SehensWÜRDIG? – Mit dem 7-Attraktionen-Sightseeingpass durch New Yorks Manhattan

SehensWÜRDIG? – Mit dem 7-Attraktionen-Sightseeingpass durch New Yorks Manhattan

New York ist ein Regenmeer als wir im Taxi durch die Gassen Manhattans biegen. Unser Hotel ist circa 30 Minuten zu Fuß vom Central Park entfernt und die U-Bahn Station direkt um die Ecke. Für New York haben wir im Voraus den New York City Sightseeingpass gebucht, der es einem ermöglicht, eine beliebige Anzahl von Attraktionen anzugeben und ein paar Euro zu sparen. Außerdem ergeben sich mit dem Ticket häufig nicht allzu lange Anstehzeiten – nicht zu verachten bei den ganzen Menschenmassen.
Hier also einige der Attraktionen Manhattans und ein paar Tipps, die man auf dem Weg dorthin sicher gebrauchen kann.

1) Natural History Museum

IMG-20180816-WA0070

Wer den Pass kauft, wird dieses Museum vermutlich weit oben auf seiner Prioritätenliste stehen haben. Das Natural History Museum ist mit dem MOMA vermutlich eins der berühmtesten Museen der Welt und das nicht nur, weil darin der Film „Nachts im Museum“ gedreht wurde. Es wurde 1870 von John Wolfe, Robert Stuart und Moris Ketchum Jesup gegründet und erstreckt sich mittlerweile über vier Stockwerke mit den größten Dinosaurierskeletten, einer Unterwasserabteilung mit einem riesigen Plastikwal an der Decke, einem Planetarium und allgemein so vielen Tierarten, dass man gar nicht weiß, wo man zuerst hinschauen soll. Es gibt seit neustem sogar zusätzliche, interaktive Ausstellungen, wo man seine Sinne testen oder in einer U-Boot-Kapsel den Meeresboden erkunden kann. Egal ob jung oder alt – das Museum bietet für jeden etwas, ist aufgrund seiner Weitläufigkeit trotz hoher Besucherzahlen nicht zu überfüllt und wer den ganzen Tag darin verbringen möchte, kann sich zwischendurch in einem der Museumcafés etwas zu essen besorgen. Besonders empfehlenswert ist übrigens auch die Edelsteinhalle im unteren Stock, in der es beim Eintreten vom Boden bis zur Decke funkelt. Definitiv ein MUSS wenn man sich für die Menschheitsgeschichte interessiert und preislich akzeptabel, da man definitiv mehrere Stunden im Gebäude verbringt. Wer außerdem Zeit im Central Park verbringen möchte, ist mit diesem Museum direkt auf dem Gelände.

2) National Geographic Encounter – Ocean Odyssey

IMG-20180816-WA0065

Bestimmt wissen die meisten von euch, dass National Geographic großartige Naturdokumentationen und Magazine herausbringt. In New York wurde dieses Jahr die erste, interaktive Ausstellung „Ocean Encounter“ eröffnet. Es ist eine sehr bildliche Ausstellung mit Dokumentarfilmausschnitten und Leinwänden ringsum, auf denen sich alle möglichen Meereswesen herumtreiben. Zudem gibt es einen Boden, der die eigenen Schritte -scheinbar auf Sand- wiederspiegelt. Mit der 3D Brille fühlt man sich in einen riesigen Fischschwarm gezogen, sieht und hört die Tiere aus den dunkelsten Tiefen des Ozeans und steht sehr echt wirkenden Robben gegenüber, die die eigenen Bewegungen zu imitieren versuchen. Es werden aber auch kritische Themen angesprochen, wie der Umgang mit Schleppnetzen und die Verschmutzung des Meeres durch Plastikabfälle. Insgesamt ist es aber ein positiver Eindruck, der von den Meeresriesen zurückbleibt und unsere Namen werden nun ewig auf einem Puzzleteil an der Besucherwand zurückbleiben.
Hochwertige Ausstellung (vor allem für Ozeanliebhaber), beeindruckende Technik und man weiß nie, welches Meereswesen hinter der nächsten Ecke lauert. Außerdem gut zu Fuß zu erreichen, wenn man sich ohnehin im Raum vom Times Square aufhält. Teuer ist es schon, aber was in New York ist das nicht? (Hust, eine Pizza 18$…)

3) Gulliver’s Gate

IMG-20180816-WA0061

Eine der schönsten Überraschungen der Stadt war definitiv die Miniaturwelt Gulliver’s Gate – übrigens nur ein Haus vom National Geographic Encounter entfernt. Beim Eintritt erhält man einen kleinen Schlüssel mit dem man in der größten Miniaturwelt der USA (4500 Quadratmeter) Kräne, Häuser, Brücken und Figuren bewegen kann, in dem man viele kleine Türschlösser dreht. Sogar ein Flugzeug kann so von seiner Startbahn abheben und eine 2cm große Oma füttert durch ein Schlüsseldrehen die wild pickenden Hühner in Sibirien. Es gibt vier riesige Showräume die sich quasi über die ganze Welt erstrecken. Da sieht man mal die Oper in Sydney, die sichelförmigen Gebäude in Dubai, die Waldweiten Russlands und natürlich New York selbst, mit all seinen Sehenswürdigkeiten. Geht man in den europäischen Teil, kann man Figuren unter dem Eiffelturm spazieren sehen, eine schwarze Dampflock fährt durch die Tunnel der Alpen und Neuschwanstein und die London Bridge werden majestätisch mit Glühbirnen erleuchtet. Die Miniaturwelt ist ein wahres Kunstwerk und bei jedem weiteren Umkreisen der Gebäude, kann man etwas Neues entdecken. Eine der coolsten Ideen ist der 3D Drucker, der neben dem Shop aufgestellt wurde. Hier kann man sich selbst in unterschiedlichen Größen als Figur drucken lassen und sich die Figur entweder nach Hause schicken lassen oder als winziger „Model Citizen“ Teil der Ausstellung werden. Vielleicht findet man sich beim nächsten Besuch dann selbst in den Straßen Barcelonas, auf dem Schiff nach Rio de Janeiro oder bei den Niagarafällen wieder.

4) Statue of Liberty

IMG-20180819-WA0003

Da Stefan noch nie in New York war, konnte die Freiheitsstatue natürlich nicht übergangen werden. Mit dem Sightseeingpass gibt es mehrere Optionen zu ihr zu gelangen. Wir haben beschlossen, nicht direkt um die Statue herumzulaufen, da man in den Schlangen ewig steht. Stattdessen fuhren wir hinunter zum Manhattan Pier. Das ist eine schöne Gegend mit weiter Uferpromenade mit schicken, verglasten Einkaufsläden voller Palmen und guten Essensmöglichkeiten.
In Laufweite dahinter liegt zudem auch das 9`11 Denkmal, das nach dem Anschlag 2001 noch immer auf die Leere der ehemaligen Twin Towers verweist.
Am Pier steigen wir auf ein kleines Segelboot um, das uns wild schaukelnd in Richtung Freiheitsstatue schippert. Nicht alle Personen auf dem Boot sind unbedingt seefest, aber dafür kann sich niemand über die glänzende Aussicht der Skyline beschweren. Die Freiheitsstatue wird damit natürlich auch abgedeckt und erst wenn man auf dem Wasser an ihr vorbei fährt, erkennt man ihre eigentliche Größe von 93 Metern. Interessantes geschichtliches Detail: Auch wenn die Freiheitsstatue in den USA steht, wurde sie ursprünglich in Frankreich konzipiert und anschließend in Teilen als Geschenk an die Vereinigten Staaten verschickt. Es handelt sich bei der Figur übrigens um Liberia, die Göttin der Freiheit, die ihre Ketten sprengt – und die USA noch unabhängiger wirken lässt.

5) One World Trade Center

IMG-20180819-WA0045

Der höchste Aussichtspunkt in New York ist mittlerweile nicht mehr das Empire State Building oder der Top of The Rock vom Rockefeller Center, sondern das neue One World Trade Center. 102 Stockwerke reicht es in die Höhe und ist damit das höchste Gebäude in der ganzen westlichen Hemisphäre. Auch wenn man nicht zur Höhenangst neigt, muss man definitiv zugeben, dass man oben ein ziemlich mulmiges Gefühl bekommt, denn die Fenster erstrecken sich von den Decken bis zum Boden und man schwebt geradezu in einer 360 Grad Version über der Stadt. Besonders cool ist auch der Fahrstuhl nach oben, der in einer Rundum-Animation anzeigt, welche Gebäude wann in der Stadt entstanden sind und wie sie gebaut wurden. Wer das One World Trade Center besucht, sollte nebenan auch das 9’11 Denkmal besichtigen, das die Leere der ehemaligen Türme zeigt. Der Ort macht nachdenklich und ist sehr beeindruckend durch die tausenden von Namen, die in die Brunnenwände des Denkmals gemeißelt wurden. Das Museum zum Attentat ist auch auf dem Platz zu finden, genau wie die unglaubliche U-Bahn-Station des One World Trade Centers, die architektonisch wie ein Gewebe aus Fischgräten über unseren Köpfen erscheint.

6) SPYSCAPE

IMG_0029

Dieses Jahr eröffnet wurde auch SPYSCAPE – ein Häuserblock voller Aufgaben, in dem du herausfinden kannst, ob du die Fähigkeiten zum Spion besitzt. Entwickelt wurde das Programm mit Hilfe einer Psychologin und Mitgliedern des Geheimdienstes. Durch Observationsaufgaben, Analyse und körperliche Verfassung wird dein Können in mehreren Gebieten getestet. Neben Geschicklichkeit geht es auch um Denksport und Reaktionsvermögen. Es macht auf jeden Fall Spaß, ist nicht rein auf Kinder ausgelegt und mal etwas ganz anderes verglichen mit vielen der anderen Attraktionen. Abgesehen davon lernt man auch viele historische Hintergründe, wie sich die Spionagegeschichte entwickelt hat.

7) Intrepid – Air and Space Museum

IMG_0033

In der Marina im Hafen liegt direkt neben den großen Kreuzfahrschiffen das Air- and Space Museum – einen Ort, an den es vor allem Männer und Jungs mit Flugzeugpullovern oder NASA-Kappen lockt. Damit will ich nicht sagen, dass Frauen nicht willkommen sind, kann aber durchaus sein, dass sie irgendwann auf dem Gelände ihre Partner verlieren und sie ihn in Richtung der U-Boote, Kampfjets oder Raketen wieder finden. Es gibt auf jeden Fall auf allen Decks etwas zu sehen – besonders interessant ist die Tatsache, das alle Ausstellungsräume innerhalb eines alten Schiffes liegen und man mehrere Hallen voller Geschichte, Waffen, Schiffsmodelle und Vorführungen durchläuft. Es gibt jetzt auch eine Weltraumkapsel, die einem das Gefühl geben soll, im All unterwegs zu sein, aber die Schlange davor ist meistens wirklich sehr lang. Eintrittspreise sind auch hier hoch – aber im Pass akzeptabel.

Zusammenfassend würde ich den Pass auf jeden Fall wieder kaufen. Es gibt von diesen Städtepässen im Internet zur Auswahl, das Gute am Sightseeingpass ist allerdings, dass man nicht im Voraus feste Ziele angeben muss und man sich spontan entscheiden kann, worauf man Lust hat. Mit der Nutzung des Passes kann man relativ viele Attraktionen preislich machen, die man sonst deswegen vielleicht eher von der Liste streichen würde. Wenn etwas das Geld wirklich wert ist, würde ich das Natural History Museum und Gulliver’s Gate empfehlen, weil man in beidem wirklich eine längere Zeit verbringt.
Allgemein ist New York, egal mit welchen Attraktionen, immer einen Trip wert und durch den Central Park auch um einiges grüner als man denkt. Wenn man mal einen Tag Pause von dem ganzen Rummel braucht, kann man sich auf jeden Fall in den Park verziehen – je weiter man hinein läuft, desto mehr erscheint er wie der einzige Ort, an dem die Stadt einmal innehält. Um im Gegensatz zu den ganzen anderen Attraktionen, ist er kostenfrei.

Was ist eure Lieblingsattraktion der Stadt? Wo wolltet ihr schon immer hin?

Preise:
Sightseeing Pass regulär pro Person bei sieben Attraktionen: 169$, bei uns durch die Aktion am 4. Juli 120$ pro Person
Natural History Museum (ohne Pass): Erwachsene 23$, Senioren 18$, Studenten 18$, Kinder 13$
National Geographic Encounter (ohne Pass): 39.50$ Erwachsene, 32.50$ Kinder, 36.50$ Senioren
Gulliver’s Gate (ohne Pass): 36$ Erwachsene, 27$ Kinder, 27$ Senioren
Mit dem Segelschiff zur Freiheitsstatue (ohne Pass): Zwischen 50 und 80$
One World Trade Center (ohne Pass): 34$ Standart Ticket
SPYSCAPE (ohne Pass):39$ Erwachsene, 32$ Kinder
Intrepid Air and Space Museum (ohne Pass): 33$ Erwachsene, 31$ Senioren, 24$ Kinder

Tipps:

  1. New York wenn möglich nicht im Sommer bereisen – Es ist sehr voll mit Touristen, die Hitze klebt förmlich zwischen den Gebäuden und die Klimaanlage im Hotel bringt nicht viel, weil man zwischendurch auch nie die Fenster öffnen kann.
  2. Sightseeingpass vielleicht schon im Voraus bei einer Aktion buchen – Wir sind zu dem Zeitpunkt ganz gut weggekommen, weil wir am 4. Juli eine Aktion gebucht hatten.
  3. Auch in kleineren Cafes sind die Preise meistens immer noch relativ hoch. Wenn ihr beim essen sparen möchtet, vielleicht doch lieber Ketten aufsuchen.
  4. Auf der Suche nach einem guten Kino? Wir können das AMC (84th Street 6, 2310 Broadway) empfehlen mit den besten, komplett ausfahrbaren Sitzen, sodass man sich vorkommt, als würde man auf einer Couch liegen.
  5. Es gibt zwar viele Taxen in der Stadt, die meisten davon verlangen oftmals aber auch horrende Summen von Touristen – mit den U-Bahn Tickets seid ihr pro Person ca 6 Dollar los und könnt in ganz Manhattan für den Tag durch die Gegend pendeln.
  6. Ich persönlich würde auch immer das MOMA empfehlen – es ist definitiv der Ort, an dem sich die verrücktesten Menschen und Künstler versammeln.
  7. Die Tour mit dem Segelboot nur machen, wenn man einigermaßen seefest ist.

Weitere Sehenswürdigkeiten:

Top of the Rock, Empire State Building, Hop on Hop Off Bustouren, MOMA, Brooklyn Bridge (…)

All time favourite – 12 Tipps für San Francisco

All time favourite – 12 Tipps für San Francisco

Falls es nur eine Stadt in Amerika gibt, die ihr gesehen haben solltet, dann ist es San Francisco. Ich schätze, ich habe mein Herz schon beim ersten Mal dort verloren, aber es ist auch schwer, es nicht zu tun, wenn ein Ort so vielseitig und energiegeladen ist. Man trifft an allen möglichen Ecken Straßenmusiker, hört unterschiedliche Dialekte und ist umgeben von Wasser und einigen der längsten Brücken der Welt. Die Stadt ist auch im Sommer noch angenehm kühl durch den Wind, der vom Meer kommt und die Nacht ist glasklar und lässt die Gebäude in den Gassen wie einen Sternenhimmel wirken. Nicht mal der Nebel, der morgens in den Gassen lungert, tut der Sache einen Abbruch. Die Häuser sind so bunt und unterschiedlich, dass sie ohnehin herausstechen und es gehört auch irgendwie zum Flair, eine Jacke mitzunehmen, sogar wenn man sie später vielleicht gar nicht mehr braucht. Stefan und ich haben fünf Tage bei Freunden verbracht und Tagesausflüge unternommen. Vielleicht kann der ein- oder andere ja ein paar Ziele gebrauchen.

  1. Welchen District von San Francisco sollte man unbedingt gesehen haben?

IMG_0909

Diese Antwort kommt vermutlich nicht überraschend, aber Chinatown ist ein Must-See der Stadt. Bequem zu erreichen per U-Bahn (Tagesticket liegt bei 6$), kann man in der Stadtmitte aussteigen und gelangt über einige Shoppingmeilen in den Chinatown-District. Unter einem bunt verzierten Tor hindurch gelangt man hinein in Straßen mit roten Lampionketten, grotesken Statuen und bunten Souveniren wie Hausschlappen mit Katzenköpfen, Pekinghüten und Anhängern, auf denen „San Francisco“ nicht immer korrekt buchstabiert wurde. Man gerät zwischendurch in den Nebel von Kerzen und Räucherstäbchen und in den Läden spielt exotische Meditationsmusik gepaart mit dem ständigen Klingeln der Türglocken.
Man kann an allerlei Imbissbuden Frühlingsrollen mitnehmen oder auf einer der hohen Terrassen auf den Gebäuden zu Mittag essen. Es gibt auf jeden Fall an jeder Ecke etwas zu sehen und zu hören. Wir hatten auch einen sehr amüsanten Moment als wir uns mit unserer Freundin darüber unterhalten haben, wie man 3 Monate von der Arbeit frei bekommt. Letztendlich sind wir zu der Aussage gelangt, dass die meisten Menschen uns vermutlich als Hippies abstempeln werden. Ein komplett Unbekannter hinter uns hat dann spontan: „Dafür steht ihr viel zu sauber aus!“ gerufen. Irgendwie tröstlich.

    2. Wohin sollte man die Cable Cars nehmen?

IMG_0940

San Francisco ist bekannt für seine alten Cable Cars, die nur noch in Downtown verkehren, da die Stadt sie für das neue Straßennetz in vielen Gebieten streichen musste. Sie fahren jetzt hauptsächlich nur noch in zwei Richtungen und man kann beispielsweise in Chinatown die Cable Cars zum Financial District nehmen. Von dort ist es nicht weit und man sieht die größten Gebäude San Franciscos (Transamerica Pyramid, Salesforce Tower usw.), wenn man aus dem Wagen späht.

     3. Was gibt’s an der Fisherman´s Wharf zu sehen?

IMG_0926

Im Großen und Ganzen ist die Fisherman`s Wharf ein sehr langer Abschnitt mit allerlei Attraktionen, wie den ablegenden Booten, Märkten, Museen, Restaurants und der uralten Markthalle. Diese ist mit ihren Minishops ein guter To-Go-Punkt für Mittagessen oder für ein Eis mit so ungewöhnlichen Sorten, wie „Breakfaststarter“. Es gibt darin auch Weinverkäufe, Buchläden, Seifenhersteller und die „Cowboy Creamery“, wo man Käsesorten testen kann. Definitiv ein guter Ort um eine Pause zu machen, vor allem, weil die dicken Mauern die Hitze abhalten.

   4. Wo kann ich ganz San Francisco sehen?

IMG-20180627-WA0004

Wie in den meisten großen Städten gibt es mehrere Gebäude, durch die man auf hohe Aussichtspunkte gelangen kann. Die beste Sicht über die ganze Stadt gibt es aber vom Twin Peaks Mountain oder Mount Davidson, schwer zu übersehen durch eine gigantische Antenne obendrauf, die aussieht wie die Harpune eines griechischen Gottes. Von dort oben könnt ihr alle Seiten überblicken und vielleicht sogar die Golden Gate Bridge im Nebel ausmachen. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, eine Jacke mitzubringen, denn dort oben pfeift der Wind gewaltig vor sich hin. Wer an einem längeren Stop oben interessiert ist, kann sich auf jeden Fall Picknickkorb und Wanderschuhe mitbringen. Es gibt ein paar Wege ganz hoch auf die Berge und Picknicktische überall entlang der Straße.

     5. Welche Bootstour ist empfehlenswert?

IMG_1017

Es gibt zwei, die ich vorschlagen kann. Einmal ist da natürlich Alcatraz, die bedrohlich aussehende Gefängnisinsel, die auf kargen, grau-schwarzen Felsen gebaut wurde und düstere Einblicke in die Geschichte gibt. Seit 1963 ist sie zwar nicht mehr in ihrem ursprünglichen Gebrauch, es wirkt allerdings gar nicht so lange her, wenn man mit Audioguide durch die Gänge mit einsamen Zellen läuft.
Etwas unbekannter dagegen ist Angel Island, eine Insel, die von der Fisherman`s Wharf eine halbe Stunde entfernt ist. Mit dem Boot passiert man Alcatraz, die Golden Gate Bridge und letztendlich auch die reicheren Außenviertel San Franciscos. Angel Island war die ursprüngliche Landestation für viele Immigranten. Sie wurden dort abgesetzt, mussten die Papiere prüfen lassen und wurden auf Krankheiten untersucht, wobei diese Prozesse Wochen bis Monate dauern konnten. Vieles auf der Insel strahlt noch immer diese einsame Trostlosigkeit  aus – vor allem, wenn man die Ankerstation erreicht und die ehemaligen Gebäude sieht. Es ist mittlerweile ein Geisterort mit unglaublich vielen, leerstehenden Häusern, die zum Teil auch vom Militär hinterlassen wurden. Nachdem die Insel für die Immigranten ausgedient hatte, wurde sie vom Militär als Stationspunkt genutzt. Es ist einer der wenigen Orte, bei denen man aktiv sieht, wie die Natur ihn zurückholt und wie schnell der Verfall doch ist, wenn sich niemand kümmert. Weite Wanderwege führen einmal um die Insel herum und sie hat überraschend viele schöne Strände, bunte Wildblumen und einige verlassene Villen, von denen man sich nur zu gut vorstellen kann, wie herrschaftlich sie einmal gewesen sein müssen.

    6. Welche Grünanlagen sind sehenswert?

IMG_1157

Es gibt mehrere Parks in der Innenstadt, aber am sehenswertesten ist mit Sicherheit der Golden Gate Park. Stefan und ich haben zwei Tage darin verbracht und uns ziemlich die Füße platt gelaufen, aber gesehen haben wir immer noch nicht alles. Man kann beispielsweise am Stow Lake ein Tretboot ausleihen und damit am japanischen Garten vorbeipaddeln. Dabei haben wir übrigens einen seltsamen Mann mit zwei winzigen Chihuahuahunden und einer angeleinten Ente mit Windel gesehen (ja, in San Francisco sind schon einzigartige Personen unterwegs…). Oder man geht direkt in den Japanischen Garten, der zwar nicht sehr groß, aber dafür sehr grün ist, kleine chinesische Tempel integriert sowie ein Café, in dem man eine Miso Soup löffeln kann.

IMG-20180629-WA0016
Besonders seltsam ist die kreisrunde Brücke in der Mitte, die wirklich so steil ist, wie sie aussieht und so rund wie ein Fass. Sehr sehr sehenswert ist vor allem der botanische Garten, ein Stück weiter die Straße hinunter. Darin hat man das Gefühl, ziemlich weit von dem Straßenlärm entfernt zu sein und er ist groß genug um für sich alleine zu bleiben oder einen Schattenplatz für ein Picknick zu suchen. Vor allem gibt es mehrere Themenfelder wie Afrika, Frankreich oder Asien, die alle einzigartig gestaltet sind und die landesüblichen Pflanzen beinhalten.

   7. Schönstes Gebäude in San Francisco?

IMG-20180629-WA0004

Um beim grünen Themenbereich zu bleiben: Das Gewächshaus Conservatory of Flowers ist wundervoll! Eins der Gebäude, die einen schon im Vorbeifahren beeindrucken, egal ob es an der schneeweißen Wintergartenkonstruktionen, den goldenen Statuen im Garten oder den bunten Blumenbeeten davor liegt. Es ist von innen mindestens genauso schön wie von außen mit den meterhohen Decken, wild durcheinander beschrifteten Blumenschildern und liebevoll eingetopften Hängeblumen. Es gibt versteckte Figuren und Teiche und einen winzigen Shop, der Blumensamen „vertickt“. Alle Grünanlagen sind übrigens nicht weit voneinander entfernt, sodass man sie ganz gut ablaufen kann. In der Nähe befindet sich sonst auch noch das Sciencemuseum, falls man sich zwischendurch mal abkühlen will.

   8. Guter Aufenthalt mit Kindern?

IMG_1140

Das Exploratorium an der Fisherman`s Wharf ist ein Entdeckungsmuseum zu allen möglichen Bereichen, wie Biologie, Technik, Physik und Chemie. Es kann wirklich voll werden, aber normalerweise findet man immer einen Bereich in dem man starten kann und es gibt zu jedem Experiment Schilder zu den Eckdaten (Erfinder, Forschungsrichtung, Daten usw). Es geht manchmal um Geschicklichkeit, dann um Spiegelreflexe oder Reaktionsmessung – ein Kind kann mit Sicherheit den ganzen Tag hier drin verbringen, ohne sich je groß zu langweilen. Das Museum macht auch als Erwachsener Spaß, aber wenn man von so vielen Schulkindern umgeben ist, ist es vermutlich die bessere Variante unter der Woche zu gehen.

   9. Was sollte man unbedingt gesehen haben?

Abgesehen von einem Gang nach Downtown und dem Park wäre die beste Option ein Musical anzusehen. Das älteste Musical in der Stadt heißt „Beach Blanket Babylon“. Es handelt von Schneewittchen,  das versucht die wahre Liebe zu finden. Egal wie kitschig das auf den ersten Eindruck klingt – das Stück ist lustig, politisch, hat großartige Kostüme mit verrückten Hüten und parodiert sämtliche Stars der damaligen und jetzigen Zeit. Wir hatten selten so unterhaltsame anderthalb Stunden und man sitzt in einem altmodischen Theater mit roten Plüschsesseln, einer Empore und Cocktailkarten.

    10. Bestes Restaurant?

IMG-20180628-WA0019

Von allem was wir probiert haben, war die beste Erfahrung das Roti Indian Bistro, ein indisches Restaurant mit großer Auswahl, Tageskarten und in einer Seitenstraße, die den Lärm außen hält. Falls ihr eine besondere Sache probieren wollt – nehmt den Gobi. Es ist ein gebackener Blumenkohl mit Cremesauce und er schmeckt auch, wenn man normalerweise kein großer Blumenkohlfan ist. Bestes Café? Das Café Zoetrope in einer Seitenstraße vom Financial District, wo man eine Mischung aus französischem, amerikanischem und italienischem Essen bekommt. Abgesehen davon gibt es darin mittig eine kleine Maschine: Wenn man auf sie drückt, bekommt man eine ausgedruckte Kurzgeschichte zum Mitnehmen.

    11. San Francisco liegt im Weingebiet Kaliforniens. Wo kann ich Wein probieren?

IMG_1183

Außerhalb der Stadt gibt es mehrere Weingüter, sobald ihr euch Richtung Napa Valley bewegt. Wir haben eine gute Erfahrung mit Geysirville gemacht, wo man in eine kleine Straße mit mehreren Weinshops einbiegen kann. Die meisten davon bieten kostenloses Weintesten an, was bei den großen Weingütern nicht immer der Fall ist. Besonders nett war die Mercury Winery, die uns eine Weile Informationen über ihr Weinjahr und ihre Herstellung gegeben haben. Wir wurden begeistert von ihrem Hund begrüßt und die zwei Inhaber sitzen mit einem am Tisch und trinken auch mit einem von ihren Proben -stark aber spritzig und eine gemütliche Atmosphäre. Die Fahrt nach Geysirville führt übrigens über die Golden Gate – falls ihr das auch noch abhaken wolltet.

    12. Bester Shop?

Wenn ihr auf der Suche nach einem wirklich interessanten, verwinkelten und ungewöhnlichen Buchladen seid, kann ich City Lights Books empfehlen. Ein wenig indie, an der Ecke zu Chinatown und mit großer Auswahl von internationaler Literatur. Ich kann in Buchläden ja grundsätzlich verloren gehen, aber dieser macht es einem wirklich einfach.

 

Was ist eure Lieblingsstadt in den USA? Wo wolltet ihr schon immer einmal hin?
Preise:

Ubahn: Ca 6$ am Tag, je nachdem wie viele Zonen man fährt, auch mehr.
Cable Cars: Um die 7$ für eine Linie.
Bootstour nach Angel Island: 10$ pro Person
Japanischer Garten: 9$ Erwachsene, 3$ Kinder (Website: http://www.japaneseteagardensf.com/)
Botanischer Garten: 9$ Erwachsene, 6$ Jugendliche und Senioren, 2$ Kinder, 19$ Familien (Website: https://www.sfbotanicalgarden.org/)
Conservatory of Flowers: 9$ Erwachsene, Jugendliche, Senioren & Studenten 6$, Kinder 3$ (Website: https://conservatoryofflowers.org/)
Tretboot am Stow Lake: 28.50$ pro Stunde (Website: https://stowlakeboathouse.com/boats/)
Beach Blanket Babylon: Zw. 30 und 130$ (Website: https://www.beachblanketbabylon.com/)
Exploratorium: 29.95$ Erwachsene, Jugendliche, Studenten und Senioren 24.95$, Kinder 19.95$ (bis 12), Kinder unter 3 frei (Website: https://www.exploratorium.edu/)
Alcatraz: 38$ Erwachsene & Jugendliche, 23.25$ Kind, 35.75$ Renter (Website: https://www.alcatrazcruises.com/)

Tipps:
1) Beach Blanket Babylon (Musical) unbedingt im Voraus reservieren. Am besten mit Parkplatz in der Nähe, da es ziemlich zentral liegt.
2) Bootstour (egal welche) machen, wenn man im Voraus die Preise für die Parkhäuser verglichen hat (sie sind extrem teuer). Am besten ihr fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dort hin.
3) Die Aussichtspunkte sind fast nur mit dem Auto erreichbar. Ansonsten müsst ihr definitv mehr Zeit einplanen, um zu Fuß die Berge zu erreichen.
4) Die Golden Gate Bridge ist zu Fuß überquerbar.
5) Immer eine Jacke oder einen Schal dabeihaben (und am besten auch Sonnenschutz). Man weiß nie genau, wann man was braucht.