangt durch den Park nach Downtown. Bei der Hitze und nach meinem fabulös-klebrigen Slushy, machen wir einen Stop in einem Irish Pub, um mit etwas weniger „tropischem“ zu kontern.

IMG_0065

Der Pub spielt alte Musikvideos ab, hat eine Bar vollgestopft mit den unterschiedlichsten Getränken und einem gotischen Flair mit gebogenen Deckenbalken und getönten Fensterscheiben. Abgesehen davon gibt es dreifarbigen Käsekuchen, der zum Niederknien i(s)st. Falls ihr die Zeit habt, ist die Stadt auf jeden Fall ein schöner Stopp in Richtung Yellowstone Nationalpark.

IMG-20180709-WA0048

Wir packen am Tag darauf unsere Sachen zusammen und planen unseren Trip zum Grand Teton Nationalpark. Zur Orientierung: Grand Teton ist ein eigener Park südlich von Yellowstone, grenzt aber an diesen an. Es gibt nicht besonders viele Orte in der Gegend, wo man übernachten kann – am bekanntesten ist mit Sicherheit die Westernstadt Jackson Hole, deren Innenstadt wie aus einem alten John Wayne-Streifen aussieht (wenn man mal von den Autos und teilweise sehr luxuriösen Hotels absieht). In der Stadtmitte gibt es einen kleinen Park mit einem Eingangsbogen aus Elchgeweihen, der von Westernveranden und vielen Parkbänken umgeben ist. In den Läden kann man Westernkleidung kaufen und es riecht in den meisten Restaurants himmlisch nach Steak. Während viele Shops durch die Touristen und Hotels ein eher schickes und elitäres Bild mit Markenkleidung zeichnen, gibt es auch die seltsamsten Shops mit den verrücktesten Souveniren. In einem der Läden steht beispielsweise ein gigantischer ausgestopfter Bär für 25 000$, direkt daneben Kung Fu Eichhörnchen mit Samuraiischwertern oder sehr seltsame Tieransammulungen wie rudernde Biber und Rehe.

IMG-20180709-WA0041

Wenn man dann genug verstörende Eindrücke gesammelt hat, kann man sich auf in den Nationalpark machen. Es ist ein weites Land, das sich neben den Grand Teton Bergen erstreckt, die so genannt wurden, weil sie angeblich an Brüste erinnern. Auch im Sommer liegt noch Schnee in den Bergen, was umso abstrakter erscheint wenn man selbst auf den Pfaden im Tal gegrillt wird. Die Landschaft erscheint endlos mit ihren langen Bergketten, Nadelwäldern, Blumenwiesen und Seen und die Anstiege können ganz schön steil werden. Als wir am Jenny Lake ankommen, ist dort bereits die Hölle los und wir finden mit viel Glück einen Parkplatz – natürlich in der Sonne. Der See ist oval mit sehr klarem, dunkelblauen Wasser und mehrere Boote fahren darauf hin und her um die Menschen auf der anderen Seite der Bucht wieder einzusammeln. Motiviert wie wir sind, beginnen wir den Pfad am Wasser entlang zu wandern – und verlaufen uns ziemlich hoffnungslos.

IMG_0082

Schön hoffnungslos, muss ich zugeben, denn wir gelangen zu den Teichen, an denen die Elche normalerweise rasten und laufen durch halb zugewachsene Pfade mit den unterschiedlichsten Wildblumen. Nach einer halben Stunde erreichen wir sogar einen Bergbach, von dessen Brücke aus man die Füße ins Wasser tauchen kann. Im ersten Moment ein ziemlicher Schock, weil es unglaublich kalt ist. Nach unserem Irrtum – wir enden mit Sicht auf die nächstgelegene Landstraße – müssen wir den Weg komplett zurücklaufen und beginnen danach einen steilen Anstieg um die höchste Sicht auf den Jenny Lake zu erklimmen. Die Wasserfläche unter einem scheint auf jeden Fall cool-unberührt, wenn man selbst durch den Wald und über abgesplitterte Steine läuft.

IMG-20180709-WA0004

Einige Teile der Berge bestehen nur noch aus Geröllfeldern, die sich entlang des Sees auf dem Weg zu den „Hidden Falls“ erstrecken. Der Wasserfall ist auf jeden Fall versteckt, man hört das Rauschen lange bevor man die Wasserfälle sieht und es gibt einige Abbiegungen über Brücken, die man dorthin nehmen muss. Die Sicht am Ende ist aber eine ausreichende Belohnung und eine sehr angenehme Abkühlung durch die ganzen Wassersprenkel, die man dort abbekommt. Ich gebe zu – nach unserem Irrweg sind wir nicht mehr motiviert genug, die gesamte Runde um den See zu laufen. Gut zu wissen, dass man von beiden Seiten die Boote nehmen kann. Die Überfahrt dauert nur zehn Minuten und man hat einen schönen Blick auf die umliegenden Berge, Buchten und natürlich das Wasser selbst. Schwer vorstellbar, dass die Natur sich bei unserem nächsten Ziel, dem Yellowstone Park, so sehr von diesem Ort unterscheiden wird.

 

Ich würde mich über ein Kommentar freuen 😉

Preise:
Grand Teton National Park (ohne Annual Pass): 35$ pro Auto
Website: https://www.nps.gov/grte/index.htm

Tipps: 
Außerhalb der Nationalparks schlafen und dafür mehr Fahrtweg in Kauf nehmen, die Preise in Jackson Hole sind wirklich hoch verglichen mit Orten wie Idaho Falls oder Rexburg.

Deep Blue Paradise

Deep Blue Paradise

Dreizehn – Über Crater Lake, die Oregon Caves und den Boot-Opi

So sehr es einen auch reizt, die Küste weiterzufahren, wir haben uns ein Ziel im Inland gesteckt, das auf dieser Seite Amerikas ziemlich bekannt ist: Den Crater Lake. Es ist der tiefste See Amerikas und wie man beim Namen schon erkennen kann, handelt es sich um einen Vulkan namens Mount Mazama, der vor 7700 Jahren ausgebrochen ist und dessen Schlund sich anschließend mit Wasser gefüllt hat. Wie tief der See wirklich ist, weiß niemand. Die Forscher haben unterschiedliche Daten festgehalten (aktuell ist die festgestellte Tiefe bei 592 Metern), aber der Grund des Sees wurde dabei bisher nicht richtig erforscht, da man nur bis auf eine bestimmte Tiefe tauchen kann. Sicher sind sich die Forscher nur mit der Tatsache, dass Moos auf dem Grund wächst und das Wasser filtert – einer der Gründe, warum Crater Lake so blau ist. Bis wir zum ersten Mal davor standen, war ich der festen Überzeugung, dass die meisten Bilder im Internet und den Souvenirshops gefotoshoppt sind – wenn die Sonne aber auf das Wasser fällt, erscheint das Wasser wirklich indigoblau mit einigen grünen Sprenkeln am Rand.

IMG_0535

Um zum See zu gelangen, waren von unserem Oregon-Küstentrip aber erst noch einige Stunden nötig. Unser Halt für zwei Nächte ist Medford, wahrscheinlich die nächstgrößere Stadt beim Crater Lake, der ziemlich abgelegen oben in den Bergen thront. Mittlerweile sind wir auch ein bisschen in Wäschenot geraten und müssen vor dem finalen Halt bei einem Wäschesalon (Laundromat) stoppen. Natürlich erwischen wir genau den mit dem grummeligsten Besitzer überhaupt, der uns bei der Bitte, unsere Scheine in Kleingeld zu wechseln, nur angrunzt. Dazu sollte man wissen, dass die „Speed-Queen“-Waschmaschinen nur mit 25 Quarter-Geldstücken laufen und man die in einem Automaten innerhalb des Salons bekommen kann – der hier aber klemmt. Immerhin können wir feststellen, dass der Besitzer von keinem seiner Kunden begeistert ist… er schnaubt auch vor sich hin, wenn jemand anderem eine Socke runterfällt.

IMG-20180616-WA0007

Bis Waschmaschine und Trockner durchgelaufen sind, vergeht etwa eine Stunde – idealer Zeitraum, um sich irgendwo eine Pizza zu holen und sie im Auto oder vor der Waschmaschine zu essen. Und eine gute Basis, wenn man in Medford ankommt und sich vor lauter Hitze nicht mehr bewegen will. Vielleicht erinnern sich einige von euch noch an meine Forks-Motelbeschreibung? Was soll ich sagen…Medford ist sogar noch unglaublicher als Forks. Das Motel ist an einer Tankstelle mit Chinarestaurant und in unserer Badewanne blättert der Lack ab. Außerdem verstehen wir wirklich nicht, warum unsere Nachttischlampen in Plastik eingewickelt an die Wand genagelt wurden… so langsam habe ich das Gefühl, dass wir hier nicht wieder lebend rauskommen werden! Unsere Nachbarn fahren übrigens ein Auto, das niemals vom TÜV zugelassen würde (aber hey, ist ja praktisch, dass die Amerikaner keinen TÜV haben). Die Front ist eingedellt, ein Frontlicht zerquetscht und es rostet sichtbar von unten nach oben. Sie selbst hocken in löchrigen Stühlen vor der Tür oder zu fünft im Wohnzimmer, trinken Alkohol und rauchen Gras, was die ganzen Türen nebenan vollnebelt. Über uns wohnt zudem ein nachtaktiver Mensch, der um zwei Uhr nachts durch die Gegend rennt, sodass man mit Garantie wieder wach wird. Übrigens wechseln unsere Grasnachbarn in dem Zeitraum in dem wir da sind, nicht einmal ihre Position. Sie nicken allerdings beeindruckt, wenn sie dich nach einem ganzen Tagesausflug zurückkehren sehen.

Und Crater Lake muss man schon als Tagestrip sehen, da man von Medford mit 40 Grad gute zwei Stunden hoch in die Berge fährt und beim Aussteigen vielleicht noch 10 Grad hat – nicht so toll für Stefan mit seinen kurzen Hosen. Die Aussicht, die Lodge oben auf dem Berg und die Pfade sind zwar wunderschön, aber man muss sie ziemlich schnell wieder verlassen, wenn es plötzlich gewittert, regnet, schneit und hagelt (ja, genau in der Reihenfolge). Dann muss man zwischendurch in die Lodge flüchten, um einen Unterstand zu haben und einen überteuerten Hotdog zu essen. Hinter sich hört man enttäuschte Leute, die sich darüber aufregen, dass es nur ein asiatisches Gericht im Mittagsmenü gibt.

IMG_0548

Aber zurück zum See. Den Crater Lake umgibt teils Nadelwald, teils Steil- und Steinklippe. Er ist fast kugelrund und man kann den Rand komplett mit dem Auto abfahren – nach unten zum Wasser kommt man aufgrund der Hänge allerdings nicht, es sei denn man meldet sich für Boottouren an, was aber nur zu bestimmten Jahreszeiten möglich ist. Am einen Rand des Sees liegt auch noch eine kleine Insel, die „Wizard Island“ genannt wird und auch wirklich wie aus einem Film aussieht mit ihrer ovalen Form, alten Bäumen und grünem Ring um die Ränder – aber täuscht euch nicht – auch Wizard Island ist ein Vulkan und sogar ein aktiver. Nachdem es am Crater Lake (im Juni!) immer noch vor sich hinschneit und wir unsere Ausflugsroute gelaufen sind, beschließen wir zurückzufahren; stoppen dann aber doch noch einmal im Park – was sich als beste Entscheidung des Tages herausstellt.

IMG-20180617-WA0017

Eigentlich wird hier die Aussicht auf einen Wasserfall angepriesen – der ist allerdings lange nicht so spektakulär wie die „Allee der Giganten“. Damit sind riesige, moosüberzogene Steine gemeint, die wild über- und nebeneinander am Ufer liegen und zwischen denen ein wilder Fluss hindurch rinnt. Die Strömung ist schnell und man muss ein wenig darauf achten, dass man beim Laufen nicht abrutscht, allerdings ist es die Aussicht auf das glasklare Wasser und die Felswände wert, wenn man sich erstmal durchgehangelt hat.

IMG_0569

Da wir schon im Inland unterwegs sind, fahren wir auch zu den „Oregon Caves“ mit einem Stopp bei einer uralten Tankstelle, in der zwei Katzen leben (eine davon steckt kopfüber schlafend in einer engen Ablagefläche, bei der die Hälfte vom Tier hinten wieder herausquillt) und unsere Kreditkarten nicht funktionieren. Leute, habt sicherheitshalber immer Bares dabei, wenn ihr nicht irgendwo stranden wollt. Die Höhlen (Caves) selbst sind über eine der kurvigsten Strecken der Welt durch die Siskiyou Mountains erreichbar (und nein, es gibt keine andere Option um dort hin zu kommen). Man fährt eine halbe Stunde durch Nadelwälder und ist froh, wenn man die Serpentinen hinter sich gelassen hat. Vor Ort muss man einen kurzen Check mitmachen, um sicherzugehen, dass man keine Krankheiten wegen der Fledermäuse einschleppt. Ein Opi passt uns am Parkplatz ab, in touristischer Montur mit Kappe und großer Kamera um den Hals: „Wisst ihr, ob man Fotoapparate mit rein nehmen darf?“
„Keine Ahnung.“
„Na gut. Dann muss ich wohl nachfragen. Dachte, ich kann mir den Weg sparen.“
Etwas irritierend, da er den Weg sowieso nehmen muss, um in die Höhlen zu gelangen. So erfährt die Frau am Schalter immerhin alles Mögliche über sein Leben, denn das stellt sich als sein Lieblingsthema heraus.

IMG-20180618-WA0023

Vor den Höhlen steht eins der schönsten Gebäude von unserem bisherigen Trip, das „Oregon Caves Chateau“. Es ist etwas windschief und das Holz leicht verwittert, aber das Gebäude ist wundervoll verschachtelt, hat einige Fensterfronten und einen kleinen, smaragdgrünen Teich vor dem Eingang. Wenn man eintritt, sieht man ineinander übergehende Treppen, was an Hogwarts erinnert und es gibt keinerlei klaren Gebäudeplan – dafür aber ein cooles Cafe mit guten Suppen und Burgern, an dem man in langen Tischreihen hockt. Kaum haben wir begonnen, unsere Suppen zu löffeln, setzt sich besagter Opi in unsere Nähe und bestellt einen gigantischen Eisbecher, wobei er -Überraschung!- der Kellnerin seine Anreise und seine Eisauswahl erläutert. Wir müssen leider ziemlich schnell wieder los – die Tourzeiten starten alle 15 bis 30 Minuten und unsere Führerin wartet schon vor dem Eingang. Sie nennt sich „Ranger Mogli“ und sieht auch dementsprechend aus: Sie hat zwei lange, schwarze Zöpfe, die sie unter einen breiten Tarnhut gestopft hat und ist wirklich winzig. Gut für sie, da man die Höhle größtenteils in der Hocke gehend durchquert. Als sie die Personen durchzählt, runzelt sie die Stirn: „Es fehlt noch jemand…“
Will jemand raten? Unser Lieblingsopi taucht kurze Zeit später keuchend auf und beginnt uns begeistert zu erzählen, wo er herkommt. Irgendwie muss man ihm seine Coolness mit seinem gestylten Bart und seiner lauten Sprechweise ja schon lassen…

IMG-20180618-WA0027

Die Höhlen sind in Oregon die Einzigen, durch die ein Bach fließt und man hört das Geplätscher während des Laufens. Der Opi stupst mich dabei an: „Hey, warst du schonmal auf `nem Boot?“
„Ja, mehrfach.“
„Das hier klingt auch so, als wären wir auf einem!“ Er sieht sich aufgeregt um: „Ich liebe Boote!“
Ich kann mich nicht entscheiden, was ich dazu noch sagen soll…
Wir erfahren von Mogli, die alles in begeisterter Dora-Explorer-Manier erklärt, dass die Höhle 1874 von Elijah Davidson gefunden wurde, weil dessen Hund einen Bären hinein gejagt hat. In wilder Verzweiflung rannte er dem Hund hinterher, bis ihm das Licht seiner Streichhölzer ausging. Er schaffte es wohl nur heraus, weil er sich am Geräusch des Flusses orientierte. Das Gestein (hauptsächlich Kalkstein und Marmor) ist von eben jenem Wasser geschliffen und  die Feuchtigkeit hat den Effekt, dass die Höhle sehr kalt ist. Es gibt viel zu sehen und viel zu laufen, anstrengend, weil ein Großteil davon Treppen sind und viele Wege extrem schmal zulaufen. Einmal sehen wir sehr überraschend eine Fledermaus, woraufhin eine Frau in der Gruppe losschreit und der Opi klatscht, nur um kurz darauf zu fragen: „Was war das eigentlich?“
Er schlägt sich aber sehr gut, was die Treppen und die Haltung angeht, dabei ist er ein ganzes Stück größer, als die meisten von uns.

IMG-20180618-WA0019

Es ist insgesamt die schmalste Höhle in der Stefan und ich je waren. Man sieht um jede Ecke herum etwas anderes, steigt enge Gittertreppen und sieht die unterschiedlichsten Gesteinsarten. Mogli gestaltet das Ganze sehr lustig und zeigt uns sogar ein uraltes Bild von der Zeit, in der die Höhle entdeckt wurde und man als Werbung darin sogar Hochzeiten gefeiert hat. Zugegebenermaßen sehen die Brautjungfern in ihren dünnen Kleidchen alle etwas miesepetrig aus, vermutlich weil es auf ihre Köpfe tropft. Mein Lieblingsteilnehmer grinst: „Die sehen ja lustig aus!“
Am Ende der Tour muss man wirklich sagen, dass sich der Ausflug gelohnt hat und man viel Neues gesehen hat. Zum Beispiel gibt es einen Stein, auf dem sich mehrere Leute schriftlich verewigt haben und der mittlerweile ebenfalls zum Stalagmit geworden ist. Wenn man die Höhle durchlaufen hat, kann man zudem noch zahlreiche Pfade darum herum oder über die Höhlen laufen. Aber wir fahren wieder zur Küste, denn, wie der Opi sagt: „There’s nothing better than the ocean and a boat!“

Welche Höhlentour könnt ihr empfehlen?

 

Preise:
Crater Lake Nationalpark (ohne den Annual Pass, den wir gekauft haben): 25$ pro Auto im Sommer, 10$ pro Auto im Winter
Website: https://www.nps.gov/crla/index.htm
Oregon Caves Tour: 10$ Erwachsene, 7$ Kinder
Website: https://www.nps.gov/orca/index.htm

Tipps:
Die Oregon Caves bieten so viele Touren am Tag an, dass man normalerweise nicht im Voraus buchen muss. Falls ihr aber eine Bootstour auf dem Crater Lake machen möchtet, solltet ihr dringend vorher buchen.
Die Höhlen bieten zudem auch noch Touren mit Kerzen an – falls euch das mehr zusagt!

Küstenflair – Unterwegs auf Highway 101

Küstenflair – Unterwegs auf Highway 101

Zwölf – Über die Tillamook Cheese Factory, die Leuchtturmküste und den Safari Park

Wenn man in den Reiseführern über die Küstengegend liest, ist die meistgenannte davon wohl die Ostküste mit großen Städten wie Boston, Portland und New York oder der Streifen der Westküste zwischen San Francisco und Los Angeles. Wer hätte gedacht, dass die eigentlich positivste Überraschung die Küste von Oregon ist? Wenn man den Scenic Highway entlang fährt, gelangt man über die Route 101 zu einigen der schönsten Sandstrände, Schluchten und dschungelartigen Wäldern mit Parkanlagen.

IMG-20180616-WA0021

Wir starten von Portland aus in Richtung Tillamook, wo eine der bekanntesten Käsesorten im ganzen Land in der „Tillamook Cheese Factory“ produziert wird. Leider ist die Käsefabrik zu unserem Besuch gerade geschlossen, da das Hauptgebäude umgebaut wird und die Eröffnung erst in einigen Tagen stattfindet, dafür kann man im angrenzenden Farmshop eine Tour zur Begrüßung machen, sich einige Eckdaten zur Produktion und der Verarbeitung einholen und Käsesorten testen und erwerben. Man erfährt zum Beispiel, dass die Milch nach Lieferung zur Fabrik innerhalb von 24 Stunden zu Eiscreme oder Käse verarbeitet wird, insgesamt macht das am Tag über 77 000 Kilo Käse. Außerdem kann man das selbstgemachte Eis kaufen und auch wenn das nicht allzu billig ist – die Portionen sind groß genug für ein ganzes Mittagessen (und ich hatte nur eine Kugel davon!).
An der Küste entlang gibt es mehrere „State Parks“, an denen man hinausfahren und den Strand ablaufen kann. Es gibt auch einige Aussichtspunkte für „Whale-Watching“ und wenn man Glück hat, sieht man, wie sie das Wasser in weiter Ferne durchpflügen und dann wieder so schnell verschwinden, wie sie aufgetaucht sind. Hin und wieder entdeckt man auch Krabben, die am Strand unterwegs sind (oder es zumindest einmal waren) und man kann immer ein paar Ruderer und Schwimmer ausmachen, auch wenn das Wasser noch nicht besonders warm ist. Oregons Küste ist vor allem für seine vielen Küstenstädtchen und seine Leuchttürme bekannt.

IMG_0502

Insgesamt acht Stück reihen sich an der Küste entlang und stehen zum Teil auf Klippen, zum Teil auf Landzungen, die sich weit ins Meer erstrecken. Einige von ihnen kann man für Touren besuchen, zum Beispiel das Coquille Lighthouse in Bandon. Es wurde 1896 gebaut und ist der letzte Leuchtturm, der auf die Liste der historischen Plätze aufgenommen und restauriert wurde. Egal welchen Leuchtturm oder welchen Strand ihr zum Rausfahren wählt – alle von ihnen sind naturbelassen, nicht zugebaut und ein guter Ausgleich zu langen Fahrzeiten im Auto. Solange man dabei nicht die Zeit vergisst…

IMG_0449
Als Stop in der Mitte ist Cape Perpetua mit dem „Thor’s Well“ zu empfehlen. Wenn man erstmal Städtchen wie Newport, Pacific City und Yachats hinter sich gelassen hat, ist es gar nicht mehr so weit. Es handelt sich bei Perpetua um eine raue und kantige Küstengegend, bei der das Wasser in Höhlen und Klippen gespült und durch den Widerstand hoch in die Luft gesprüht wird. Wenn es sich zurückzieht, werden die einzelnen Felsen sichtbar, ansonsten wirkt die Gischt unter einem wie ein brodelnder Hexentopf. Eins steht fest: Mit trockenen Schuhen aus dem Gebiet zu kommen, ist so gut wie unmöglich. Wenn ihr trocken bleiben möchtet, könnt ihr auch von oben auf die kraterartige Landschaft mit hellgrünen Moos, Tümpeln und dunklem Stein hinunterschauen.

IMG-20180616-WA0030

Auch wenn man nirgendwo stoppen will, gibt die Küste beim Fahren hunderte unterschiedliche Aussichtspunkte her – seien es die Felsen im Wasser, die berühmten Sanddünen je weiter man in Richtung Süden fährt oder die Brücken, die seit den 30ern die direkte Fahrt entlang der Küste überhaupt ermöglichen. Designt wurden sie zum größten Teil von Conde McCullough, der damals für das „Department of Transportation“ in Oregon als Ingeneur arbeitete und insgesamt half, über 600 Brücken zu entwerfen. Mit der Aussicht auf die Natur und die Brücken, ist jedenfalls absolut berechtigt, dass der Highway 101 zu den schönsten Routen der Welt gehört.

IMG-20180616-WA0028

Einen Ausflug möchte ich noch erwähnen – in Bandon gibt es den „Wildlife Safari Park“, in dem man die unterschiedlichen Tiere streicheln kann. Irgendwie waren Stefan und ich überzeugt, dass es sich bei einem Safaripark um etwas handelt, wo man mit dem Auto durchfährt. Stattdessen ist man zu Fuß unterwegs und bekommt Snacks für die Tiere in die Hand, wenn man sie füttern möchte. Es ist ein ziemlich seltsamer Augenblick, wenn man den Eingangsbereich durchschreitet und eine Tür öffnet, hinter der ein großes Reh mit abwartenden Kulleraugen und Bambifell steht, das gezielt auf seine nächste Mahlzeit wartet. Hat man einmal die Hand ausgestreckt, kommt eine ganze Herde von ihnen angerannt und mit ihnen Esel, Ziegen und Böcke. Bis man sich irgendwann im Schneckentempo durch das Gehege bewegt hat und bei Truthähnen, Straussen und Gänsen herauskommt, vergeht eine Weile. Der Park ist nicht besonders groß, was Stefan und ich für die Tiere etwas bedauern, aber immerhin sind die Gehege alle sehr sauber und die Tiere können sie hin und wieder wechseln. Alle 15 bis 30 Minuten werden kleine Vorführungen oder Infoveranstaltungen zu Tieren gegeben, wobei man die meisten von ihnen streicheln kann. Auch wenn mir nicht ganz wohl dabei ist, einen Luchs zu tätscheln, der einen mit großen, gelben Augen beobachtet, ist eine eine ziemlich einzigartige Vorführung. Allerdings ist wesentlich einfacher, ein Opossum auf dem Arm zu haben, einen Fuchs zu streicheln oder ein Frettchen zu berühren – wobei letztere extrem hektisch sind und in absolut alles hineinkriechen, was sich in ihrer Nähe befindet – vielleicht nicht ganz ideal, wenn man einen Ausschnitt hat! Aber für jemanden, der Bambi als Kind geliebt hat und Tiere allgemein gerne betätschelt, ein klares Muss.

Was ist eure Lieblingsküste?

Preise:
Wildlife Safari Park Bandon: Kind 9$ (bis 6), Kind 12$ (bis 12), Senioren 17$, Erwachsene 19$
Website: http://www.westcoastgameparksafari.com/

Tipp:
Plant für die Runterfahrt an der Küste Oregons zwei Tage ein – alles an einem Tag zu fahren, ist ein ziemliches Programm und es gibt so viel zu sehen, dass ihr bestimmt keinen Stress dabei haben möchtet.

Back to the 80s

Back to the 80s

Neun – Wallaby-Baby, Snoqualmie Falls und Twedes Cafe

Bevor wir am nächsten Tag das Baumhausparadies verlassen, haben wir im Haupthaus Frühstück, wobei man mit allen Personen von den anderen Baumhäusern an einem Tisch sitzt. Es ist eine entspannte Atmosphäre, weil jeder erzählt, warum er da ist und wir von einer Mitarbeiterin ein bisschen etwas zu der Geschichte der Baumhäuser erfahren. Außerdem teilt sie uns mit, dass der Baumhauspark eine Auslastung von 97 % hat.
Zum Frühstück gibt es eine Auswahl an selbstgebackenem Quiche, Honig-Granola, Naturjoghurt und Bananenbrot und man kann sich an Getränken bedienen, die auf einer kleinen Theke angerichtet werden.

20180607_031821

Alle Personen, die in den anderen Häusern übernachten, sind gerade dabei, ihre Hochzeitstage zu feiern und es ist sehr lustig, einmal in der Reihe herum zu gehen und 45, 25 und 10 Jahre als Jahrestag zu hören,  während Stefan und ich mit unseren FAST fünf Jahren dasitzen. Aber hey! Wusstet ihr, dass fünf Jahre als „hölzerne Hochzeit“ zählen? Ist doch ganz cool, dass wir ausgerechnet dieses Jahr unsere hölzerne Baumhausnacht hatten…

Nachdem wir ein bisschen in der Souvenirabteilung gewütet haben (okay, ich gebe zu, dass ich vermutlich mehr Schaden angerichtet habe…), müssen wir die Baumhäuser verlassen. Ein Pärchen aus einem anderen Baumhaus kommt mit uns nachmittags zu einer Känguru- und Wallaby Ranch, aber da wir noch ein bisschen Zeit haben, beschließen wir, einen Ausflug nach Issaquah, die näheste Stadt zu machen.

IMG_0118

Sie ist nur 15 Minuten mit dem Auto entfernt und liegt im Tal neben dem bekanntesten Berg der Gegend: Mount Si. Der Berg wurde nach einem alten Mann benannt, der jahrelang auf einer Seite des Berges lebte und dort wohl der einzige Einwohner war. Nach seinem Tod fanden die Leute im Ort es am angebrachtesten, den Berg mit Mount Si zu betiteln, was sich bis heute gehalten hat. Issaquah liegt an diesem Tag ein wenig im Nebel, aber das macht nichts, wenn man die Straße hinunterschlendert, vorbei an erstaunlich kleinen Häusern, bunt dekorierten Laternen und kleinen Cafes. In der Mitte von Issaquah verlässt auch täglich ein historischer Zug die Stadt, der einige der bekannteren Punkte (wie die Snoqualmie Falls) in der Gegend abfährt. Wir hätten die Chance gerne ergriffen, allerdings war unsere Zeit etwas knapp und die Tickets sind nur zu bestimmten Uhrzeiten zu erwerben.

Die Känguru- und Wallaby Ranch liegt in der Nähe von Snoqualmie; einem Ort, der hauptsächlich für einen gigantischen Wasserfall und das Luxushotel auf der Bergklippe bekannt ist. Die Ranch ist ein wenig abgelegen, nicht so einfach zu finden und wir sind zum Glück noch auf die Minute pünktlich. Vor dem offiziellen „Tiere-Streicheln“ präsentiert der Besitzer uns in einem Vortrag einige Fakten über die Kängurus auf seiner Farm und wie sie aufwachsen (Video dazu auf seiner Website). Er zeigt uns dazu viele Bilder, die vom National Geographic Magazin auf seinem Gelände aufgenommen wurden und die die Entwicklung eines Babys im Beutel seiner Mutter zeigen. Man sieht den Beutel eines Kängurus übrigens nur dann, wenn eine Mutter ein Kind bekommt, ansonsten ist sie in der Lage den Beutel zu verstecken. Ein Känguru kann direkt nach dem ersten Baby, ein zweites bekommen. Sie „entwickeln“ dabei aber nur das Erste vollständig und bewahren das Zweite in ihrem Beutel auf, bis sie Nummer eins nach circa neun Monaten „vor den Beutel“ setzen. Kängurubabys kommen zudem ohne kognitive Fähigkeiten zur Welt, was sie ziemlich einzigartig macht. Die einzige Funktion in ihrem frühen Stadium ist es, zum Nippel der Mutter zu kommen, bis sie nach langer Zeit entwickelt genug sind, um sich von etwas anderem zu ernähren (meistens ist das dann Dreck und Gras (ist das wirklich eine Steigerung?!)). Der Vortrag ist interessant und lustig gestaltet und da es gerade ein Baby-Wallaby auf der Farm gibt, dürfen wir es im Anschluss einmal halten.

IMG-20180608-WA0032

Falls ihr euch jetzt fragt, was der Unterschied zwischen Känguru und Wallaby ist – ein Wallaby ist wesentlich kleiner und nicht ganz so flauschig, aber das tut ihrer Niedlichkeit keinen Abbruch. Abgesehen davon ist es ein verdammt cooles Erlebnis in ein Gehege mit mehreren Wallabys und Kängurus gelassen zu werden, die sich fast alle streicheln lassen und natürlich auf Futtersuche sind. Unser Führer hat ihnen allen außerdem ungewöhnliche Namen wie „Trouble“ und „Vanilla Bean“ gegeben. Er sorgt übrigens auch dafür, dass einige der Babys adoptiert werden (Preis für eine Adoption liegt zwischen 2000 und 4500 Dollar). Kängurus sind aber nicht darauf trainierbar stubenrein zu werden.

IMG_20180611_072537_924

Nach circa eineinhalb Stunden mit den „Roos“ fahren wir in guter Stimmung noch zu den Snoqualmie Falls, wo man neben dem Luxushotel „The Salish Lodge“ parken und die Aussichtspunkte abfahren kann. Dabei erfährt man auf den Schildern ringsum einiges über das Bewässerungssystem, die Indianer (Snoqualmie People), die in dieser Umgebung gelebt haben und über Bigfoot, der angeblich ebenfalls hier herumschleicht (in dem Souvenirshop hängen übrigens mehrere verschwommene und rot eingekreiste Aufnahmen von irgendetwas, das Bigfoot sein könnte…meiner Meinung nach könnten die Bilder auch einen Schwarzbären oder einen dicken, schwarz-angezogenen Mann darstellen, aber das wäre ja zu einfach…). Der Wasserfall rauscht jedenfalls in atemberaubenden Tempo 82 Meter den Berg hinunter und man hört ihn auch auf den Pfaden, die man in den Wald laufen kann… oder sollte ich eher „hinunterfallen“ sagen? Sie sind ganz schön steil und die Sache ist umso lustiger, wenn man unten feststellt, dass es keinen Rundweg gibt…yay!

IMG_0168

Wer noch Lust auf einen besonderen Besuch hat, sollte einen Abstecher ins „Twedes Cafe“ machen. Es ist einer der Hauptdrehorte der alten Serie „Twin Peaks“ (1990) und da gerade eine neue Staffel gedreht wird, gibt es Gerüchte, dass die Schauspieler in der Gegend unterwegs sind. Das Café ist äußerst amerikanisch mit rustikalen Holztischen, weiß-roten Vorhängen, roten Lederhockern und einer langen Theke, die einen etwas abgenutzten Eindruck macht. Darüber flackern Neonreklamen und dahinter wird Merchandise zur Serie verkauft. Die Preise sind trotz der Bekanntheit immer noch völlig okay und man geht garantiert nicht hungrig aus dem Laden – die Portionen reichen für den ganzen Tag.

IMG-20180608-WA0020

Am Abend checken Stefan und ich in das verrückteste Airbnb aller Zeiten ein…oder sollte ich sagen, dass wir in die 80er Jahre zurückkatapultiert werden? Die Einfahrt wird von Stormtrooperhelmen beleuchtet, beim Eintritt rennt uns eine begeistert miauende Katze an und unsere Badezimmertür wird von einem gigantischen Stormtrooper bewacht (dafür ist unser Bad selbst komplett pink gestrichen). Unser Bett hat eine Heizdecke und um uns herum leuchten Bilder von Xanadu, Vanity 6, Madonna und diverse andere entgegen. Auf  dem Nachttisch stehen Pac-Man Gameboys und es gibt Körbe mit Süßigkeiten aus den 80ern. Wenn man das Wohnzimmer betritt, wird man eventuell von kleinen, ferngesteuerten Starwarswesen aus Plastik angefahren, die die Katzen wahnsinnig machen und Kriegsmusik abspielen und die Küchenlampen bestehen ebenfalls aus Trooperhelmen. Geht man die Treppe hoch, steht alles voll mit dem Weißen Hai, Chucky der Mörderpuppe und Nightmare before Christmas. Es gibt auch einen riesigen Haikopf, der auf- und zuschnappen kann. Dazu gibt’s noch ein Zimmer zu Ehren von Twin Peaks, ein Zimmer voller Star Wars Figuren und das Zimmer unserer Gastgeber repräsentiert Disneyland mit verrückten Alice Im Wunderland Lampen und einem elektrischen Zug, der, vom Handy bedient, einmal oben an der Zimmerdecke entlangfahren kann. Ehrlich gesagt ist das definitiv einer der coolsten Orte, die ich jemals gesehen habe! Die Gastgeber sind super nett und wenn man abends aus seinem Bett 80er Filme wie „Adventures in babysitting“ (1987) oder „Clueless“ (1995) schaut, und außen Soundtrack Musik von „Halloween“ läuft, kann man sich kaum etwas Epischeres vorstellen.

 

Preise:
1) Eisenbahn Issaquah/Snoqualmie: 5$.
2) Känguru- und Wallaby-Ranch: 15$ pro Person, wenn mehrere Personen an der Tour teilnehmen. 30$ pro Person, wenn man nur zu zweit ist.

Tipps:
1) Tickets von der Bahn direkt an der Bahnstation besorgen: Die Bahn fährt jedes Jahr von Mai bis September. Sie fährt Samstag und Sonntag von 11 bis 15 Uhr.
2) Vor der Känguru- und Wallabytour erst anrufen und anfragen, ob man an einer geplanten Tour teilnehmen kann. Meistens gibt es einen festen Termin am Tag um 14 Uhr, aber es wird um telefonische Reservierungen gebeten.
http://wallabyranch.org/
3) Website und Menü vom Twedes Café: http://www.twedescafe.com/. Wenn ihr klassisch nach der Serie vorgehen möchtet, solltet ihr den Cherry Pie essen!
3) Da das Airbnb wirklich einzigartig war, verlinke ich es euch hier: https://de.airbnb.com/rooms/20257388

 

 

Disconnect from the World

Disconnect from the World

Acht – Kennewick, The Yellow Church Café und TreeHouse Point

Einer meiner größten Wünsche für diese lange Reise war es, zum TreeHouse Point in Fall City in Washington zu fahren. Vielleicht ist einigen von euch die Serie Treehouse Masters von dem TV-Kanal DMAX bekannt, die seit vielen Jahren übertragen wird und aktuell in die 10. Staffel übergeht.
Treehouse Masters wird von Pete Nelson geleitet, der mit seiner Frau zusammen schon vor der Show eine Baumhaus-Ferienanlage eröffnete und diese weiterhin vermietet. In den ersten Staffeln konnte man sogar mitverfolgen, wie die heute-zu-mietenden Baumhäuser entstanden.

Da ich die Serie seit einer Ewigkeit verfolge (und wahrscheinlich die meisten ausgestrahlten Folgen mehrfach gesehen habe) war es für mich die ultimative Erfahrung in Amerika beim Baumhaus-Park vorbeizufahren. Man kann allerdings nur an bestimmten Tagen (einmal im Monat) Touren mitmachen, weshalb wir uns dazu entschieden haben, eine Nacht im Baumhaus zu übernachten und selbst durch den Park zu wandern. Die Baumhäuser sind oftmals komplett ausgebucht aufgrund von Hochzeiten und anderen Veranstaltungen; man kann aber hin und wieder auch eine Buchungslücke finden. Von Idaho zum Treehouse Point sind es etwas über acht Stunden und wir machen auf der Hälfte einen Stopp in Kennewick, einer der sogenannten „Three Cities“ am Snake und Columbia River.

IMG_0031Die Stadt ist sehr ruhig und gepflegt und wir übernachten in einem kleinen Airbnb mit zutraulichem Schnauzer-Hund und sehr netter Gastgeberin. In der Stadt gibt es einige Outletcenter und Foodcourts; da die Stadt direkt am Wasser liegt, kann man allerdings auch durch Parks und auf Inseln schlendern. Und wenn die Sonne untergeht, gibt es wohl keinen schöneren Ort, als eine der Bars mit Dachterrassen, von der aus man das Wasser und die Sonne sehen kann.
Wir fahren am nächsten Tag hoch Richtung Norden, die Strecke führt vorbei an Weinbergen und Weingütern, die auf großen Schildern entlang der Autobahn angeworben werden. In Ellensburg, einem kleinen Städtchen neben dem Highway, machen wir einen Mittagsessensstop im Yellow Church Café, das schon mehrfach für seine Menüs ausgezeichnet wurde.

IMG_0040
Wenn man auf der Reise auf der Suche nach etwas Besonderem ist, dann ist dieses Café und Restaurant sicher eine gute Wahl und liegt nicht zu weit weg von Sehenswürdigkeiten wie Spokane, Leavenworth und einigen Nationalparks. Das Essen hat mich überrascht; ich hatte noch nie in meinem Leben Pasta mit Limettensoße und getrockneten Tomaten, aber es ist definitiv empfehlenswert und die Ausstattung der ehemaligen Kirche, die zum Café umgebaut wurde, ist einen Blick wert!

Von Ellensburg aus fährt man ein gutes Stück in die Berge hinein, die einem gigantisch vorkommen, wenn sie rechts und links von unserem kleinen Chevrolet Cruze aufragen. Die Namen der Ortschaften und der Aussichtspunkte wechseln ins Indianische und man liest im Vorbeifahren Namen wie „Snoqualmie“, „Squammamish“ und „Issaquah“. Pete Nelsons Baumhauspark liegt auf dem Weg nach Fall City und ist eingenestelt in ein grünes Tal aus Bäumen, Flüssen und Moos. Es sieht aus, als wäre der Park in einem Disney-Märchenland gebaut worden, allerdings ohne Feen, Einhörner und Kobolde…obwohl die Baumhäuser durchaus für all diese Märchenwesen als Zuhause dienen könnten.

20180607_031714Stefan und ich werden beim Ankommen mit Zitronenkuchen begrüßt und durch das Haupthaus auf dem Grundstück geführt, das zugleich auch für das Frühstück am nächsten Tag dient. Die Haupthaus-Lodge ist eine Stil-Mischung aus einem englischen Cottage und einem amerikanischen Countryhaus mit langgezogenen Holzdielen, Lichterketten über dem Eingang und schwerfälligen Sesseln, in denen man versinken kann. An den Wänden hängen Bilder von der Gegend, dem Team und natürlich T-Shirts, die man von den Baumhausprofis erwerben kann. Im hinteren Teil des Gebäudes befindet sich eine Art Bibliothek mit Kamin, vor dem man gemütlich seinen Tee trinken und ein paar E-Mails schreiben kann – die Lodge ist auf dem Gelände nämlich der einzige Ort, an dem es Internet gibt, schließlich ist das Motto hier: „Connect with and disconnect from the world.“

IMG_0081Mit einem Übersichtsplan vom Gebäude in der Hand, machen wir uns schließlich auf den Weg zu unserem Baumhaus. Unsere Unterkunft für die Nacht heißt „Nest“ und man gelangt über Brücken, unter denen glasklares Wasser durchfließt, und schmale Kiespfade dorthin. Die Treppen werden abends beleuchtet und das „Nest“ empfängt uns mit heller Fensterfront, Schokoladenpralinen und dem Geruch nach Kiefernadeln.

IMG_0075
Groß ist es nicht, aber das würde wohl auch dem Namen und dem klassischen Baumhausstil widersprechen. Die Decken haben einen bunten Vogelaufdruck und man kann aus lindgrünen Sesseln auf das Wasser unterhalb des Baumhauses sehen. Eine Veranda zieht sich außen herum mit zwei Holzstühlen und einem kleinen Tisch. Da es eins der ersten Baumhäuser und auch das einzige mit einem Motto, ist, hat das Baumhaus noch kein Bad, ABER bevor hier empörtes Geschrei losgeht: Nur ein paar Schritte von dem Häuschen entfernt gibt es ein kleines, aber sehr schick und modern angelegtes SPA-Haus mit Regendusche und wunderschöner Holzvertäfelung.

IMG_0100Wenn man den Park weiter durchquert, sieht man alle sieben Baumhäuser der ehemaligen neun (zwei mussten aufgrund von dem Fluss am unteren Teil des Parks abgebaut werden). „Trillium“ ist dabei das Baumhaus mit der größten Glasfläche, „Temple of the blue moon“ ist das erstgebaute der Baumhäuser und „Bonibi“ (mit Hängebrücke) ist das Hochzeitsbaumhaus. Unter diesem fließt auch der Fluss entlang, an dem man ein Stück entlangwandern und die mit Moos überzogenen Äste bewundern kann. Es sieht so aus, als hätten die Bäume sich eingepackt, um sich vor Wind und Wetter zu schützen, aber das macht den Ort nur noch mystischer, als er ohnehin schon ist. Hin und wieder sieht man ein Eichhörnchen durch die Gegend rennen und auf einer großen Holzfläche mit Überdachung findet eine Hochzeitsfeier statt.

IMG_0066

IMG_0060Das Baumhaus aber schirmt einen von all dem ab und das Bett hat die bequemste Matratze aller Zeiten, aus der man beim Filme anschauen gar nicht mehr aufstehen will. Die einzigen Geräusche beim Augenschließen sind die Vögel in den Bäumen ringsum und das Wasser unterhalb des Hauses. Wenn irgendein Ort das Motto „disconnect from the world“ besser umsetzt, wäre ich sehr überrascht.

IMG_0103

Preise:
Nacht im Baumhaus: 300$ (abhängig von der jeweiligen Saison). Preis gilt für zwei Personen inklusive Frühstück.
Website: http://www.treehousepoint.com/
Die Serie „Baumhaus Profis“: https://www.dmax.de/programme/die-baumhaus-profis

Tipps:
Wenn ihr interessiert seid an einer Nacht im Baumhaus – man kann zu bestimmten Zeiten, die auf der Website festgehalten sind, im Voraus buchen. Oder ihr versucht es spontan und habt vielleicht noch Glück.
Ich verlinke euch hier als Tipp auch noch das „Yellow Church Café“: http://www.theyellowchurchcafe.com/.